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Interner Bericht: Britische Regierung streitet über Brexit-Plan
AP

Eigentlich will Premierministerin Theresa May bis Ende März den EU-Austritt Großbritanniens beantragen. Doch laut einem internen Papier sind sich ihre Minister uneins über die Strategie.

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KarlT 15.11.2016, 13:05
40. Das Wort

Zitat von j.vantast
Scheinbar unterliegen Sie da was die Finanzierung der EU betrifft einem Irrtum. Wenn GB aussteigt heisst das nämlich definitiv nicht, dass Deutschland die fehlende Summe nun zahlen muss. Sicher, für Deutschland würde es teurer, aber für alle anderen eben auch. Dafür entfallen aber auch alle Zahlungen an GB die bisher geleistet wurden.
Nettoeinzahler noch nicht verstanden?
Deutschland wird anteilig den grössten Teil übernehmen müssen,
wer sonst?

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KarlT 15.11.2016, 13:09
41. Ziemlich

Zitat von chrblum
So ist es. Aber Sie vergessen da noch ein wichtiges Adjektiv: unnütz. Komplett unnütz. Schädlich ist er auch noch. So langsam dämmert den Brexiteers das (also denen, die es nicht sowieso schon gewusst und deshalb nach der Befragung sofort die Biege gemacht haben). Er wird außerdem unglaublich teuer, bindet Mittel und Ressourcen, die man dringend woanders benötigt und mit denen man viel wirkungsvoller Wähler überzeugen könnte als mit dem Durchziehen des Fetischs Brexit. Aber ich fürchte, das müssen die Briten erst selbst herausfinden. Sie sind ja bereits dabei. Kontinentaleuropas Rat ist da nicht gefragt, wir sollten ihn auch für uns behalten. Aber unter uns drüber reden muss schon erlaubt sein, wenn das Theaterprogramm so unterhaltsam ist... Ich (der ich lange drüben gearbeitet habe) habe mit Inselbewohnern Wetten laufen, dass der Brexit nicht kommt. Da bin ich recht zuversichtlich. :-)
voreilig, darauf würde ich nicht wetten.
Solange man das Ganze nur unter rein monätärer Sicht sieht,
mag man der Versuchjung erliegen dies so zu sehen.
Aber selbst das ist nicht raus, dafür ist die Zeit viel zu kurz das zu beurteilen. Ich halte nichts von Kaffeesatzleserei.

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thedoctor46 15.11.2016, 13:09
42.

Zitat von MütterchenMüh
Die Meldung wird getragen von der Hoffnung, daß der Brexit nicht zustande kommt.
Absolut nicht. Einigen Parlamentariern in Großbritannien schwant jetzt, was mit diesem populistischen Akt angerichtet wurde - und ihnen wird äußerst unbehaglich aufgrund der möglichen Folgen.

David Cameron (ehemaliger Premier) - als einer der Befürworter des Brexit - hat sich ja schon einmal vorsorglich davongeschlichen und sämtliche politischen Ämter niedergelegt.... .

"Die Bürger" - vor allem diejenigen, oft sogar mittellosen Menschen, die in den USA einen der reichsten Männer der Welt zum Präsidenten gewählt haben und hoffen, daß er etwas für sie tut, werden bald erkennen können, daß sie mit Zitronen gehandelt haben.

Zitat von
Die Wähler in den USA haben halt der Welt gezeigt, daß man als unzufriedener Wähler nicht der Wahlurne fernbleiben soll, sondern erst recht wählen gehen sollte.
Ein simples "dagegen" bzw. trotziges "macht gefälligst das, was ich will" - ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt, weil es sich auf sogenannte Wahlversprechen gründet, die nie und niemals gehalten wurden und werden.

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n.a.i.s 15.11.2016, 13:11
43. Ihre Behauptung

Zitat von herbert
Die Brexit Politiker in England wollen nun die Vorteile der EU behalten und somit wird alles in die Länge gezogen. Die EU Besetzung mit Juncker und Schulz sind mit der Brexit Angelegenheit überfordert. Letztlich glänzt England mit super Verträge und ist alle EU Probleme los. In ein paar Jahren werden alle EU Länder diesen Brexit haben, da die EU und der Euro in der jetzigen Form nicht überleben kann. Genau das haben die Engländer erkannt !
lässt sich sachlich in keiner Weise darstellen oder wenigstens prognostizieren.
1. Woher nehmen Sie die "Erkenntnis", dass Juncker und Schultz mit dem Brexit überfordert sind? Er ist ja noch nicht mal beantragt. Im Gegenteil, sie haben im Vorgriff auf die anstehenden Verhandlungen klar dargelegt, dass es eine Sonderbehandlung GB nicht geben wird. Damit komme ich zu
2. der zukünftige Status GBs entspricht entweder dem eines wirtschaflich unbedeutendem mittelgroßen States, oder dem Norwegens: Kein Mitspracherecht über die Weiterentwicklung, aber Beiträge an die EU zahlen, sonst gibt es nämlich keine Freizügigkeit. ==> Das wird nichts mit super Verträgen.
3. Welche EU-Probleme sind sie denn dann los? Die Milliarden-Subventionen für das darbende, deindustrialisierte flache Land? Diese wurde wenigstens im Prinzip vorfinanziert durch den britischen Beitrag, der auf Grund des starken Finanzmarktsektors aufgebracht werden konnte. Dieser wird sich aber leider in Zukunft auf dem Kontinent oder Irland ansiedeln, um den Zugang zum EU-Binnenmarkt mit denn immer noch 500 Mio. Menschen zu haben.

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ingnazwobel 15.11.2016, 13:12
44.

Mittlerweile merken selbst die ignoranten Briten, das Volksabstimmungen zu bestimmten Themen absoluter Schwachsinn sind. Man könnte ja mal abstimmen lassen ob jeder 100 Tage Urlaub bekommt, oder alle Steuern abgeschafft werden oder das es einen Mindestlohn von 10.000 Euro im Monat geben muss.

Hierfür wird man sicherlich auch Mehrheiten finden.

Liebe Briten, macht Euch endlich vom Acker - damit man baldigst wieder Beitrittsverhandlungen -natürlich ohne Sonderlocken- führen können

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munsterm 15.11.2016, 13:14
45. Brexit wird trotzdem umgesetzt

Dass so ein Austritt eine komplizierte Sache ist, war eben schon im Vorhinein zu erwarten. Dafür sind die wirtschaftlichen, politschen und rechtlichen Verflechtungen eben zu groß, auch gibt es keinen Präzedenzfall. Was da für Ressourcen verschwendet werden, um diese Verflechtung zu lösen, ist eigentlich schon abenteuerlich. Aber das britische Volk hat der Regierung den Auftrag gegeben, diesen Austritt zu vollziehen. Da eine demokratische Regierung (unter anderem) dazu da ist, den Volkswillen umzusetzen, muss sie diese Prozedur eben auch durchziehen...
Wie man gesehen hat, ist ja auch die wirtschaftliche Katastrophe ausgeblieben. Das Wirtschaftswachstum in GB ist stabil, die Börse hatte auch keinen dramatischen Einbruch. Von daher gibt es ja in der Bevölkerung auch keine Neigungen, den Beschluss zu bereuen.

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karlsruher_kind 15.11.2016, 13:16
46. Volksbefragung

Bei dieser ganze Geschichte sollte auch dem Letzten klar werden, dass Volksbefragungen kein generisches Wundermittel darstellen.
Wie so oft liegt der Teufel eben im Detail. Bei einem hochkomplexen Gebilde und einem Rattenschwanz aus wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Verflechtungen, kann man mit einer so unfassbar simplifizierten Fragestellung ala "Brexit: Ja oder Nein" nur auf die Schnauze fallen.

Wie sich für einige anscheinend erst jetzt herausstellt, gibt es nämlich eine schier unendliche Anzahl an Möglichkeiten und Ausführungen, wie der Brexit letztendlich _in der Praxis_ ablaufen soll und diese höchst relevanten Komponenten wurden NICHT abgestimmt.

May hat hier scheinbar zunächst versucht einen auf Alleinherrscherin zu machen, wurde jedoch vom obersten Gericht korrekterweise ausgebremst. Jetzt stellt es sich heraus, dass man im eigenen Lager schon uneins ist, wohin der Weg überhaupt gehen soll.

Mit Populismus und Dogmatismus hat sich ein großer Teil der Bevölkerung hinters Licht führen lassen und jetzt hat man den Salat. Eine Volksbefragung kann bei klaren und weniger komplexen/verflochtenen Themen eine gute Methodik darstellen aber bei solch einem Thema wie dem Brexit war das von vornherein einfach Wahnsinn. Wahnsinn der auf dem Opportunismus und der Arroganz von Politikern wie Cameron, Johnson und Co. fußt.

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Listkaefer 15.11.2016, 13:19
47. Der Brexit ist eine ...

... innerbritische Angelegenheit mit starken Rückwirkungen auf die ganze EU. Die Briten haben das Recht, sich selber zu sortieren und den Austrittsantrag zu stellen, wann immer sie wollen. Die EU sollte aber die Kraft entwickeln, sich während der Dauer dieser Hängepartie nicht schwächen zu lassen. Bitte eisern durchhalten: Keine Verhandlungen vor Eingang des Austrittsantrags, und kein Marktzugang ohne Freizügigkeit! Und die EU ist gut beraten, sich von diesen Briten ab sofort bei keinem Zukunftsvorhaben bremsen zu lassen.

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laufwumf 15.11.2016, 13:20
48. @ herbert (Beitrag 36)

In den Austrittverhandlungen mit der EU wird nicht gemütlich gepokert, sondern knallhart geboxt. Und in dieser Auseinandersetzung, das müssen Sie mal zur Kenntnis nehmen, steigt die EU als Superschwergewichtler in den Ring, wo als Kontrahent das Bantamgewicht Großbritannien nur hoffen kann, dass es die Sache höchstens mit reichlich Beulen und blauen Flecken und nichts Schlimmeren durchsteht.

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the-best-4-you 15.11.2016, 13:20
49. Antrag auf Austritt

Wenn das Antragsdatum weiter hinausgezögert wird, ist die Antragstellung vielleicht nicht mehr möglich, weil sich die EU zwischenzeitlich aufgelöst hat.

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