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Internet-Pseudonyme: Friedrich verteidigt Vorstoß gegen geheime Blogger

Mit "offenem Visier" sollen Blogger im Internet argumentieren, forderte Innenminister Friedrich im SPIEGEL. Doch angesichts der hitzigen Diskussion über diesen Vorstoß stellt der CSU-Politiker klar, dass trotz der Anschläge in Norwegen kein Gesetz gegen die Anonymität im Internet geplant ist.

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Pepito_Sbazzagutti 08.08.2011, 19:46
1. ....

Herr Minister Friedrich,

wundert es Sie eigentlich überhaupt kein bisschen, dass beispielweise der norwegische Ministerpräsident sich unbehelligt unter die Bevölkerung mischen kann, während Sie ohne Personenschutz und Panzerlimousine vermutlich aufgeschmissen wären?

Bitte bedenken Sie, dass die Bürger der Bundesrepublik Deutschland nicht Ihr Privateigentum sind, die Sie nach Gutdünken herumschikanieren können. Im Gegenteil sind Sie Ihrem Amtseid gemäß dazu verpflichtet, den Nutzen des deutschen Volkes zu mehren und Schaden von ihm zu wenden.

Bevor Sie sich also noch mehr Dinge leisten, die unserer Verfassung widersprechen, sehen Sie ein, dass es für Sie nur eine Alternative gibt:

Bieten Sie Ihrer Vorgesetzten Ihre Demission an.

Tun Sie uns den Gefallen :-)

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Thor Branke 08.08.2011, 20:05
2. Schon mal ins GG geschaut, Herr Uhl?

Zitat von
Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. [GG Artikel 5 (1)]
Ich finde da nichts von wegen "Jeder hat die Pflicht, seine Meinung nur mit Klarnamen in Wort, Schrift und Bild zu äußern und zu verbreiten...". Ob offen, ob anonym, ob unter Pseudonym - es jedem einzelnen selbst überlassen, in welcher Form er oder sie sich in unsere Demokratie einbringt. Und das ist gut so, weil eines mündigen Staatsbürgers würdig.

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Denx 08.08.2011, 20:07
3. Hinterlist

Lieber Herr Friedrich, das ist ja sehr mutig von Ihnen, mit Blümchen auf den Augen Freiheit und Sicherheit gegeneinander auszuspielen, aber so schlau, wie das auf den ersten Blick scheint, ist es angesichts des Anonymitätsrechts, dass sich aus GG Art. 2 Abs. 1 ableitet, nicht einmal im Sinne der Hinterlist - oder doch?

Vorhin habe ich in diesen Foren einen harmlosen Link auf www.lichtwort.de gesetzt, ohne meine persönliche Meinung zu dem Ganzen zu sagen, schon hat mich jemand in eine bestimmte Ecke gestellt - was wäre passiert, wenn ich es ohne Pseudonym getan hätte?

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pudel_ohne_mütze 08.08.2011, 20:09
4. und was sollte dann dieses leere Gewäsch ?

Zitat von sysop
Mit "offenem Visier" sollen Blogger im Internet argumentieren, forderte Innenminister Friedrich im SPIEGEL. Doch angesichts der hitzigen Diskussion über diesen Vorstoß stellt der CSU-Politiker klar, dass trotz der Anschläge in Norwegen kein Gesetz gegen die Anonymität im Internet geplant ist.
Vielleicht machen "unsere" Politiker mal den Anfang mit der Wahrheit.
So wie die ein ganzes Volk in Geiselhaft nehmen...........

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silenced 08.08.2011, 20:09
5. <->

Zitat von Thor Branke
Ich finde da nichts von wegen "Jeder hat die Pflicht, seine Meinung nur mit Klarnamen in Wort, Schrift und Bild zu äußern und zu verbreiten...". Ob offen, ob anonym, ob unter Pseudonym - es jedem einzelnen selbst überlassen, in welcher Form er oder sie sich in unsere Demokratie einbringt. Und das ist gut so, weil eines mündigen Staatsbürgers würdig.
Wenn sie schon GG Artikel 5, Absatz 1 zitieren, dann doch bitte auch GG Artikel 5, Absatz 2 dazu. Dann ergibt der gesamte Artikel 5 auch Sinn, nämlich totalen Unsinn.

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Hermes75 08.08.2011, 20:20
6. Seltsames Demokratieverständnis

Zitat von sysop
Mit "offenem Visier" sollen Blogger im Internet argumentieren, forderte Innenminister Friedrich im SPIEGEL. Doch angesichts der hitzigen Diskussion über diesen Vorstoß stellt der CSU-Politiker klar, dass trotz der Anschläge in Norwegen kein Gesetz gegen die Anonymität im Internet geplant ist.
Die Herren von der CDU/CSU scheinen ein seltsames Demokratieverständis zu haben. Warum muss ich mich ausweisen wenn ich in einer Demokratie meine Meinung sage?
Und was ist in einer Diktatur? Das ist Annoymität dann ok?
Ich schätze mal, dass Leute wie Gadaffi, Assad und co. gerade ganz anders sehen. Die fänden einen Klarnamenzwang bei ihren Kritikern auch total gut. Schließlich muss man ja zu seinem Wort stehen...
Ach ja, dann ist da auch noch der Herr Uhl, der Leute die wert auf ihre Annoymität legen, gleich mal in die Nähe von Kinderschädern und Nazis rückt. Nein mein lieber Herr Uhl, auch als unbescholtener Bürger lege ich immer noch Wert darauf, dass nicht jeder SPAMER, Cyberkriminelle oder Marktforscher nachvollziehen kann wer ich bin.

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zimmermannrobert 08.08.2011, 20:22
7. Ja, GG auch, aber auch einfache Gesetze bereits ... !

Friedrich ist ein Beispiel für die Kompetenz unserer "Führungselite".

Niemand wundere sich bitte, dass

- Friedrich-Amigo ein prominenter Steigbügelhalter für den Täuscher und Betrüger Guttenberg war. Er bog die Wahrheit bei seiner Rede im Bundestag - vor der gesamten Bevölkerung wollte er nicht zur Kenntnis nehmen, was weltweit im Internet bereits nachlesbar war: Gutti war ein Täuscher und durch den Verkauf seines Machwerks auch ein Betrüger. Viele öffentliche Bibliotheken haben für das, was er selbst als "Blödsinn" nachher bezeichnete 88,00 Euro hingelegt. Ganz zu schweigen von der Professorenarbeitszeit, die er genutzt hat, um sein Machwerk hervorzubringen. Ich würde ihm anteilig die Heizkosten der Uni Buyreuth noch als Schaden zurechnen. Für solche Amigos sollten sich die Unis eigentlich zu schade sein. Eigentlich.

- wir eine Finanzkrise haben. Denn der IQ dieser Poli-Ticker ist in etwa geeignet, den eigenen Rasen zu mähen und sich von Verkäufern 'hochwertiger', 'solider' Finanzprodukte der Lehman & Brothers Bank überzeugen zu lassen.

Verständlich ist sein Wunsch nach Klarnamen schon.
Er will "Ruhe im Volk" und "Schnauze halten".
Damit er weiterwursteln kann.

Und - nicht zuletzt - :

"Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten und die Auswahl und Gestaltung von Datenverarbeitungssystemen sind an dem Ziel auszurichten, so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten oder zu nutzen. Insbesondere sind personenbezogene Daten zu anonymisieren oder zu pseudonymisieren, soweit dies nach dem Verwendungszweck möglich ist und keinen im Verhältnis zu dem angestrebten Schutzzweck unverhältnismäßigen Aufwand erfordert."

http://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__3a.html


" .... (6) Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren."

http://www.gesetze-im-internet.de/tmg/__13.html

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fordp 08.08.2011, 20:25
8. herr friedrich...

Zitat von sysop
Mit "offenem Visier" sollen Blogger im Internet argumentieren, forderte Innenminister Friedrich im SPIEGEL. Doch angesichts der hitzigen Diskussion über diesen Vorstoß stellt der CSU-Politiker klar, dass trotz der Anschläge in Norwegen kein Gesetz gegen die Anonymität im Internet geplant ist.
..bildung schadet nicht, also dann mal ran. sollten sie irgendwann wissen wovon sie reden,...

ansonsten bitte die bauernfängerei einstellen, das ist peinlich, denn das ausland hört zu.

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ecce homo 08.08.2011, 20:57
9. Verkehrte Welt

Für die Blogger in den Diktaturen fordert man Anonymität und wenn die Blogger dann ihr Ziel erreicht haben, dann fordert man, daß sie nicht anonym sein dürfen.

Laut letzten Umfragen, vertrauen nur noch 10% der Bundesbürger den Politikern.
Und da fordert dieser Minister doch glatt, daß man ihm totalitäre Überwachungsinstrumente in die Hand gibt, die keine Vebrechen verhindern können aber den gesetztestreuen Bürger das Gefühl geben, ständig vom Staat beobachtet und überwacht zu werden und ständig zu überlegen, was man den gerade sagt. Man fühlt sich schuldig, obwohl man es gar nicht ist.

Diese Menschen sind von Gestern und haben keine Ahnung vom Internet und weil sie es nicht verstehen, wollen sie die Uhren zurückdrehen.

Bei den Wählern können sie damit aber nicht punkten, denn die Law&Order-Anhänger gewinnt man durch das Thema Internet nicht, statt desswen verliert man aber den Rückhalt bei der eigenen Jugend und auch einen guten Teil der eigenen Wähler, nämlich die, die selbst auch gerne mal auf den Tisch hauen.

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