Forum: Politik
Intersexuelle Menschen: Kabinett billigt Gesetzentwurf für dritte Geschlechtsoption
DPA

Offiziell ist man entweder männlich oder weiblich? Das stimmt bald nicht mehr. Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, wonach Menschen ihr Geschlecht auch mit "divers" angeben können.

Seite 2 von 4
Indiana.Jones 15.08.2018, 13:47
10. Vollkommen richtig

Zitat von cabeza_cuadrada
So ziemlich jeder Antrag den man so ausfüllen kann oder muss erfordert die Angabe Herr oder Frau. Müssen die jetzt nicht auch alle geändert werden? Ist die Toilettenfrage denn auch schon vom Tisch oder gibt es demnächst die Forderung nach Herren Damen und Diver Toiletten? Ich denke nicht dass die Änderung sooo klein ist. Aber so tief stecke ich auch nicht im Thema.
In der Krankenversicherung gibt es diese Änderung schon seit geraumer Zeit, als "unbekanntes Geschlecht". Außer den von Ihnen genannten Problemen kommen dann solche hinzu wie eine Änderung aller maschinell erzeugten Anschreiben und der Anpassung der zugehörigen Software. Bisher war es einfach: wenn männlich, dann "Sehr geehrter Herr", sonst "Sehr geehrte Frau". Das geht jetzt nicht mehr.

Dann der Datenaustausch, der um das dritte Geschlecht erweitert werden muss. Das war ein riesiger Aufwand, der betrieben werden musste.

Bei den Toilettenfragen denke ich, dass es hier in Richtung "unisex"-Toiletten geht. Da wäre dann auch Spielraum für weitere Geschlechter :).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 15.08.2018, 13:48
11. Gut, eine Schublade mehr

Hoffentlich bleibt es dabei. Schließlich ist divers ja auch schon wieder diskriminierend. Da wird dann alles reingestopft, was sich nicht für ein Geschlecht mitsamt den passenden körperlichen Attributen festlegen will. Also was formal im Pass oder der Geburtsurkunde steht, ist doch das kleinste Problem im Alltag. Die Betroffenen müssen für ihren Alltag eine Rolle entwickeln, die sie dann auch völlig ausleben können, ohne damit auf Widerstände zu treffen. Zur Selbstfindung gehört dann aber auch der Umgang mit Menschen, deren Geschlecht als festgestellt gilt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
M. Michaelis 15.08.2018, 14:06
12.

Zitat von dasdingausdemsumpf
Da wird die Realität anerkannt und entsprechend gehandelt.
Nein, da geht jede Verhältnismässigkeit flöten. Dieses überflüssige Gesetz wird vor allem enorme Kosten verursachen. Ich frage mich auch wie sich das in vielen Bereichen praktisch überhaupt umsetzen lässt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Frida_Gold 15.08.2018, 14:10
13.

Zitat von M. Michaelis
Nein, da geht jede Verhältnismässigkeit flöten. Dieses überflüssige Gesetz wird vor allem enorme Kosten verursachen. Ich frage mich auch wie sich das in vielen Bereichen praktisch überhaupt umsetzen lässt.
Also was ist Ihr Vorschlag? Weiterhin Menschen mit einem Schild versehen, das ihnen nicht passt? Kennen Sie Intersexuelle?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chulo 15.08.2018, 14:12
14.

Zitat von Sokrates1939
Der Artikel liest sich so, als könne jeder dann seine "sexuelle Identität" frei wählen und sie auch beliebig wechseln.
Natuerlich. In Argentinien ist das laengst so.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Meckerameise 15.08.2018, 14:12
15.

Früher war es wirklich einfach: hast du einen Penis, bist du der Part, der für neues Leben den Samen hat, das nennt man Mann. Hast du eine Vagina, bist du der Part, der das Ei hat, in das der Samen eindringt und trägst das Kind aus, das nennt man Frau. Diese Einteilung galt und wird wahrscheinlich für mindestens 95% der Menschen passen, der Rest weist eine Mutation auf und hat entweder beide oder kein Geschlechtsorgan entwickelt. Für die Mitmenschen ist eine dritte Option ganz okay. Der Rest, der sich einfach nur nicht danach "fühlt", ist diese Option ein totaler Quatsch.
Ich stehe nicht auf krassen Muskelaufbau, ich habe mich Zeit meines Lebens nie mit jemanden geschlagen und bekomme beim akustischen Anblick eines Röhrens eines teuren Autos beim beschleunigen keinen Orgasmus, bin ich trotzdem ein Mann? Ja, ich habe einen Penis. Ich habe mit Sicherheit auch Attribute, die man eher einer Frau zuordnet, bin ich deshalb eine Frau? Nein, ich habe keine Vagina. Ich frage mich jedoch: was, wenn ich zukünftig abwechselnd männlich oder divers wähle? Wird mir das später auf die Füße fallen, weil die andere Partei dann argumentiert, ich hätte falsche Angaben gemacht? Gibt es Bedingungen, wann ich divers ankreuzen darf?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
im_ernst_56 15.08.2018, 14:14
16. Noch weiter ausdifferenzieren?

Zitat von RealSim
Es sind manchmal diese ganz kleinen Schritte die den gesellschaftlichen Fortschritt formen. Wunderbar das zu erleben. Ich applaudiere diesem Gesetzesentwurf. Sicherlich kann man das ganze auch noch weiter ausdifferenzieren aber der Anfang ist erstmal gemacht.
"Sicherlich kann man das ganze auch noch weiter ausdifferenzieren aber der Anfang ist erstmal gemacht."

Es geht hier um die Eintragung im Geburtenregister sowie vielleicht noch im Personalausweis oder Reisepass. Der Anteil der Betroffenen (Intersexuelle und Transsexuelle) liegt bei ca. 1% der Bevölkerung, wobei es in dem Gesetzesentwurf primär um die Intersexualität und nicht um die Transsexualität geht. Warum muss man für 1% der Bevölkerung die Geschlechtszugehörigkeit noch weiter ausdifferenzieren? Warum genügt die Option "divers" nicht? Könnte die weitere Ausdifferenzierung mehr Probleme schaffen als lösen? Und wie soll man eigentlich die betroffenen Menschen ansprechen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hänschen Oberschnitt 15.08.2018, 14:20
17. Es wird ja immer verrückter...

Entweder man ist das eine oder andere, Neutral gibt es nicht! Oder kann ich dann sagen wenn ich Schwanger bin, das ich keine Frau bin??? Dann geht es auch bestimmt noch weiter mit Gleichbehandlung in der Sprache, etwa " sehr geehrte Damen, Herren und Diverses" Dann regen die sich auf warum sie als letztes genannt werden und immer so weiter, warum s nicht das Baum heißt und nicht der oder anstatt die Frau, das Frau usw. Die Gesellschaft wird immer verrückter...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vwolpert 15.08.2018, 15:11
18. Diese Diversifizierung kann auch nach hinten losgehen.

Formal gesehen gleicht die Einführung eines dritten Geschlechts einer Kennzeichnungspflicht aller Menschen, die nicht der Mehrheit (M/W = 95 %) entsprechen. Ob das neue Geschlecht von der "normalen" Mehrheit als Gleichwertig akzeptiert wird, bleibt abzuwarten. Falls nicht, war das ein Bärendienst für die Bertroffenen....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kumi-ori 15.08.2018, 15:12
19.

Warum brauchen wir überhaupt eine Geschlechterdifferenzierung? Es geht den Staat und meine Mitmenschen schließlich nichts an, welchen Geschlechts ich bin oder nicht, und wie ich mich damit fühle. Das Geschlecht hat im behördlichen Umfeld genausowenig Thema zu sein wie die Religion.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 4