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Interview mit Brandenburgs Ministerpräsident Woidke: "Eine Frage des Stolzes der Ostd
Jens Büttner/ DPA

Seit der Wende stellt die SPD den Ministerpräsidenten in Brandenburg. Wenige Monate vor der Landtagswahl sind auch hier die Umfragewerte im Keller. Amtsinhaber Woidke will kämpfen: mit "klarer Kante".

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Mentor 54 22.04.2019, 10:50
1. Rente

Durchschnittsrenten 2018:

Alte Bundesländer
Männer 1.095 Euro
Frauen 622 Euro

Neue Bundesländer
Männer 1.198 Euro
Frauen 928 Euro

Mit anderen Worten: Die Durchschnittsrenten sind aktuell im Osten HÖHER als im Westen, insbesondere bei den Frauen wegen der höheren Erwerbstätigenquote (außerdem gab es in der DDR offiziell keine Arbeitslosigkeit)! Was noch nicht angeglichen ist, sind die Rentenwerte. Dann wäre der Vorsprung des Ostens noch größer.

Natürlich kann man zu recht der Ansicht sein, dass das Rentenniveau (sowohl das absolute wie relative) in beiden Fällen viel zu gering sei, und der Vorsprung des Ostens wird wegen der schlechteren Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nach der Wende wieder schwinden, aber man soll bitte nicht so tun, als ob die Rentenproblematik im Westen weniger brisant sei.

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josho 22.04.2019, 11:03
2. Aha, laut Woidke müsste die SPD dann.....

..."raus aus der großen Koalition, wenn sie ihre Ziele nicht erreichen kann". Was hatte sie denn für Ziele? Seit Beginn der GroKo ist sie von 20 auf 15 Prozent abgesackt. Reicht das noch nicht? In Wahrheit geht sie deshalb nicht raus, weil - wie es SPD Urgestein Dressler so schön ausgedrückt hat, sie sich "in die Regierung geflüchtet hat" und dort am liebsten ewig verharren würde - "aus Angst vor dem Wähler". Besser kann man es nicht formulieren. Seine Partei, so Dressler, sei "todkrank". Zu viel und zu lange GroKo. Dieser Partei glaubt man nichts mehr.

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Mentor 54 22.04.2019, 11:16
3.

Zitat von Mentor 54
Durchschnittsrenten 2018: Alte Bundesländer Männer 1.095 Euro Frauen 622 Euro Neue Bundesländer Männer 1.198 Euro Frauen 928 Euro Mit anderen Worten: Die Durchschnittsrenten sind aktuell im Osten HÖHER als im Westen, insbesondere bei den Frauen wegen der höheren Erwerbstätigenquote (außerdem gab es in der DDR offiziell keine Arbeitslosigkeit)! Was noch nicht angeglichen ist, sind die Rentenwerte. Dann wäre der Vorsprung des Ostens noch größer. Natürlich kann man zu recht der Ansicht sein, dass das Rentenniveau (sowohl das absolute wie relative) in beiden Fällen viel zu gering sei, und der Vorsprung des Ostens wird wegen der schlechteren Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nach der Wende wieder schwinden, aber man soll bitte nicht so tun, als ob die Rentenproblematik im Westen weniger brisant sei.
Nachtrag: Meines Wissens handelt es sich hierbei nur um die gesetzlichen Renten. Aber auch Betriebsrenten bezieht im Westen längst nicht jeder, und auch nicht alle besitzen Immobilieneigentum etc. Es muss endlich mal Schluss damit sein, Ost und West durch die Schürung von Neidfantasien gegeneinander auszuspielen.

Menschen, deren "Lebensleistung" nicht gebührend anerkannt wird, gibt es auf beiden Seiten. Und was ist eigentlich mit den vielen Langzeitarbeitslosen - insbesondere im Osten - die nach der Wende keinen regulären Job auf dem ersten Arbeitsmarkt mehr gefunden haben und daher völlig unverschuldet auf keine 35 Beitragsjahre für die Rentenversicherung kommen? Nach der Definition unseres spezialdemokratischen Arbeits- und Sozialministers haben die anscheinend keinen Respekt und ein Alter in Würde verdient.

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spmc-12355639674612 22.04.2019, 11:41
4. Dass das

Zitat von Mentor 54
Durchschnittsrenten 2018: Alte Bundesländer Männer 1.095 Euro Frauen 622 Euro Neue Bundesländer Männer 1.198 Euro Frauen 928 Euro Mit anderen Worten: Die Durchschnittsrenten sind aktuell im Osten HÖHER als im Westen, insbesondere bei den Frauen wegen der höheren Erwerbstätigenquote (außerdem gab es in der DDR offiziell keine Arbeitslosigkeit)! Was noch nicht angeglichen ist, sind die Rentenwerte. Dann wäre der Vorsprung des Ostens noch größer. Natürlich kann man zu recht der Ansicht sein, dass das Rentenniveau (sowohl das absolute wie relative) in beiden Fällen viel zu gering sei, und der Vorsprung des Ostens wird wegen der schlechteren Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nach der Wende wieder schwinden, aber man soll bitte nicht so tun, als ob die Rentenproblematik im Westen weniger brisant sei.
Rentenniveau auch im Westen eigentlich viel zu niedrig ist, will die SPD ja mit der neuen "Respektrente ohne Bedürftigkeitsprüfung" erreichen - die gäbe es ja auch für unsere westdeutschen Mitbürger. Wenn ich mir allerdings die Kommentare (z. B. bei SPON etc.) anschaue, höre ich hauptsächlich Unwillen und Neid heraus. Die meisten scheinen diese "Respektrente ohne Bedürftigkeitsprüfung" gar nicht zu wollen.

Herr Woidke hat aber etwas anderes, sehr Kluges gesagt, dass er nämlich Arbeitsplätze dort schaffen will, wo erneuerbare Energie zur Verfügung steht. D. H. also, dass er den Strom nicht unbedingt mit aller Gewalt nach Bayern weiterleiten, sondern vor Ort für die Industrieproduktion einsetzen will. Das ist ein sinnvoller Ansatz.

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freidenker! 22.04.2019, 11:47
5. Was wird aus Mittel-/Ostdeutschland?

Vorweg, es gibt keine optimale Lösung für Mittel-/Ostdeutschland was politische- und wirtschaftliche Probleme betrifft, insbesondere in ländlichen Gebieten. Man muß schon froh sein, wenn man eine Mindestlösung für die Probleme ausarbeiten kann. Die Probleme sind: Arbeitslosigkeit, drohende Altersarmut, Empfänglichkeit für populistische Rechtsideologien, zu wenig Firmen und Unternehmen, strukturschwache Gebiete an den Rändern, etc. Da hilft auch ein stolzes Bewußtsein nichts, dass muß man leider so sagen. Aber was kann man tun? Man muß beispielsweise kleine- und mittelständische Betriebe in die ländlischen Gebiete locken, die dann Arbeitsplätze schaffen, auch wenn der Aufwand hoch ist. Auch ausländische Unternehmen mit ihrem Mitarbeiterstab müssen kommen. Es geht nicht anders. Gegen die drohende Altersarmut muß leider der Staat, sprich der Steuerzahler, einspringen. Dann muß ein radikales Umdenken erfolgen, in dem Sinne, dass man mit offenen Augen die Welt betrachtet. Man kann nicht mehr allein, nur unter sich sein. Die Zeiten sind im Grunde genommen ein für allemal vorbei. Da hilft auch der Rechtspopulismus nichts, ganz im Gegenteil. Anpassung lautet die Devise. Nur wer sich anpasst, wie in der Evolution, hat die Chance weiterzumachen. Die Bevölkerung in Mittel-/Ostdeutschland muß sich klar machen, dass ihr Anteil gemessen an der Gesamtzahl an der europäischen EU-Bevölkerung mit ca. 4% klein ist. Und gemessen an der Weltbevölkerung 0,22% beträgt. Das wirkt sich langfristig immer aus. Es gehört aber auch dazu, dass wir die Ungleichheiten innerhalb Gesamtdeutschlands ein für alle mal abschaffen, egal wie diese aussehen. Auch dies ist ein radikales Umdenken. Nur dann, und nur dann haben die Bundesländer in Mittel-/Ostdeutschland eine gute Perspektive für die Zukunft.

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Hukowski 22.04.2019, 11:53
6. Ja und?

Zitat von Mentor 54
Durchschnittsrenten 2018: Alte Bundesländer Männer 1.095 Euro Frauen 622 Euro Neue Bundesländer Männer 1.198 Euro Frauen 928 Euro Mit anderen Worten: Die Durchschnittsrenten sind aktuell im Osten HÖHER als im Westen, insbesondere bei den Frauen wegen der höheren Erwerbstätigenquote (außerdem gab es in der DDR offiziell keine Arbeitslosigkeit)! Was noch nicht angeglichen ist, sind die Rentenwerte. Dann wäre der Vorsprung des Ostens noch größer.
Dafür hat der Osten ja auch massenhaft in die Rentenkassen eingezahlt!

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Mentor 54 22.04.2019, 12:03
7.

Zitat von Hukowski
Dafür hat der Osten ja auch massenhaft in die Rentenkassen eingezahlt!
Gähn! Bei einem Umlagesystem ist Ihr ironisches Argument keins.

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d-c-r 22.04.2019, 12:14
8. Rentenniveau

Sobald das aktuelle Hoch nachlässt, gibt es erstmals eine Rentenkürzung (absolut) und das ist auch gut so. Wird in Zukunft der Normalfall aufgrund der Babyboomer. Die heutigen Rentner können sich noch bis zur nächsten Wahl freuen, dann ist die Party vorbei.

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mirage122 22.04.2019, 12:23
9. Klare Kante?

Um eindeutige sozialdemokratisch geprägte Ziele innerhalb der GroKo zeigen zu können, ist eine weitere Zusammenarbeit mit den C-Parteien eigentlich nicht möglich. Das hat nie gepasst und wird weiterhin nicht passen. Warum nicht couragiert "klare Kante" zeigen? Sich hier eindeutig abzusetzen, werden die Wähler auch in Brandenburg sicher zu würdigen wissen.

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