Forum: Politik
Interview mit Bundespräsident Gauck: "Wer hasst, wird in diesem Land nicht die Mehrhe
HC Plambeck

Der Erfolg der AfD, Wut auf Flüchtlinge, Pöbeleien im Internet: Der wachsende Hass in Deutschland macht Joachim Gauck "mitunter fassungslos". Der Bundespräsident fordert lauten Widerspruch gegen Populisten - und schaut mit Sorge nach Washington.

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kingcole 06.11.2016, 07:33
1. Gauck Anhänger leben in einer anderen Welt als ich

Selbstverständlich wird jeder Bundespräsident Befürworter und Kritiker auf sich ziehen, nur, die durchweg positive Beurteilung der mehreren Artikel erstaunt mich und steht in wirklich kompletter Diskrepanz zu meiner Wahrnehmung dieses Bundespräsidenten.

Am Anfang seiner Amtszeit hatten einige Journalisten und Kommentatoren die Befürchtung, er sei thematisch ein Bundespräsident, der für einen Freiheitsbegriff eintritt, wie er in die Zeit direkt nach der Wiedervereinigung verstanden wurde, eintritt und sonst eher wenig auf der Agenda habe. genau das ist meiner Meinung nach passiert.

Seine Einlassungen zum Thema Flüchtlinge und die Einordnung der Deutschen dazu sind, nun sagen wir mal, "umstritten". Zum sozialen Befriedung der offensichtlichen gesellschaftlichen Spannungen in seiner Amtszeit konnte ich überhaupt nichts lesen.

An anderer Stelle wird geschrieben, er sein ein "Konsenspräsident", ein "ungewöhnlicher Präsident". In meinem Bekanntenkreis nehme ich genau das Gegenteil wahr, da wird Gauck deutlich als ein Faktor in Richtung Politikverdrossenheit gesehen.

Nochmals, mich wundert diese Lobhudelei.

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hotta.spittal 06.11.2016, 09:22
2. Blick des Nachbarn

Als Österreicher blicke ich mit Neid zum Nachbarn: Mit Gauck hat Deutschland seinerzeit eine kluge Wahl getroffen. Und als kluger Mann stellt sich BP Gauck nach einer Periode nicht mehr der Wahl. Mein Land wäre glücklich, stünde eine Persönlichkeit wie Gauck demnächst zur Wahl als Bundespräsident.

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WernerWeb 06.11.2016, 09:22
3.

Gauck fordert Widerspruch! Gut, soll er, nur warum zieht er sich dann aus dem Amt zurück und stellt sich nicht zur Wiederwahl?

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so_nicht 06.11.2016, 09:29
4. Prüfungsamtsvorsitzender

Gauck ist in der Tat ein Symbol für unsere Republik. Er ist die Personifikation 'Idealismus', der uns in der angelsächsischen Welt vorgeworfen wird, nämlich der unbezähmbaren Drang, überall das Walten des Weltgeistes wahrzunehmen und jeden zufälligen Klimapfurz als bedeutungsschweren Teil einer Heilsgeschichte, bei der wir uns angesichts des dräuenden Gerichts am Ende aller Tage unter allen Umständen auf die richtige, die gute Seite schlagen müssen. Um uns verstockten Sündern noch eine letzte Chance zu geben, hat uns der nämliche Weltgeist zur Prüfung auch noch andere Heimsuchungen zugeteilt, bei denen wir uns bewähren und notfalls auch vom Felsen springen müssen. Unser Gauck war immer, wie es ihm als Präsidenten zukommt, der von oben delegierte Chef der eschatologischen Prüfungsaufsicht. Leuten, die diese Weltsicht nicht teilen, die dem Weltgeist gerne ans Bein pinkeln, die sich um eine diesseitige, von säkularen und praktischen Erwägungen geleitete Existenzsicherung bemühen, ist er eher ein Dorn im frechen Auge.

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elmond 06.11.2016, 09:58
5. Bitte kein Geld mit dem Bundespräsidenten verdienen!

Liebe Spiegel-Redaktion,
ich kann durchaus verstehen, dass Sie mit "Spiegel Plus" Geld verdienen wollen und ich finde die Vorschau auch durchaus gelungen. Doch Interviews mit Vertretern des Volkes sollten auch den Menschen zugänglich sein, ohne dafür speziell zahlen zu müssen!
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie darauf zukünftig achten!

vielen Dank!

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citizen01 06.11.2016, 10:22
6. Der Bundespräsident beschäftigt sich mit der Metaebene

Er unterwirft sich anscheinend z.B. der Vorgabe, alles Kritische im Netz als Haß zu definieren und die Differenzierungen (Skepsis, Vorsicht, Umsicht, Sorge, Kritik, ...) auszublenden oder zu verhöhnen. Unübersehbar ist die öffentliche Diskussion unaufrichtig geworden, Stichwort political correctness. Und wo dies passiert, beginnt es im Kessel zu grummeln und gelegentlich wird eben Dampf abgelassen. Herr Gauck sollte sich besser mit den Fehlleistungen der Politik beschäftigen. Das sind die eigentlichen Ursachen, um deren Beseitigung es ja neuerdings immer gehen sollte.

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niemalsnicht 06.11.2016, 10:36
7. Eine andere Welt

Herr Gauck und viele andere Politiker haben einfach keine Ahnung was die Menschen bewegt und ihnen Sorgen macht. Nur deshalb ist er auch fassungslos. Ich denke das Internet eine Art Multiplikator für Hass und Hetze ist und viele im realen Leben deutlich "friedfertiger" und "gelassener" sind oder sogar Flüchtlingen helfen würden. Frau Kynast hat das in einem "Beitrag" hier ein wenig darstellen können und gleichzeitig auch die Gefahren aufgezeigt, wo wir hinsteuern, wenn sich die "Lenker" dieses Landes mit einer gewissen Selbstgefälligkeit über diese Menschen herziehen.

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002614 06.11.2016, 10:36
8. unparteiisch?

Gauck war der ungeliebte Kampfkandidat gegen Merkels Wahl, MP Wulff. Mit ihm hatte man
gehofft, die Mehrheit hinter sich zu haben. Für Die Linke aber war Gauck unwählbar.

Es wäre wirklich segensreich, ließe man diese Ränkespiele mal sein, wenigstens zur Wahl
eines Bundespräsidenten, der ja sowieso überparteilich sein soll.

Ich halte es für schädlich, wenn aktive Politiker wie Steinmeier oder Kretschmann aufgestellt
werden, denn die sind natürlich parteiisch, sonst wären sie nicht in den höchsten Ämtern ihrer
Partei.

Es täte dem höchsten Amt gut, wenn ein Mensch von außerhalb des Politikbetriebs - aus dem Volk -
gewählt würde. Das könnte das (längst verloren gegangene) Gefühl stärken, "das Volk" hat
eigentlich das Sagen.

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Server 06.11.2016, 11:04
9. Borniertheit hoch drei

Zitat von niemalsnicht
Frau Kynast hat das in einem "Beitrag" hier ein wenig darstellen können und gleichzeitig auch die Gefahren aufgezeigt, wo wir hinsteuern, wenn sich die "Lenker" dieses Landes mit einer gewissen Selbstgefälligkeit über diese Menschen herziehen.
Ausgerechnet eine politische Oberlehrerin wie Frau Kynast kritisiert Selbstgefälligkeit anderer Politiker. Das Glashaus knirscht nicht nur, es explodiert förmlich.

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