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Interview mit FDP-Chef Rösler über seine Asien-Reise: "Vietnam ist Teil meines Lebens
dapd

Er wurde als Findelkind vor einem Waisenhaus in Vietnam abgelegt, nun reist Philipp Rösler zum ersten Mal als Minister in sein Geburtsland. Im Interview spricht der Vizekanzler und FDP-Chef über seine Vergangenheit, die Suche nach den eigenen Wurzeln und über sein Verhältnis zu dem asiatischen Land.

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christin_h 14.09.2012, 11:11
1. komisch

komisch. Der Umgang mit dem Geburtsland wirkt für mich doch eher aufgesetzt betont rational. Mit 4 Jahren zieht der Adoptiv!-Vater ihn allein auf. Die "zweite" Mutter hat ihn verlassen. Er sieht anders aus als alle um ihn herum. Aber Herrn Rösler hat nie etwas gefehlt. Aus therapeutischer Perspektive würde ich sagen: Verdrängung der genetisch gegebenen Attribute der Persönlichkeit und übermäßige Betonung seiner "deutschen" Sozialisation für die Medien. Passt vielleicht gut in den FDP Kader. Bei mir löst das Verhalten aber eher Zweifel aus. Vielleicht hat er in seiner Partei die eigene innere Heimat gefunden.

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irreal 14.09.2012, 11:16
2. Also,

Zitat von sysop
Er wurde als Findelkind vor einem Waisenhaus in Vietnam abgelegt, nun reist Philipp Rösler zum ersten Mal als Minister in sein Geburtsland. Im Interview spricht der Vizekanzler und FDP-Chef über seine Vergangenheit, die Suche nach den eigenen Wurzeln und über sein Verhältnis zu dem asiatischen Land.

"SPIEGEL ONLINE: Es gibt Adoptivkinder, die damit anders umgehen, die intensiv nach ihrer Vergangenheit forschen. Haben Sie dafür Verständnis?

Rösler: Ich kann das nachvollziehen, aber es ist wahrscheinlich von Fall zu Fall anders. Mir hat in meiner Familie nie etwas gefehlt, deswegen habe ich mir diese Frage nicht gestellt."

das ist doch das erkennbare Manko eines Herrn Röslers. Es hat ihm nie was gefehlt?!

Ein Mensch der da irgendwie mehr fühlt und somit zu mehr Denken annimiert wird, als nur das vorhandene Sein als toll und genug zu fühlen, der wird bei einer Biographie eines Herrn Röslers auf jeden Fall (weil mit Verstand eines Menschen ausgestattet) mehr wissen wollen über die vorhandenen Wurzeln, auch wenn nigs fehlt durch eine Adoption und gute begeisterte Eltern, so fehlt ihm genau das, nämlich der MUT und das Interesse seine Wurzeln wissen zu wollen.

Solange er dieses Gefühl (was ja einen Menschen nur ausmacht, also ein Hund interessierte das absolut nicht) nicht besitzt, seine Wurzeln kennen zu wollen, solange hat er in meinen Augen ein großes Defizit seiner eigenen Individualität als Mensch sich selbst wissen zu wollen gesamtheitlich, was nur nim Sinne der Wurzeln geht und nigs mit nationalen Staatsbegriffen zu tun hat (ich bin Deutscher), sondern wahr an Menschen herangeht durch ihr Menschsein.

Wir sind das was Wurzeln aus uns machten und die Wurzeln sind erstmal unsere Eltern und dann deren Eltern und alle Stammbäume darum herum.

Und dann erst sind wir dem Land verbunden indem wir aufwachsen.

Ich weiß wovon ich rede und deshalb weiß ich auch, dass Herr Rösler leider den Mut nicht hat.

Wäre er aus Amerika und nicht aus Thailand, wäre die Situation für ihn vielleicht eine ganz andere.

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Mardor 14.09.2012, 11:53
3. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

Zitat von irreal
"... Wäre er aus Amerika und nicht aus Thailand, wäre die Situation für ihn vielleicht eine ganz andere.
Ach ja, und wenn Sie schon so belehrend auftreten, sollten Sie vielleicht Vietnam und Thailand auseinanderhalten?

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a.weishaupt 14.09.2012, 11:53
4. Volle Zustimmung zu seiner Haltung

Es ist nun einmal am bedeutsamsten, wo man aufwächst. Als Arabischstämmiger nerven mich unablässig die Fragen zu einem Kulturkreis, mit dem ich gar nichts anfangen kann. Das ganze verquaste Gerede über Wurzeln und Ahnen ist an und für sich bedeutungslos. Mehr als verständlich, dass Rösler sich diesem Zirkus verschließt. Bravo!

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schwabenrabe 14.09.2012, 11:54
5.

"Wir sind das was Wurzeln aus uns machten und die Wurzeln sind erstmal unsere Eltern und dann deren Eltern und alle Stammbäume darum herum."

Und diese Wurzeln bestehen im Fall von Herrn Rössler in seinem Vater welcher ihn großgezogen hat und nicht in zwei anonymen Genpoolen.

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BRB2000 14.09.2012, 12:03
6.

Das gesamte Interview erscheint als ob man Rösler die ganze Zeit versucht davon zu überzeugen dass er doch gefälligst Ahnenforschung betreiben und sich in Vietnam heimisch fühlen soll. Da wird im Grunde die gleiche Frage 20 Mal gestellt und die Autoren bekommen 20 Mal die gleiche Antwort.

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beel 14.09.2012, 12:04
7. Was geht Euch das eigentlich an?

Liebe Mitforisten, jetzt mal ganz ehrlich, wenn hier von Mut gesprochen wird, seine eigene Wurzeln zu finden, blablabla, erstens: ist das nicht übertrieben, zweitens, was geht uns das eigentlich an? Ich sehe das eher so: Herr Rösler reist nach Vietnam, der Interviewer will unbedingt die persönliche Komponente mit hineinbringen, Herr Rösler wehrt eben ab, so gut es geht, ohne so wirken zu wollen, als fehle ihm eine private Seite. Vielmehr will er den beruflichen Aspekt - wirtschaftliche Gründe - in den Vordergrund stellen und eher nicht so auf Details eingehen. Total legitim. Das Ganze ist absolut privat und ist einzig und allein seine Sache. Wer sind wir bitte schön, das zu beurteilen?! Wieso gibt es in diesem Land immer 80 Millionen Menschen, die anderen vorschreiben, wie sie privat glücklich zu werden haben, was sie zu glauben haben (siehe Beschneidungsdebatte) und wie sie zu leben haben? Und schlagen dabei immer, gaaaaanz zufällig, ihr eigenes Lebensmodell als das einzig moralisch anerkenneswerte und überlegene vor? Leben und leben lassen, ist das denn so schwer?
Warum haperts damit immer in Deutschland?

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ingod2012 14.09.2012, 12:05
8. Warum diese Annahme...

dass Herr Rösler seine Wurzeln irgendwie verarbeiten muss. Er fühlt sich als Deutscher weil er hier aufgewachsen ist. Das ist gut so denn es zeigt das er in einem Umfeld aufgewachsen ist wo seine Hautfarbe und die Tatsache das er ein Findelkind war nicht entscheident war.

Wer erinnert sich schon an seine ersten 9 Lebensmonate. Seine ganze Erinnerung, all seine Bezugspunkte sind in Deutschland. Hier der Meinung zu sein dass Herr Rösler sich mit seinen genetischen Wurzeln auseinander setzten muss zeigt doch nur eine Denkweise dass wir genetisch Bestimmt sind. Das Asiaten, Afrikaner, Araber, ja sogar Italiener anders sind als wir. Das DNA wichtiger ist als das Umfeld. Dieses genetisch anders sein führt schnell zum Rassimus.

Viel interersanter für mich ist die Frage von Herrn Röslers Integration. Was geschah in seinem Umfeld das seine Hautfarbe und Findelkind sein irrelevant war? Wenn es tatsächlich so war dann war das ein Erfolg und wir sollten froh darauf sein.

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antifant88 14.09.2012, 12:05
9. Thailand?

Zitat von irreal
... Solange er dieses Gefühl (was ja einen Menschen nur ausmacht, also ein Hund interessierte das absolut nicht) nicht besitzt, seine Wurzeln kennen zu wollen, solange hat er in meinen Augen ein großes Defizit seiner eigenen Individualität als Mensch sich selbst wissen zu wollen gesamtheitlich, was nur nim Sinne der Wurzeln geht und nigs mit nationalen Staatsbegriffen zu tun hat (ich bin Deutscher), sondern wahr an Menschen herangeht durch ihr Menschsein.
Wie können Sie einen Menschen mit einem Hund vergleichen?
Sie sollten sich was schämen.

Zitat von irreal
... Und dann erst sind wir dem Land verbunden indem wir aufwachsen. Ich weiß wovon ich rede und deshalb weiß ich auch, dass Herr Rösler leider den Mut nicht hat.
Nur weil Sie die FDP nicht mögen, brauchen Sie nicht auf Herrn Röslers Einstellung herum zu dreschen.
Ich weiß auch wovon ich rede. Wenn Sie als Kleinkind in ein Land kommen und nichtmals die Sprache Ihres Geburtslandes sprechen, kann es schon gut sein, dass man keine starke emotionale Verbindung spürt. Das ist absolut nachvollziehbar.

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