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Interview mit Grünen-Chefin Baerbock: "Die EU muss in der Lage sein, Weltpolitik zu m
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Geht der Höhenflug der Grünen bei der Europawahl weiter? Parteichefin Annalena Baerbock will mehr Geld für die EU, hält das Links-Rechts-Schema für überholt - und erklärt, wie sie im Osten Deutschlands punkten will.

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KK-Schlaub 08.11.2018, 16:31
30. Das Gestalten der Wirtschaft nicht vergessen, liebe Grüne

Die Grünen sollten auch bei der Wirtschaftspolitik neu denken: Die Politik muss das Primat der Gestaltung behalten und sich unabhängiger von der Wirtschaft und der Wirtschaftsentwicklung machen. Die Wirtschaft benötigt Leitplanken.

Ein Ansatz: "Wirtschaftliche Teilhabe", den Zugang zu Arbeit und Firmenkapital für alle neu regeln. Und das mit Marktmechanismen.

> Mit Marktmechanismen den Zugang zur Arbeit für alle verbessern und die Arbeit auf alle verteilen trotz rückläufigem Arbeitsangebot - siehe Arbeitszeitsplitting.

> Mit den Rentenbeiträgen auch Beteiligungen am Firmenkapital der großen deutschen Firmen schaffen und so alle Arbeitnehmer beim Wirtschaftswachstum mitnehmen - siehe nationaler Beteiligungsfonds der Arbeitnehmer.

Den Zugang zu Arbeit und Kapital schaffen statt Umverteilen:
Das lässt sich über das Gestalten von Marktmechanismen umsetzen - mehr dazu hier:
https://www.freitag.de/autoren/kritikaster/wirtschaftliche-teilhabe-statt-robin-hood

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thinkhard 08.11.2018, 16:37
31. Grüner wird´s nicht

Dampfplaudern kann das Spitzenpersonal der Grünen schon gut. ... "Es wird darum gehen, Menschen wieder das Vertrauen zu geben, dass Politik etwas ändern kann. " und weitere Platitüden. Bei der Frage nach Europa fällt Baerbock und der Interviewerin nicht mehr ein als militärische Optionen. Wenn man bedenkt, das die Grüne Partei aus der Friedensbewegung hervorgegangen ist, dreht es einem den Magen um. Auf die Frage, ob die Grünen noch eine linke Partei sei, antwortet Baerbock ."... also von der sozialen Gerechtigkeit her, schon." Soll man da lachen oder heulen. Die Grünen, die mit Schröder die neoliberale Verarmungspolitik (Agenda 2010) initiiert haben und mitverantwortlich sind für einen sozialen Kahlschlag, der in der deutschen Nachkriegszeit beispiellos ist. Niedrigrenten, Hartz IV und prekäre Beschäftigungsverhältnisse haben wir u.a. den Grünen zu verdanken. Ist das nur Dreistigkeit oder das Prinzip Wähler für dumm verkaufen ? Die Grünen sind eine Partei der Beliebigkeit und der Opportunisten geworden.

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haarer.15 08.11.2018, 16:38
32. Visionen

Richtig. Die EU sollte in der Lage sein, Weltpolitik zu machen. Nur ist sie davon aber noch meilenweit entfernt. Bei der Zusammensetzung im Parlament wundert das nicht. Der Laden ist viel zu schwerfällig und kaum handlungsfähig. Vielleicht schaffen das ja die Grünen, die derzeit als einzige Partei mit dynamischem gestalterischem Anspruch wahrnehmbar sind. Natürlich müssen auch mehr Mittel in die Hand genommen werden, um Europa insgesamt zu stärken. Eine Binsenweisheit. Ökologisch, sozial und pragmatisch links-liberal ausgerichtet, gehört Europa die Zukunft. Rückwärts gerichtete Wagenburg-Konzepte, wie derzeit leider im Umlauf, machen Europa definitiv kaputt und gehören in die hinterste Mottenkiste.

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Neuromancer 08.11.2018, 16:42
33.

Zitat von lugj
Man muss das Ganze ja im Verhältnis zu den Frauen, die überhaupt zur Wahl stehen betrachten. Gibt es irgendwo eine Übersicht wieviele Frauen und Männer zur Wahl standen?
Das lässt sich doch einfach beantworten: Die CDU hat z.B. 26% weibliche Mitglieder, die SPD 32% und die Grünen 39%.
Interpretation und Suche nach Gründen überlass ich Euch.
Aber bei 33% weiblichen Abgeordneten ist es schwer von Diskriminierung zu sprechen finde ich, es scheinen sich ja auch nicht mehr Frauen zu engagieren.

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haarer.15 08.11.2018, 16:46
34. Wie bitte ?

Zitat von majakovskij
… ist an den Grünen liberal? Sie sind eine konservative, autoritäre Partei, ideal kompatibel mit der CDU/CSU. Daher ist es auch für deren Wähler leicht zu wechseln, es ist praktisch kein echter Wechsel, hauptsächlich der Anstrich ist ein anderer (man fühlt sich als „Rebell“ – was geradezu grotesk ist). Die Grünen sind eine hörige, antirationale Herde, zutiefst in der Antiaufklärung verankert (Glauben statt Diskurs), staatstreu, konformistisch, zweifelsfrei Mainstream, schlicht konservativ (die in allen Gesellschaften die Mehrheit der Menschen stellen). Es verwundert daher auch nicht, dass die FDP (nicht klassisch liberal, aber die liberalste Partei gegenwärtig, AfD ist noch unklar einzuordnen) sich mit den Grünen nur schwer anfreunden kann.
Bei dieser fragwürdigen Einschätzung bleibt viel Kopfschütteln. Autoritär kann man eher der anderen Seite zuschreiben. Konservativ sind die Grünen auch nicht - allenfalls auf dem Gebiet der Ökologie. Auf anderen Feldern sieht es jedoch anders aus. Ein gewaltiger Unterschied.

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haarer.15 08.11.2018, 16:49
35.

Zitat von rosskal
ist überholt? Haben sich die Vermögensverhälktnisse in Deutschland etwa überraschend angenähert. Eine solche Aussage kann nur jemand ablassen, der keine finanzielle Not leidet und der Arnut aus Unkenntnis ins Mittelalter verortet.
Nö - Frau Baerbock hat es doch gesagt. In der Sozialpolitk ticken die Grünen nach wie vor eher links. Und das bleibt auch so.

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spon_3653303 08.11.2018, 17:13
36. Europäische Sozialdemokraten

Trotz ihres derzeitigen Höhenflugs in Deutschland kann man der Grünen Partei auf Europäischer Ebene kaum mehr als eine Randexistenz zutrauen. Das Europa der Zukunft dürfte - wie bisher - vor allem von den Europäischen Sozialdemokraten und - meist mit recht gebremsten "Schaum"- von den Konservativen gestaltet werden.
Man darf gespannt sein, welche Eckpunkte für Europa die deutschen Sozialdemokraten in die Debatte werfen werden. Herr Schulz hatte ja aufgrund seiner langjährigen Erfahrung schon ein ganze Menge vernünftiger und zukunftsweisender Ideen parat.
Den Gegnern der Europäischen Integration kann man ansonsten nur einmal eine Reise durch die "Staatsgebilde" im ehemaligen Jugoslawien empfehlen: ständige Passkontrollen und immer wiederkehrende Währungswechsel sind derart nervenaufreibend, dass man leicht in Erfahrung bringen kann, wohin uns die europäischen Nationalisten aller Couleur zurückwerfen werden....

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Adrianstein 08.11.2018, 17:15
37. Zu wahr um schön zu sein

Frau Baerbock erzählt genau das, was ich uns auch seit 15 Jahren wünsche. Allerdings hängt dieser Wunsch in der EU von vielen anderen Ländern ab, die aber leider zunehmend nationalistisch träumen. Zudem sind die individuellen Freiheitsgerade in der Bevölkerung vorrangig. Nur ein Angriff auf Europa von aussen würde die nationalen Visionen zerplatzen lassen. Ob sich ein solcher gewaltsamer Konflikt ehrlicherweise lohnt,bezweifele ich. Lasst es uns lieber realistisch angehen.

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SenYek 08.11.2018, 17:21
38. Noch mehr Geld Richtung "Transferunion"

Lobenswert ist das Engagement und das konstruktive Denken von Frau Baerbock. Für mich aber inakzeptabel ist der Wunsch, weitere europäische Wahnsinnsprojekte zu finanzieren, wie z.B. die gemeinsame Arbeitslosenversicherung. Genau wie mit dem "Rettungsfonds" und der Staatenfinanzierung a la Draghi entlasten wir damit andere Länder von der Verantwortung für ihr Handeln. Die neue italienische Regierung zeigt uns gerade die Konsequenzen dieses Denkens auf.

Das kann ich nicht mittragen...

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freigeistiger 08.11.2018, 17:22
39. Nein

Zitat von espet3
Kann es sein, dass unsere Frauen mehr zum Ausgleich und der Verständigung geneigt sind und sich von den Ränkespielen der Männer fernhalten wollen? Ähnlich, wie sie beim Studium mehr zur Soziologie als zur Mathematik neigen.
Nein. Was Sie schreiben ist dass, was man üblicherweise so sagt. Ist politisch korrekt und hört sich schön an, ist aber nicht fundiert. Auch durchs ständige Wiederholen werden Behauptungen nicht wahr. Frauen sind mindestens so aggressiv wie Männer, nur anders.

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