Forum: Politik
Interview mit Uno-Mann Steiner: "Ein Schritt zurück in Richtung Mittelalter"
CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Die G7 hinüber, der Westen geschwächt, Donald Trumps pfeift auf Kooperation: Der deutsche Uno-Spitzenmann Achim Steiner macht sich große Sorgen um die Welt - und schwört auf internationale Zusammenarbeit.

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La Mouette 28.07.2018, 21:10
1. Superlativ

Hochrangigst --> Höchstrangig!

- - - - - Danke für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. MfG Redaktion Forum

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Atheist_Crusader 28.07.2018, 21:41
2.

"Mittelalterlich bedeutet: Die Macht steht über dem Recht, es gilt das Recht des Stärkeren. Es gibt internationale Rechtsgrundlagen, die gemeinsam beschlossen wurden - aber einzelne Staaten setzen sich einfach darüber hinweg oder ignorieren sie."

Das ist doch schon lange der Fall.

Russland hat in der Ukraine militärisch längst gewonnen. Die Sanktionen sind kein Resultat eines Gerichtsurteils oder von sonst etwas, sondern schlicht etwas das der Westen so für sich beschlossen hat. Moralisch sicher gerechtfertigt, aber faktisch eben nicht auf einer Rechtsgrundlage basiert sondern dem Interesse der NATO-Länder an einem stabilen Osteuropa. Und was gerade in Georgien passiert, hat es noch nicht einmal bis ins öffentliche Bewusstsein geschafft.

Oder was war mit dem völkerrechtswidrigen, auf Lügen aufgebauten und kriminell gemissmanagten Irak-Krieg? Wurde dafür irgendjemand wichtiges auch nur angeklagt? Nein, weil die USA ganz deutlich sagen: Wir stehen über allem, kein Amerikaner wird fremder Gerichtsbarkeit ausgeliefert und wenn ihr es doch versucht dann packen wir mal unser grotesk überfinanziertes Militär aus.
Gab es darauf Sanktionen? Nein. Es gab keine internationale Entität die da auch nur eine Untersuchung hätte durchsetzen können und es scherte sich auch Niemand genug um die Rechte einer rückständigen arabischen Diktatur (wenn auch einer die vital war für das regionale Machtgleichgewicht), um sich dafür ernsthaft mit einer Macht wie den USA anzulegen.

Wir haben das Mittelalter nie verlassen. Die Mächtigen tun immer noch was immer sie wollen und begegnen Regeln bestenfalls mit Lippenbekenntnissen. Und jede Art von Strafe ist letzten Endes nur das Ergebnis der Politik ihrer Rivalen.

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gandhiforever 28.07.2018, 21:57
3. Ein Schritt?

Herr Steiner ist schon lange bei der UN, wohl deshalb drueckt er sich vorsichtig und gewaehlt aus.

Ich wuerde sagen, dass schon mehrere Schritte Richtung Mittelalter getan wurden, aber hoffentlich gibt es auch da eine Umkehr, wenn die Verfuehrten merken, dass sie weiterhin an der Nase herumgefuehrt werden.

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mēdèn ágān 28.07.2018, 22:05
4.

Ein wichtiges Statement. Auch wenn es nicht tief genug geht. - Die Trump-Versteher und Konsorten haben vergessen oder können sich nicht vorstellen was es bedeutet in einer Welt zu leben, in der solche Egomanen, Simplizisten und Machiavellisten die Geschicke der Völker bestimmen.

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iasi 28.07.2018, 22:14
5. Ins Mittelalter führt und das Weiter-so von UNO und der Politikelite.

Hätten Leute wie Achim Steiner ihren Job gut gemacht, hätten wir keine Flüchtlingsströme. Die Problem vor denen wir stehen, haben sich doch nicht verkleinert, seit es die UNO gibt - im Gegenteil.
Betrachtet man sich z.B. den Jemen, so muss man feststellen, dass die UNO vollkommen versagt hat und dort nun eine demografische Bombe tickt.
Endlich ist da mal jemand, der es anders machen will. Einer, der Probleme anpackt und erstarrte Strukturen aufreist. Es hätte auch gerne ein Obama sein dürfen, aber der hat letztlich nichts gewagt - nun ist es eben Trump.
Atomwaffen in den Händen von Iran und Nordkorea? So geht es sicherlich Richtung Mittelalter. Auch hier hat die UNO und die zurückliegende Politik versagt.
Die Weltwirtschaft steht auf tönernen Füßen - wer sich von der aktuellen Situation belenden lässt und ein weiter-so betreibt, wird Angesichts der Ungleichgewichte z.B. bei Handels- und Leistungsbilanz durch den nächsten Crash böse geweckt - dann geht es Richtung Mittelalter.
Besser ein Trump, der jetzt und heute alles durchschüttelt, statt dem was sonst droht.

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as@hbx.de 28.07.2018, 22:36
6. Das kann man so sehen...

Zitat von Atheist_Crusader
"Mittelalterlich bedeutet: Die Macht steht über dem Recht, es gilt das Recht des Stärkeren. Es gibt internationale Rechtsgrundlagen, die gemeinsam beschlossen wurden - aber einzelne Staaten setzen sich einfach darüber hinweg oder ignorieren sie." Das ist doch schon lange der Fall. Russland hat in der Ukraine militärisch längst gewonnen. Die Sanktionen sind kein Resultat eines Gerichtsurteils oder von sonst etwas, sondern schlicht etwas das der Westen so für sich beschlossen hat. Moralisch sicher gerechtfertigt, aber faktisch eben nicht auf einer Rechtsgrundlage basiert sondern dem Interesse der NATO-Länder an einem stabilen Osteuropa. Und was gerade in Georgien passiert, hat es noch nicht einmal bis ins öffentliche Bewusstsein geschafft. Oder was war mit dem völkerrechtswidrigen, auf Lügen aufgebauten und kriminell gemissmanagten Irak-Krieg? Wurde dafür irgendjemand wichtiges auch nur angeklagt? Nein, weil die USA ganz deutlich sagen: Wir stehen über allem, kein Amerikaner wird fremder Gerichtsbarkeit ausgeliefert und wenn ihr es doch versucht dann packen wir mal unser grotesk überfinanziertes Militär aus. Gab es darauf Sanktionen? Nein. Es gab keine internationale Entität die da auch nur eine Untersuchung hätte durchsetzen können und es scherte sich auch Niemand genug um die Rechte einer rückständigen arabischen Diktatur (wenn auch einer die vital war für das regionale Machtgleichgewicht), um sich dafür ernsthaft mit einer Macht wie den USA anzulegen. Wir haben das Mittelalter nie verlassen. Die Mächtigen tun immer noch was immer sie wollen und begegnen Regeln bestenfalls mit Lippenbekenntnissen. Und jede Art von Strafe ist letzten Endes nur das Ergebnis der Politik ihrer Rivalen.
Aber, wenn Sie Ihre Argumentation zu Ende denken, bleibt was? Richtig: *Das war schon immer so, wird immer so sein, wozu eigentlich dann die Mühe etwas ändern zu wollen.* Seufz, schluchts, wein...

Schaut man sich allerdings die siebzig Jahre nach WWII an, erkennt man schon, was alles erreicht wurde - viele Regeln, an die sich fast alle gehalten haben. Und ja, Sie haben recht, die USA fühlte sich immer ein bisschen gleicher, als alle anderen und musste doch mitunter zurückstecken. Dessen ungeachtet sind beispielsweise UNO, WTO, selbst die EU Errungenschaften, die es zu erhalten gilt, denn die haben Stabilität gebracht.

Zwei Foristen weiter findet es jemand ganz toll, dass Trump *heute alles durchschüttelt*. Was für ein Unfug, wenn alle Regeln gebrochen werden, nach welchen wollen wir dann leben? So wie im Mittelalter - der mit der größten Streitaxt hat recht???

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MarcMeier 28.07.2018, 22:37
7. Rückzug vom Budget?

Die USA tragen - je nachdem welchen Zahlen man glauben mag - 22-28% zum Budget der UNO bei. Mal wieder, trägt die USA wesentlich mehr bei als die restlichen Länder. Weshalb wird dies nicht erwähnt? Auch nach dem geplanten Cut, werden die USA noch absoluter Spitzenzahler sein.

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Ökofred 28.07.2018, 22:43
8. Flüchtlingsströme.

Zitat von iasi
Hätten Leute wie Achim Steiner ihren Job gut gemacht, hätten wir keine Flüchtlingsströme. Die Problem vor denen wir stehen, haben sich doch nicht verkleinert, seit es die UNO gibt - im Gegenteil. Betrachtet man sich z.B. den Jemen, so muss man feststellen, dass die UNO vollkommen versagt hat und dort nun eine demografische Bombe tickt. Endlich ist da mal jemand, der es anders machen will. Einer, der Probleme anpackt und erstarrte Strukturen aufreist. Es hätte auch gerne ein Obama sein dürfen, aber der hat letztlich nichts gewagt - nun ist es eben Trump. Atomwaffen in den Händen von Iran und Nordkorea? So geht es sicherlich Richtung Mittelalter. Auch hier hat die UNO und die zurückliegende Politik versagt. Die Weltwirtschaft steht auf tönernen Füßen - wer sich von der aktuellen Situation belenden lässt und ein weiter-so betreibt, wird Angesichts der Ungleichgewichte z.B. bei Handels- und Leistungsbilanz durch den nächsten Crash böse geweckt - dann geht es Richtung Mittelalter. Besser ein Trump, der jetzt und heute alles durchschüttelt, statt dem was sonst droht.
Dann verraten Sie uns doch bitte mal, was die UNO hätte besser machen sollen, um diese Flüchtligsströme zu verhindern. Trump hat übrigens bisher weder A- Bomben im Iran oder in N- Korea verhindert... und ich befürchte das übersteigt auch in diesen Fällen sein Können. Vom Reden und Drohen wurden nämlich noch nie A- Waffen verhindert (haben die Amerikaner schon nach dem 2. Weltkrieg versucht.. hat ganz toll geklappt)
Auch was jetzt die Leistungsbilanz jetzt damit zu tun haben soll.. aber klar alles hat mit allem zu tun... ?
Freue mich auf eine detaillierte Ausführung von Ihnen über diese Zusammenhänge.

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hugahuga 28.07.2018, 22:43
9.

"Liberalisierung und internationale Märkte wurden den Menschen immer als Segen angepriesen. Jetzt fragen viele: Haben wir bekommen, was uns versprochen wurde? Und viele beantworten das mit: nein. Davon profitieren politische Kräfte, die versprechen, sie könnten die Zeit zurückdrehen."

Auch das kann man ganz anders sehen und anders werten und wichten. Und zwar dann, wenn es nicht in erster Linie darum geht, wer das Sagen sprich die Macht hat, sondern wie gewährleistet werden kann, dass möglichst viele Bürger von Liberalisierung und offenen Märkten profitieren. Und genau das ist der Punkt.
Der gute Mann müsste blauäugig sein, wenn er nicht erkannt haben dürfte, dass sich die Schre zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet. Das abzufedern oder - wenn möglich - durch Gesetze und Überprüfung derselben zu verhindern, wäre Aufgabe der Regierenden.
Statt dessen kümmern diese sich um sich selbst oder um Nebenschauplätze und überlassen damit "sehenden Auges" das Feld denen, die sie "Populisten" nennen.
Wer handelt hier falsch und wer ist der Heuchler?

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