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Irak: Kurden-Miliz kämpft offenbar mit deutschen Waffen gegen Jesiden
AFP

Die von der Bundeswehr ausgestatteten und trainierten Peschmerga setzen offenbar deutsche Waffen gegen jesidische Kämpfer ein. Das zeigen Aufnahmen aus dem Nordirak. Die Bundesregierung verlangt Aufklärung.

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enzo_r 06.03.2017, 19:41
30. So ist es:

Zitat von ferrari-f50
... die Angriffe der Peshmerga, welche unter der Führung von Massoud Barzani stehen, erfolgten kurz nach dem Besuch Massoud Barzanis bei dem türkischen Präsidenten Erdogan. Dieser hatte mehrfach der YBS gedroht sie anzugreifen sollten diese nicht den Sincar verlassen. Neben einem demonstartiven Zusammenschluss Barzanis in Bezug auf das bevorstehende Referendum und dem damit verbundenen Signal an die "gläubigen" Kurden in der Türkei Erdogan Ihre Stimme zu geben, scheint Herr Barzani auch den Auftrag erhalten zu haben für Erdogan auch hier Wahlkampf auf Seiten der türkischen Faschisten zu betrieben. Als Gegenleistung erhält der Barzani Clan (alle wichtigen Ämter in Kurdistan sind mit Barzanis besetzt) lukrative Vereinbarung mit der Türkei zur Ölförderung.
Barzani ist die Marionette Erdogans im Nordirak und es war ein großer Fehler (übliches Versagen des BND?), ihn mit deutschen Waffen zu versorgen. Er wird zusammen mit Erdogan alles unternehmen um ein geeintes, autonomes, basisdemokratisches, säkulares Kurdistan in Nordsyrien und im Nordirak zu verhindern.

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xxgreenkeeperxx 06.03.2017, 19:43
31. Hilfe, ich seh nicht mehr durch.

Ich dachte immer die Jesiden wären die Guten, und die Peschmerga. Und die PKK wären die Bösen. Ist diese Organisation in Deutschland nicht als Terrororganisation eingestuft und verboten? Aber Hauptsache wir werden unsere alten Schießprügel da noch los. Bin gespannt wann die ersten BW-Ausbilder dort mit Waffen aus deutscher Produktion Opfern der von ihnen Ausgebildeten werden.

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tailspin 06.03.2017, 19:45
32. Steinmeier hat sich wieder mal profiliert

Zitat von franz.v.trotta
Man sieht: deutsche Waffen können überall sehr nützlich sein. Ein spezieller Dank geht vor allem an Volker Kauder, aus dessen Wahlkreis das Sturmgewehr G36 seinen Weg in die Welt antritt.
Und besten Dank an Herrn BuPrae Steinmeier, der 16000 von diesen G3 Mordwaffen and die Kurden lieferte, damit die Jesiden damit traktiert werden koennen.

Natuerlich kommt der Dank von den Kurden und nicht von den Jesiden.

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teacher20 06.03.2017, 19:45
33.

Wer glaubt, bei einer militärischen Gemengelage, wie sie in Syrien und im Irak herrscht, den Verbleib jeder einzelnen Schuss-, Panzerabwehrwaffe und Handgranate lückenlos kontrollieren zu können und sich dann moralisch darüber empört, wenn das nicht gelingt, ist grenzenlos naiv.
Wenn man sich also nicht die Finger schmutzig machen will, darf man 1. keine Waffen liefern und 2. keine Ausbildungshilfe leisten. So einfach ist das. Wenn man aber Waffenhilfe leistet, muss man auch einkalkulieren, dass Waffen in die "falschen Hände gelangen". So gut sollte man im Übrigen die Mentalität nahöstlicher Kämpfer, gleich welcher Schattierung, schon kennen.
P.S. Die Milan ist keine "Panzerabwehrfaust" (es gibt höchstens Panzerfäuste, wie die an die Kurden gelieferte Panzerfaust 3, aber die ist nicht lenkbar), sondern eine drahtgelenkte PanzerabwehrRAKETE der zweiten Generation.

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KlausP22 06.03.2017, 20:02
34. Warum wundert sich da jemand?

Es war doch ganz klar, dass alle Waffen die in die Region geliefert werden dann auch gegen beliebige Ziele eingesetzt werden. Bedingungen und Absprachen sind da genauso wirkungslos wie es ein Aufkleber mit "Nicht gegen Jesiden einsetzen" bringen würde.

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Bastian__ 06.03.2017, 20:03
35. wozu sind Waffen, wie G3, G36 und MG3 gemacht?

Antwort: diese Waffen sind zum töten gemacht und die Person am Abzug bestimmt wer der Nächste ist. - Keine neue Erkenntnis. - Auch 'moderate' Rebellen töten Menschen; auch keine neue Erkenntnis. - Sind unsere Politiker so dumm oder stellen die sich nur so dumm? - sobald man ein Waffe aus der Hand gibt, bestimmt der nächste Besitzer der Waffe über dessen Verwendung. Diese Erkenntnis ist so alt, wie Waffen eingesetzt werden!

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geando 06.03.2017, 20:18
36. Von einem Fettnäpfchen ins nächste

"Damals, im Jahre 2014, schien es ein Gebot der Stunde zu sein, über Parteigrenzen hinweg: Die Peschmerga sollten deutsche Waffen bekommen, um damit Tausende Jesiden vor den vergewaltigenden, mordenden IS-Kämpfern zu retten"- Unsinn, das war kein "Gebot der Stunde", das war jedem einigermassen klardenkendem Menschen damals schon bewusst, das diese Waffen früher oder später eine unerwünschte Verwendung finden werden. Es wurde die Ausrüstung einer gesamten BW-Division an die Peschmerga geliefert, da können die noch viel mehr Unheil mit anrichten. Man hätte damals, wie andere Staaten auch, eine Beteiligung an den Luftbombardements stellen können. Dann wären keine Waffen verteilt worden und das Engagement wäre vom Anfang bis zum Ende unter deutscher Kontrolle verblieben. Für solche Dinge will aber keiner unserer aktuellen Politiker die Hand ins Feuer legen, da man dann durch linksliberale Beissreflexe in Politik, Gesellschaft und Medien weggebissen wird. Da macht man dann lieber irgendeinen Murks um eine direkte Beteiligung irgendwie zu umgehen. Herr van Aken wird sicher auch bald die ersten Opfer durch diese Waffen dokumentieren können, wodurch sicherlich auch früher oder später die ersten Entschädigungsklagen von Hinterbliebenen gegen die Bundesregierung lanciert werden, die natürlich von den Grünen, Linken und SPD unterstützt werden. Das ist dann der unvermeidbare Schritt ins nächste Fettnäpfchen. Es ist wie so oft: Wer es besonders gut meint, macht es dadurch meist noch schlimmer.

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Daiki 06.03.2017, 20:22
37. So so... wie erwartet hat die Diskreditierung der Peschmerga angefangen.

Das muss wohl erst kürzlich veranstaltete Sicherheitskonferenz in München zusammenhängen.

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uwepax 06.03.2017, 20:27
38. Was erwartet ihr

Hab ich eine Waffe, nutze ich die Waffe, gegen alle meine Feinde.

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drawesome 06.03.2017, 20:33
39. Ach ...

Das ist leider das Kernproblem bei derartigen Späßchen. Die Entscheidungen werden idR. von komplett beratungsresistenten Sesselfurzern getroffen, die nie vor Ort waren, die Kultur nicht kennen, die Geschichte nicht kennen, nichtmal die Sprache sprechen aber aus irgendeinem unerklärbaren Grund verantwortlich sind. Also verantwortlich für die Entscheidung. Nicht die Konsequenzen.

Und hinterher wundern sich dann alle wieso das nicht geklappt hat und die Scheiße jetzt erst richtig kocht.

Wenn ich es nicht wüsste, würde ich mich fragen, was da jetzt genau die Erwartungshaltung ist, wenn man tausende Gewehre und panzerbrechende Waffen in eine hochgradig instabile Krisenregion liefert, in der die Fronten über Nacht wechseln können.

Die Erwartungshaltung ist leider, dass die Spinner vom Anfang häufig eine dämliche Idee haben und dann "muss man das mal versuchen" ... ein chronischer Kevin.

Die Bundeswehr parkt seit 15 Jahren in Afghanistan. Das Land ist nichtmal befriedet. Von Sicherheit kann man höchsten eingeschränkt regional sprechen und das hängt meistens vom Gutdünken der Taliban und anderer "Problemzonen" im Land ab. Da ist nicht wirklich viel passiert. Das Wort Demokratie kann da nur jemand in den Mund nehmen, der da noch nie war.

Der Irak sieht nicht wirklich besser aus. Da kann man schon froh sein, wenn der Ausbildungsstand es nicht zulässt, dass irgendein Verräter den eigenen Leuten in den Rücken schießt. Die "stabilen Allianzen" sind alles andere außer stabil und keiner traut irgendwem. Wozu es auch nicht wirklich einen Anlass geben würde.

Libyen ist mit einem suboptimalen Eingriff höflich umschrieben und Syrien ist ein Fleischwolf.

Kaum einer dieser Problemfälle ist (noch) in der Lage Waffen selbst zu fertigen. Häufig war das eh nur eine Lizenzproduktion und das dafür nötige Werkzeug und die Maschinen konnte man noch nie fertigen. Manchmal gibt es die noch. Manchmal nicht.

Ich glaub es war 2014 als die Amerikaner in Afghanistan einen erheblichen Überbestand an Ak47 entdeckt haben. Die haben immer schön geliefert und die Afghanen "eingelagert". Was passiert 2016? Die Russen liefern 10.000e weitere. Wo der Überbestand landet kann sich wohl jeder an 5 Fingern abzählen.

Und die passende Munition verkauft natürlich auch jeder, der nicht bei 3 auf'm Baum saß.

Wer die Intensität der Konflikte in diesen Ländern reduzieren will, der muss gegen die Waffenlieferant vorgehen. Und dazu gehören auch wir.

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