Forum: Politik
Irak-Politik der USA: Gegen diese Terroristen hilft nur Waffengewalt
REUTERS

Minderheiten werden verfolgt, ganze Völker bedroht: Die Lage im Irak ist katastrophaler denn je. Die USA stehen in der Pflicht. Doch was Obama jetzt macht, ist zu zögerlich.

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pirmence 08.08.2014, 14:17
60.

Zitat von European
insofern das es verschiedene Ebenen gibt wo es eine Stabilisierung gibt nachdem eine bestehende Ordnung zerstört wurde. Die Amerikaner haben das Land überfallen, die politsche Elite ermorden lassen (pordon "richten" lassen) und über 100,000 Iraker abgeschlachtet. Nun verliert die von ihnen installierte Regierung an Rückhalt, wie soll es anders sein ?
Sie meinen mit dem "Land" das Regime Saddams? Oh ja. Ein Hort der Wohlfahrt, Fürsorge & des Friedens.
Das alles haben die pösen pösen schlimmen USA kaputt gemacht.
Es könnte noch immer so schön sein unter Herrn Hussein. (Abgesehen davon das ich leider glaube das sich nur mit solchen Despoten arabische Mentalitäten führen lassen).

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Celegorm 08.08.2014, 14:25
61.

Zitat von markus_wienken
Man kann also nicht einfach rein, einen Diktator beseitigen, sich dann zurück ziehen und erwarten, dass die Bevölkerung das alleine und (mehr oder weniger) friedlich regelt und sich nun die Augen reibt: Was ist da denn los?
Bloss haben die USA und die restlichen Staaten das weder im Fall des Iraks noch Afghanistan getan. Selbst wenn die Folgen und Probleme sicherlich unterschätzt wurden, in beiden Fällen wurden und werden unter hohem finanziellem Aufwand die "befreiten" Staaten betreut. Und zumindest im Irak waren die USA phasenweise durchaus erfolgreich, etwa als diplomatisch geschickt das Vertrauen der sunnitischen Gruppen gewonnen werden konnte.

Leider wurde das durch spätere Fehler wieder verspielt, als man Malikis illegitime Regierung und dessen Gebaren tolerierte sowie sich aus zunehmendem Desinteresse aus dem Irak zurückzog. Andererseits muss man auch sagen: Genau das wurde ja von allen möglichen Seiten lange von den USA gefordert, gerade in Deutschland schienen ja weite Kreise zu glauben, dass alles gut werde im Irak wenn nur die ach so bösen Besatzer endlich abziehen. Ebenso könnte man eigentlich erwarten, dass ein Land wie der Irak nach zehn Jahren der Bemutterung es schafft, auf eigenen Beinen zu stehen. Die Verantwortung vieler Iraker, die da eine gar nicht so schlechte Grundlage mit ihrem individuellen wie ethnischen Machtstreben und gegenseitiger Intoleranz ruiniert haben, sollte man nicht unterschätzen.

Zitat von
Es gab vor dem Eingreifen der westlichen Länder durchaus warnende Stimmen, dass das schwer in die Hose gehen (z.B. Scholl-Latour aber auch Andere) wird, aber auf die hat man leider nicht gehört.
Das war sicherlich so und mit vielem hatten die warnenden Stimmen auch nicht unrecht. Auf der anderen Seite ist es aber auch immer schrecklich einfach, vom warmen Besserwisserstuhl des Talkshow-Experten aus alles zu kritisieren oder spätestens hinterher besser zu wissen..

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Zappa_forever 08.08.2014, 14:27
62. Treffend beobachtet...

Zitat von pirmence
(Abgesehen davon das ich leider glaube das sich nur mit solchen Despoten arabische Mentalitäten führen lassen).
...und schön formuliert!

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Baumsäge 08.08.2014, 14:34
63.

Zitat von markus_wienken
*einmisch* Mit Ihren Argumenten haben Sie nicht Unrecht, aber ganz so einfach ist es nun widerum doch nicht. Irak (und andere Länder, wie z.B. Afghanistan, Libyen auch) haben keinerlei demokratische Tradition. Die Kulturen und Religionen (wenn man den Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten als "unterschiedliche Religion bennenen darf) ist eine völlig Andere als die in den westlich geprägten Ländern. Man kann also nicht einfach rein, einen Diktator beseitigen, sich dann zurück ziehen und erwarten, dass die Bevölkerung das alleine und (mehr oder weniger) friedlich regelt und sich nun die Augen reibt: Was ist da denn los?
das ist absolut richtig und es gilt heute auch noch. Man wird den Leuten dort keine westlichen Werte einprügeln können und man wird sie auch nicht per Entwicklungshilfe kaufen können.

Nur wenn sich von dort aus Gruppierungen aufmachen um in unserer Region zu zündeln (9/11 und Co.), dann ist es m.E. richtig dort man zuzugreifen, wo das herkommt.

Zitat von
Es gab vor dem Eingreifen der westlichen Länder durchaus warnende Stimmen, dass das schwer in die Hose gehen (z.B. Scholl-Latour aber auch Andere) wird, aber auf die hat man leider nicht gehört.
es gibt zu allem warnende Stimmen. Egal um was es geht, sie werden immer jemanden finden der warnt. Hatten sie aus späterer Sicht recht, so sind sie die guten. Trat es nicht ein, so hört man von denen nichts mehr. Es sollte auch schon so vieles in die Hose gegangen sein, wenn es nach den "Warnern" ginge, nur es passierte nicht. Daher sind diese "Warner" und Bedenkenerheber derart unwichtig,dass man sie gar nicht weiter erwähnen muss.

Zitat von
Sicher, konkret ISIS konnte man nicht voraussehen, dass die Länder ohne "Führung" im Bürgerkrieg versinken werden allerdings schon.
Es gab ja Führungen, nur hat man den Einfluss der alten Kulturen, Religionen und Traditionen unterschätzt. Ich bin sehr liberal eingestellt. Lasst die doch da unten leben wie sie wollen, aber wenn sich dort mal eine Horde auftut und ihre Mitmenschen abmurkst oder was auch immer (z.B. Taliban, ISIS), dann ist das so. Dann auch nicht heulen. Desweiteren sage ich, dass erst einmal die gemäßigten islamischen Staaten an der Reihe wären was zu tun. Ebenso könnten ja mal der Osten inkl. China wirklich aktiv werden. Aber von allen hört man nichts.

Ich sage aber auch, dass wir im Westen eine Intoleranz gegenüber dem Islam brauchen. "Unsere" Muslime bleiben nämlich schön ruhig und wenn es darauf ankommt dürfte Blut dicker als Wasser sein. Ich bin mir nicht sicher, auf welcher Seite die dann stehen. Daher traue ich "unseren" Muslimen hier nicht wirklich.

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Zensi Erter 08.08.2014, 14:37
64. Deutschland ist in der Pflicht!

Zitat von sysop
Minderheiten werden verfolgt, ganze Völker bedroht: Die Lage im Irak ist katastrophaler denn je. Die USA stehen in der Pflicht. Doch was Obama jetzt macht, ist zu zögerlich.
Deutschland hat an dieser Lage auch schuld! Wenn man dauernd Waffendeals mit Regimes macht, die diesen Terror aktiv unterstuetzen, kann man nicht nachher mit dem Finger auf andere zeigen. Deutschland muss endlich diese Profit-egal-mit-welchen-Mitteln Haltung ablegen. Jetzt, wo die Lage ausser Kontrolle geraet, sollte Deutschland eigene Truppen dorthin senden. Eine Zusammenarbeit mit der Tuerkei bietet sich doch foermlich an, nicht nur um die Kurden zu schuetzen, sondern um dabei auch gleich mal unseren tuerkischen Freunden, die selbst oft nicht viel fuer Kurden uebrig haben, bei deren Einsaetzen ein bisschen auf die Finger zu schauen.

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atzlan 08.08.2014, 14:39
65.

Zitat von ir²
...Es gibt nur einen Weltpolizisten, das ist der US-Sheriff, ob das den Leuten hier gefällt oder nicht, es ist so....
Ein Sheriff, der den Verbrechern Waffen liefert, ist selbst nicht mehr als ein Verbrecher. Da hilft es wenig, wenn er ständig von sich behauptet, was für toller und unverzichtbarer Polizist er sei.

"...Seit Wochen kontrollierten amerikanische Agenten von der Türkei aus, welche Oppositionskämpfer auf der anderen Seite der Grenze mit Gewehren, Panzerfäusten oder auch Raketenwerfern ausgestattet würden, berichtete die "New York Times" am Donnerstag."
http://derstandard.at/1339638589219/...ische-Rebellen

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hikari36 08.08.2014, 14:39
66.

Zitat von analyse
im Irak: Nur mal so eben 30000 Kurden mit Giftgas gemordet,das Volk brutal unterduckt,viele gefoltert und erschossen,man muß nur mal die Berichte lesen, v o r den Irakkriegen ! z.B. in "Die ZEIT".Nun aber,ist natürlich Amerika an allem schuld,und wenn sie jetzt helfen,sind sie wieder schuld und wenn sie nicht helfen,natürlich auch. So einfach ist das !
Zur ersten Hälfte ihres Kommentars: Ja, es war dahingehend friedlich das die Diktatoren des Nahen Ostens wußten, welches Gewaltpotenzial in der Religion ihrer Untertanen liegt. Und ihnen war klar, das diese Bestrebungen dieser mittelalterlichen Glaubenslehre nur mit Gewalt zu unterdrücken sind.

Zu zweiten Hälfte ihres Kommentars: Die Amis und alle anderen westlichen Länder sind schuld weil sie entweder blauäugig oder wegen Gewinnstrebens diese Diktatoren abgesetzt oder beim Absetzen geholfen haben.

Wir sehen uns in dieser Weltgegend einer Philosophie von Gewalt und Gegengewalt gegenüber und versuchen ihnen mit unserer humanistischen Gesellschaftsidee zu kommen. Doch dort zählt nur das Recht des Stärkeren. Die Israelis wissen das, denn sie haben täglich mit diesen Leuten zu tun. Doch wir sitzen hier von unseren Fernsehgeräten und schütteln den Kopf und fragen uns weshalb die nicht miteinander reden. Doch der Schläger will nicht reden. Der gibt erst ruhe wenn er ordentlich was aufs Maul bekommen hat.

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markus_wienken 08.08.2014, 14:41
67. .

Zitat von Celegorm
Bloss haben die USA und die restlichen Staaten das weder im Fall des Iraks noch Afghanistan getan. Selbst wenn die Folgen und Probleme sicherlich unterschätzt wurden, in beiden Fällen wurden und werden unter hohem finanziellem Aufwand die "befreiten" Staaten betreut.
Ja, allerdings ist es mit Geld alleine nicht getan.

Zitat von Celegorm
Und zumindest im Irak waren die USA phasenweise durchaus erfolgreich, etwa als diplomatisch geschickt das Vertrauen der sunnitischen Gruppen gewonnen werden konnte. Leider wurde das durch spätere Fehler wieder verspielt, als man Malikis illegitime Regierung und dessen Gebaren tolerierte sowie sich aus zunehmendem Desinteresse aus dem Irak zurückzog.
Aus dem Irak hätte eine "kleine" Erfolgsgeschichte werden können. Leider gescheitert aus den bekannten Gründen.

Zitat von Celegorm
Andererseits muss man auch sagen: Genau das wurde ja von allen möglichen Seiten lange von den USA gefordert, gerade in Deutschland schienen ja weite Kreise zu glauben, dass alles gut werde im Irak wenn nur die ach so bösen Besatzer endlich abziehen. Ebenso könnte man eigentlich erwarten, dass ein Land wie der Irak nach zehn Jahren der Bemutterung es schafft, auf eigenen Beinen zu stehen. Die Verantwortung vieler Iraker, die da eine gar nicht so schlechte Grundlage mit ihrem individuellen wie ethnischen Machtstreben und gegenseitiger Intoleranz ruiniert haben, sollte man nicht unterschätzen.
Nun, es war absehbar, dass man dort hätte länger bleiben müssen, 10 Jahre reichen da nicht aus, eher 20-50 Jahre.
Ist man nicht gewillt sich auf so ein langes Engagement einzulassen dann sollte man die Finger davon lassen, bzw. hinterher nicht überrascht sein wenn es nicht so friedlich läuft, wie man sich das vorgestellt hat.

Zitat von Celegorm
Das war sicherlich so und mit vielem hatten die warnenden Stimmen auch nicht unrecht. Auf der anderen Seite ist es aber auch immer schrecklich einfach, vom warmen Besserwisserstuhl des Talkshow-Experten aus alles zu kritisieren oder spätestens hinterher besser zu wissen..
Zumindest Peter Scholl-Latur hat anfangs der Konflikte bereits gewarnt, dass man hier nicht "mit heiler Haut" und erfolglos raus kommt, bzw. sich auf ein seeehr langen Engagement einstellen müßte (welches politisch im Westen natürlich nicht zu vermitteln wäre).
Und das bei allen 3 Ländern Libyen, Afghanistan und auch beim Irak.

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ramol 08.08.2014, 14:44
68. Noch mehr Organisationen

die dann mit Waffengewalt aus der Welt geschafft werden müssten - Hamas, Boko Haram , Al-Kaida im Jemen, Hizballah..uvm dann sollte der Westen konsequent sein! Erdogan soll endlich seinen leeren Drohungen Taten folgen lassen und vor der Haustür mal aufräumen- Möchte-gern-Atatürk 2.0 traut sich wieder mal nicht... tote türkische Soldaten kurz vor den Wahlen passt eben nicht! Wer bleibt dann übrig zum eingreifen... die üblichen Verdächtigen US/UK/CA die dann danach wieder von dem Rest der Welt verurteilt werden sich überall einzumischen. ..

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ruhepuls 08.08.2014, 14:44
69. Der

Das ist der Double Bind, in dem die USA ständig hängt. Greifen sie nicht ein, wirft man ihnen Untätigkeit vor. Greifen sie ein, dann gelten sie als Imperialisten. Egal, was sie tun, es ist immer das Falsche.

Wenn die USA jetzt eingreifen, dann braucht nur irgendeine Rakete (was kaum zu vermeiden sein wird) Zivilisten töten - und schon stehen sie wieder am Pranger.

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