Forum: Politik
Irak-Politik der USA: Gegen diese Terroristen hilft nur Waffengewalt
REUTERS

Minderheiten werden verfolgt, ganze Völker bedroht: Die Lage im Irak ist katastrophaler denn je. Die USA stehen in der Pflicht. Doch was Obama jetzt macht, ist zu zögerlich.

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brüderlich 08.08.2014, 15:51
80. Sie haben Recht, aber leider

Zitat von Teddi
...Schuld ist nicht der, der jemanden wütend gemacht hat, sondern der, der zuerst zuschlägt. Aber es sind ja auch immer die Großmäuler, die am Rande stehen und selber nichts tun, die am besten wissen, wie alles hätte richtiger gemacht werden sollen. Food for thought…
ist das die westliche Sichtweise.
Ich kenne Russen, Ukrainer, Männer aus den Balkanstaaten und Muslime aus versschiedenen Staaten (um nicht nur Araber und Türken zu sagen), die anders denken.

Sie sind der Meinung, dass derjenige, der provoziert, selbst schuld ist, wenn er geschlagen wird. Und dass manche Äußerungen eine so starke Ehrverletzung ist, dass sie eine Bestrafung des Beleidigers rechtfertigt. Die Ehrverletzung beschränkt sich manchmal sogar auf optische Dinge, nicht Worte.

In einigen Kulturen gilt immer noch Auge um Auge (auch wenn die urspüngliche Intention wahr, Auge um Auge aber nicht mehr als ein Auge). Und Gewalt ist fester Bestandteil der Erziehung und damit der Gesellschaft.
Fazit: Grundrechte und Menschenrechte sind allgemeingültig, aber nicht überall in dieser Welt.

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DMenakker 08.08.2014, 15:51
81.

Zitat von markus_wienken
*einmisch* Mit Ihren Argumenten haben Sie nicht Unrecht, aber ganz so einfach ist es nun widerum doch nicht. Irak (und andere Länder, wie z.B. Afghanistan, Libyen auch) haben keinerlei demokratische Tradition. Die Kulturen und Religionen.....
Soweit gebe ich Ihnen sogar Recht. Aber mit Ausnahme des Iraks muss auch ganz klar gesagt werden, dass - ein paar depperte Verschwörungstheorien mal aussen vor gelassen - es die jeweilige Bevölkerung war, die von sich aus gegen die lokalen Diktaturen aufgestanden ist. Sollte man tatsächlich Assad oder Gaddafi unterstützen, weil man Instabilität in der Region fürchtet? Hätte man Gaddafi erlauben sollen, die eigene Bevölkerung in Grund und Boden zu bombadieren, oder war es nicht doch richtig, dass die Amis eine Flugverbotszone durchgesetzt haben?

Natürlich hätte man versuchen sollen dafür zu sorgen, dass die Schlächter im Namen Allahs diese Proteste nicht für sich kapern, aber mal ganz im Ernst, wie hätte das denn praktisch funktionieren sollen?

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Celegorm 08.08.2014, 15:52
82.

Zitat von markus_wienken
Ja, allerdings ist es mit Geld alleine nicht getan.
Sicherlich. Aber der personelle Aufwand inklusive Verluste eigener Soldaten war ja auch nicht gerade gering.
Zitat von
Aus dem Irak hätte eine "kleine" Erfolgsgeschichte werden können. Leider gescheitert aus den bekannten Gründen.
Leider, in der Tat. Aber eben, an der Stelle gälte es halt zu beachten, wer alles zu diesem Scheitern beigetragen hat bzw. wer gar kein Interesse an minimalen Erfolgen hatte.

Zitat von
Nun, es war absehbar, dass man dort hätte länger bleiben müssen, 10 Jahre reichen da nicht aus, eher 20-50 Jahre. Ist man nicht gewillt sich auf so ein langes Engagement einzulassen dann sollte man die Finger davon lassen, bzw. hinterher nicht überrascht sein wenn es nicht so friedlich läuft, wie man sich das vorgestellt hat.
Das haben Sie wohl recht, aber das ist letztlich auch die Unberechenbarkeit einer Demokratie, selbst einer solchen wie der USA. Wenn man sich mal die öffentlichen Meinungsbilder in den USA, Irak, Deutschland und dem Rest der Welt vor Augen führt, hatte ein längerer Verbleib der US-Truppen ja nirgends einen mehrheitsfähigen Rückhalt. Wenn aber nach dem lange erträumten Abzug die (vorhersehbaren) Konsequenzen eintreten ist das dann aber natürlich auch wieder nicht gut. Insbesondere die Iraker sollten sich gerade in der Frage an der eigenen Nase nehmen, konnten die doch die Amerikaner nicht schnell genug loswerden..

Zitat von
Zumindest Peter Scholl-Latur hat anfangs der Konflikte bereits gewarnt, dass man hier nicht "mit heiler Haut" und erfolglos raus kommt, bzw. sich auf ein seeehr langen Engagement einstellen müßte (welches politisch im Westen natürlich nicht zu vermitteln wäre).
Wie ein anderer Nutzer schrieb, grundsätzlich findet sich in der Kakophonie aus Expertenmeinungen immer einer, der mit seinen Warnungen am Ende recht hatte. Wobei in der Frage das Ergebnis natürlich naheliegend war, ich kann mich damals wie heute der Ansicht auch anschliessen. Trotzdem halte ich es eben aus der heutigen Perspektive verfehlt, den USA die alleinige Verantwortung zuschieben zu wollen ohne all jene Kräfte zu berücksichtigen, die potentielle Fortschritte aktiv sabotiert haben.

Komischerweise scheinen aber in der Frage sämtliche Staaten und Gruppen keine Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu tragen, als wären Saudis und Iraner, Kurden und Islamisten, etc. willenlose Naturgewalten. Nur die Amerikaner sind anscheinend nicht nur für die eigenen Fehler, sondern auch gleich noch für die aller anderen voll verantwortlich..

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protagon 08.08.2014, 16:07
83.

Zitat von Celegorm
Die USA stehen sicherlich am Kern der heutigen Probleme des Iraks, insofern ist es auch nicht falsch, diese als primäre Verantwortliche zu benennen.
Dann passt's ja, denn um die Benennung (bzw. die dreiste Verleugnung) der Hauptverantwortlichen ging es in diesem Austausch.
Zitat von Celegorm
Auch hier führt ernsthaftes Informieren zu einem wesentlich differenzierten Bild. Insbesondere könnte man spekulieren, ob ISIS je diesen Einfluss erreicht hätte, wenn die ursprünglichen syrischen (gemässigt-säkularen) Rebellen konsequenter unterstützt worden wären.
Syrien ist ein souveräner Staat und jede Einflußnahme in diese Richtung ist grundsätzlich völkerrechtswidirig, egal ob man nun radikale oder "gemäßigte" Rebellen/Terroristen unterstützt. Sie können ja gerne mal versuchen die gewaltbereiteren Teile der U.S. Tea-Party mit Geld, Waffen und Militärberatern zu unterstützen, mal sehen, was die USA davon halten.
Zitat von Celegorm
Ob das Resultat einen "zuviel" oder "zuwenig" westlicher Einflussnahme geschuldet ist, ist darum schwer zu beurteilen. Eher könnte man die USA also für das halbbatzige Vorgehen kritisieren.
Klar, man könnte natürlich argumentieren "wenn schon jedes Völkerrecht mit Füßen getreten wird, dann kann man auch gleich richtig reinklotzen", ist ja dann eh schon egal.

Zitat von Celegorm
Ausserdem gehen in der Teilanalyse all die anderen Faktoren wieder einmal vergessen. Die Liste all jener, die direkt oder indirekt ISIS gefördert haben ist schliesslich lang und widersprüchlich. Auch wenn Ihre Einwände grundsätzlich nicht falsch sind, die einseitige Darstellung der Sachverhalte und das Suggerieren monokausaler Zusammenhänge wird letztlich der Realität auch nicht gerecht..
Dieser Artikel handelt von der Irak-Politik der USA, wäre also ganz sinnvoll on-topic zu bleiben, anstatt die Tatsachen zu verquasen.

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guesshoo 08.08.2014, 16:10
84. Deutsche Weicheier.

Jetzt brauchen Wir die Amis wieder zum bombadieren. Morgen sind Sie wieder die Teufel.

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protagon 08.08.2014, 16:13
85.

Zitat von t-h-u-r-i-n
Mich verwundert aber, dass gestern in NRW eine Demo mit Unterstützern der ISIS rumgelaufen ist. Wieso dürfen solche Menschen in unserem Land frei herumlaufen?
Das nennt sich "Meinungsfreiheit", einfach mal googeln. Laufen ja auch all die Vögel frei rum, die öffentlich für eine deutsche Beteiligung am Irak-Krieg und anderern gemetzeln der USA/NATO getrommelt haben.

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t.h.wolff 08.08.2014, 16:15
86. Bargeld lacht!

Zitat von sag-geschwind
Man sollte die Quellen des Terrors trocken legen, anstatt ein paar über's Ziel hinausschießende Symptome zu bekämpfen. Derzeit liefert Deutschland Panzer an die Finanz-Quellen dieses Terrors.
Die Quellen des Terrors sind Saudi Arabien und die übrigen Golfdiktaturen, d.h. die besten Freunde Amerikas und laut Angela Merkel "ein Faktor der Stabilität in der Region". Diesen weißen Elefanten darf niemand wahrnehmen, obwohl er trompetet, auf's Parkett scheißt und unentwegt Porzellan zerkloppt. Jetzt wird wieder an den Symptomen "kuriert". Das bringt letztlich nicht außer...Umsatz.

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Peter Uhlemann 08.08.2014, 16:19
87. Richtig

Zitat von Schraube
Wenn das heutige Amerika eines nicht kann, dann ist das, die Welt zu einem besseren Ort machen. Bush sen. führte auch Krieg im Irak aber mit dem großen Unterschied, dass er wusste, wie er den Krieg zu führen hat und vor allem, was er stehen lassen muss. Das Werk seines Vaters riss Bush jr. mit dem Hintern ein und machte den Irak schlechter, als er je war.
Genau so ist es. Und jetzt, nachdem das passiert ist, was damals viele prophezeit hatten, jetzt, wo die ganze Region in Flammen steht und die Lage völlig unkontrollierbar geworden ist, fällt der US-Regierung und ihren Unterstützern auch wieder nichts anderes ein als bomben, bomben und nochmals bomben.

Nein, ich habe keine Ahnung, wie dieser Region geholfen werden könnte. Eines aber weiss ich, mit dieser ewigen Bomberei wird dort nichts, aber auch überhaupt nichts besser.

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PIR-Anja 08.08.2014, 16:27
88.

Volle Zustimmung zu ihrer Analyse, Herr Kazim!

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Wortrek 08.08.2014, 16:36
89. Teilung des Irak

Zitat von markus_wienken
Ja, allerdings ist es mit Geld alleine nicht getan. Aus dem Irak hätte eine "kleine" Erfolgsgeschichte werden können. Leider gescheitert aus den bekannten Gründen.
Nun, mEn hätte man den Irak teilen müssen, ein Staat für die Kurden, ein Staat für die Schiiten und einen Staat für die Sunniten, evt. noch mehr Aufteilung. Ich habe mir immer schon gedacht, warum man nicht jedem Volk ihr eigenes Gebiet gibt, wenn sie schon nicht in einem Staat zusammen leben können. Das wäre mEn die beste Lösung gewesen und war durchaus nach dem Irakkrieg im Gespräch, aber man musste ja zwingend den künstlichen Staat Irak aufrecht erhalten...

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