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Iran: Ajatollah zeigt Ahmadinedschad die kalte Schulter
YouTube/ khameneinews

Irans Revolutionsführer Chamenei erholt sich im Krankenhaus von einer Operation. Auch Ex-Präsident Ahmadinedschad schaute vorbei. Doch ein Video zeigt: Über den Besuch war der Ajatollah nicht sonderlich erfreut.

rigó_jancsi 09.09.2014, 18:50
1. Öffentliche Aufbahrung

Gut und schön, das wir Deutschen Anglizismen lieben und beim Fussball fälschlicherweise vom public viewing sprechen. Aber zur Beschreibung von Besuchen am Krankenbett ist es doch recht makaber, wenn ein Journalist, der es besser wissen müsste, zu dieser Wortwahl greift.

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meier_7 09.09.2014, 18:59
2.

Wieder einer dieser nichtssagenden Artikel, nur um dem Iran mal wieder eins auszuwischen. Abgesehen von der Situation, der Mann ist krank und hat sicherlich nicht immer beste Laune und ist sicherlich schwach von der Krankheit, so gibt selbst der Videoausschnitt nicht das her, was im Text steht. Von einer Ecke kann nun absolt nicht die Rede sein, obwohl Ahmadineschad nicht mehr im Amt ist, stehtt er auch nach der Begrüssung noch ganz vorn, was aber auch wieder nicht viel heissen muss. Letztendlich zeigt sich, wenn die Unterstellung überhaupt stimmen sollte nur, dass Ahmadinedschad gar nicht so fanatisch religiös sein kann wie ihm auch von SPON immer unterstellt wurde, denn selbst in diesem Artikel ist von Populismus und Abweichung die Rede und die hat sich bei Ahmadinedschad z.B. dadurch gezeigt, dass er Frauen in Fussballstadien lassen wollte, niucht gerade ein Indiz für religiösen Fundamentalismus, eher im Gegenteil.

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Whitejack 09.09.2014, 20:03
3.

Zitat von meier_7
Letztendlich zeigt sich, wenn die Unterstellung überhaupt stimmen sollte nur, dass Ahmadinedschad gar nicht so fanatisch religiös sein kann wie ihm auch von SPON immer unterstellt wurde, denn selbst in diesem Artikel ist von Populismus und Abweichung die Rede und die hat sich bei Ahmadinedschad z.B. dadurch gezeigt, dass er Frauen in Fussballstadien lassen wollte, niucht gerade ein Indiz für religiösen Fundamentalismus, eher im Gegenteil.
Der Konflikt Ahmadinedschad vs. Chamenei ist auch der klassische Konflikt zwischen Nationalisten und Religiösen: Während die einen die Nation über alles heben wollen, wollen die anderen die Religion über alles heben. Das kollidiert natürlich immer wieder miteinander. Sofern es keinen liberalen oder sozialistischen gemeinsamen Feind gibt, knirscht es regelmäßig zwischen diesen beiden Strömungen.

Ahmadinedschad war niemals ein religiöser Hardliner. Er war und ist ein Nationalist. Deswegen waren seine Tiraden gegen den Westen und insbesondere Israel auch stets von nationalistischen Untertönen geprägt. Es ging nie um "Bekehrung". Es ging um politische Macht für den Staat Iran. Der Iran sollte laut Ahmadinedschad an der Spitze im Westen Asiens stehen, und weder Israel noch Saudi-Arabien noch die US-Soldaten im Irak sollten ihm da im Wege stehen. Frauenrechten z.B. stand er viel weniger ablehnend gegenüber als der größte Teil der iranischen Führungsschicht, andererseits rasselte er viel lieber mit dem Säbel und erging sich in nationalistisch aufgeladenen Hetztiraden. Insofern ist er viel eher mit Erdogan und viel weniger mit Khomeini vergleichbar, auch wenn er nie den Einfluss besaß, den man ihm hierzulande gerne angedichtet hat; da war ja teilweise - sachlich völlig falsch - vom "Diktator Ahmadinedschad" die Rede, was ihn dann wohl zum ersten Diktator macht, der nach Ende seiner Wahlperiode nicht mehr antreten durfte.

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loretta20 09.09.2014, 20:13
4. Die Welt kann so vergesslich sein...

Zitat von meier_7
Wieder einer dieser nichtssagenden Artikel, nur um dem Iran mal wieder eins auszuwischen. Abgesehen von der Situation, der Mann ist krank und hat sicherlich nicht immer beste Laune und ist sicherlich schwach von der Krankheit, so gibt selbst der Videoausschnitt nicht das her, was im Text steht. Von einer Ecke kann nun absolt nicht die Rede sein, obwohl Ahmadineschad nicht mehr im Amt ist, stehtt er auch nach der Begrüssung noch ganz vorn, was aber auch wieder nicht viel heissen muss. Letztendlich zeigt sich, wenn die Unterstellung überhaupt stimmen sollte nur, dass Ahmadinedschad gar nicht so fanatisch religiös sein kann wie ihm auch von SPON immer unterstellt wurde, denn selbst in diesem Artikel ist von Populismus und Abweichung die Rede und die hat sich bei Ahmadinedschad z.B. dadurch gezeigt, dass er Frauen in Fussballstadien lassen wollte, niucht gerade ein Indiz für religiösen Fundamentalismus, eher im Gegenteil.
...auch Sie haben scheinbar vergessen, wie emsig der gute und edle Muslim Ahmadinedschad vor öffentlicher Kulisse seinerzeit mit der Vernichtung Israels gedroht hat? Und das gleich zweimal vor dem gleichen internationalen Forum. Über so einen Besuch wäre ich auch nicht erfreut; selbst unter Glaubensbrüdern mit radikalem Anstrich gibt es offenbar noch zivilisierte Leute. Und Populismus ist selbst im Iran jetzt wohl ein alter Hut... die Hoffnung stirbt auch hier zuletzt!

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meier_7 09.09.2014, 20:42
5.

Zitat von loretta20
...auch Sie haben scheinbar vergessen, wie emsig der gute und edle Muslim Ahmadinedschad vor öffentlicher Kulisse seinerzeit mit der Vernichtung Israels gedroht hat? Und das gleich zweimal vor dem gleichen internationalen Forum. Über so einen Besuch wäre ich auch nicht erfreut; selbst unter Glaubensbrüdern mit radikalem Anstrich gibt es offenbar noch zivilisierte Leute. Und Populismus ist selbst im Iran jetzt wohl ein alter Hut... die Hoffnung stirbt auch hier zuletzt!
Schon wieder die Legende von der Zerstörung Israels breitgetreten, da sollte man sich vielleicht auch mal die Richtigstellung der iranischen Oppositionellen und Fachwissenschaftlerin Katajun Amirpur: http://www.sueddeutsche.de/kultur/umstrittenes-zitat-von-ahmadinedschad-der-iranische-schluesselsatz-1.287333 zu Gemüte führen, um sich endlich mal von dieser Legende zu verabschieden.

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forist01 10.09.2014, 07:33
6. Ahmadinedschad war ein Diktator

Ich weiß ja nicht was einige für einen Eindruck des iran haben, aber es ist eine Diktatur.
Schauen sie sich doch an was 2009 mit den studentenprotesten passiert ist. Ahmadinedschad hat die Wahlen gefälscht und seine Gegner unter Hausarrest stellen lassen. Friedliche Demonstranten wurden verprügelt, verhaftet, gefoltert und auch getötet.
Oppositionelle wurden in foltergefängnisse gescheckt oder sind verschwunden!
Der iran war und ist immer noch eine Diktatur!

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Alias Alias 10.09.2014, 17:23
7. Ahmadinedschad ein Diktator?

Was ist in den USA mit Occupy passiert? Die haben die Teilnahme an der Bewegung unter Strafe gestellt, niedergeknüppelt und inhaftiert.
Was ist in Madrid passiert, als mehrere hunderttausend Menschen gegen die Politik der EU demonstriert hatten? Es wurde hier noch nicht einmal richtig darüber berichtet.
Das waren Aufstände des Volkes, so wie es in Syrien auch einmal Aufstände des Volkes waren.

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meier_7 10.09.2014, 17:28
8.

Zitat von forist01
Ich weiß ja nicht was einige für einen Eindruck des iran haben, aber es ist eine Diktatur. Schauen sie sich doch an was 2009 mit den studentenprotesten passiert ist. Ahmadinedschad hat die Wahlen gefälscht und seine Gegner unter Hausarrest stellen lassen. Friedliche Demonstranten wurden verprügelt, verhaftet, gefoltert und auch getötet. Oppositionelle wurden in foltergefängnisse gescheckt oder sind verschwunden! Der iran war und ist immer noch eine Diktatur!
Mein Eindruck beruht auf wissenschaftlicher Forschung über die Politik Irans und vielfachen Besuchen des Landes und ich kann nur sagen, ihre Aussagen sind unpräzise, falsch aus dem Zusammenhang gerissen, aber bei der Medienmanipulation im Westen ist dieser falsche Eindruck auch kein Wunder.

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alexanderlord 11.09.2014, 19:32
9. Wunschdenken

Da läuft SPON einer schon längst wiederlegten Narrative hinterher. Nachdem Rouhani Präsident wurde, hat Khamenei Ahmadinejad zum Mitglied des einflussreichen Schlichtungsrates ernannt. Und auch sonst ist Ahmadinejad oft bei Khamenei zu Besuch, wenn er Reden und dergleichen hält. Abgesehen davon, dass das Videomaterial gar nicht das wiedergibt, was in diesem Artikel fabriziert wird, hätte Khamenei Ahmadinejads Besuch auch verweigern können, wenn er ihn nicht wollte. Es ist doch nicht so, dass jedermann einfach den Staatsoberhaupt einfach so unangekündigt und ohne Termin besuchen kann.

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