Forum: Politik
Iran-Konflikt: USA bitten Deutschland offiziell um Beteiligung an Hormus-Mission
US NAVY/KYLE CARLSTROM HANDOUT/EPA-EFE/REX

Helfen deutsche Soldaten bei der Sicherung der Straße von Hormus? Die USA haben im Iran-Konflikt nach eigenen Angaben ein förmliches Ersuchen an die Bundesregierung geschickt.

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Michael Weissich 30.07.2019, 15:02
100. Liebe Foristen macht Euch erst einmal schlau.

Habe das Forum einmal durchgelesen und mir wird es ganz schlecht bei den vielen zusammenhanglosen Kommentaren. Leider kann man diesen Foristen nicht Unwissenheit sondern wahrscheinlich gar Dummheit vorwerfen.
1. Die Straße von Hormus befindet sich in internationalen Gewässern und das dort geltende die Rechte der Hohen See. Ein Schiff in diesem Gebiet aufzubringen oder gar in einen iranischen Hafen einzubringen ist ein Verstoß gegen internationales Recht. Der in der Straße von Gibraltar aufgebrachte Tanker befand sich in Hoheitsgewässern und hatte gegen internationale Regeln verstoßen. Er konnte daher völlig zu Recht aufgebracht werden. Ein berufen auf das Recht der friedlichen Durchfahrt war durch das Verbot von Öllieferungen in die Krisenregion Syrien bereits verwirkt. Kurzer Hinweis, Gibraltar steht unter britischer Verwaltung und die anschließenden Hoheitsgewässer gehören damit zu Gibraltar.
2. Die Durchfahrt der Schifffahrt durch internationale Gewässer in der Straße von Hormus ist nicht zuletzt durch den widerrechtlichen Akt der iranischen Revolutionsgarden gestört worden. Bereits vor wenigen Tagen wurden andere Schiffe mit Sprengmitteln durch aus Iran ausfahrende Boote in Brand geschossen. Diese iranische Aggressionen sind zunehmend sichtbar und bedürfen einer entschiedenen Begegnung.
3. Kein Staat in Europa ist vom freien Warenhandel über See so abhängig wie Deutschland. Dies bedeutet, dass kein Staat in Europa ein größeres Interesse an der sicheren Durchfahrt von Handelsschiffen hat, als es Deutschland haben müsste. Entsprechend muss dieses Recht politisch und ggf. auch militärisch zum Ausdruck gebracht werden.
4. Es wäre übrigens nicht die erste maritime Operation in diesem Seegebiet. Ich erinnere hier nur an den Einsatz von Minenräumsystemen im Jahre 1984. Bereits damals war das Seegebiet durch den Iran mit Seeminen verseucht worden.
5. Wer diese Fakten nicht erkennt und sich ausschließlich auf ein Amerika-Bashing einlässt, erkennt leider nicht die tatsächlichen Fakten und sollte sich erst einmal schlau machen, bevor er weiter so einen Blödsinn postet.

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Promethium 30.07.2019, 15:02
101.

Natürlich sollten wir uns beteiligen!

Die Briten bremsen Assads Offensive in dem sie den Treibstoff in Gibraltar fest gesetzt haben!

Letzte Meldung vom 26.07.2019

"400.000 Menschen seit Beginn der Regierungsoffensive geflüchtet"

https://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-400-000-menschen-seit-april-in-die-flucht-gezwungen-a-1279196.html

Die Ladung des fest gehaltenen "iranischen" Tankers besteht aus über 300 Millionen Litern leichtem Rohöl und daraus könnte Assads Raffinerie viele Millionen Liter Diesel, Benzin und Kerosin für Assads Panzer, LKWs, und seine Luftwaffe machen.
Genau deswegen gibt es die EU Sanktionen!

Und genau deswegen sollten wir jetzt mithelfen die britischen Schiffe zu schützen.

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Dinnus 30.07.2019, 15:03
102. Mit am Tisch sitzen

Es ist schon schwer sich eine Meinung zu bilden, wenn zwei Politiker wie Donald und Boris sich zu einer Aktionsgemeinschaft verbünden.
Aber wer mit am Tisch sitzt, kann vielleicht den Beiden in die Suppe spucken. Und das könnte eine (positive?) Signalwirkung an die Amerikanische Bevölkerung nach sich ziehen. Denn dort hat die Mehrheit die Nase voll vom Krieg spielen!
Flagge zeigen heißt nicht, dass die Diplomatie am Ende ist. Wir im Europa der EU müssen uns daran gewöhnen, die Probleme vor unserer Haustüre aktiv zu Lösungen zu führen. Auch ohne die USA. Und damit ist nicht Krieg gemeint. Wir sollten unsere Politiker unterstützen bei der Suche nach Lösungen und nicht von vornherein abwatschen.

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quax1965 30.07.2019, 15:07
103. Nein Mr. Trump

die Antwort kann nur nein heißen!
Erst wird die Lage durch die USA heraufbeschworen von UK durch die widerrechtlich Festsetzung eines Tankers verschärft und nun soll Europa den ersten Schritt Richtung Krieg gehen?
Herr Mass würde gut daran tun unmissverständlich unseren "Partnern" ein klares Nein zu diesem Vorhaben mitzuteilen.

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ex_berliner 30.07.2019, 15:08
104. Nein, danke.

Die USA und GB haben sich doch beide aus freien Stuecken und ohne jede Not von dem Konzept des Gemeinsamen abgewendet. Trump hat ohne Not und gegen jede Vernunft einen muehsam ausgehandelten Vertrag gebrochen, nur weil er es konnte und wollte. Die Briten haben m.E. widerrechtlich gegen den Iran gehandelt und dieser hat sich in gleicher Weise revanchiert.

Nun sollen die beiden "grossartigsten Laender" der Erde auch allein zusehen, wie sie aus der Situation, die sie beide voellig unnoetig geschaffen haben, allein wieder rauskommen. Man darf sich in diese schaebige und unsinnige Kriegstreiberei (mal ehrlich, weiter ist das nichts) nicht hineinziehen lassen.

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qoderrat 30.07.2019, 15:08
105.

Zitat von
Großbritannien hatte nach der Festsetzung eines britischen Tankers durch Iran in der Straße von Hormus vor gut einer Woche eine rein europäische Mission angeregt.
Da fehlt was, das muss heissen:

Großbritannien hatte nach der Festsetzung eines britischen Tankers vor gut einer Woche als Reaktion auf die Festsetzung des iranischen Tankers Grace 1 eine rein europäische Mission angeregt.

Ich weiss nicht wie oft dieses Framing des Iran als Bösewicht in diesem schlechten Schauspiel noch passieren soll, aber so langsam wird es peinlich für Spon. Der Aggressor in dieser Angelegenheit ist GB und sonst niemand.

Und ich sage es nochmal, ich bin ganz sicher kein Freund eines muslimischen Staates, aber das ist einfach ein Versuch der Falschdarstellung der Tatsachen, da stehe ich dann sogar dem Iran bei.

Das ganze ist natürlich gesteuert von der USA. Ich kann nur inständig hoffen dass sich unsere Regierung nicht erneut wieder von der USA in eine kriegerische Handlung hineinziehen lässt, die nur dazu dient von den innenpolitischen Problemen abzulenken. Wenn schon Krieg an sich nicht abschreckend genug ist, dann hoffentlich die Erkenntnis dass ein Krieg am Ende für Trump hilfreich ist in seinem Versuch eine zweite Amtszeit anzustreben. Und das wünscht sich hoffentlich niemand in der Regierung.

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Emderfriese 30.07.2019, 15:08
106. Versuchung

Zitat von teacher20
Mit "nicht in die Falle tappen" meint der werte Forist, sich nicht dazu "überreden" zu lassen, mitzumachen. Dabei entgeht ihm allerdings, dass die Bundesregierung bereits in der Falle sitzt, ganz gleich, wie sie sich entscheidet. Der vermeintliche "Tölpel" Trump hat Merkel und Co. mit seiner OFFIZIELLEN Anfrage sehr schlau das ("Zeit -gewinnen") Argument, es gebe ja noch keine offiziellen Kontakte aus der Hand geschlagen. Beteiligt sich Berlin (in welcher Form auch immer), wäre das nach den Äußerungen der SPD im Vorfeld das Ende der Koalition, ansonsten verlöre die Ex-Arbeiterpartei den letzten Rest an Glaubwürdigkeit. Verweigert sich Berlin, "rettet" man zumindest vorläufig die Koalition und erkauft sich den billigen Beifall der Mainstreampresse und weiter Teile einer pazifistischen Zivilgesellschaft - allerdings um den Preis eines weiteren Affronts gegenüber Trump und den USA (wer nun allerdings glaubt, gegenüber diesem "Dummkopf" und "Dorfdeppen" könne man sich das gefahrlos leisten, übersieht, welchen Schaden auch ein zuweilen irrlichternder Präsident Deutschland wirtschaftlich, politisch und militärisch im Bündnis zufügen kann) und des weiteren Verlustes an Glaubwürdigkeit gegenüber den europäischen Bündnispartnern. Gerade dann, wenn man gedenkt, sich von Trump im europäischen Rahmen militärisch freizuschwimmen, wäre eine Nichtteilnahme mittelfristig eine fatale Entscheidung. Und ja, hier liegt eine gewisse Dialektik vor.
Immerhin ein interessanter Versuch einer Begündung, eine deutsche Beteiligung an den Abenteuern Trumps und Johnsons teilhaben zu lassen. Dieser Versuch übersieht nur ein wichtiges Detail in der Dialektik:
Das Danach.
Denn mitgefangen, mitgehangen. Alle Folgen, die der Aufwand Trumps und seiner Willigen haben wird, müssen dann auch von allen getragen werden - auch von Deutschland:
Abgesehen von den direkten Kosten eines unübersehbaren Einsatzes, die im günstigsten Fall über eine sehr lange Zeit entstünden, weil Trump solange im Golf agieren muss, bis der Iran aufgibt - und wer glaubt schon, dass die Mullahs klein beigegeben werden, bis alle Wünsche des US-Präsidenten erfüllt sind - kämen im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung nicht nur Marineschrott made in Germany dabei heraus, sondern auch Gefallene auf deutscher Seite, Flüchtlinge, Ausgebombte, Versehrte und hilflose Iraner. Kurz, eine Situation wie in Afghanistan, in die Deutschland auch bereits seit Jahrzehnten verstrickt ist. Und diese Folgenkette ist noch nicht mal vollständig, sondern nur ein erster Anfang.
Aus all dem geht wohl ziemlich klar hervor, dass eine T e i l n a h m e eine fatale Entscheidung wäre. Möge uns eine einsichtige Bundesregierung davor bewahren!

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Fuscipes 30.07.2019, 15:10
107.

Zitat von Faceoff
Die Anfrage bietet evt. die Möglichkeit, Trump zur Vernunft zu bringen. Wie wäre denn eine Antwort in der Art: "Die Europäer sind gewillt, sich an einer Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Dies kann aber nicht allein durch eine militärische Mission erfolgen, sondern muss politisch flankiert werden. Daher muss parallel das durch Amerika gekündigte Atomabkommen (evt. schrittweise) wieder in Kraft gesetzt werden." Dass solch eine Antwort beim "stabilen Genie" auf Begeisterung stieße, ist zwar nicht zu erwarten, aber der schwarze Peter läge dann wieder dort, wo er in diesem Fall tatsächlich hingehört: Im Weißen Haus.
Klartext heißt nein, und das braucht man nicht diplomatisch verschwurbeln, mitteilen das eine politische Lösung erwartet wird.

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urbanism 30.07.2019, 15:11
108. Was haben denn die bereits bestehenden Beteiligungen..

Was haben denn die bereits bestehenden Beteiligungen in Afghanistan und Mali gebracht? Nichts!! Jedem müßte klar sein, dass ein Krieg mit dem Iran, die Gegend restlos in Chaos stürzen wird. Deutschland sollte endlich Flagge gegen Donald Trump zeigen. Wer aus der Ferne gegen Donald Trump wettert, sollte auch soviel Mut haben, die Gefolgschaft zu verweigern. Oder hat man etwa Angst vor Sanktionen??

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taglöhner 30.07.2019, 15:13
109. Pi * Apfel = Wetterbericht

Zitat von draco2007
Und woher kommt die Notwendigkeit die Straße von Hormus abzusichern? Richtig, durch das einseitig gebrochene Atom-Abkommen... Ohne diesen Bruch gäbe es überhaupt keine Notwendigkeit irgendwas abzusichern. Also ganz einfach: Die USA nehmen die Sanktionen zurück, halten sich wieder an das Abkommen und Trump entschuldigt sich öffentlich vor laufenden Kameras für seine Idiotie. Schon braucht es keinen Militäreinsatz mehr.
Wie alt ist der Kapitän? Bestechende Logik.
Erklären Sie mal bitte den Zusammenhang zwischen ein par Zentnern Nuklearmaterial und den Schiffahrtswegen für ein Viertel der Welterdölhndels.

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