Forum: Politik
Iran-Konflikt: USA versetzten Truppen in erhöhte Alarmbereitschaft
Delil SOULEIMAN/ AFP

Laut den USA ist die Bedrohung durch von Iran unterstützte Kräfte in der Golfregion gestiegen - die amerikanischen Streitkräfte haben deshalb ihre Alarmstufe erhöht. Die Einschätzung teilen aber nicht alle Verbündete.

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General Ripper 15.05.2019, 14:02
70. Demokratieverständnis

Zitat von thomas_linz
Sie meinen, in der jetzigen Verfassung ist die USA eine Demokratie? Ich hab selten so geheult wie gerade eben. Wenn die Trumpeladministration eine Demokratie ist, dann war es die DDR erst recht. Ein Honnecker haette Nukleartechnologie ganz sicher nicht an der Volkskammer vorbeischmuggeln koennen. Nur weil auf dem Papier Demokratie steht, muss noch lange keine drin sein.
Sie scheinen mir ein recht merkwürdiges Demokratieverständnis zu haben. Donald Trump ist der vom Volk frei gewählte Präsident der USA und möglicherweise wird er bereits 2020 auch wieder abgewählt. Ein Land hört nicht auf, Demokratie zu sein, nur weil einem die Politik oder das Personal der aktuellen (frei gewählten) Regierung nicht gefällt. In der Tat hat der US-Präsident als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte umfangreiche Befugnisse, meines Wissens auch im Hinblick auf den Einsatz von Nuklearwaffen. Das hat jedoch nichts mit der "Trumpeladministration" (wirklich lustig, gähn), sondern der verfassungsmäßigen Ausgestaltung des Präsidentenamtes zu tun. Ihr Vergleich mit der "DDR" zeugt im Übrigen von Ihrer Unkenntnis der dortigen politischen Strukturen im Allgemeinen und der Rolle der "Volkskammer" im Besonderen.

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thomas_linz 15.05.2019, 14:13
71. Als ehemaliger

Zitat von General Ripper
Sie scheinen mir ein recht merkwürdiges Demokratieverständnis zu haben. Donald Trump ist der vom Volk frei gewählte Präsident der USA und möglicherweise wird er bereits 2020 auch wieder abgewählt. Ein Land hört nicht auf, Demokratie zu sein, nur weil einem die Politik oder das Personal der aktuellen (frei gewählten) Regierung nicht gefällt. In der Tat hat der US-Präsident als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte umfangreiche Befugnisse, meines Wissens auch im Hinblick auf den Einsatz von Nuklearwaffen. Das hat jedoch nichts mit der "Trumpeladministration" (wirklich lustig, gähn), sondern der verfassungsmäßigen Ausgestaltung des Präsidentenamtes zu tun. Ihr Vergleich mit der "DDR" zeugt im Übrigen von Ihrer Unkenntnis der dortigen politischen Strukturen im Allgemeinen und der Rolle der "Volkskammer" im Besonderen.
DDR Bürger weiß ich sehr wohl ein bisschen was ueber dieses Land. Den Kernpunkt meiner Aussage haben Sie natürlich weggelassen. Es ging um die Nukleartechnologie an Saudi Arabien, die mit scheinheiligen Winkeladvokatismus am Kongress vorbeilegitimiert wurde. Das halbe Trumpsche Umfeld wurde bereits aus dem Verkehr gezogen, bzw. sitzt langjährig im Knast. Uebrigens, Adolf Hitler wurde auch demokratisch gewählt. Wollen Sie deshalb Deutschland von 1934+ als Demokratie bezeichnen? Und um noch mal auf die DDR zu kommen. Auch da gab es jede Menge Alternativen, die man ankreuzen konnte. Zugegeben, die haben sowieso das gemacht, was die SED wollte. Mein Demokratieverstaendnis ist schon ganz ok, Alleine der glaube in die Demokratie ist durch Trumpel, Bolton und Co arg erschüttert und das vieler Amerikaner uebrigens auch.

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draco2007 15.05.2019, 14:22
72.

Zitat von General Ripper
Sie scheinen mir ein recht merkwürdiges Demokratieverständnis zu haben. Donald Trump ist der vom Volk frei gewählte Präsident der USA und möglicherweise wird er bereits 2020 auch wieder abgewählt. Ein Land hört nicht auf, Demokratie zu sein, nur weil einem die Politik oder das Personal der aktuellen (frei gewählten) Regierung nicht gefällt. In der Tat hat der US-Präsident als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte umfangreiche Befugnisse, meines Wissens auch im Hinblick auf den Einsatz von Nuklearwaffen. Das hat jedoch nichts mit der "Trumpeladministration" (wirklich lustig, gähn), sondern der verfassungsmäßigen Ausgestaltung des Präsidentenamtes zu tun. Ihr Vergleich mit der "DDR" zeugt im Übrigen von Ihrer Unkenntnis der dortigen politischen Strukturen im Allgemeinen und der Rolle der "Volkskammer" im Besonderen.
Ok, hier ein paar Eckpunkte für die Nicht-Demokratie in den USA:

- vom Präsidenten bestimmte höchste Richter (durch den Kongress abgesegnet, aber ohne Vorschlag nix Richter)
- gewählte Richter, die selbst für ihren Wahlkampf aufkommen müssen. Korruption vorprogrammier, passiert auch real.
- Gerry-Mandering
- regelmäßige Wahlbehinderung

Und nun zur Trump-Regierung:
- Notstand mit den Worten "I don't have to do this, but it is faster", also Notstand wo kein Notstand ist um den Kongress zu ignorieren
- Richter angreifen
- freie Presse als Volksfeinde bezeichnen
- 10fache versuchte Justizbehinderung ohne Konsequenzen, weil der Präsident ÜBER dem Gesetz steht
- Mnuchins Weigerung Finanzdaten rauszugeben, obwohl das Recht auf seitens des Kongresses ist
- schlicht grundsätzliche Weigerung mit dem Kongress zusammenzuarbeiten, wieviele Gesetze hat Trump bisher durch den Kongress bekommen? 1?
- Herrschen mit Executive Orders ( hat Obama auch machen müssen, dank Fundamentalopposition, ändert aber nix daran, dass das nicht so gedacht sein kann in einer Demokratie)
- erheben von Strafzöllen aufgrund "nationaler Sicherheit", was nicht stimmt, da hier von nationaler Sicherheit die Rede sein kann

Kurfassung: Die Gewaltenteilung oder "Checks and balances" funktionieren nicht annähernd so gut, wie die USA das immer behaupten. Ich würde fast sagen, sie funktionieren GAR NICHT.

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mostly_harmless 15.05.2019, 14:58
73.

Zitat von thomas_linz
Bis auf wenige Ausnahmen greift sich auch der gebildete Amerikaner an den Kopf. Die NYT ist nun mal leider eine Zeitung fuer Fortgeschrittene und so befürchte ich, dass das Verhältnis Pro und Contra an anderer Stelle diametral anders ausfällt.
Nun, am Ende des Tages ist es völlig irrelevant, ob sich irgend jemand an irgend ein Körperteil greift.
Relevant ist, dass es einen von der Mehrheit der Wahlmänner gewählten US-Präsidenten gibt, der (AFAIK) im Falle eines Angriffs auf die USA ohne Konsultation des Parlamentes einen Atomschlag befehlen kann. Und das sich so ein "Angriff" inszenieren lässt, haben die USA mehrfach bewiesen. Und das dieser Präsident ZUMINDEST morgens etwas wirr im Kopf ist, zeigen die Tweets des Mannes wohl mehr als deutlich.
Irgendwie muss ich gerade an das Video von "Land of Confusion" denken.

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Promethium 15.05.2019, 15:09
74.

Es ist der Iran der zündelt.

Das fing mit der Geiselnahme in der US-Botschaft an und zieht sich über den Bruch des Atomwaffensperrvertrages bis zur Drohungen die Straße von Hormus zu sperren durch.

Die USA haben Null Interesse an einem Konflikt mit dem Iran. Es sind die iranischen Theokraten die ständig den Konflikt mit den USA suchen.

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derjoey 15.05.2019, 15:32
75.

Zitat von Promethium
Die USA haben Null Interesse an einem Konflikt mit dem Iran. Es sind die iranischen Theokraten die ständig den Konflikt mit den USA suchen.
Meine Güte, die Aussagen des kriegswütigen Nationalen Sicherheitsberaters des Präsidenten wurden hier ja nun zweimal angegeben. Da ist ein wenig mehr als Null Interesse vorhanden, es mal so richtig krachen zu lassen. Angefangen haben am Ende aber sowieso immer die anderen, von daher ist es nicht verwunderlich, dass hier schonmal vorsorglich für Schuldzuweisungen geübt wird.

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g.eliot 15.05.2019, 15:36
76.

Zitat von manni0815
Was man seit zwei Jahren zwischen den Zeilen liest, nimmt nun Gestalt an. Hat die Welt nicht genug Probleme? Man wird den Gedanken nicht los, dass es Trump und seinen Schergen um die Destabilisierung Europas geht und er dafuer einen Krieg mit dem Iran riskiert. Amerika kann sich abgesehen von seinen Soldaten sicher fuehlen. Diese Politik ohne Ruecksicht auf Verluste war zu befuerchten.
Das ist auch meine Einschätzung: Ein Ziel ist Destabilisierung Europas. Parallel dazu laufen die Bemühungen, die europäischen Neofaschisten zu untertützen.

Ja, so wie Bannon das neulich auf CNN formulierte: Selbst bzgl. China steckt der Sinn des Handelskrieges darin, das System zu brechen, um in China das kapitalistische System einzuführen.

Das Ende 2017 skizzierte Nationale Sicherheitskonzept zeigt den Plan, wie die US im weltweiten Wettbewerb als Sieger hervorgehen, und es wird explizit vorgegeben, dass dazu jedes Mittel recht ist.

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heinz k 15.05.2019, 15:47
77. @74 Promethium

Botschaftsbesetzungen gabs erst letzte Woche !
Nein , nicht der Iran - es waren die USA !
Und hat der Iran jemals ein ziviles Flugzeug abgeschossen ?
Nein aber .... ?

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g.eliot 15.05.2019, 16:10
78. Trumps bunte Meinungspalette

Zitat von claus7447
Der liebe Donald beteuert immer, das er keinen Krieg wolle. Aber er lässt seine Vasallen alles tun um ihn auszulösen. Der Satz ." Wenn aber amerikanische Interessen angegriffen würden, dann würden sich die USA wehren." beinhaltet alles. Wo fängt es an, wo hört es auf. Bei einem bösen Blick, bei einem "fiktiven" Angriff auf den zu Provokation entsandten Flugzeugträger? Und liebe Trump Trolle: Donny hat schon mehr Menschen umgebracht mit Drohnen als anderen untergeschoben wird! Vermutlich hetzt Donny auch gerade den General Haftar auf für USA die visuellen zu sichern.
Trump hat im Laufe der Zeit so manches gesagt, und seine Fans haben das herausgepickt, was ihnen gefiel.

Schon während des Wahlkampfs hatte Trump etliche martialische Äußerungen gemacht. Er meinte z.B., dass das Schlimmste, was er am Irak-Krieg zu beanstanden habe bzw. der große US Fehler: Iraks Öl nicht zu nehmen. Er tönte: "I'd take the oil!" Dann meinte er noch, dass die großartigen Jungs von Exxon kommen würden und alles im Nu fixen würden.

Auch spielte er mit dem Gedanken, Japan, Südkorea und Saudi-Arabien atomar aufzurüsten. Jetzt lässt er heimlich und ohne Kongressgenehmigung Nukleartechnologie an Saudi-Arabien liefern, wie Reuters Anfang März berichtete. Das interessiert die Fans kein bisschen. Stattdessen schäumen sie nach wie vor wegen "Uranium One", eine durch Politifact als falsch eingestufte VT.

Darüber hinaus schloss Trump den Erstschlag gegen Nordkorea nicht aus.
Die Menschen würden ja nicht in seinem Land sterben…
#https://www.vox.com/world/2017/8/1/16075198/trump-lindsey-graham-north-korea-war
"If thousands die, they're going to die over there."

Dass Trump sich ohne Kongress-Genehmigung und trotz deren Verbots-Resolutionen, illegal am Jemen-Krieg beteligt, indem er die Saudis durch das US Airforce bei den Bombardierungen unterstützen lässt, ändert auch kein bisschen an der Meinung des überzeugten Fans, dass Trump ein Friedensengel sei, während Obama und HRC üble Kriegstreiber seien.

Trump hatte also für jeden etwas zu bieten. Was den überzeugten Fan auszeichnet ist, dass nachdem er seine Meinung gebildet hat, streitet er Trumps eigene Parallelmeinungen vehement ab, trotz Video-Aufnahmen und seriöser Medienberichte, und stempelt das ab als Fake News...

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g.eliot 15.05.2019, 16:26
79.

Zitat von Freund-der-Sonne
Trump sieht offensichtlich in den Europäern nur unfähige Schwächlinge, die er nicht ernst nimmt.
Trump sieht in jedem Menschen, der seine Meinung nicht teilt und ihm nicht schmeichelt, einen unfähigen Schwächling. Bestes Beispiel: General Mattis, der von ihm hoch gelobt wurde. Als Trump ihm würdelos kündigte, hieß es, Mattis sei doch kein "Mad Dog", wie sein Nickname unter den Militärs hieß, sondern nur ein "moderate dog" und eher wie ein Demokrat.

Ihr letzter Satz suggeriert, dass Trump Ihrer Meinung nach in dieser Hinsicht "der Starke" sei. Stärker als ein legendärer General, der nur einen Fehler hatte: Besonnenheit? Ich will hier keine laienpychologische Fernanalyse machen, die gab es hier geng. Nur so viel: Wenn Sie das so gemeint haben, zweifle ich an Ihrem Menschenkenntnis.

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