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IS-Strategiewechsel in Sri Lanka: Terror pur
Gemunu Amarasinghe/ AP/ DPA

Die Anschläge in Sri Lanka markieren einen Bruch mit den Mustern, die den "Islamischen Staat" einst groß gemacht haben. Sie zeigen die Gefährlichkeit, aber auch die strategische Planlosigkeit der gegenwärtigen Kommandoebene.

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Jöel L. 26.04.2019, 15:28
1. "IS" ist weder Islam noch Staat sondern Daesh

Die kriminelle Bande von Feiglingen, die durch hinterlistige Angriffe nach Macht und Einfluss strebt nennt sich selbst IS. Von ihren Gegnern wird sie Daesh genannt. In unserem Kulturkreis sollten sich die Medien normalerweise um unparteiliche Berichterstattung bemühen. Die freie Presse soll sich nicht auf eine Seite schlagen. Beim Daesh ist das etwas Anderes. Daesh schert sich nicht um links oder rechts, Russland oder USA. Daesh kämpft gegen unsere Kultur. Über Terroristen dieses Kalibers kann man nicht neutral berichten. Wenn man ausführlich über sie berichtet, verbreitet man die Botschaft, die sie verbreiten wollen und wird zu ihrem Komplizen. Deshalb sollte man "IS" Daesh nennen und nur sparsam über ihre Untaten berichten. Hintergrundberichte wie dieser hier sind wichtig und nötig. Berichte über Attentate sollten sparsam sein und sich auf das nötigste beschränken.

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b1964 26.04.2019, 15:31
2. Strategie?

Ich weiß nicht recht, ob dem religiös-fanatischen Terror eine ausgefeilte Strategie zugrundeliegt. Für mich es viel leichter nachzuvollziehen, wenn ich mich mit der dahinter stehenden Ideologie auseinandersetze. Wenn die jeweilige Ideologie den Selbstmörder, der "Ungläubige" in den Tod reißt, im Paradies dafür belohnt, erklärt das schon fast alles. Und die Anführer im Hintergrund repräsentieren diesen fanatischen Glauben ebenfalls. Sie erklären andere Religionen zum Feind, ja Todfeind. Dahinter steht jeweils die Erhebung des (eigenen) Glaubens zur absoluten Wahrheit. Mithin ist diese Art der Religion maximal intollerant. Das ist konsequent und findet immer eine gewisse Zahl von Anhängern, die bereit sind, bis zum letzten zu gehen. Als Mensch mit aufgeklärter (westlicher) Bildung ist das natürlich so ziemlich das absolute Gegenteil von der eigenen Erkenntnis. Aber man muss zunächst einmal hinnehmen, dass es viele Menschen gibt, die mit einem aufgeklärten Bild der Welt überfordert sind. Das fängt schon damit an, dass es einfach anstrengend ist, das es für fast alle Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens keine einfachen eindimensionalen Antworten gibt. Religiöser Extremismus bietet aber genau dieses einfach gestrickten Antworten. Wie will man sonst erklären, dass sich Menschen für Hitler, für den Tenno, für Mohammed und bisweilen auch für Jesus in den Tod haben schicken lassen oder auch heute noch gehen?

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nobody_incognito 26.04.2019, 15:55
3.

Zitat von b1964
Wie will man sonst erklären, dass sich Menschen für Hitler, für den Tenno, für Mohammed und bisweilen auch für Jesus in den Tod haben schicken lassen oder auch heute noch gehen?
Naja man hat sich für einen "Geist" von dessen Wahrhaftigkeit oder Mächtigkeit man überzeugt war geopfert oder besetzen und benutzen lassen. Ein Martyrium ist, wenn man für die Wahrheit stirbt, für eine andere "Sache" zu sterben tut man eher nur aus der Lust an Illusion. ;-)
Wenn es Märtyrer nicht gegeben hätte, hätte die Welt nie einen Fortschritt gemacht, bzw. der vermeintlich aufgeklärte Konfromismus den wir "leben" führt auch zu und in's Nichts. Sterben müssen wir alle eh, egal wie viele Jahre man sich an jeden Strohhalm klammert.

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adal_ 26.04.2019, 15:59
4. Heiligs Blechle

Zitat von b1964
Religiöser Extremismus bietet aber genau dieses einfach gestrickten Antworten. Wie will man sonst erklären, dass sich Menschen für Hitler, für den Tenno, für Mohammed und bisweilen auch für Jesus in den Tod haben schicken lassen oder auch heute noch gehen?
Aha, ein Sankt-Adolf-Experte. :-)

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Pollowitzer 26.04.2019, 16:00
5. IS reklamiert doch...

...jeden Affenfurz für sich um im Gespräch zu bleiben - meiner Meinung nach gibt es keinen IS mehr, nur noch ein Häuflein Gestörte die sich dafür ausgeben.

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vera gehlkiel 26.04.2019, 16:06
6.

Bedenklich, wenn die Sprache, sobald es um "den IS" geht, sofort reaktiv in Richtung "Krake mit tausend Augen und Millionen Gehirnen" oder dieser allfälligen "Terrorwelle nach perfide gezielt herbeigeführtem Dammbruch" rutscht. Und bei sogenannten "westlichen" rechtsradikalen Mördern der hochgeruestete irre Technikbastler, nur mit ein paar einschlägigen Idioten vernetzt, die Agenda dominiert. In gewissem Sinn ist aber auch Herr Breivik ein religiöser Fanatiker, wobei das Objekt seiner krankhaften Überhöhung halt eine total pervertierte Anschauung von "Nation" ist. Ob pervertierte Anschauung von Nation, Gott, Quantenphysik, oder was auch immer, ist jedoch für die Psychopathologie dieser krankhaft "idealistischen" Attentäter ganz bedeutungslos. Hier geht es immer um tödliche, sprich absolute Selbstablehnung. Die sich zu tödlichem allgemeinem Menschenhass durch jahrelanges "Erfahrungslernen", sprich indoktriniert werden, erweitert hat, um im kollektivierten Suizid fatalstmoeglich zu endigen. Mehr Schutz gegen sowas geht nur präventiv und damit nur dann, wenn wir den tödlichen Kreislauf, den beständig selbstverstärkend funktionierende Sprachmuster erzeugen, durchbrechen. Indem wir zu rein technisch neutraler Sprache wechseln, sobald es um Analyse gehen soll. Wir hätten es in der Hand, sind aber betriebsblind wie die Menschen zu Zeiten der Kreuzritter, sobald Trigger wie "die Moslems" die autoperpetuive Maschine von Wut und Gegenwut "erfolgreich" in Gang gesetzt haben. Diesen kleinen Cookie hat uns übrigens "der IS" eingepflanzt. Und von Maybrit Illner über Roland Tichy bis Markus Lanz funktioniert er bestens...

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citi2010 26.04.2019, 16:09
7.

Wie krank müssen Geister sein, die sich - obwohl das Leben gut zu ihnen ist - selbst in die Luft sprengen, wie die beiden Söhne und Ehefrauen?

Wahrscheinlich glauben die wirklich an den Unsinn von dem Paradies.

Ist der Teufelsprediger eigentlich auch explodiert?

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_gimli_ 26.04.2019, 16:10
8.

Die Gefährlichkeit und den grenzenlosen Fanatismus dieser religiös geprägten Menschen kann man gut daran ablesen, dass sie teils aus sehr gut situierten Verhältnissen stammen und trotzdem bereit sind, ihr Leben freiwillig zu beenden, wenn sie damit "Ungläubige" mit in den Tod reißen und meinen, ihrer Religion zu dienen. Das sind tickende Bomben, die man nicht kontrollieren oder überzeugen kann. Diese Gruppen würden ein Vermögen dafür ausgeben, in den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu kommen und sich mit ihren "Feinden" in die Luft zu sprengen.

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nobody_incognito 26.04.2019, 16:21
9.

Zitat von vera gehlkiel
Bedenklich, wenn die Sprache, sobald es um "den IS" geht, sofort reaktiv in Richtung "Krake mit tausend Augen und Millionen Gehirnen" oder dieser allfälligen "Terrorwelle nach perfide gezielt herbeigeführtem Dammbruch" rutscht. Und bei sogenannten "westlichen" rechtsradikalen Mördern der hochgeruestete irre Technikbastler, nur mit ein paar einschlägigen Idioten vernetzt, die Agenda dominiert. In gewissem Sinn ist aber auch Herr Breivik ein religiöser Fanatiker, wobei das Objekt seiner krankhaften Überhöhung halt eine total pervertierte Anschauung von "Nation" ist. Ob pervertierte Anschauung von Nation, Gott, Quantenphysik, oder was auch immer, ist jedoch für die Psychopathologie dieser krankhaft "idealistischen" Attentäter ganz bedeutungslos. Hier geht es immer um tödliche, sprich absolute Selbstablehnung. Die sich zu tödlichem allgemeinem Menschenhass durch jahrelanges "Erfahrungslernen", sprich indoktriniert werden, erweitert hat, um im kollektivierten Suizid fatalstmoeglich zu endigen. Mehr Schutz gegen sowas geht nur präventiv und damit nur dann, wenn wir den tödlichen Kreislauf, den beständig selbstverstärkend funktionierende Sprachmuster erzeugen, durchbrechen. Indem wir zu rein technisch neutraler Sprache wechseln, sobald es um Analyse gehen soll. Wir hätten es in der Hand, sind aber betriebsblind wie die Menschen zu Zeiten der Kreuzritter, sobald Trigger wie "die Moslems" die autoperpetuive Maschine von Wut und Gegenwut "erfolgreich" in Gang gesetzt haben. Diesen kleinen Cookie hat uns übrigens "der IS" eingepflanzt. Und von Maybrit Illner über Roland Tichy bis Markus Lanz funktioniert er bestens...
Alles was nicht Wahrheit ist, kann nur Illusion sein. So ein "Kampf" fußt in der "Wahrheit", dass Wahrheit und Erkenntnis unwichtig sind und nur die Macht zählt. Nun wird man nicht behaupten können, dass die westliche Welt frei^^ von Machtstreben und ein Muster an Transparenz und Wahrhaftigkeit wäre. Aber zumindest lässt man eine gewisse Wahrheitsoffenheit zu, vermutllich in der wahnhaften Gewissheit, dass es eh nichts bringt bzw. den Mächtien "gefährlich" werden könnte. Die Wahrscheinlichkeit ist auch zugegebener Maßen sehr gering, aber Gott wird auch mit "Wunder" gleichgesetzt, bzw. dann auch mit der Chaostheorie wonach der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Hurrican auslösen kann. ;-)

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