Forum: Politik
IS-Vormarsch in Syrien: Warum Kobane nicht fallen darf
AFP

Der "Islamische Staat" steht kurz davor, die syrisch-kurdische Stadt Kobane einzunehmen. Den Einwohnern drohen Folter und Mord. Die Untätigkeit von Amerikanern und Europäern ist unerträglich.

Seite 18 von 32
kogno 04.10.2014, 13:07
170. Die Unbelehrbaren

Es hieß auch: "Bengasi darf nicht fallen". Dann gab es nach dem Eingreifen der NATO einen blutigen Bürgerkrieg mit 600000 Toten und ebenso vielen lebenslang Verwundeten. Dieser Bürgerkrieg dauert auch ohne Gaddafi noch an und hat die ganze Region destabilisiert durch Waffen und Kämpfer. Und die Salafisten dominieren gegenwärtig ebenfalls in Libyen. Was passiert wäre, wenn die NATO nicht nur in der mit der Luftwaffe eingegriffen, sondern auch das Land besetzt hätte, kann man im Irak und Afghanistan sehen.
Man lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Gräueltaten der Salafisten und die Minderheiten, die sie bedrohen, blendet aber die ungleich größeren Verluste und Schäden aus, die ein Eingreifen der NATO mit Aussicht auf Erfolg mit sich brächte. Der wahre Menschenfreund sieht nicht auf die guten Absichten, sondern auf die unbeabsichtigten, aber sehr wahrscheinlichen Folgen. Man hätte den Bürgerkrieg in Syrien durch Verhandlungen beenden können, so argumentiert Syrien- und Irakkenner Patrick Cockburn, wenn man nicht den Abgang Asads zur Vorbedingung gemacht hätte, einer ganz unrealistischen Forderung, zumal Asad selbst auf seinem Tiefpunkt noch 13 von 14 Provinzhauptstädten beherrschte. Jetzt hat man auch wieder ein Konzept, das auf eine humanitäre Katastrophe angelegt ist, nämlich "moderate Kräfte" zu bewaffnen und sie aus der Luft zu unterstützen. Dabei ist die große Mehrheit der kämpfenden Opposition gegen Asad salafistisch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Duzend 04.10.2014, 13:08
171. Es geht ja auch weder um die Kurden noch die Jesiden

Zitat von girgl_by
Der Artikel versucht sich der Wahrheit zu nähern. Die Lage für die Kurden in Kobane ist entsetzlich, sie stemmen sich verzweifelt mit 100$-Flinten gegen das bevorstehende Massaker und wissen um Chancenlosigkeit und bevorstehenden Tod. Assoziationen mit Sagunt im 2. punischen Krieg und an den Warschauer Aufstand drängen sich auf. Aktuelle Berichte im Netz sprechen von nächtlicher Materialübergabe an den IS durch türkische Armee-Einheiten. Auch wenn diese Quellen ungesichert sind, scheint es so, als spekuliere Erdogans Reg. - trotz Solidaritäts-Heuchelei - auf die Vernichtung der belagerten Kurden. Eine Einkesselung der Belagerer der IS wäre mit einem schnellen Panzervorstoss in diesem Gelände eine militärische Grundübung, auch für eine Armee wie die türkische. Eine Vernichtung der IS-Panzer aus der Luft - mit den richtigen Flugzeugen - wäre Standard-Repertoire des Westens. Die Situation ist beschämend und trostlos.
Unlängst hat Alan Sabrosky sich dazu zu Wort gemeldet: Die Jets der USA kurven über Syrien, vor allem um Infrastruktur, die für Assad wichtig ist, zu zerstören. Sein Land soll unregierbar werden. Er muss gestürzt werden.

Zu "Who or what is ISIS and who is behind it?" empfehle ich, sich beim Corbett Report zu informieren. Vieles an ISIS ist "fake" oder "PsyOps". Aus der vermeintlichen Richtigkeit des Zwecks aller Aktionen sollen dann im Nachherein alle Gräueltaten gerechtfertigt werden. Kann man ja hier im Forum auch schön sehen: Der Schwerpunkt der Diskussion rückt ganz schnell ab vom Leiden der Kurden zu den Interessen der Europäer, Amerikaner und eben der Assads und Ghaddafis und wie sie alle heissen. Deren Schicksal ist besiegelt, und viele finden das auch noch richtig.

Dabei geht es hier vor allem auch um eines - und vielfach klang das ja auch schon an: Die Grösse und Wirkung auf alles Leben dieses Krieges soll vor allem von seiner schier unendlichen Länge ausgehen. Nur im endless war kann man nach Orwell'schem Muster eine Gesellschaft mit Weltregierung zurechtzimmern, und nur darin können die USA nicht in eine Eposche des ganz normalen Friedens überführt werden. Das Gefühl, 9/11 sei erst gestern passiert und könne morgen schon wieder passieren, muss unter allen Umständen wachgehalten werden. Bei einer Unterbrechung von, sagen wir, fünf Jahren, würden so viele Details innerhalb neuer Untersuchungen dazu an die Öffentlichkeit gelangen und es gäbe eine breite gesellschaftliche Selbstwahrnehmung, strukturelle Veränderungen hart aber herzlich angehen zu können, dass die USA, Arabien und evtl. auch Israel so, wie wir sie die längste Zeit kannten, Geschichte wären.

Wenn man sich jetzt fragt, wem das womöglich nich passen könnte, dann weiss man auch, wer ISIS finanziert und beliefert und man weiss auch, gegen wen man stattdessen kämpfen und wen man aufhören zu beliefern müsste.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
LOWES 04.10.2014, 13:08
172. Frankreich

Die beeindruckende Intervention der Franzosen in Mali gegen eine zwar schlechtere gerüstete, aber sehr ähnlich motivierte Mordbrennertruppe verleitet mich dazu, dass in ähnlicher Weise eine von den Franzosen geleitete Bodenintervention von türkischem Boden aus begonnen wird. Die USA sollten sich nach dem Irak-Debakel raus halten.
Für Kriege gibt es zudem keine Logik, nicht mal eine diabolische.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
insideman 04.10.2014, 13:08
173. wieso

Sunniten gegen Shiiten, Radikale gegen Gemäßigte, Syrische Armee gegen irakische Milizen, IS gegen gemäßigte Anti Assad Kämpfer, Kurden gegen IS... unterm Strich tobt ein Glaubenskrieg unter Arabern. Gewinner ist der Westen. Das erklärt die Untätigkeit und die Zurückhaltung. Man fährt besser damit auf Zeit zu spielen, beide Seiten über Mittelsmänner mit Waffen zu beliefern und abzuwarten bis sich alle gegenseitig geschwächt haben. Durch den Wegzug der radikalen Salafisten und Islamisten die aus Europa nach dort in den Krieg ziehen, hat man sich das Problem der radikalen im eigenen Land entledigt. Diese können nie wieder zurück. Die wenigen die dort überleben entzieht man den Reisepass und macht sie staatenlos. So bleiben sie ihrem Schicksal in der syrisch-irakischen Wüste überlassen. Lasst sie ihren Glaubenskrieg führen. Europa und die westliche Welt wird dadurch stärker denn je.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wolfjuergendeckert 04.10.2014, 13:12
174. Kampf gegen IS

Wenn die Stadt belagert wird, weiß doch jeder, wo die Belagerer ihre Stellungen haben. Ich verstehe nicht, warum es bei der heutigen Technik, über die insbesondere die USA verfügen, es nicht möglich ist, diese Belagerungsstützpunkte innerhalb von Stunden auszuschalten. Warum werden hier keine Drohnen eingesetzt, mit denen man doch Ziele punktgenau treffen kann. Zudem ist das Gelände viel übersichtlicher als das in Afghanistan.
Bei all dem Entsetzlichen, das die IS anrichtet, sollte man sich daran erinnern, dass vor einigen Jahrhunderten die
Christen im Namen Gottes Ähnliches angerichtet und sogar ganze Völker ausgerottet haben, entweder zwecks Missionierung oder des schnöden Mammons willen.
Ich bin der Ansicht, dass es auf der Welt viel friedlicher zuginge, wenn es keine Religionen gäbe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fehlerfortpflanzung 04.10.2014, 13:12
175. Die Amerikaner sind an allem schuld.

Zitat von christ2014
... für ein Unsinn hier verzapft wird! Die Amerikaner sind an allem schuld...? Nachdenken hilft! Dieses IS-Pack, das sich im 21. Jahrhundert wie im tiefsten Mittelalter verhält treibt ein böses Spiel, sonst niemand! .
Nein, die USA sind nicht an allem Schuld, aber an Vielem.

Erst haben Sie Sadam Hussein hochgerüstet und ihn gegen den Iran in Stellung gebracht. Dann ging unser Schweinehund seine eigenen Wege und wurde fallengelassen. Es folgten Irak-Krieg I und II und dann dieser unsägliche Maliki. Auch so eine Kreatur amerikanischer Ausenpolitik, der hat erst mal seine eigenen Leute bedient, das haben aber die USA irgendwie nicht gemerkt.

Aber natürlich haben auch die europäischen Staaten diese Suppe mit eingebrockt.

- Saddam Hussein
- Aassad
- Muhbarak,
- Gaddhafi,
- Ben Ali und wie sie alle heißen.

Alles ehemalige nützlich Freunde. Jetzt zahlen wir die Rechnung dafür.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kimba_2014 04.10.2014, 13:13
176.

Zitat von GoUSA
Es ist schon immer wieder erstaunlich, wieviele “Sesselstrategen“ aus Deutschland (also Einwohner dieser militärisch so gut ausgerüsteten und so kampferfahrenen Supermacht!) meinen, den USA oder deren Offizieren Ratschläge geben zu können! Deutschland und die Deutschen sollten sich mal schön mit militärischen Ratschlägen und Kommentaren zu unseren Maßnahmen zurückhalten! Einem Land wie Deutschland, militärisch das absolute Schlußlicht der Nato, nicht einmal ansatzweise fähig sich selbst zu verteidigen, steht es absolut nicht zu auch nur die geringste Kritik an den USA zu üben! Weltweit sind es die USA, sind wir (die Soldaten der USA) die einzigen, die gegen Diktatoren vorgehen, die bei großen Naturkatastrophen sofort willig und fähig sind zu helfen! Deutschlands “Beitrag“ besteht dann immer aus dummen Kommentaren, feigen Heraushalten und abwiegeln!
Da muss ich teilweise zustimmen. Deutschland kann militärisch nichts, nicht mal das eigene Land vernünftig schützen, hat eine Luftwaffe, die nicht fliegt und Panzer, die nicht fahren.
Gleichzeitig aber dicke Backen nach Moskau machen und sich als Großmacht aufspielen, dazu noch andere kritisieren und sich als Bessermenschen moralisch überlegen fühlen.
Mal sehen, ob sich IS durch Stuhkreise oder Sozialarbeiter aufhalten lässt.
Da sind die Friedensapostel nämlich mit dem Latein am Ende.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
LOWES 04.10.2014, 13:13
177. Zu G.W. Bushs unseligen Zeiten....

Zitat von strukturalismus
Ich glaube ja, dass die Amerikaner absichtlich "nur" die Ölfelder abgeschossen haben und später wenn das ganze vorbei ist aus "anstand" die Dinger wieder aufzubauen und sich so wieder billiges Öl zu sichern. Im Grunde ist denen doch das ganze völlig egal. Nach den USA könnten sich da unten egal wer, die Köpfe zusammenschlagen, hauptsache sie profitieren davon. Wir Europäer tun im Grunde gar nichts, außer uns zu beschweren, wie wenig getan wird. Die Franzosen kümmern z.B. nur ihre früheren Kolonien wie Algerien und außer uns Deutschen und den Briten denkt wahrscheinlich kein Europäer an die Menschen dort unten.
...als Cheney die Quellen und das Ölministerium besetzten liess, mag Ihre Kritik treffend gewesen sein. Hier ist es anders gelagert.
Und was Sie zu den Europäern sagen ist auch falsch; Frankreich wäre bereit - bloss da ist der zwielichtige Erdogan mit seinem falschen Spiekl dazwischen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
torquemada13 04.10.2014, 13:17
178. Libyen ist doch die Blaupause für den ganzen Mist

Zitat von tränengas
ISIS ist ein inner-islamische und regionale Angelegenheit. Wenn starke islamische Regionalmächte wie Saudi-Arabien und die Türkei ungerührt bleiben müssen wir nicht eingreifen. Konzentrieren wir uns lieber auf die einheimischen Salafisten und das Flüchtlingsproblem. Die IS-Leute sind üble Killer, aber das sind die anderen Machthaber der Region auch. Sie drehen nur nicht so pefekte Videos. Dazu kommt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit hinterher sowieso wieder alle "dem Westen" die Schuld geben. Lybien lässt grüßen.
Und der Westen hat daran eindeutig die Schuld. Erst Ghaddafi jahrelang, freudestrahlend die Hand schütteln (siehe Obama, van Rompuy, Westerwelle, Aznar, Sarkorzy, Blair etc) und Milliardenschwere Geschäfte mit dem libyschen Machthaber abwickeln, sogar ein AKW wollte der französische Staatspräsident seinerzeit liefern. Und dann Ghaddafi von jetzt auf gleich verteufeln, das stinkt zum Himmel. Und dann auch noch humanitäre Gründe anführen. Das nimmt keiner den westlichen Staatschefs ab. In unmittelbarer Nähe, in Dafur gab es zuvor die wesentlich größere humanitäre Katastrophe und die hat keinen dieser westlichen Staatschefs interessiert. Und noch eins: Seit die Obama Administration die Russen und Chinesen mit der Libyen Resolution hinters Licht geführt hat, seitdem leben wir schon in einer bipolaren Welt. Seit 2011. Seitdem stehen Russen und Chinesen (ggf mit den BRICS) gegen uns.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
artis 04.10.2014, 13:24
179. ja die Politiker von

Europa sind Menschenverachtend, die schauen zu ob in Syrien, dem Irak, die Ebola in Afrika und, und, und. Wahrscheinlich hat die Wirtschaft kein Interesse daran und nach deren Pfeife tanzen die ja. Hier spielt nur genug Geld eine Rolle.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 18 von 32