Forum: Politik
"Islamgesetz"-Vorstoß: Spahnplatte, dünn beschichtet
DPA

Ein Sondergesetz für Muslime? Die Pläne, die in der Union für ein "Islamgesetz" herumgeistern, sind populistischer Unfug. Aber man ahnt jetzt, wohin die CDU eines Tages ohne Angela Merkel driften wird: nach rechts.

Seite 1 von 20
mostly_harmless 06.04.2017, 14:44
1. Öhm?

Lieber Herr Augstein, scheinbar haben Sie da was nicht mitbekommen: Die CDU hat gemeinsam mit der SPD das Asylrecht inhaltlich abgeschafft, wir schieben in Kriegsgebiete (Afghanistan) ab, und liefern an Kriegsparteien (Saudi Arabien) Waffen. Die Kunst von Frau Merkel ist also nicht, die CDU nach links geführt zu haben, sondern dem Bürger dies weisgemacht zu haben.

Beitrag melden
simie 06.04.2017, 14:47
2.

Wenn sich die Befürworter solcher Gesetzespläne wenigstens noch den Anschein geben würden auf dem Boden des GG zu bleiben und ein allgemeines Religionsgesetz anstreben würden, könnte man ja Teilen der Pläne noch durchaus zustimmen. Die Kirchen, egal welcher Koleur, müssten stärker in ihrem teils durchaus problematischen Wirken kontrolliert werden. So wie sich Span und andere äußern geht es jedoch nur um ein islamspezifisches Gesetz. Und das ist abzulehnen. Zum einen, weil es nur eine einzelne Kirche benachteiligt, zum anderen, weil es die nötige Kontrolle der anderem Kirchen dann vernachlässigt.

Beitrag melden
erst nachdenken 06.04.2017, 14:50
3.

Viel wichtiger und erfolgversprechender wäre eine verpflichtende staatlich anerkannte Ausbildung zum Imam für jeden, der in einer Moschee predigen will. Dann wird sich die Anzahl radikaler Hassprediger deutlich reduzieren.

Beitrag melden
go-west 06.04.2017, 14:55
4. Ja, es geht explizit um den Islam.

Und das ist richtig so. Weil es damit - im Gegensatz zu den anderen zitierten Religionen - erhebliche Schwierigkeiten gibt.

Beitrag melden
Matyaz 06.04.2017, 14:55
5. Verfassungslandschaft

Sollte diese Vorhersage zutreffen und die Union nach dem Abgang seriöser Figuren wie Merkel oder de Maiziere nach rechts driften, werden sie ein neues Feindbild bekämpfen: die Justiz. Zu beobachten jetzt schon in Polen, Ungarn und der Türkei. Dort haben rechte "Landschaftsgärtner" schon sehr weitgehende Arbeit geleistet.

Beitrag melden
jar.koz. 06.04.2017, 15:01
6. Hier ist ein Perspektivwechsel nötig, um das richtig einzuordnen:

"Das Perfide an Spahns Plänen ist, dass sie dem schlimmsten antiislamischen Ressentiment Vorschub leisten: dass der Islam gar keine Religion sei, sondern eine Ideologie."

Perfide ist das eigentlich nur, wenn man davon ausgeht, dass es bei den anderen Religionen anders ist. Letzlich ist doch jede Religion in erster Linie Ideologie. Welche Merkmale unterscheiden Religion und Ideologie? Richtig, keine.
Wer behauptet, andere Religionen seien keine Ideologien, ist hier das Problem.

Beitrag melden
ekel-alfred 06.04.2017, 15:02
7. Es wird Zeit

Es wird Zeit, das wir so langsam die Richtung wechseln. Linke Politik wird sich Deutschland auf Dauer nicht leisten können. Daran ist bisher noch jeder so gerichtete Staat zugrunde gegangen.

Beitrag melden
touri 06.04.2017, 15:04
8.

"Mit solchen Sätzen schürt Spahn die Angst vor dem Islam, die Phantasie, Millionen von Muslimen in der Diaspora wollten nach irgendwelchen mittelalterlichen Regeln der Scharia leben. Das ist abwegig."

Ich frage mich ob Herr Augstein sich schon einmal diesbezügliche Umfragen zu gemüte geführt hat. Der Anteil der Muslime in Deutschland, die sich die Scharia wünschen ist nicht gerade niedrig.

Beitrag melden
decathlone 06.04.2017, 15:04
9. Der Herr Spahn hat halt das Problem...

... einer formal christlichen Partei anzugehören, die immer noch ein großes Wählerpotential im christlichen Milieu mobilisiert. Was er fordern sollte, wäre ein komplett laizistischer Staat und die Verbannung von Religion aus der Öffentlichkeit und vor allem der Politik. So würde ein Schuh draus. Es kann keiner ein Interesse daran haben wegen einer im Mittelalter steckengebliebenen oder dahin zurückstrebenden Religion (dem Islam) alles das noch einmal durchzumachen, was unsere Vorfahren mit dem Christentum erlebt haben. Es lebe die Aufklärung, das Programm ist bekannt und da gehen wir keinen Schritt zurück! Es ist absurd das Leben im 21. Jahrhundert nach dem auszurichten, was in irgendwelchen zusammengewürfelten - teilweise offen rassistisch und bellizistischen - Büchern steht. Jeder kann im stillen Kämmerlein glauben, was er will, solange es keine negativen Auswirkungen auf andere hat. Letzteres ist aber nicht das Programm der meisten Religionen...

Beitrag melden
Seite 1 von 20
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!