Forum: Politik
"Islamgesetz"-Vorstoß: Spahnplatte, dünn beschichtet
DPA

Ein Sondergesetz für Muslime? Die Pläne, die in der Union für ein "Islamgesetz" herumgeistern, sind populistischer Unfug. Aber man ahnt jetzt, wohin die CDU eines Tages ohne Angela Merkel driften wird: nach rechts.

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spiegelneuronen 06.04.2017, 16:21
50. nach dem Start

Zitat von schwaebischehausfrau
ist es einfach an der Zeit, mal generell die Prinzipien eines säkularen Staates zu stärken und auch gesetzlich klarzumachen, wo "Religionsfreiheit" aufhört - nämlich exakt dort, wo sie gegen Gesetze verstösst. Und zwar für ALLE Religionen. Ansonsten können sich Muslime in der Tat "benachteiligt" fühlen. Der religiöse Fundamentalismus (konkret leider in seiner Ausprägung als Islamismus) ist seit Jahren für den Großteil von Terror-Anschlägen und kriegerischen Auseinandersetzungen auf diesem Planeten verantwortlich.
Nach dem Lesen der ersten Zeilen, war ich erfreut, dass endlich diese Diskussion genutzt wird um den Blick über den Tellerrand zu wagen und auch einmal bizarre Umstände, wie unser Kirchenrecht mitsamt Sonderregeln zu entflechten. -Diese Aspekte reichen bis in den strafrechtlich relevanten Bereich hinein. Beispiel Canisius-Kolleg Berlin mit Missbrauchsverdacht- Diese rechtliche Aufarbeitung läuft immer noch im Kirchengericht und beim Vatikan. -

Leider verengen Sie danach wieder den Blickwinkel - Es gehören umfassende Reformen in diesen Bereich - alle Religionen und Glaubensgemeinschaften betreffend.
Das was im Artikel genannt wird, sind populistische Wahlkampf-Verschlimmbesserungen zum Zweck der Parteiprofilierung. Ein immer wiederkehrendes Übel.

Ausbildung von Imamen mit staatlichen Gesetzen zu begleiten und zu regeln ist durchaus sinnvoll. Ebenso sinnvoll wie der Abbau einer separaten parallelen Kirchengerichtsbarkeit mit staatlichem Charakter innerhalb unserer christlichen Kirche.
Man sollte, wenn man den Terror unter extremistischen und radikalen Glaubens- und Religionsgemeinschaften glaubhaft bekämpfen will, nicht vor derartigen Überlegungen zurückschrecken.

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stoffi 06.04.2017, 16:21
51.

Zitat von frenchie3
Und laufend wird klargestellt daß zu einer Integration auch die Beherrschung der deutschen Sprache gehört. Und jetzt der Zirkus darum daß verlangt wird Deutsch zu sprechen? Gerade und speziell in Einrichtungen wo nachweislich ....
sebst wenn die Messe wieder wie früher in latein gelesen wird, so weiss jeder, das der Text immer der gleich ist

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ruhrpottprolet 06.04.2017, 16:22
52. Politischer Islam?

Wie kommt Herr Augstein darauf, dass es keine Muslime gibt, die nach bestimmten Regeln der Scharia leben wollen? Die Wahlen in Ägypten und Tunesien sowie Umfragen unter Muslimen im Nahen Osten zeigen sehr wohl,. dass es einen erheblichen Anteil gibt, der möchte, dass Teile der Sharia das staatliche Handeln prägen. Der politische Islam ist nämlich nicht auf eine Religion beschränkt, sondern hat einen politischen Anspruch. In Deutschland hatten wir bisher das Glück, hiervon weniger betroffen zu sein, da die bei uns lebenden Muslime bisher ganz überwiegend aus Ländern kamen, in denen es eine laizistische Tradition gibt (Balkan, Türkei, ehemalige UdSSR). Das wird sich durch den Zuzug von bis zu zwei Millionen Muslimen aus dem Nahen Osten natürlich ändern und mit einer größeren Anzahl von Menschen einhergehen, die den politischen Islam unterstützen. Afghanen sicher mehr als Syrer, aber auch in Syrer hat er mehr Anhänger als auf dem Balkan. Erdogans AKP geht ja auch bereits in gewisser Weise in diese Richtung und hat ihren Einfluss in Deutschland bereits gezeigt. Ob Spahns Vorschlag jetzt das gelbe vom Ei ist, ist zweifelhaft. Aber eine sachliche und differenzierte öffentliche Diskussion über das Verhältnis von Islam und Staat wäre durchaus sinnvoll. Je früher, desto einfacher ist es, die Herausforderung zu bewältigen.

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Bernd.Brincken 06.04.2017, 16:22
53. Qualität und Quantität

Der Islam ist aus mehreren Gründen von sich aus politisch bedeutsamer als andere Religionen oder auch Traditionen ethnischer Gruppen. Im wesentlichen ist das
a) der Trend der Politisierung aus den islamischen Ländern selbst, einmal sichtbar am arabischen Frühling, aber jüngst mehr durch einen Wahhabitisierungs-Trend fast im ganzen sunnitischen Bereich; sichtbar auch an der Türkei;
b) hohe Zahl der Moslems an der deutschen und wiederum Zuwanderungs-Bevölkerung. Da gibt es schon ein Umschwenken von Quantität in - politische - Qualität.
Eine Orientierung auch bei der Gesetzgebung an dieser spezifischen Lage macht durchaus Sinn, das kann ja auch im fördernden Sinne geschehen, etwa durch eine differenzierte Moscheen-Förderung, welche die Vielfalt der Strömungen berücksichtigt usw.
Umgekehrt wäre es leichtfertig, wenn Politik darauf nicht reagierte. Man muss sich schon sehr anstrengen, solche Ansätze als "rechts" zu marginalisieren.

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zeichenkette 06.04.2017, 16:23
54. Ein paar Regeln könnte man schon aufstellen

Nämlich z.B. dass Imame nicht von anderen Staaten oder Behörden anderer Staaten finanziert werden dürfen. Aber ansonsten ist das ein Pulverfass. Manchmal fragt man sich wirklich, ob solche Leute mit Gewalt die Bevölkerung spalten wollen. Kann schon sein, denn mit solcher Aufregung kann man vortrefflich von anderen Problemen ablenken, das funktioniert immer. Wer denkt schon an seine Rente oder die Bildung seiner Kinder, wenn er seine Nachbarn als Bedrohung empfindet? Teile und herrsche. Alter Trick.

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darkace82 06.04.2017, 16:25
55. Islam Gesetz...

Und da denkt man Trumps Einwanderungsideen seien verrückt. Hat einem Herr Spahn niemand mal ein Grundgesetz geschenkt? Bzw es erklärt? unglaublich.
Ich wäre sofort für eine Neuregelung von Kirche und Staat. Schutz aller Religionen aber Verbot ihrer Symbole, Kleidung usw in öffentlichen Gebäuden und Positionen. Predigt nur auf Deutsch? ok aber für alle. Verbot ausländischer Finanzierung? Oh da freut sich die katholische Kirche.
So ein Gesetz wäre dringend nötig ist aber völlig unrealistisch. leider. Ein Islam Gesetz braucht niemand.

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postmaterialist2011 06.04.2017, 16:26
56. Der Spahn mal wieder !

Nicht die hellste Leuchte an der Decke, tritt Spahn in die Fussstapfen des anderen gnadenlosen Populisten in der CDU, nämlich von Bosbach der dem klassischen Bild-Leser an den Lippen zu hängen scheint. Zudem widerlegt Spahn das alte Gerücht alle Schwulen wären besonders tolerant und aufgeschlossen. Ganz im Gegenteil, in der tiefsten Provinz aufgewachsen war er jahrelang der gute Schwiegersohn im Wahlbezirk und hat sich dafür in Berlin nach belieben ausgelebt. Solche doppelzüngigen "Politiker" brauchen wir wie das Hochwasser, nämlich gar nicht.

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Bondurant 06.04.2017, 16:29
57. Das macht man nicht

Zitat von moritz27
lesen Sie doch bitte erst mal die Bücher von Hamed Abdel-Samad,
in seinen Kreisen. Die Ausführungen dieses kenntnisreichen Ägypters, der zudem den Koran und die Hadithen im Original lesen kann, könnten Menschen mit seinem Weltbild erschüttern.

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askl 06.04.2017, 16:31
58. Ideologie?!

Wie, wenn nicht Ideologie, soll der Islam genannt werden, wenn die Sharia in Iran, Afghanistan, Jemen ... die Grundlage des Rechtssystems ist? Lieber Herr Augstein, in 2015 war ich in der Darnstädter Fitib-Moschee und habe den Imam zur islamischen Rechtsfolge für den Abfall vom Islam gefragt. Die Antwort kam promt und war kurz: Todesstrafe!
Und Sie, Herr Augstein, nennen das nicht Ideologie? Bitte ordentlich recherchieren, bevor Sie solche Kommentare ablassen!

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mostly_harmless 06.04.2017, 16:33
59.

Zitat von Bondurant
[...]ist Ihnen bekannt, dass es zum Glaubensinhalt jeden Muslims gehört, im Koran die wörtliche Rede Allahs zu sehen?
Tschuldigung, was sind das denn wieder für vollkommen sinnfreie Behauptungen Ein Muslim "muss" bezüglich des Koran genausso wenig igend etwas, wie ein Christ bezüglich der Bibel. Jeder Mensch ist frei, mit einem Buch so umzugehen wie es ihm gefällt.

Und der vornehmliche Charakter des Koran ist, dass sich jeder da das heraussuchen kann, was ihm gefällt.

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