Forum: Politik
Israelische Farce: Netanjahu gegen den Rest der Welt

Noch nie waren sich Juden und Araber so einig wie im Angesicht der iranischen Bedrohung. Doch Israels Regierung ignoriert diese einmalige Konstellation, hintertreibt die Friedensverhandlungen - weil ihr der Status Quo im Nahen Osten ganz recht ist.

Seite 1 von 9
Andree Barthel 16.03.2010, 13:36
1. *

Mich würde interessieren, wie lange man braucht, ein Bild, das den Inhalt des Aufmachers bekräftigt, ja hier gar noch verstärkt, zu finden. Wer hätte sich vorstellen können, dass Bibi so zornig sein kann? Ich jedenfalls nicht. Die reaktionären Siedler, die eine Minderheit darstellen, haben Israel in Geiselhaft genommen. Wie das Land da wieder herauskommen kann, weiß ich nicht. Schade, dass die Arbeiterpartei so schwach ist.

Beitrag melden
raka 16.03.2010, 13:45
2. .

Zitat von sysop
Noch nie waren sich Juden und Araber so einig wie im Angesicht der iranischen Bedrohung. Doch Israels Regierung ignoriert diese einmalige Konstellation, hintertreibt die Friedensverhandlungen - weil ihr der Status Quo im Nahen Osten ganz recht ist.
Und da soll der US-Präsident angeblich der mächtigste Mann der Welt sein. Lachhaft ...

Beitrag melden
harrold 16.03.2010, 13:50
3. Rechtsregierung

Zitat von sysop
Noch nie waren sich Juden und Araber so einig wie im Angesicht der iranischen Bedrohung. Doch Israels Regierung ignoriert diese einmalige Konstellation, hintertreibt die Friedensverhandlungen - weil ihr der Status Quo im Nahen Osten ganz recht ist.
Von einem Status quo kann man im Nahen Osten m.E. nicht wirklich sprechen, es ist eher das Leben wie auf einer Eisscholle oder auf einem abwärts treibenden Gletscher, es ist überall brüchig und alles andere als stabil oder statisch - in Friedenszeiten wie diesen. Am Horizont leuchten aber schon die Atombewaffnung des Iran und die nächsten Angriffe der Hamas.

Beitrag melden
harrold 16.03.2010, 13:53
4. Rechtsregierung

Zitat von sysop
Noch nie waren sich Juden und Araber so einig wie im Angesicht der iranischen Bedrohung. Doch Israels Regierung ignoriert diese einmalige Konstellation, hintertreibt die Friedensverhandlungen - weil ihr der Status Quo im Nahen Osten ganz recht ist.
Ich frage mich oft, wer in Israel eigentlich regiert?
Falls es eine der eigenen Bevölkerung eher abgeneigte Regierung ist, könnte ein weiterer Grund sein, wieso Israels Regierung die Friedensverhandlungen hintertreibt, die eigene Bevölkerung mit Angst zu kontrollieren. Ein Status quo wieder dieser dient nur Menschen, die vielleicht davon leben, dass andere in einem permanenten Bedrohungsgefühl leben - damit sie ihre eigenen Interessen ungeschminkt umsetzen können.

Andersgefragt: Dient irgendwem der Status quo?

Beitrag melden
MoonofA 16.03.2010, 13:54
5. Was soll diese Hypothese?

Zitat von sysop
Noch nie waren sich Juden und Araber so einig wie im Angesicht der iranischen Bedrohung.
Wo ist der Beleg für diese Hypothese?
Saudi Arabien und UAE haben sich gegen Sanktionen gegen Iran ausgesprochen. Syrien, Irak und der Libanon sind ebenfalls gegen Sanktionen. Krieg gegen Iran will kein arabisches Land, wohl aber Israel.
Eine Einigkeit kann ich da nicht sehen und schon garnicht in Bezug auf die besetzten Palestinensergebiete.

Beitrag melden
michael-michael 16.03.2010, 14:01
6. Aufschrei

Ich frage mich eigentlich was der SPIEGEL mit dieser "Israel-Hysterie" erreichen möchte.
Als es um die Ermordung eines Terroristen in Dubai ging, konnte man stündliche Meldungen über den wachsenden Druck auf Israel noch auf die Gier der Redaktion nach vermeintlichen Sensationen abtun.
Was die jetzige Situation betrifft, ist mir weder der Ton, noch die Aufmachung des Artikels verständlich. Das Moratorium des Siedlungsbaus, betraf nicht Jerusalem, woran weder die eifrige Kritik der Bundeskanzlerin noch die Position der SPIEGEL-Redaktion etwas ändern wird.

Beitrag melden
Saint_Jimmy 16.03.2010, 14:04
7. Netanjahu

Zitat von sysop
Doch Israels Regierung ... hintertreibt die Friedensverhandlungen - weil ihr der Status Quo im Nahen Osten ganz recht ist.
So ist es. Die Regierung Netanjahu hat kein Interesse an einer Verhandlungslösung. Bestenfalls kann sie sich einen Diktatfrieden mit einem palästinensischen Homeland (ein Gebilde, welches kein souveräner Nationalstaat wäre) vorstellen.
Dass die Regierung Netanjahu den langfristigen Interessen Israels schadet, wenn sie die amerikanische Nahost-Diplomatie so nachhaltig beschädigt, scheint ihr entweder nicht klar, oder aber egal zu sein. Evt. lässt es Netanjahu, gestützt auf entsprechende Lobby-Gruppen, auf ein Kräftemessen im amerikanisch-israelischen Verhältnis ankommen. Die AIPAC-Jahrestagung nächste Woche in Washington wäre wohl ein geeignetes Umfeld hierfür.

Dass Netanjahu ein doppeltes Spiel betreibt, wird immer deutlicher: Er bekennt sich zur Zweitstaatenlösung - und tut alles, damit diese nicht umgesetzt werden kann. Er verkündet einen Baustopp - dieser hat jedoch mehr Hintertüren, als ein Sieb Löcher. Er erkärt sich zu Friedensverhandlungen bereit - und stößt Verhandlungspartner wie Vermittler mehrfach vor den Kopf. Man muss Netanjahu künftig an seinen Taten messen, nicht mehr an dem, was er sagt.

Beitrag melden
seit1973 16.03.2010, 14:09
8. demütigende Arroganz

Es ist nahezu unmöglich geworden, diese einzige wirkliche Demokratie im Nahen Osten, dessen Gesellschaftsmodell mir 1000 Mal lieber ist als irgendein anderes in dieser Region, mit vollem Herzen zu unterstützen. Es ist diese unsägliche demütigende Arroganz der aktuellen israelischen Politik, die jegliche Perspektive für eine Zukunftsvision zerstört.

Beitrag melden
MoonofA 16.03.2010, 14:10
9. Stimmt das?

In dem Artikel steht:
"Das geht so weit, dass Saudi-Arabiens Außenminister gegenüber seiner US-Kollegin Hillary Clinton offen von der Notwendigkeit eines Militärschlags gegen Iran spricht. "

Wo soll er das bitte getan haben?
Die Anmerkungen des saudischen Aussenministers bei dem Clinton Besuch kann man hier nachlesen:
http://www.state.gov/secretary/rm/2010/02/136694.htm
"Our talks also considered the Iranian nuclear issue. The Kingdom reiterates its support of the P-1+5 or the 1+5 group to solve the crisis peacefully through dialogue, and we call for a continuation of those efforts. ..."
"Peacefully through dialogue" hört sich nicht nach einem Militärschlag an.
Der Minister rief zudem ausdrücklich zu einem atomwaffenfreien Nahen Osten auf. Gemeint waren damit natürlich Israel's Atomwaffen.

Beitrag melden
Seite 1 von 9
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!