Forum: Politik
Israels Drusen: Blutsbrüder zweiter Klasse
AFP

Die Kritik an Israels Nationalstaatsgesetz reißt nicht ab. Besonders die Minderheit der Drusen ist entsetzt. Selbst Kabinettsmitglieder fordern Premier Netanyahu zum Umdenken auf, der lenkt ein wenig ein.

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karin16 02.08.2018, 06:59
1.

„Im Gegensatz zu anderen nicht jüdischen Minderheiten leisten viele Drusen seit der Staatsgründung 1948 Wehrdienst, viele davon auch in Kampf- und Spezialeinheiten.“

Soweit mir bekannt, dürfen zu mindest die arabische Israelis keinen Wehrdienst leisten. Oder bin ich falsch informiert? Der Satz impliziert, dass andere nicht jüdische Minderheiten die Wahl hätten...?

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erwin9 02.08.2018, 07:07
2. Fehlentwicklung unter Netanjahu

Keine Frage, der Staat Israel ist alternativlos (um es mal mit dem jüdischen Filmproduzenten zu sagen , der kürzlich in Berlin 100 Jahre alt wurde), aber Kritik an politischen Fehlentwicklungen dort muss dennoch erlaubt sein. Das, was die Netanjahu Regierung da losgetreten hat, atmet leider den Geist der Apartheit. Es ist gut , dass sich Widerstand regt. Gerade Israel sollte doch gegen Abwertung und kulturelle (vielleicht bald mehr?) Unterdrückung von Menschenguppen eigentlich immun sein, deshalb kann ich den Kurs der Regierung nur schlecht nachvollziehen. Netanjahu tut mit seiner Politik schon längere Zeit Israel auf jeden Fall nicht gut. Seit Trump und seine christl. Fundamentalisten da noch mitmischen, bekommt das Ganze schwer bedenkliche Züge.

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power.piefke 02.08.2018, 07:17
3. beängstigend

die nationalistischen Entwicklungen in israel sind wirklich erschreckend. Israel ist grundsätzlich ein schönes land, immer eine reise wert. Aber derzeit warte ich nur noch darauf, dass arabische Israelis sich einen Halbmond aus stoff auf die brust nähen müssen.... die Menschheit lernt nicht....

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michael.mittermueller 02.08.2018, 07:31
4. Mal wird es Revisionismus genannt, mal etwa anderes

Und was ist mit den Kurden ? Auch Blutsbrüder zweiter Klasse ? Man verkauft ihnen heute, sie wären selbst halbe Israelis, wenn man die entsprechenden Artikel liest.
Oder den Russen, die ins Land geholt werden ? Wonach richtet sich die Politik Israels hier genau ? Mein Kampf auf Hebräisch, so wirkt das Ganze auf mich ! Alles genau so wie vor 70-90 Jahren. Nur mit einer neuen Verpackung. Mal wird es Revisionismus genannt und dann hat es wieder einen anderen Namen. Je nach Bedarf. Und immer führt es zu Vertreibung und Gewalt.

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miklo.velca 02.08.2018, 07:44
5. Nationalostisches Gesetz

Ja, es ist nationalistisch und ungerecht. Besonders Herr Erdogan regt sich richtigerweise auf, dass nur noch hebräisch Landessprache sein soll. Aber wie sieht es in der Türkei aus mein lieber? Wenn du das zu recht kritisierst, dann lass doch mal die kurdische Sprache als zweite Landessprache zu. Oder sprich es doch mal in deinem Parlament an. Mal sehen wieviele Herzinfarkte dann anstehen. Oder heb doch das kurdisch Verbot in Schulen im besetzten Afrin auf. Heuchler. Ebenso die arabischen Länder. Kritisieren zu recht so was, aber sind selbst noch schlimmer. Der Michel versteht das aber sowieso und vor allem interessiert es niemanden.

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husso797 02.08.2018, 07:50
6. Nennen Sie es beim Namen: ein Apartheid-Staat

Dieses Gesetz zementiert was für viele nicht-jüdische Minderheiten bereits zum Alltag gehört: Einschränkungen und Diskrimierung in allen Fronten. Wer nicht bei der IDF dient, hat in der Gesellschaft kaum Chancen. Arabische Dörfer können nur eingeschränkt bauen und werden kaum vom Staat unterstützt, und vieles mehr. Schade, dass westliche Länder und Medien das Problem nur sehr vorsichtig thematisieren. Es trifft nicht nur Drusen, sondern christliche und muslimische Minderheiten, und das gehört nicht zu einem demokratischen Staat.

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finchen0598 02.08.2018, 07:54
7. spannend

Das mit den Drusen war mir neu. Ich wusste bisher nur, dass sie im Libanon sind.
Das Gesetz soll ja die jüdische Identität stärken. Wenn aber die nicht jüdischen Bürger Israels dadurch benachteiligt werden wird es wieder zu vermehrten Protesten und Unzufriedenheit kommen. Das wiederum schwächt den Staat Israels als Ganzes. Deshalb kann man das Gesetz nicht als das sinnvollste ansehen.
Denn hier werden Religion und Staat wieder vermischt. Die Grenze zwischen Religion und Staat ist im Fall Israel sowieso schon bedenklich schwammig. Wenn jetzt das Judentum noch zur Staatsreligion gemacht wird, haben wir in Israel eine Theokratie wie im Iran.
Nach meiner festen Überzeugung sind Religionen (und zwar Alle!) das Problem. Da sich im Monotheismus Toleranz und Pluralität zwingend ausschließen, sollte man diese Religionen außen vor lassen.
Da es aber immer noch Menschen gibt, die ihre Religion ernst nehmen, wird sich am Nahostkonflikt nix ändern.

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daniel77b 02.08.2018, 08:00
8. Rechtsextremismus und Rassismus in Reinform

Das Nationalitätsgesetz ist historisch und von der Veranlagung her eindeutig zuzuordnen. Es diskriminiert in abwertender Weise Minderheiten und wer historische Vergleiche sucht, landet bei ganz weit rechten Regierungend und Ländern. Dass es in Deutschland keine kritische Diskussion dieses Gesetzes gibt, verwundert mich ein wenig, da normalerweise solche Tendenzen immer deutlich kritisiert werden. Die israelische Regierung hat es leider geschafft, dass fast jede Kritik am israelischen Vorgehen als antisemitisch gebrandmarkt wird, so dass kaum ein öffentlicher Diskurs hierzulande bzgl. des israelischem Rassismus zu Stande kommt.

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omanolika 02.08.2018, 08:02
9. Wir dürfen das!?

Mit so manchen Gesetzen,
sorgt man ja für Entsetzen,
wie gerade nun mit diesem,
doch offensichtlich "fiesen",
"Diskriminierungsrechtfertigungsschein",
das kann`s doch nicht sein!

Schon "Menschen zweiter Klasse",
ja aufgeteilt nach Herkunft, Rasse,
Religion oder "Volksangehörigkeit",
sollten bei einem sorgen für Streit,
der darunter, wie kein anderer, gelitten hat in der Vergangenheit.

Als Soldaten erfüllen die Drusen hervorragend ihren Zweck,
aber als Staatsbürger sind doch sie kaum besser als Dreck....

Deswegen rufen wohl manche laut Buh,
zum israelischen Premier Netanyahu...

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