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Israels Ex-Botschafter Primor: "Es muss endlich Frieden geben"

Wohlstand, Bildung, Demokratie - viel hat der Staat Israel erreicht. Die größte Herausforderung steht dem Land aber noch bevor: Frieden mit den Nachbarn. Ohne ihn ist das Ziel der Staatsgründer nicht zu erreichen, schreibt Avi Primor, Israels ehemaliger Botschafter in Deutschland.

petsche 10.05.2008, 02:40
1. Es muss endlich Frieden geben

Jahrzehnte lang war Arafat der Fuehrer des palaestinensischen Vertreibungswillens der Juden Meistbesucher des weissen Hauses.
Der mit seinen saudischen Geschaeftspartnern kunkelnde Herr Bush will den Juden mit der Gruendung eines Palistaates deren Feinde ins Haus holen. Unter solchen Umstaenden denken die Moslemaraber nicht im Traum daran ihre Judenaustreibungsgelueste aufzugeben. Wie kann so Israel jemals Frieden finden ??Derzeit sind die Kassamraketen gegen die sich die Israelis im US Interesse nur bedingt wehren duerfen der Ausdruck des Friedenswillens der Moslemwelt nachdem Israel den Gazastreifen geraeumt hat.

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PaulR 10.05.2008, 17:59
2. Die grösste Erfolgsgeschichte des letzten Jahrhunderts

Wie Primor schreibt und jeder, der sich mit der Materie befasst, weiss, sind die wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften Israels überwältigend. Es ist darin der gesamten arabischen Welt weit überlegen, einer Welt die mit ihrer Wirtschaft nur einen Bruchteil des israelischen Erfolgs erreicht - trotz ihrer unendlichen Uebermacht an Menschen. Doch wenn mittelalterliche Religion und damit verbunden Massenmord, Rassismus und Jihadismus die Prioritäten sind, ist Frieden nicht möglich. Was von Israel in seinen 60 Jahren aufgebaut worden ist, wäre vielleicht ohne Hitler in Deutschland, Frankreich, USA und andern westlichen Ländern entstanden - heute ist es ein Produkt Israels, das heute zur dieser modernen Welt gehört. Der Erfolg Israels als Staat und altneue Heimstatt des jüdischen Volkes wird aber erst dann gesichert sein, wenn es von der hasserfüllten, rückständigen, gewalttätigen arabischen und islamischen Welt akzeptiert wird. Das wird leider noch lange dauern und behindert nicht nur Israel, sondern noch weit mehr seine Feinde, die nicht begreifen wollen, wie Synergien zwischen Israel und seinen Nachbarn allen zu Fortschrift, Frieden und Wohlstand helfen könnten. Religion steht dem im Weg.

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ThorstenNYC 16.06.2010, 19:48
3. Konflikt zw. Theokraten und Rechtsstaatlern jeweils beider Seiten

Zitat von PaulR
Der Erfolg Israels als Staat und altneue Heimstatt des jüdischen Volkes wird aber erst dann gesichert sein, wenn es von der hasserfüllten, rückständigen, gewalttätigen arabischen und islamischen Welt akzeptiert wird.
Aber für den hasserfüllten, rückständigen und gewalttätigen Mikrokosmos der religiös-extremistischen Siedler gilt das genau so.

Hamas und (der harte religiöse Kern der) Siedler sind zwei Seiten derselben Medaille.

Der Konflikt besteht nicht zwischen Israel und den Palästinensern sondern zwischen den fanatischen Verfechtern von Gottesstaaten (Hamas und Siedler) auf der einen Seite und den Israelis und Palästinensern, die das Primat des Rechtsstaats über die Religion akzeptieren, auf der anderen Seite.

Niemand beschreibt das besser als Avraham Burg, Ex-Sprecher der Knesset und religiöser(!) Jude:
http://www.tagesschau.de/ausland/vid...neider102.html

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dilinger 16.06.2010, 20:09
4. t

Zitat von ThorstenNYC
Aber für den hasserfüllten, rückständigen und gewalttätigen Mikrokosmos der religiös-extremistischen Siedler gilt das genau so. Hamas und (der harte religiöse Kern der) Siedler sind zwei Seiten derselben Medaille. Der Konflikt besteht nicht zwischen Israel und den Palästinensern sondern zwischen den fanatischen Verfechtern von Gottesstaaten (Hamas und Siedler) auf der einen Seite und den Israelis und Palästinensern, die das Primat des Rechtsstaats über die Religion akzeptieren, auf der anderen Seite. Niemand beschreibt das besser als Avraham Burg, Ex-Sprecher der Knesset und religiöser(!) Jude:
Für Hamas sind alle Israelis Siedler. Die Charta macht da keine feine Unterschiede, alle müssen verschwinden oder sterben.

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ThorstenNYC 17.06.2010, 01:03
5. Hamas-Denke = Siedler-Denke

Zitat von dilinger
Für Hamas sind alle Israelis Siedler. Die Charta macht da keine feine Unterschiede, alle müssen verschwinden oder sterben.
Und für die fundamentalistisch religiös motivierten Siedler hat kein Palästinenser Anspruch auch nur auf einen Quadratzentimeter des »gesamten Heiligen Lands«. Nach der Lesart hat kein Palästinenser irgend etwas westlich des Jordans zu suchen.

Noch einmal: wo ist da genau der Unterschied?

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eikfier 17.06.2010, 12:49
6. sachliche Kritik ist essentiell

Zitat von ThorstenNYC
Und für die fundamentalistisch religiös motivierten Siedler hat kein Palästinenser Anspruch auch nur auf einen Quadratzentimeter des »gesamten Heiligen Lands«. Nach der Lesart hat kein Palästinenser irgend etwas westlich des Jordans zu suchen. Noch einmal: wo ist da genau der Unterschied?
...schon richtig! Wenn sich was ändern soll, muß man es
a) selber wirklich kompromißbereit wollen
b) den bisher nur blutigen Kurs beiderseits verlassen und in
Verhandlungen eintreten, die diesen Namen auch verdienen!

Avi Primor´s Aufsatz - er weiß als im Lande geborener Shabra,d.h. "außen stachelig, innen süß!", ganz wohltuend sachlich und informiert, wovon er spricht, ist lediglich in 2 Punkten zu widersprechen:

1.) Israel ist zwar ein bewundernswerter Staat, aber dieser ist nicht so demokratisch wie bei uns der Freistaat Bayern, denn ein Jude hat in Israel mehr Rechte als ein Nicht-Jude! Ein Katholik in Bayern aber trotz Kruzifix-Geschichte nicht mehr Rechte als ein Nicht-Katholik in Bayern. Weshalb Israel für mich eben nicht so "vollkommen" demokratisch ist wie offenbar für Avi Primor.
2.) Das Israelische Rückkehrergesetz ist überholt und vermauert den "ausländischen" Palästinensern die Zukunft in Israel.
Eine Lösung habe ich leider nicht parat, wollte Avi Primor nur mit sachlicher Kritik unterstützen.

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Christian Krippenstapel 17.06.2010, 19:59
7. Vice versa auch nicht besser!

Zitat von dilinger
Für Hamas sind alle Israelis Siedler. Die Charta macht da keine feine Unterschiede, alle müssen verschwinden oder sterben.
Ebenso, wie für Lieberman alle Palästinenser Hamas-Terrosisten sind. Das führt zu nichts und darum kann man Primor nur zustimmen: Es muß endlich Frieden geben! Grundvoraussetzung dafür ist die Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit einer echten Chance zu existieren und sich zu entwickeln. Das wird nicht augenblicklich zum Ende der Feindseligkeiten führen, aber bald werden die Radikalen hüben, wie drüben an Einfluß verlieren und irgendwann werden beide Seiten merken, daß sie gemeinsam besser fahren als gegeneinander - so wie die "Erbfeinde" Frankreich und Deutschland irgendwann zueinander gefunden haben.

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