Forum: Politik
Ist die Haltung Deutschlands zu militärischen Aktionen in Libyen richtig?

Bei dem Votum über die Libyen-Resolution im UN-Sicherheitsrat hat sich Deutschland enthalten. Die USA, Frankreich und Großbritannien hingegen wollen Diktator Gaddafi mit militärischen Aktionen stoppen. Finden Sie die Haltung der Bundesregierung gegnüber einem Militäreinsatz richtig?

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s.spier 23.04.2011, 18:09
1950.

Zitat von alfredoneuman
Dass Sie ein Faible für Gaddafi haben, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Sich deswegen nicht zu entblöden nach Beweisen für Gaddafis bösartige Kriegsführung verlangen, geht dann doch etwas zu weit - jedenfalls sehe ich das so.
Wenn Argumente und geforderte Belege fehlen, wird das mit Bekleidungen und Unterstellungen kompensiert.

Haben Sie die Lynch-videos von Bengasi gesehen? Alle in der Masse hatten ihre Handys und Fotoapparate gezückt um die öffentliche Folter auf ihre Speicher zu bannen.
Die Forderung nach Beweisen ist also durchaus legitim und ist noch lange kein Ausdrucke eines Faibles für Gaddafi.

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San Martin 23.04.2011, 18:15
1951.

Zitat von Holzauge
Gaddafis bösartige Kriegsführung? Naja... Führen Sie mal gutartigen Krieg! Noch dazu mit einem Gegner, der sich als Zivilist verkleidet und dann plötzlich doch das MG herausholt. Da ist sogar die Nato verzweifelt. Streng genommen sind die Rebellen nach der Haager-Landkriegsordnung allesamt Kriegsverbrecher. Nur mal so angemerkt.
Na ja, die Truppen von Gadaffi sind auch nicht blöd und machen das Gleiche.

Was sind eigentlich nach Ihrer Meinung "Soldaten" die von Schiffen aus, aus 800 km Entfernung, Drohnen Steuern, mit dem Joystick spielend, und das was sie glauben was der Feind ist (und es meistens nicht ist) zu dutzenden töten?

USA weiss schon warum sie den Internationalen Gerichtshof nicht anerkennen, denn dort würden sie zu hunderten Schlange stehen.

Feige Soldaten und nachher Rambofilmchen drehen. Das ist USA und die Verbündeten.

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neonknight_ger 23.04.2011, 18:22
1952.

Zitat von Peter Uhlemann
Ursprünglich ging es darum, ob Gaddafi eine Bedrohung für Deutschland darstellt. Mit der Binsenweisheit, dass Gaddafi ein Gewaltmensch sei, kam dann der "Mit-Forist" daher, wohl weil er vom eigentlichen Thema ablenken wollte.
Hr. Uhlemann, einer Diskussion in der Sache mit Ihnen bin ich noch nie ausgewichen - Sie sind es doch, der in der Regel kneift oder sich hinter billigen rhetorischen Mäzchen wie "alles Kriegspropaganda" versteckt.

Zitat von
Natürlich ist Gaddafi ein Gewaltmensch, einer von vielen auf dieser Welt. Gewaltmenschen gibt es nicht nur unter arabischen Despoten, die gibt es auch im "Westen", die Bush-Krieger sind ein schönes Beispiel dafür. Auch unter den libyschen "Freiheitskämpfern" wird es genügend Gewaltmenschen geben.
Ich gratuliere Ihnen zu dieser Erkenntnis. Was hatte ich geschrieben? Dass der Gewaltmensch Gaddafi von anderen "Gewaltmenschen", nennen wir Sie einfach mal so aus Ihrer Sicht, in Zaum gehalten wird - und nicht von Ihrer wohlfeilen Friedensrhetorik.

Zitat von
Allein die Tatsache, dass einer ein Gewaltmensch ist, rechtfertigt keine militärische Einmischung fremder Mächte.
Das sicherlich nicht. Der UN-SR begründet die Intervention mit der von Gaddafi angedrohten humanitären Katastrophe und den Gräueln, die seine Soldaten bereits verübt hatten.

Davon unabhängig wollen wir uns doch ausnahmsweise mal nicht hinter irgendwelchen Paragraphen verschanzen: Begrüßen Sie es denn nun, dass irgendjemand, sei es ein äußerer oder innerer Feind, den Gewaltmenschen auf dieser Welt Einhalt gebietet oder sind Sie dafür, diese gewähren zu lassen?

Das ist die Frage, der Sie in diesem Forum bereits bei der Diskussion über die Taliban ausgewichen sind und auf die ich auch jetzt nicht ernsthaft eine Antwort in der Sache erwarte.

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reniard 23.04.2011, 18:41
1953.

Clinton schließt militärisches Eingreifen aus
Sonntag 27.03.2011, 21:03
http://www.focus.de/politik/ausland/...id_612760.html

Die Situation in Syrien bleibt weiter angespannt, das autoritäre Regime von Präsident Assad schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. US-Außenministerin Hillary Clinton hat aber ein militärisches Engagement ausgeschlossen.
Die Gewalt in Libyen sei viel schlimmer gewesen, begründete Clinton am Sonntag in einem Interview mit dem Sender CBS ihr klares Nein zu einem Militäreinsatz in Syrien. Dort bombardiere niemand die eigenen Städte. Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi habe hingegen die Streitkräfte gegen die eigenen Zivilisten eingesetzt.


Syrien schiesst auf Demonstranten 22.4.2011 21:22
http://news.search.ch/ausland/2011-0...-demonstranten
Die syrischen Sicherheitskräfte sind erneut mit Tränengas und scharfer Munition gegen Demonstranten vorgegangen. Augenzeugen zufolge wurden mindestens 70 Personen getötet. Regierungsgegner … fordern den Rücktritt des Präsidenten Baschar al-Assad. …

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Die Situation in Syrien hat sich seit dem 27.3. geändert. Während in Libyen die Blutbad-Lüge erfunden werden musste, gibt es in Syrien hunderte Tote.
Im Gegensatz zu Libyen, wo Teile des Militärs zu den Demonstranten überliefen und der bewaffnete Bürgerkrieg begann, sind die Demonstranten in Syrien unbewaffnete Zivilisten.
Diese müssen doch laut Hilary/Obama/Sarkozy/Cameron usw. geschützt werden. Wo bleibt die Resolution?
Anmerkung: Mir geht es hier darum, die Inkonsequenz der „humanitären“ Betrachtung aufzuzeigen.
(Für mich sind die Vorgänge in Syrien dessen innerstaatliche Angelegenheit).

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lalü 23.04.2011, 18:47
1954. Ostern

Zitat von Jupp Koschkoweit
Dann fassen wir mal Ihre Argumente für die Libyer zusammen. Zunächst Mal hat man zum Demonstrieren die fertige Verfassung, demokratisch versteht sich, mitzubringen. Es kann ja keine Entschuldigung sein, dass Stauffenberg und Co ebenso wie die Leipziger auf den Montagsdemos auch keine demokratische Verfassung in der Tasche hatten. Es ist natürlich auch wenig originell einfach auf den fahrenden Revolutionszug der Nachbarländer aufzuspringen. Auch wenn wir Deutsche es 1830 und 1848 den Franzosen und 1918 den Russen nachgemacht haben. Ein internationales Eingreifen zu Gunsten der Aufständischen verbietet sich unter den vorliegenden Umständen selbstverständlich. Denn die oppositionellen Libyer gehören zu einem anderen Clan, wobei ihre Clanführer sogar schon zum Kaffee beim großen Revolutionsführer eingeladen waren, ohne dass dabei eine Tasse zu Bruch ging. Außerdem haben auch schon etliche Politikern aus dem bösen Westen vorbei geschaut. So schlimm kann Gaddafi also gar nicht sein. Ob die Beduinen Demokratie wollen, darf eh bezweifelt werden. Und wenn schon die arabischen Nachbardiktatoren nichts unternehmen, warum dann wir. Außerdem könnten sich die Syrer und Iraner beschweren, dass man ihnen dann nicht auch zu Hilfe kommt. Also schaut selbst zu, dass ihr besser davon kommt, als die in Srebrenica und in Ruanda. Ja, das Mitleid hier hält sich wirklich in Grenzen. Daran ändert auch Ostern nix.
Das Gaddafi ein Gangster, Folterknecht, Hasardeur und Diktator ist bezweifelt wohl niemand.
Das es eine Segen für das Libysche Volk ist wenn er entmachtet wird ist auch klar. Ich habe mich auch nirgends dahin geäußert dass ich gegen das Militärische Eingreifen in Libyen wäre.
Habe mir nur die Freiheit genommen zu schildern wie ich die Sache Libyen sehe.
Für mich ist wichtig, dass bei einer solchen Gemengelage wir nicht in diesen Befreiungskampf mit hineingezogen werden.
In Afghanistan haben wir alle Hände voll zu tun. Möchte darauf hinweisen das Tibet unter Chinesischer Fuchtel steht und da kommt auch keiner auf die Idee militärisch einzugreifen, obwohl im TV schön zu beobachten war wie die Chinesische Regierung mit den Befreiern umgesprungen ist. Es ist schön dass sich Demokratie in der Welt verbreitet, das zu Ostern.
Zum Thema aufspringen, geendet ist das ganze bei Adolf u. Stalin.

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Hans58 23.04.2011, 19:07
1955.

Zitat von San Martin
Zivilisten sind wieder im Visier der Nato. Es wird denen nicht besser gehen als diesen hier (solche nachsichten kommen täglich!)
Die Verknüpfung zwischen NATO und dem, was in Pakistan sich abspielt und eine reine US-Angelegenheit ist, ist mehr als unbillig.

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Hans58 23.04.2011, 19:14
1956.

Zitat von Hans58
Die "Falle" hat die Arab. Liga aufgestellt und von seinem Mitglied Libanon in den UNSR einbringen lassen.
Zitat von San Martin
Und jetzt soll Libanon schuld sein? Die konnten doch nicht anders weil sie Teil der Arabaischen Liga sind. Ob sie nun dafür oder dagegen waren ist Nebensache. Und Sie wollen uns weismachen dass die Nato in eine Falle fällt die die Arabische Liga aufstellt? ….
Ehe Sie refelexartig in die Tasten hauen, sollten Sie der Diskussion folgen und nachvollziehen, auf wessen Beitrag hin ich meine Erwiderung schrieb. Das war der Ausgangsbeitrag, bei dem der Forist offenbar ausblendete, wer die Resolution einbrachte und dass die NATO nicht in ein Falle derer getappt ist, die der Forist vorgab. Die NATO ist im Übrigen in überhaupt keine Fall getappt.
Zitat von carahyba
USA-UE-NATO sind in eine Falle getappt, provoziert von der Kriegsgier des Westentaschen-Napoleons. …!

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San Martin 23.04.2011, 19:26
1957.

"Libyens Regierung will nach eigenen Angaben die Armee aus dem umkämpften Misurata abziehen. Auch gefangene Soldaten bestätigten diesen Abzugsbefehl. Was von dieser Ankündigung aber genau zu halten ist, ist Rebellen und Beobachtern bisher unklar.

Um Misurata, Libyens drittgrößte Stadt, wird seit Wochen erbittert gekämpft. Die Stadt ist für die Aufständischen wichtig, weil sie im Landeswesten liegt, weit entfernt von ihren Hochburgen im Osten und schon durchaus in der Nähe der Hauptstadt Tripolis.

Vizeaußenminister Chaled Kaim sagte, man überlasse das weitere Vorgehen den Stämmen in der Gegend um Misurata. Diese würden mit den Aufständischen verhandeln oder bei einem Scheitern selbst gegen sie kämpfen. Die Truppen könnten in Misurata nichts mehr erreichen, seit die westlichen Armeen ihre Luftangriffe gegen sie flögen."

http://de.euronews.net/2011/04/23/li...nbar-abziehen/

Die Stadt ist leer. Keine Zivilisten.

Entweder kommt jetzt Gas Einsatz oder eben das was verkündet wird: Vizeaußenminister Chaled Kaim sagte, man überlasse das weitere Vorgehen den Stämmen in der Gegend um Misurata. Diese würden mit den Aufständischen verhandeln oder bei einem Scheitern selbst gegen sie kämpfen.


Wenn sich die Stämme zersplittern und anfangen unter sich zu kämpfen ist das eine gute Strategie. Erdölstrategisch ist Misurata nicht im geringsten.

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San Martin 23.04.2011, 19:34
1958.

Zitat von Hans58
Die Verknüpfung zwischen NATO und dem, was in Pakistan sich abspielt und eine reine US-Angelegenheit ist, ist mehr als unbillig.
Wie das mit den Drohnen abgeht kann jeder täglich nachlesen. Und Sie auch. Oder soll ich ich die täglichen Meldungen verlinken?
Und nun sagen Sie mir mal von wem die Drohnen in der Nato sind? Doch von der USA und von dieser gesteuert. Oder haben Sie Nachrichten dass USA aus der Nato ausgetreten ist?

Auch was in Pakistan/Afghanistan abgeht ist Natosache.

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reniard 23.04.2011, 19:48
1959.

Zitat von Hans58
Die Verknüpfung zwischen NATO und dem, was in Pakistan sich abspielt und eine reine US-Angelegenheit ist, ist mehr als unbillig.
Wenn sich die gesamte NATO (alle!) im NATO-Krieg in Afg http://edvan.fadeout.ch/ref/?custome...&wide=befinden, dann ist alles, was im Namen der NATO getan wird eine Angelegenheit der NATO.

Drohnen sind damit eine Angelegenheit der NATO, die Verknüpfung zwischen Pakistan, Drohnen und NATO/USA daher billig.

Dass die NATO vom Supreme Allied Commander Europe (SACEUR), dem militärstrategisch verantwortliche Oberbefehlshaber des Bündnisses für Operationen, immer ein Amerikaner, geleitet wird ist Ihnen ja bekannt.

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