Forum: Politik
Italien: Aufstand der Mamakinder
Claus Hecking

Es waren vor allem die jungen Wähler, die in Italien den Populisten zum Aufschwung verholfen haben. Warum stimmen sie für Feinde der EU? Ein Besuch an Roms ältester Universität.

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taglöhner 31.05.2018, 13:55
1. Zukunft der Kinder vervespert

Was haben die Schuldenrekordler denn mit dem ganzen Geld gemacht?

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misterknowitall2 31.05.2018, 13:57
2. Fehler

Und sie machen den Fehler populistisch Schreihälse zu wählen, genau wie bei uns, anstatt sich selber in der Politik zu engagieren und die eigenen Idee nach vorne zu bringen. Nein, sie wählen schlecht und warten auf den Messias. Der wird nicht kommen, dass ist sicher.

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Buggybear 31.05.2018, 14:02
3. Im Ausland...

Im Ausland arbeiten zu müssen, das hört sich gleich so dramatisch an.
Sie können innerhalb der EU frei ihren Arbeits- und Wohnort wählen und so davon profitieren, dass die Bedingungen in anderen Ländern besser sind. So ist das nämlich gedacht mit der Personenfreizügigkeit in der EU. Sie sollten allerdings eine Fremdsprache beherrschen.
Ich sehe das Problem eigentlich nicht ganz.

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oschn 31.05.2018, 14:02
4. Die nächste Hexenjagd!

Erst die Griechen. Aber dafür interessiert sich keiner mehr. Jetzt hat die deutsche Presse ein neues Opfer gefunden: die Italiener! Nein, nicht Italien, sondern speziell die Italiener!

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localpatriot 31.05.2018, 14:04
5. Aus Sorge und Zukunftsangst

Arbeitslosigkeitszahlen von 25 bis 40% sind erschreckend und sind ein Zeugnis für das Versagen der gesamten EU. Man kann sich nur beschränkte Gründe dafür vorstellen:
- Die Konstellation EU Marktwirtschaft plus das Euro Management
oder
- Die Struktur des gesamten Landes ist für die Zukunft der Einwohner einfach unzureichend.

Man mag der Regierung in Rom die Schuld in die Schuhe schieben, jedoch müssen die starken Wirtschaften einen Teil der Schuld mittragen, denn Italien ist nicht das Land welches sich durch frisierte Bilanzen in den Euro geschlichen hat. Italien war von Anfang an dabei und wenn Italien versagt, dann versagen auch Brüssel und Deutschland.

Man kann die Frust der Jugend und der Menschen allgemein verstehen und warum soll man für etwas stimmen welches ganz offensichtlich versagt hat. Es ist vernünftig eine andere Richtung zu suchen.

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Jo-achten-van-Haag 31.05.2018, 14:06
6. Ok

machen wir eine win win Situation. Holen wir doch ein paar "Gastarbeiter" aus Italien. Hat ja schon mal funktioniert. Allerdings wären die die jetzt kommen würden vielleicht etwas besser gebildet, wenn auch nicht ausgebildet, als ihre "Vorgänger" was ja nicht zum Nachteile gereichen sollte.

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joG 31.05.2018, 14:06
7. Ein grund wieso die Jungen....

..."die Feinde der EU" wählen ist sicherlich die Arroganz der EU Versteher, alle zusammenzukollektivieren als "die Feinde der EU", die die EU in seiner offensichtlich dysfunctionalen Form nicht mögen und zweifeln, dass man den EU Verstehern noch trauen kann. Gerade diese populistischen Phrasen wie "die Feinde der EU" entsetzen jeden, der sich mit der EU Verfassung und Verfasstheit der EU seriös beschäftig hat. Oder einen Minister abzulehnen, weil der Präsident pro immer engere Union und der Minister eine andere politische Meinung vertritt. Oder alle als "radical" oder "extremistisch" und "rechts" bezeichnen, die sagen der Euro wäre für eine Generation Italiener sehr schlecht gewesen und die Zukunft nicht besser wird. Das ärgert die jungen Leute und wir sollten aufpassen, dass diese Arroganz, Verlogenheiten und überhebliche Propaganda uns nicht übel auf die Füsse fällt.

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Commonlawyer 31.05.2018, 14:08
8. Nur teilweise richtig

Vieles im Artikel ist richtig. Was nicht stimmt, ist dass das Ausbildungssystem in Italien schlecht sei.

Als Deutsch-Italiener bin ich zwischen beiden Ländern aufgewachsen und kenne mich in beiden gut aus. Sowohl in Schule als Uni haben meine Freunde und Verwandte deutlich mehr Leistung erbringen müssen als in Deutschland. Das System ist nämlich konservativ und funktioniert nach der "alten Schule", sodass statt dem Erlernen von soft skills und Präsentationstechniken die Bildung im umfassenden Sinne (wie man sie fürher auch in Deutschland verstanden hat) vermittelt wird. Im Gymnasium machen auch gute Schüler 3-4 Stunden Hausaufgaben am Nachmittag - in Deutschland gehen Eltern auf die Barrikaden, wenn ihre Kinder im Rahmen von G8 ausnahmsweise mal bis 3 in der Schule sind. In den Ferien gibt es - im Gegensatz zu Deutschland - auch sehr viele Hausaufgaben zu erledigen (hängt wohl auch damit zusammen, dass sie 3 Monate lang sind).

Was immer auch irgendwelche Studien sagen mögen, Italiener sind sehr gut ausgebildet. Ich arbeite als Anwalt in London und trete in Kontakt mit Leistungsträgern aus vielen Ländern. In UK und USA sind sowohl im Bankenbereich als auch an den Spitzenunis überdurchschnittlich viele Italiener vertreten.

Das Problem ist nicht die Ausbildung in italien, sondern die Korruption. Es gibt unglaublich viele top qualifizierte Menschen, die aufgrund von Nepotismus nicht weiterkommen. Die gehen dann an die Max-Planck-Institute oder nach UK und USA. Aber zu sagen, dass italiener schlecht ausgebildet seien, stimmt keineswegs.

Ich frage mich mittlerweile eher in Deutschland, ob wir in Deutschland noch ein hohes Niveau erhalten. Vieles ist extrem praxisorientiert mit wenig Theorie. In Italien ist das Gegenteil der Fall. Sehr viel Theorie, wenig Praxis. Meiner Meinung nach lernt man Praxis jedoch schnell auch im Job, solide Theoriekenntnisse nachzuholen ist deutlich schwieriger.

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RalfHenrichs 31.05.2018, 14:08
9. Europafeinde?

Auch so ein Null-Begriff. M5S und Lega sind ebenso wenig gegen Europa wie die hier zitierten jungen Leute. Sie sind gegen eine bestimmte europäische Politik, die vor allem in Deutschland gemacht wird. Wenn sich aber immer mehr Europäer gegen diese Politik stemmen, sollte man dann nicht eher Angela Merkel als Anti-Europäerin bezeichnen? Ich denke ja.

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