Forum: Politik
Italien: Stilles Sterben, politisches Getöse
REUTERS

Es flüchten weniger Menschen über das Meer nach Italien, aber die Zahl der Ertrinkenden steigt. Schuld ist auch die italienische Regierung, sie verwehrt privaten Rettungsschiffen systematisch das Einlaufen in die Häfen.

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poetnix 08.07.2018, 22:40
1. Leergetöse

Politisches Leergetöse übertönt die Barberei des Sterbenlassens.
Und unsere Angstbeißer des Wohlstandes spenden Beifall.
Wahrscheinlich wird Humanismus bald zum Straftatbestand erklärt.

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kohlon 08.07.2018, 22:53
2. Ich verstehe es echt nicht.

"Am 2. September 2015 stiegen im türkischen Hafen Bodrum 16 Menschen in ein aufblasbares Plastikboot. Die meisten stammten aus Syrien, waren auf der Flucht vor Krieg und Islamisten-Terror - und wollten weiter nach Griechenland, nach Europa."

Sie waren wie geschrieben auf der Flucht vor Krieg .... in der Türkei angekommen.

Warum um Himmels Willen sind denn diese Menschen in ein seeuntüchtiges Plastikboot eingestiegen, um sich aus der bereits erreichten Sicherheit in der Türkei, Sicherheit vor Krieg und Islamisten Terror, in eine geografisch weit entfernte und riskant zu erreichende "andere" Sicherheit zu begeben?

Ich verstehe es echt nicht.

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PARLIAMENT 08.07.2018, 22:54
3. Unehrlich gut

Wer mit dem LKW Menschen über die Grenze bringt ist ein Schleußer und kommt in den Knast. Wer das Gleiche mit dem Schiff durchführt ist ein Retter.
Auf Sichtweite vor der Küste ankern und mit den nordafrikanischen Vermittlern das Procedere abklären ist edel. Auf der Straße prinzipiell das Gleiche tun ist verwerflich. Wo ist da der Sinn? Macht euch alle mal ehrlich bevor ihr hier etwas schreibt.

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jobus 08.07.2018, 22:56
4. Humanität

Nachdem die neue, populistische Regierung Italiens jegliche Humanität gegenüber den Flüchtlingen vermissen lässt, sie jedoch gerne zur Obsternte und ähnlichem, als Arbeitssklaven ausbeutet, sollte man sich ernsthaft überlegen, ob man unbedingt italieneische Waren und Produkte einkaufen muss.

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McTitus 08.07.2018, 23:06
5. Hauptsache jemand ist schuld,

dass man auch schön mit dem Finger auf den Verantwortlichen zeigen kann!
Genau deshalb funktioniert die EU nicht mehr!
Weil diese dämliche Regelung, dass Flüchtlinge in dem Land aufgenommen werden müssen, auf dessen Boden sie zu allererst ihren Fuss setzen, vollkommen realitätsfern ist!
Italien ist nicht in der Lage diese Regelung umzusetzen, weil diese zu tiefst unsolidarisch ist und die EU als Gemeinschaft Lügen straft!
Es muss eine Verteilung der Flüchtlinge auf die Mitgliedsstaaten geben, andernfalls wird die EU untergehen!
Mit dem Vorschlag, Auffanglager in den nordafrikanischen Staaten einrichten zu wollen, verhält sich Brüssel so, wie jemand, der Staub unter einen Teppich kehrt und dann behauptet es sei sauber!
Die Flüchtlinge verschwinden ja nicht, nur weil sie nicht nach Europa gelangen können! Und die Probleme, die die Flüchtlinge auf den Weg nach Norden drängen, werden so auch nicht gelöst!
Es war und ist immer noch so, dass europäische Politik gegenüber den Ländern in Afrika von Rassismus und Kolonialismus geprägt war und ist.
Diese Länder werden nach wie vor als Kontinent gleichgesetzt: in den Nachrichten hört man so oft: "Afrika" statt das die einzelnen Staaten um die es in dem jeweiligen Bericht geht namentlich genannt werden! Diese Ignoranz und die Unfähigkeit diese Länder als Handelspartner auf Augenhöhe zu akzeptieren und fair Handel mit ihnen zu treiben ohne den Menschen, die dort leben ihre Lebensgrundlage zu entziehen - diese Arroganz kommt jetzt wie ein Bummerang mit voller Wucht auf Europa zu gesaust!
Und das liegt einzig und allein an EU Politik im Allgemeinen!
Italien hat nur das Pech, dass es direkt gegenüber des nordafrkanischen Landes Libyen liegt und sich somit exakt in der Einflugschneise des Bummerangs befindet!
Warum sollte man das einem Staat vorwerfen?
Verglichen mit Ungarn, Polen und Österreich hat Italien in der Flüchtlingswelle geradezu heldenhaftes geleistet!
Das sollen die drei Staaten erst mal aufholen!

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rolf.scheid.bonn 08.07.2018, 23:11
6. Je mehr Hilfsschiffe ...

... vor Libyen kreuzen, desto eher wagen sich Asylsuchende auf die Boote. Je sicherer der Weg nach Europa erscheint, desto mehr Personen wagen den Weg über das Meer. Damit wirken die Retter wie Magneten auf die Migranten. Letztendlich sind sie damit die Helfer der Schlepper und mitverantwortlich für jeden ertrunkenen Toten. Wenn die Überfahrt dagegen aussichtslos ist, begibt sich niemand mehr auf den gefährlichen Weg. Von Australien wird das schon seit Jahren erfolgreich so praktiziert. Und die illegale Einreise über's Meer ist praktisch zum Erliegen gekommen (und übrigens auch das Geschäftsmodell der Schlepper). Vor Australien ertrinkt niemand mehr. Es ist also die einzig wirksame Methode, das Sterben auf See zu verhindern und damit die humanere Lösung. Erst wenn wir genau so handeln wie Australien, wird das Sterben ein Ende haben. Je früher diese Einsicht kommt, desto besser.

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neutron76 08.07.2018, 23:12
7. Die Entscheidung musste irgendwann kommen.

Wenn 1/3 regelmäßig von den NGO-Schiffen aufgesammelt werden, kann man durchaus von abholen sprechen, wenn die Schlauchboote, praktisch ohne realistische Chance aus eigener Kraft nach Europa zu kommen, in Libyen ablegen. Da bei den NGOs auch teilweise Flugzeuge zur Aufklärung benutzt werden, braucht es nicht viel Phantasie um nachzuvollziehen, dass Italien dahinter eine Masche vermutet.
Wahrscheinlich würden ingesamt eher weniger Menschen ertrinken, wenn weniger gerettet werden, weil dann weniger die Überfahrt wagen.

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Atheist_Crusader 08.07.2018, 23:16
8.

Können wir bitte endlich mal damit aufhören, Migranten und Flüchtlinge in einen Topf zu werfen? Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Flüchtlinge fliehen vor einer unmittelbaren Gefahr, Migranten wollen aus freien Stücken das Land wechseln (auch wenn gewisse Gefahren bei der Entscheidung eine Rolle spielen mögen). Es gibt internationale Abkommen die dazu verpflichten Flüchtlingen zu helfen - für Migranten gibt es die nicht.

Eben dieses Zusammenwürfeln zweier völlig verschiedener Motivationen hat zu der im Artikel beschriebenen Erschöpfung des Mitleids beigetragen. Wer Mitleid mit vom Krieg bedrohten Menschen hat, aber dann gesagt bekommt dass man dann ja auch Leute aufnehmen müsse die schlicht keine Lust auf Clanpolitik, Korruption, verkalkte Gesellschaftsmodelle und dergleichen haben, der fühlt sich sehr schnell ausgenutzt.

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Andreas J. 08.07.2018, 23:35
9. Verteilung

Ich bin sicher dass Italien auch wieder Flüchtlinge in ihr Land lässt sobald sich alle Staaten der EU zu einer Quote verpflichten und diese auch einhalten. Aber mittlerweile verweigert sich doch die Mehrheit der EU-Staaten einer solchen Lösung. Somit muss ich Italien in Teilen Recht geben. Sie können das alleine nicht stemmen und die Bevölkerung ist in großen Teilen dagegen.
Auch in Deutschland würde eine Aufnahme von Flüchtlingen aus dem EU-Umfeld ein Politiker nur überleben, wenn alle Staaten der EU mitziehen.

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