Forum: Politik
Italien-Wahl: Die blockierte Republik
AP/dpa

Italien droht ein Patt: Mitte-Links dominiert die Abgeordnetenkammer, die Anti-Europäer Silvio Berlusconi und der Ex-Komiker Beppe Grillo haben im Senat die Mehrheit. Schon ist von Neuwahlen die Rede.

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harry.50er 25.02.2013, 22:11
10. Erneuerung der politischen Landschaft

Kann nur zustimmen, hier hat das Volk gewählt und das Volk hat den politischen und den wirtschaftlichen Weg zu entscheiden, nicht die Parteiprominenz! Auch bei uns wären viele Entscheidungen anders wenn das Volk zu entscheiden hätte. Bisher zählt die Wählerstimme nur als Geldeinnahmegebühr zur Parteienfinanzierung und nicht zur Meinungsbildung. Wann werden wir einen Beppe Grillo haben? Ansätze hat es schon gegeben (Schill, Piraten) denen massenweise Protestwähler zulaufen. Parteien in dieser Form sind ein Auslaufmodell, wir leben in der Parteiendiktatur die von ganz wenigen Politikern in diesem Staat gesteuert wird

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catman40@web.de 25.02.2013, 22:12
11.

Zitat von Bambusratte
ist, wenn das Volk entscheidet und das italienische Volk hat entschieden. Gegen die EU und für die Demokratie. Das hat sehr wenig mit Berlusconi zu tun, sondern es ist eine klare Aussage, dass die EU Diktatur vom Volk nicht gewollt ist. Das sollten wir akzeptieren. Das sollte auch die Eurokraten zum Nachdenken anstatt zum schimpfen bringen.
das ist sehr wohl ein Bunga-Bunga-Problem, da der alte Mafia-Boss den Italiener alles Mögliche versprochen hat und die Italien mal wieder drauf renigefallen sind.

Italien entscheidet im diesen Jahr, wie es in Europa weitergeht!

lg
Harry

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hhasenbein123 25.02.2013, 22:12
12. Neuwahlen unvermeidbar

Neuwahlen sind wohl unvermeidbar... Das kennen wir ja, wenn ein Wahlergebnis nicht ganz EU-Konform ist. Da wird eben solange abgestimmt, bis den Hernn Barroso & Co. das Ergebnis passt. Die Iren haben's vorgemacht.

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michael2273 25.02.2013, 22:13
13. Italiens falsch gestartete Demokratie

Weil Italiens Intelligenzija sich einbildete, es sei schick, die Kommunisten zu wählen, konnten bzw. mussten die Christdemokraten mangels demokratischer Alternativen 45 Jahre an der Macht kleben bleiben, was für eine Demokratie einfach nicht gesund sein kann.

Italiens falsch gestartete Demokratie | Aron Sperber

Dabei bedienten die regierenden Christdemokraten ausgerechnet das Publikum, das sie ohnehin nicht gewählt hätte, das man jedoch – mit totalem Kündigungsschutz und allen möglichen anderen teuren Privilegien – trotzdem milde stimmen musste.

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patricco 25.02.2013, 22:20
14.

Zitat von ecopolit
Das gesamte Verhalten der Italienischen Politik, spezifisch der Wahlkampf verkörpern im Gesamten die Idealdefinition des Begriffes "grotesk". Die italienische Bevölkerung scheint den Ernst der Lage nicht zu erkennen, wenn ein solches Wahlergebnis resultiert. Inkompetenz und Politikverdrossenheit müssen die Gesellschaft prägen, anders ist ein Resultat dieser Art, in Form einer unfähigen Regierung, nicht zu erklären. Italien benötigt einen kompletten Strukturwandel.
wir haben sehr wohl den ernst der lage erkannt. wir sind nicht mehr bereit, die alten zustaende laenger hinzunehmen. wir sind nicht mehr bereit, uns laenger von der gier einiger weniger, von der internationalen finanzlobby & co, von bruessel, berlin ecc, beherrschen zu lassen.
ja, wir wollen einen strukturwandel. aber anders, als es die neoliberalen gerne haetten.

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exil-schwabe 25.02.2013, 22:31
15. Jetzt mal wirklich ernsthaft...

Wie ich das Titelbild für diesen Artikel gesehen habe, kamen mir sofort die Schlagworte "Madame Tussauds" und "Wachsfigur" in den Sinn. (Jaja, "Witzfigur" wär natürlich auch noch eine Möglichkeit – allerdings ist mir da eher zum Heulen zumute).

Daß Berlusconi etwas "nachhilft", mit Botox u.a., ist ja gemeinhin bekannt. Aber noch nie war es so deutlich wie in diesem Foto!
Super Bild! :)

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totalmayhem 25.02.2013, 22:35
16.

Zitat von sysop
Ex-Komiker Beppe Grillo
Aha, jetzt wo's nicht mehr komisch ist, ist er also Ex-Komiker.

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onravenwings 25.02.2013, 22:36
17. das...

Zitat von patricco
wir haben sehr wohl den ernst der lage erkannt. wir sind nicht mehr bereit, die alten zustaende laenger hinzunehmen. wir sind nicht mehr bereit, uns laenger von der gier einiger weniger, von der internationalen finanzlobby & co, von bruessel, berlin ecc, beherrschen zu lassen. ja, wir wollen einen strukturwandel. aber anders, als es die neoliberalen gerne haetten.
... ist verständlich. Aber... inwieweit sehen Sie denn einen WAndel, wenn man wieder einmal Berlusconi wählt oder einen Grillo, der für Chaos steht? Es wird sich nichts ändern, weil die gleichen gierigen, korrupten Politiker an der Macht bleiben werden. "Il mondo cambia e resta sempre uguale." (Oriana Fallaci). Dies wird wohl nicht nur die Italiener endgültig zu Fall bringen, leider und die EU wirds auch tangieren. Italien kann sich nur retten, wenn ein sozialer und struktureller Wandel stattfinden würde. Was sehen wir? Berlusconi und CO. Rette sich wer kann.

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ks82 25.02.2013, 22:37
18. Niemand möchte von Märkten regiert werden

Zitat von
Ist die Partnerschaft mit Monti schon nicht leicht, wäre eine mit den"Grillini", wie die Anhänger des Total-Oppositionellen Beppe Grillo in Italien genannt werden, kaum vorstellbar. Denn die glauben, dass Politik und Banken, Justiz und Unternehmen, die Bürgermeister und die Presse, kurz: das gesamte Establishment sich gemeinsam verschworen hat: gegen das Volk, die Kleinen, die Jungen.
Ein bißchen was wahres steckt in dieser Aussage doch. Es ist natürlich schwierig einzuschätzen, wohin das alles führt. Aber so ist das in einer Demokratie. Solange die EU (nicht Europa) solchen Zorn u.a. bei den Italienern hervorruft dann stimmt wohl etwas mit der EU (noch) nicht. Das mögen die Märkte zwar nicht, aber um die geht es eben auch nicht in einer Demokratie, sondern um die Menschen.

Ich kann mir die jetzige Konstellation auch als etwas positiv vorstellen: Die Gesetze macht ein EU Befürworter und die EU Kritiker haben die Möglichkeit diese zu blockieren. Alternativlose Vorwärts-Marsch-Marsch Kommandos gibt es damit erstmal keine mehr. Man wird miteinander reden müssen und auch die Probleme müssen dabei auf den Tisch. Gleichzeitig aber kann sich das Land aber auch nicht in sein Schneckenhaus zurückziehen und "Tschüss Europa" sagen.

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schropc3 25.02.2013, 22:39
19. ???

Zitat von hhasenbein123
Neuwahlen sind wohl unvermeidbar... Das kennen wir ja, wenn ein Wahlergebnis nicht ganz EU-Konform ist. Da wird eben solange abgestimmt, bis den Hernn Barroso & Co. das Ergebnis passt. Die Iren haben's vorgemacht.
Sie tun so als würden dunkle EU-Mächte die Einigung unter den gewählten Vertretern auf eine Regierungsbildung verhindern. Tatsache ist wohl eher, dass die Positionen eine solche Einigung unwahrscheinlich erscheinen lassen, weil die Schnittmenge zu klein ist. Demokratie kann eben auch zu solchen Pattsituationen führen.

Daraus jetzt die große Verschwörung zu wittern zeugt von einer bemerkenswerten Zweck-Schizophrenie: Selbst wenn Ergebnisse einer demokratischen Abstimmung zum Patt führen, wird die Notwendigkeit einer Neuwahl idiotischerweise als diktatorisch gewollte Zwangsmassnahme denunziert.

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