Forum: Politik
Italienkritik aus Deutschland und der EU: Mischt euch ein!
AFP

Vor dem Brexit haben die EU-Spitzen still gehalten, auch die deutsche Regierung - das Ergebnis ist bekannt. Im Ringen um die Zukunft Italiens sollten sie diesen Fehler nicht wiederholen, sondern Flagge zeigen.

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advocatus diaboĺi 02.06.2018, 22:35
1. Es ist höchste Zeit zu handeln

überall in Europa nehmen populistische Regierung zu: Tschechien, Polen, Ungarn, Österreich, Frankreich, Dänemark und jetzt besonders extrem in Italien. Die EU sollte eine Regelung finden, dass die Regierung einen Mitgliedslandes vom Europaparlament bestätigt werden muss. Im Gegensätzlichen Fall muss eben nochmals gewählt werden. Und falls dann immer noch keine Regierung vom Europaparlament bestätigt wird, sollte die EU das Recht haben, eine eigene kommissarische Regierung in dem betroffenen Land einzusetzen.

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oli69 02.06.2018, 22:53
2. Arrogant

zu meinen, die EU kann/soll sich in Länderpolitik einmischen. Wie viele Male gelesen, geht es dem Durchschnittsitaliener schlechter, seit der EUR eingeführt wurde, als vorher. Das einzige was die EU tat, war die Finanzindustrie zu retten und Subventionen zu sprechen, die irgendwo im Sand stecken blieben. Den Leuten auf der Strasse hat das nichts gebracht. Mit der Lira konnten sie noch abwerten und so wieder konkurrenzfähiger werden, das geht nun nicht mehr. Wieso will die EU das nicht wahrhaben ? Die Leute im Süden haben gemerkt, dass sie in eine Sackgasse gefahren sind und so weitermachen wird nichts bringen. Wieso sollten sie also Ratschläge von der EU annehmen ?

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curiosus_ 02.06.2018, 22:53
3. Ist doch klar, Anderen zu sagen...

...wen Sie als ihre Vertreter auszuwählen haben ist ein absolutes No-Go. Jede Gemeinschaft macht das in eigener Verantwortung, und nur so. Immerhin gilt in Demokratien, dass der Wähler der Souverän ist. Und nicht irgendwelche Außenstehende.

Allerdings gilt das selbstverständlich auch für die diversen Gruppen der Außenstehenden (z.B. die Franzosen, Deutschen usw.). Und wenn die Vertreter der einen Gruppe (Italien) nun von den anderen Gruppen (Rest-Euro-Zone) was wollen oder fordern dann gibt es eben, in freier Entscheidung, Klartext. Auch wenn vertragliche Zusagen (z.B. bzgl. des Stabilitätspaktes) gebrochen werden sollen. Das ergibt sich rein schon aufgrund des Gleichheitsgebotes und der Souveränitäts-Definition für Staaten. Das ist keine Einmischung in innere Angelegenheiten, denn das sind keine rein innere Angelegenheiten. Wenn diese das werden sollen (in freier Entscheidung), dann muss man eben raus. So wie GB.

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mr559 02.06.2018, 22:55
4. Exzellenter Artikel...

Aber man muss sich tatsaechlich auch Europaweit auf die Nase fassen dass die Populisten in Italien die Macht uebernehmen konnten. Sicher die Hauptschuld liegt im Sueden Italiens selbst, aber dass man sie 20 Jahre mit den Afrikanischen Fluechtlingen alleine gelassen hat, und dass der Euro fuer Suedeuropa nicht ganz so einfach war wie fuer den Norden, stimmt eben auch.

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gelbesvomei 03.06.2018, 23:00
5. Ich bin ganz sicher kein Freund Oettingers!

Im Gegenteil!
Aber sein Kommentar zum Wählerwillen der Italiener war (im Original) weder in Form noch in Inhalt zu beanstanden. Die Misstöne wurden durch einen "Reklametweet" der Deutschen Welle erzeugt. Dieser hatte Oettinger ein Interview gegeben. Was die Damen und Herren der Deutschen Welle auch immer geritten hat - das war dumm und destruktiv - aber war es unabsichtlich?

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andreas_schweiger 03.06.2018, 23:00
6. Und ob man sich einmischen muss!

Aber klar muss jetzt klar Stellung bezogen werden!
Es kann doch nicht wahr sein das jetzt im Jahr 2018 alles über den Haufen geschmissen wird was sich Europa über lange Jahre zähes Ringen erarbeitet hat! Eine gemeinsame Währung, Binnenmarkt, Grenzabbau und endlich Versöhnung nach den 2 grauenvollen Weltkriegen.
Man muss allen Schwarzsehern und Angsthasen mal die statistischen Wahrheiten zu gute führen damit die Wirklichkeit, das eigentlich seit Jahren alles sich zum besseren wandelt mal in die Köpfe wandert.
Aber leider reicht ein wenig Angstmacherei vor Menschen aus anderen Kulturen und es werden wieder faschisten gewählt, nichts anderes sind Afd, Front National und wie sie die Faranges dieser Welt nennen.
Der Brexit hat gezeigt wie schnell man ein ganzes Volk dazu verführen kann den falschen Weg einzuschlagen.
Ich kann mir eine Welt ohne geeintes Europa nicht mehr vorstellen und ich bekomme Gänsehaut wenn ich daran denke wieder in europäische kleinstaaterei zu verfallen.
Es ist 2018 und wir entwickeln uns zurück .... schade für die Menschheit....

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tacv2001 03.06.2018, 23:01
7. Ja dann mal los.

Nichts tut jeder Diskussion um Für und Wider mehr gut, als eine offene Debatte. Es darf auch gern auf allen Seiten ordentlich zugespitzt werden. Gut gemeinte Schmuseargumente und Kuscheldementies untergraben jede Glaubwürdigkeit. Es wird Zeit für einen politischen Diskurs, der weg geht vom akademischem Diplomatengeschwafel hin zum einfachen, aber klaren Wort, das die meisten Menschen auch verstehen. Dann werden wir sehen, wo die Mehr- oder Minderheiten wirklich stehen. Nur ein Europa, das die Menschen auch wirklich wollen, wird auf Dauer Bestand haben können.
Und ach, Rechtspopulisten und Linkspopulisten. Gibt es seitlich der Mitte nur noch Populisten? Und ist die Mitte nie populistisch? Liebe Journalisten, hört bitte auf mit der Bevormundung Eurer Leser durch belehrende Adjektivisierungen.

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ernstrobert 03.06.2018, 23:04
8. nur Mut, liebe Italiener, Ihr braucht die verhassten Deutschen nicht!

Das zentrale Problem der jetzigen EU ist, dass sie jede Menge Angebote macht, die Schuld bei anderen zu suchen. So kann eine Währungsunion nicht funktionieren. Es gibt keinen Konsens in grundsätzlichen Dingen. Und es wird kein Klartext geredet, sondern alle reden durcheinander, jeder darf mal ins Fettnäpfchen treten, auch wenn er Recht hat. Juncker rüffelt Oettinger, aber sagt und meint schießlich das gleiche. Das ist einfach nur dumm.
Die Nationalisten aller Länder sollen einfach mal zeigen, was sie können, und selbstverantwortlich ihre Bürger beglücken. Im letzten SPIEGEL steht, dass die privaten Vermögen/Kopf in Italien um einiges höher sind als in Deutschland, mit genauen Angaben.
Also Kopf hoch, liebe Italiener, nur Mut, Ihr braucht die verhassten Deutschen nicht!
Schließlich, wenn es keinen anderen Weg zur Selbstverantwortung gibt, ist eine Verkleinerung auf die regeltreuen Länder unvermeidlich und muss (über Nacht) durchgezogen werden, ohne lamento.

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adieu2000 03.06.2018, 23:06
9. Immer sind die Anderen Schuld

Am Brexit sind die Briten Schuld, und wenn Italien aussteigt, sind die Italiener Schuld. Das die EU sich reformieren müsste, so das Alle wieder dabei sein wollen, darauf kommt Keiner. Die Eu mit Herrn Junker ist reformresistent geworden.

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