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Italiens Polit-Hoffnung Renzi: Das Jahr des Verschrotters
REUTERS

Weg mit Italiens alter Politik-Garde, weg mit dem EU-Spardiktat - alles neu macht Matteo Renzi, junger Parteichef der Sozialdemokraten. Der Konfrontationskurs soll ihn an die Macht bringen, könnte sein Land und Europa jedoch teuer zu stehen kommen.

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relief 11.01.2014, 23:32
1. Irgendwann,

vielleicht liegt der Tag nicht allzu fern, wird auch unsere Politikerkaste einsehen, dass der € abgewickelt werden muss. Bei SPON scheint diese Wahrheit noch nicht angekommen zu sein.

Zitat: "Ein gefährlicher Kurs für Italien - und für Europa. Denn das Schicksal des Euro und damit vermutlich auch der EU entscheidet sich nicht in Griechenland oder Zypern sondern in Italien."

Implizit wird behauptet, "scheitert der €, dann scheitert Europa".

Der gefährlichste Kurs ist jedoch der, einfach weitermachen und mit immer mehr Geld versuchen, den € zu retten.

Der € kann nicht gerettet werden. Der € ist nicht nur eine Katastrophe für ALLE Länder, die ihn eingeführt haben. Er bringt zunehmend auch das europäische Haus in Gefahr. Es ist umgekehrt: Wenn Europa scheitert, dann WEGEN des €.

Die wichtigste Aufgabe europäischer Politik wird in den kommenden Jahren sein, den €-Verbund möglichst schonend aufzulösen, um den Verfall Europas aufzuhalten. Dass dies mit hohen Verlusten für Deutschland verbunden sein wird, darf nicht verschwiegen werden.

Den Politikern, die derzeit in D an den Hebeln der Macht sitzen, traue ich das nicht zu.

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"Armenhaus" 11.01.2014, 23:32
2. Alt+Neu = Alt

Also setzt man auf ein neues "Pferd" ..- Nun, es
wird nichts bringen bei den desolaten Zuständen!
Da es in meinen Bekanntenkreis ausreichend
denkende Azzuris hat welche zwischenzeitlich vom
"EURO -Faschismus" reden und nun nach Merkels
Berlin auch auf "Brüssel" und seine von Ignoranz geprägten und "von Wasser reden - Wein aber trinken" -Klerikerso was von die Schnauze voll hat sag ich jetzt schon mal Arrivederci EU(ro) ...-

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Nebhrid 11.01.2014, 23:46
3.

Zitat von thomaswetzlar
Es wird immer noch geflissentlich ignoriert, dass Italien eigentlich nur deshalb noch Geld bekommt und nicht längst in einer Reihe mit Griechenland, Portugal & Co steht, weil Italien zu groß ist, um es parallel zu all den ganzen anderen Baustellen zu sanieren. Sobald die anderen Pleitestaaten Irlands Beispiel gefolgt sind, ist auch in Italien der Schonkurs vorbei. Und danach darf dann auch Frankreich umkippen.
Deutschland wird ohne Europa längerfristig nicht bestehen können.
Zeit einmal grundlegend über die momentan wirkenden Mechanismen nachzudenken.

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cucco 11.01.2014, 23:51
4. Irgendwie komisch..

..dass die EU denkt, die Brüsseler Bürokraten könnten Italien regieren, wo doch die Italiener das selber kaum fertig bringen. Nun zeigt sich auch allen, die so über Berlusconi gelästert haben, dass der am längsten amtierende Ministerpräsident in Italien nicht so ohne weiteres links überholt werden kann, obwohl man ihn gern als Bunga Cavaliere verspottete.
Italien wird kurz über lang aus dem Euro austreten. Das ist nicht Italiens Schuld, sondern die Schuld derjenigen, die den Euro falsch konzipiert haben.

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ponte_vecchio 11.01.2014, 23:54
5. Berlusconi numero due

Der grosse Verschrotter hat es bislang nur geschafft, das schöne Florenz noch weiter verkommen zu lassen und ist schon als Bürgermeister eine glatte Fehlbesetzung. Kein Wunder, schliesslich ist Renzi seit Monaten überall in Italien unterwegs, um permanenten Wahlkampf zu betreiben. Leider ist er ähnlich populistisch wie Berlusconi in den 1990ern und verkauft seinen Landsleuten in diesen für Italien tristen Zeiten unhaltbare Versprechungen. Aber Italiener lieben diese vermeintlichen Rettertypen, leider.

Ein kölscher Fiorentiner

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Mogomir123 12.01.2014, 00:10
6.

Eigentlich, Italien bekommt kein Geld und bezahlt fast soviel wie deutschland fuer Griechenland, Spanien und Irland.

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caspiat 12.01.2014, 00:30
7. War das schon alles?

Ich hatte nach dem Anklicken einen gestandenen Artikel erwartet, nur um überrascht festzustellen, dass es bei dem einzigen Satz bleibt, sozusagen als Untertitel für das Bild von Renzi.

Ich wollte nämlich wissen, was der Artikelschreiber an der alten italiensichen Politikgarde so gut findet.

Ich habe nicht für Renzi, weder für seine Partei gewählt, und bisher hat er nur Sprüche geklopft, und eher Feuerweht gespielt, wenn seine Abgeordnete Dinge abstimmen wollten, die zu zu offensichtlich Schweinereien waren.

Ich hoffe aber dass er Ernst damit macht, die Strippenzieher in der eigenen Partei abzusägen.
Italien wird von einer verfilzten politischen Klasse regiert, die sich um das Land wenig schert, sondern um die eigene Klientel und ihre Förderer.

Das Schlimmste ist aber, dass die Mehrheit der Italiener zutiefst glaubt, dass man besser dran ist, wenn man sich eine Gefälligkeit erschleichen kann, statt darauf zu setzen, einen Staat zu haben, der kein Blutsauger ist, und Chancen für jeden fördert.

demacrazia.blogspot.com

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Lok Leipzig 12.01.2014, 00:33
8. Bella Italia

Zitat von sysop
Weg mit Italiens alter Politik-Garde, weg mit dem EU-Spardiktat - alles neu macht Matteo Renzi, junger Parteichef der Sozialdemokraten. Der Konfrontationskurs soll ihn an die Macht bringen, könnte sein Land und Europa jedoch teuer zu stehen kommen.
Scheitert Italien, scheitert der Euro, aber nicht Europa. Italiens Aufnahme in den Euro war der erste Verstoß gegen die Stabilitätskriterien im Maastricht-Vertrag. Nur Dank der Tricksereien von Mario Draghi, damals Generaldirektor im italienischen Finanzministerium, heite Dank Merkel Präsident der Europäischen Zentralbank, ist Italien überhaupt in den Euro gekommen. Die Kriterien dafür hat das Land zu keinem Zeitpunkt erfüllt. Wie kaum ein anderes Land hat Italien vom Euro profitiert. Zu Lirazeiten musste es für Staatsanleihen etwa 12 Prozent Zinsen zahlen, in Eurozeiten nicht mehr als Deutschland, als etwa drei Prozent. Allein diese Zinsersparnis hätte ausgereicht, alle italienischen Staatsschulden zu tilgen. Aber die italienischen regierungen und ihre Wähler haben das Geld verjubelt: früher Ruhestand, hohe Renten, tolle Pensionen, viele neue Jobs im öffentlichen Dienst. Jetzt ist Schluss mit dolce far niente, und jetzt sind die Deutschen die Bösen, weil sie viel zu vorsichtig die Meinung vertreten, dass jedes Land seinen Lebensunterhalt selbst verdienen sollte. Italien gehört nicht in den Euro, und Herr Renzi ist auf dem Holzweg, wenn es um den Euro geht. Bei den Reformen im Inneren hat er recht.

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kantundco 12.01.2014, 01:09
9. Und wieso soll das Europa teuer zu stehen kommen?

Ein Euroaustritt von Italien wäre für die Eurozone das Ende, für Europa und Italien die Chance auf einen neuen Anfang.

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