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Italiens Premier zur Euro-Krise: Monti fürchtet Auseinanderbrechen Europas
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Italiens Premier Mario Monti sieht Europas Zukunft düster. Im SPIEGEL-Interview spricht er über eine drohende "psychologische Auflösung Europas" und die Grundlagen der Union. Allen Regierungschefs der Euro-Zone empfiehlt er mehr Unabhängigkeit von den Parlamenten.

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GSYBE 05.08.2012, 09:49
110. Deutschland

Deutschland ist das undemokratischste Land Europas. Die reisserischen Titelseiten mit Überschriften á la `Viertes Reich´ sind so haltlos nicht.

Die sog. `deutsche Wettbewerbsfähigkeit´, auf die sich fast ein jeder Deutscher in Foren und Diskussionen so gerne nationaltümmelnd beruft, ist nichts anderem als einem - mit steigender Tendenz - über 20%igem Heer von Arbeitenden geschuldet, die von ihrem Loh nicht oder gerade eben (geschweige denn gut) leben können.

Lasst dieses Heer mal wach werden und man wird sehen, wie ausserordentlich schnell es im Getriebe anfängt zu knirschen. Die besten Beweise hierfür sind ein jahrelanges Verhindern und Verzögern von gesetzlichen Mindestlöhnen (obwohl keineswegs ein marktwidersinniges Ansinnen, da selbst das Mutterland des Kapitalismus seit Jahrzehnten diese hat) und eine Opposition, die für ihre eigentliche Klientel rein gar nichts unternimmt; wahrscheinlich wohl wissend, dass sie durch ihren ehemaligen Bundeskasper hierfür ein gross Teil Mitschuld trägt.

Und der Michel? Dessen europäische Sicht- und Argumentationsweise setzt sich grösstenteils aus Bild-Zeitungspamphleten zusammen. Selbst die gut 30% der deutschen Bevölkerung, die kein oder negatives Vermögen haben, stimmen laut tönend südwärts gerichtet mit ein, wenn es heisst `wass macht ihr mit unserem Geld´, anstatt im Land selbst mal zu fordern `wann bekommen wir endlich mehr Geld´.

Der europäische Gedanke und der Euro waren und sind gut und er wurde allen europäischen Bürgern mit dem Hauptargument `Wohlstand für alle´ Mitte der 90er des vorigen Jahrhunderts nahegebracht. Seit eben jenem Zeitpunkt sind die Einkünfte der Deutschen real erwiesenermassen nicht gestiegen. Dies liegt nicht an Europa, der südlichen Peripherie oder dem Euro; es liegt einzig daran, das die in Arbeit stehende Bevölkerung die letzten 2 Jahrzehnte vera*****t wurde. Einzig aus diesem Grund wird - auch durch mediale Gehirnwäsche - der Volkszorn in die südliche Peripherie gelenkt, mit dem Verweis, die da `hätten es sich zu gut gehen lassen´. Vollkommener Quatsch; `die da´ haben nur die Versprechen des Wohlstandes geglaubt und keiner hat sich darum gekümmert, das diese Versprechen von den deutschen Regierungen ignoriert wurden. Keinem ist aufgefallen, das die deutschen Regierungen durch ein Ignorieren bzw Nichteinlösen des Wohlstandsversprechen die europäischen Nachbarn und deren Wirtschaft an die Wand gedrückt haben. Tatsächlich ist ein grosser Teil der deutschen Überlegenheit Zuständen geschuldet, die schon leicht an chinesische erinnern.

Die sog. `deutsche Wettbewerbsfähigkeit´ basiert zu einem nicht unerheblichen Teil auf Ausbeutung der eigenen Bevölkerung und dem Nichteinlösen des europäischen Versprechens des `Wohlstands für alle´.

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jo_the_blicker 05.08.2012, 09:49
111. Ach der Monti

Da steht immer die nächst Katastrophe unmittelbar vor der Tür, wenn man Italien nicht sofort billiges Geld auf Kosten Deutschlands zuschiebt. Er soll doch endlich mal engagierter sein Land reformieren und dort die Mafia und die Reichen an der eigenen Staatsführung beteiligen.

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alpha0711 05.08.2012, 09:50
112. Grund

Gier des Menschen , im speziellen der "oberen" 10% (Damit meine ich bestimmt nicht den einfachen Millionär)

Das diese Leute das Geld förmlich horten und auf einem großen Geldberg sitzen kann auf Dauer nicht funktionieren.Man sieht es besonders gut in Griechenland.Während dem "Normalbürger" das Wasser bis zum Hals steht, steht bei einigen Griechischen Milliardären nur das Geld bis zum Hals.

Desweiteren ist überall die Schere bei den Gehälter extrem auseinandergegangen.

Antworten gibt es also , aber wollen unsere Volksvertreter wirklich etwas ändern ? Nein , denn die "oberen" 10% bestimmen wo es lang geht und schaufeln sich und der Gesellschaft am Ende das Grab ....

Europäische Politik ist nur noch eine Farce und ein reines Komödientheater um die Bevölkerung still zu halten.Die Eurokrise ist im Grund genommen eine "Gierkrise" wie diese allerdings weltweit vorherrscht.

Aus der Vergangenheit lernen liegt dem Menschen nicht.

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wadoe2 05.08.2012, 09:51
113. Unabhängigkeit von Parlamenten?

In Deutschland hatten wir das 1000 Jahre ausprobiert. Danach durfte alles wieder aufgebaut werden.

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lindenbast 05.08.2012, 09:51
114.

Zitat von prophet46
Monti soll erst einmal die italienische Krawallpresse in die Schranken weißen, bevor er die Situation in Europa beklagen kann.
Wenn Presse schon in die Schranken gewiesen werden soll (was eines zivilisierten Staates unwürdig ist), hätte ich aber auch eine deutsche Kandidatin zu nennen. "Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleitgeriechen", nur um ein Beispiel zu nennen.

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joejoejoe 05.08.2012, 09:51
115.

Zitat von spon_2114428
Genau, schafft die Parlamente ab, die stören eh nur in der Politik. Dann wäre nur noch zu klären, ob man die Könige noch wählen darf oder ob sie sich gleich selbst ernennen, das Volk stört hier nur.
Alles klar! Teile der "Wirtschaftselite" - man kann aber auch sagen, Teile der Besitzer des Kapitals und der Produktionsmittel - plädieren, vertreten durch Monti, für die Abschaffung der Demokratie, wenn es ihren Interessen nützt. Nennt man das dann postdemokratisch?
Gruß

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mwroer 05.08.2012, 09:51
116. Der Mann hat Recht ...

die Demokratie abschaffen wäre wohl in der Tat die Lösung für alle, durch die überstürzte und verfrühte Einführung des Euro, hausgemachten Probleme. So gesehen ist das schon stimmig.

Blöd nur dass die Völker Europas dabei nicht mitziehen werden.

Immerhin: Solche Äußerungen sollten auch dem letzten klar machen was gewissen Machtgruppen bereits sind dem Euro und ihrem eigenen Wohl zu opfern. Meine Hoffnung ist, dass jetzt mehr Menschen wach werden.

Europa ist gut! Die Idee eines vereinten Europa ist spitze und wünschenswert. Der Euro ist aber eher ein Hinderniss auf dem Weg zu einem geeinten und friedlich ko-existierenden Europa. Der Euro wäre der letzte Schritt gewesen, nicht der dritte oder vierte. Wir haben durchaus noch die Chance auf die Verwirklichung der europäischen Idee - aber dafür muss der Euro weg.

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Desconocido 2 05.08.2012, 09:53
117. optional

Ich glaube wir brauchen wieder mehr Demokratie und nicht weniger. Aber irgendwie passt diese Forderung nach Demokratieabbau zu einem Regierungschef einer "Technokratenregierung"

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kdshp 05.08.2012, 09:54
118. D-Mark...find ich gut!

Zitat von sysop
Italiens Premier Mario Monti sieht Europas Zukunft düster. Im SPIEGEL-Interview spricht er über eine drohende "psychologische Auflösung Europas" und die Grundlagen der Union. Allen Regierungschefs der Euro-Zone empfiehlt er mehr Unabhängigkeit von den Parlamenten.
Hallo,

besser kann man es nicht sagen mit "psychologische Auflösung Europas" aber DAS lieber herr monti sind die politiker aller EU länder schuld. Für mich ist diese EU gestorben und ich denke wieder deutsch.

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albertdasschaf 05.08.2012, 09:57
119. Haben Sie die Kompetenz

beurteilen zu können ob Italien oder ein anderes Land seriös ist? Haben Sie die Kompetenz zu beurteilen was hier wirklich läuft?
Also ich traue mir das nicht zu.

Zitat von sting111
Die "Kleinen" sollen unter den Schutzschild schluepfen muessen und eine Analyse und "Bevormundung" durch die Troika akzeptieren, aber solche Laender, zu gross um fallengelassen zu werden, sollen von ausserhalb finanziert werden, ohne dass in ihre Buecher geschaut wird. Wahrscheinlich schlummern in den Buechern astronomische Risiken und Ausgabeposten, die nicht bekannt werden sollen.. Die Firma Fiat macht deutlich klar, der Standort Italien ist nicht wettbewerbsfaehig. Platz 87 im Ranking der Weltbank "Ease of Doing Business" ist mehr als eine Ohrfeige. Dafuer darf Italien auch gerne mehr Goldmedaillen bei der Olympiade einheimsen.

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