Forum: Politik
Jacinda Ardern kritisiert laxes Waffenrecht: "Um ehrlich zu sein, verstehe ich die US
Mark Tantrum/ Getty Images

Schon kurz nach dem Anschlag von Christchurch verschärfte Jacinda Ardern die Waffengesetze in ihrem Land. Die neuseeländische Regierungschefin fragt sich, warum das nicht auch in den USA funktioniert.

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derLordselbst 15.05.2019, 14:53
20. @Thomas_USA

Das Recht, Waffen zu besitzen, wäre auch gewährleistet, wenn man einen Revolver oder eine Pistole oder eine Langwaffe im Haus hätte. Halbautomatische Sturmgewehre (die sich leicht zu vollautomatischen aufrüsten lassen), Sniperwaffen oder kurzläufige Waffen mit Riesenmagazinen benötigt man nicht zur Selbstverteidigung. Auch eine namentliche Registrierung jeder Waffe, ein einwandfreier Leumund als Voraussetzung für Waffenbesitz und den Verbot der anonymen Waffenmärkte würden dieses Recht nicht gefährden.

Rational ist das Selbstverteidigungsargument natürlich auch nicht. Wenn jedes Opfer eine Schusswaffe haben könnte, passen sich die Täter an. Auch die Polizei schießt schneller, um sich selbst zu schützen. Dazu erhöht die Griffbereitschaft von Schusswaffen das Risiko enorm, selbst zum Täter zu werden. Es geht hier auch nicht um Einzelfälle, sondern um fast 40.000 Tote 2017 in den USA.

P.S.: Ich mag übrigens die Autobahnen ohne Tempolimit und weiß selbst, dass das mit kühler Vernunft nicht zu rechtfertigen ist. Für Irrationalität und lokale Vorlieben habe ich durchaus Verständnis.

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polaris65428 15.05.2019, 14:53
21. Warum das in USA nicht funktioniert?

Aus dem selben Grund, weshalb hierzulande die Autoindustrie hofiert wird und machen (betrügen) kann was sie will.
Die Geschicke der Welt werden von Lobbyisten bestimmt, weniger von Regierungen und schon gar nicht vom Volk.

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mostly_harmless 15.05.2019, 15:02
22.

Zitat von Manamana
Die Antwort darauf nennt sich Lobbyismus. Hätte Neuseeland eine nennenswerte Industrie, hätte sie sich die Frage vermutlich selbst beantworten können.
Ist IMHO nur 50% der Antwort. Die andere Hälfte wird durch das Wort "Fetischismus" beschrieben. Das, was hierzulande Autos und die hysterischen Versuche, ein Tempolimit zu verhindern sind, sind in den USA Waffen und der hysterische Versuch, jegliche Einschänkingen diesbezüglich zu verhindern.

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s.l.bln 15.05.2019, 15:06
23. Meine Güte...

Zitat von Lexington67
1. Es sind ca 33% der knapp 13.000 Autobahnkilometer limitiert, nicht die Hälfte. 2. Die Tatsache das sich die Politik durch die "Automobillobby und ein paar notorische Raser ins Bockshorn jagen" lässt entkräftet das dämliche Argument "Die Deutschen sind mit ihren Autobahnen genauso borniert wie die Amis mit ihren Waffen" in keiner Weise, sie bestätigt es vielmehr.
...was schreiben Sie hier denn für ein Zeug?
Die Wahrscheinlichkeit in Deutschland mit dem Auto auf einem freigegebenen Streckenabschnitt ums Leben zu kommen ist astronomisch gering. Sehen Sie sich die Zahlen an, ziehen Sie alles ab, was nicht auf freigegebenen Streckenteilen passiert ist(Unfallschwerpunkte sind i.d.R. dort, wo aus genau diesem Grund begrenzt wurde) und gleichen Sie das mal mit der Bevölkerungszahl ab.

Dagegen sind mehr Amerikaner auf eigenem Boden durch Schußwaffen ums Leben gekommen als in allen Kriegen, an denen sie beteiligt waren. Das ist gesamtgesellschaftlich eine Größenordnung, die mit der Situation auf deutschen Autobahnen nicht das Geringste gemein hat.

Zum Thema:
spätestens seit Trump ist das Argument vom wehrhaften Bürger, der sein Land und dessen Verfassung gegen Despoten verteidigen können muß, komplett hinfällig.
Obwohl die dort so viele Schußwaffen besitzen, angeblich um die Verfassung zu schützen, sieht das Land seelenruhig zu, wie Trump und seine Helfer die demokratischen Schutzzäune einreißen, den Kongeß und Senat entmachten, die Justiz kapern, die Verfassung aushebeln, die freie Presse bekämpfen, sich nebenbei die Taschen vollstopfen und mit aller Macht in Richtung Autokratie schippern.
Wenn sie jetzt nicht mit der Waffe winken, wann dann?
Das ist ausreichend entlarvend. Mit der Verfassung hat das nichts zu tun, sondern damit, daß Gewaltenteilung bei vielen noch nicht Teil der eigenen Gedankenwelt ist und man die Waffe, mit der das Land den Besitzern mal geraubt wurde, kultisch verehrt . Der wilde Westen läßt grüßen.

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mostly_harmless 15.05.2019, 15:07
24.

Zitat von index77
Soweit sind die in den USA auch schon. Neue Waffen kann man da nur noch halbautomatisch kaufen und die Interessenvertretungen der Waffenbesitzer laufen da seit Jahren vergeblich gegen an. Transferable automatische Waffen sind ältere Waffen aus der Zeit vor dem Verbot und erzielen bei Auktionen Autopreise.
Nö, in den USA ist das Waffenrecht Sache der Bundesstaaten. Und es gibt diverse Bundesstaaten, die GAR KEINE Beschränkungen bezüglich des Besitzes von (Schuss)Waffen haben.

https://www.quora.com/What-is-the-most-liberal-US-state-in-terms-of-gun-laws-people-are-most-free-to-own-a-gun


Aktuell wehrt man sich bei der GOP übrigens mit Händen und Füssen gegen Beschränkungen des Waffenbesitzes bei Geisteskranken

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cvk2 15.05.2019, 15:17
25. natürlich weiß Sie es ...

ihre Aussage ist rein rhetorisch, und ich kann den Ausführungen von Thomas_USA und newbie99 nur zustimmen und diese Tatsachen kennt sie natürlich auch.
Was ich schlimm finde, ist der in vielen anderen Kommentaren manifestierte Stereotyp des Besserwisser-Deutschen mit der oftmaligen Unterstellung, daß die Leute dort dumm oder ungebildet sind oder daß es nur wegen der bösen NRA so ist.
Das steht nun mal in ihrer Verfassung, es beinhaltet auch den individuellen Anspruch, Waffen besitzen zu dürfen (DC vs. Heller, und jetzt bitte nicht deutschtypisch anfangen, dem höchsten amerikanischen Gericht zu erklären, daß es das 2nd Amendment falsch verstanden hat.)
DC vs. Heller sagt auch, daß es stärker reguliert werden dürfte, aber dafür gibt es eben vielerorts dort keine Mehrheiten.
Mal als Gedankenmodell, im Grundgesetz stände in den unabänderlichen Artikeln das Recht zum (Benzin/Diesel) Autobesitz und in 30 oder 50 Jahren würde eine Regierung versuchen, den Besitz zu verbieten. Wäre das in der Zukunft evt. vernünftig und notwendig? Vielleicht. Wäre das demokratisch durchsetzbar? Würde ich bezweifeln.

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tomwessel85 15.05.2019, 15:23
26.

Das Ziel ist das totale Verbot von Waffen in Privatbesitz.
Es soll nur noch der Staat und Kriminelle Waffen besitzen dürfen, wenn das passiert verwischen sich die Grenzen von staatlichem und kriminellem Handeln wie damals in der DDR.
Realisiert werden soll es über die Lüge der Terrorismusbekämpfung.

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Senf-o-Mat 15.05.2019, 15:30
27. Usa

Zitat von Thomas_USA
... und dieses Grundgesetz, basierend auf den Erfahrungen durch Unterdrueckung durch England's Truppen, basierend auf Entwaffnung der Buerger durch die Unterdruecker und basierend auf der Erfahrung, was ein tyrannischer Staat mit seinen Buergern macht, wenn diese nicht bewaffnet sind um sich zu wehren. Dieses Grundgesetz (genauer, der zweite Anhang dazu) sagt nun aus, dass jeder Buerger das Recht hat Waffen zu besitzen. Da bedarf es keiner Lobby und auch keiner Diskussion - Versuche den 2. Zusatz zur Verfassung zu streichen oder zu re-interpretieren sind bis dato jedes Mal vom hoechsten Gericht gestoppt worden. Dazu kommt, dass selbst Waffengegner hier nicht bereit sind das Grundgesetz zu aendern (bis auf ein paar Extreme, die allerdings keine Anhaengerschaft haben). Also - die NRA is sicherlich nicht der Grund, dass wir die Waffengesetze so haben, wie sie sind. Allerdings macht die NRA einen O.K. Job die Regierungen daran zu erinnern, dass es diesen zweiten Zusatz zur Verfassung gibt. Ob das nun den lieben Australiern, Deutschen oder sonstigen Personen nicht gefaellt ist uns hier erst einmal scheissegal. Ich besitze Waffen zum sportlichen Schiessen und trage haeufig eine Waffe zum Selbstschutz, da ich zu alt bin um mich zu schlagen, zu langsam um wegzulaufen und zu jung um mich von ein paar kriminellen um die Ecke bringen zu lassen. Im Gegensatz zu den Bedingungen in Deutschland gibt mir das dann doch noch eine Moeglichkeit den Schlaegern in der U-Bahn, den besoffenen kriminellen im Park usw. entgegenzuwirken. Ich muss mich nicht zusammenschlagen und zusammentreten lassen, und hoffen, dass die Polizei kommt bevor ich tot bin. Das nennt sich "Freiheit" und ist halt hier gesetzlich geregelt.
Ich fasse mal zusammen: es steht geschrieben, weil es vor über 200 Jahren angebracht erschien und muss darum - in einer gänzlich anderen Zeit mit einer gänzlich anderen Gesellschaft - für immer so bleiben. Fakten (wie das fünffache Risiko, durch eine Schusswaffe zu sterben, wenn man sich selbst eine zur Verteidigung zulegt) spielen keine Rolle. Nebenbei: in den letzten 50 Jahren sind mehr Amerikaner durch private Schusswaffen umgekommen als in allen Kriegen zusammen, einschließlich Unabhängigkeitskrieg.

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barrakuda64 15.05.2019, 15:32
28. Hysterie auch in Neuseeland?

Hat man die Bevölkerung Neuseelands befragt oder ist das wieder so eine Heilsbringermission EINER hysterischen Politikerin, die sich als Jeanne d´Arc von NZ zu profilieren versucht? Ich habe die Neuseeländer als etwas gelassener eingeschätzt. In Deutschland kennt man ja die Situation. Wir machen uns lustig über die Amerikaner, die jeder rationalen Diskussion zur Änderung des Waffenrechts abgeneigt sind, dabei sind es die Deutschen die völlig panisch und irrational reagieren, wenn die Sprache auf das Thema Schußwaffen kommt. Ich bin schon gespannt, wie lange es dauert, bis der nächste Politaktivist mit einem Verbot von Armbrüsten und Bogen um die Ecke kommt. Anscheinend will man es in Deutschland und jetzt leider auch in Neuseeland (wobei ich glaube, dass die Mehrheit der Bevölkerung das nicht so eng sieht wie die Regierungschefin) nicht wahrhaben, dass es für Kriminelle IMMER Wege geben wird, sich eine Waffe zu besorgen................und sei es ein PKW oder LKW! Für 125 € gibt es auf dem Balkan eine funktionstüchtige AK-47, in Deutschland ist sie halt ein bisschen teurer. Aber einen Kriminellen wird das wenig stören. Die Dummen sind wie immer die, die sich an die (schwachsinnigen) Gesetze halten. Viva Deutschland - mehr Sicherheit durch mehr Wehrlosigkeit! Daher sind Polizisten, Personenschützer und Soldaten auch bewaffnet, weil es nichts bringt..............................

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spiegerlguckerl 15.05.2019, 15:33
29. Mit Jacinda Ardern

versteht die gesamte Welt die USA nicht, und mit jedem Tag noch viel weniger. Der Zweite Verfassungszusatz (Second Amendment) ist seit seiner Annahme durch Jahrhunderte, insbesondere in der jüngsten Vergangenheit, derart seines ursprünglichen Sinnes beraubt, dass es heute völlig unmöglich ist, auch nur an einer Interpretationsdebatte zu denken. The Second Amendment ist die Allerheiligste Kuh, die niemand berühren darf. One Nation Under The Gun - jener Gottheit, der tagtäglich Menschenopfer gebracht werden müssen. Im Namen der "Freiheit"...

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