Forum: Politik
Jagd auf den Massenmörder: Wie Joseph Kony die US-Spezialkräfte austrickst
AP

Seit sechs Monaten jagen US-Eliteeinheiten den ugandischen Rebellenchef Joseph Kony - ohne Erfolg. Der Massenmörder überlistet seine Verfolger ständig. Er sitzt tief im afrikanischen Dschungel, in einem Gebiet von der Größe Kaliforniens. Ihre High-Tech-Ausrüstung nützt den Amerikanern dort kaum.

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Matze-in-London 01.05.2012, 04:10
60. Experte!

Zitat von sophistocat
Dann darf man wohl annehmen, daß der hochmoralische Paul Max grundsätzlich nur Fahrrad fährt und weder Handy noch Computer sein Eigen nennt und zur Verlobung seiner Freundin einen Ring aus dem Kaugummiautomaten an den Finger steckt? Der Unterschied zu den USA ist doch wohl: Dort wird eben ein Video produziert, das Konys Verbrechen bekannt macht, nicht in D - hier wird statt dessen nur die "emotionale Machart" desselben bemäkelt. Und es sind die USA, die Millitärberater schickt, um ihn fest zu setzen - während man sich in D darauf beschränkt, unlautere Motive zu unterstellen, auch wenn das im vorliegenden FAll jeglicher Logik widerspricht. Falls Sie das irgendwie verpaßt haben: Kony ist vom internationalen Gerichtshof angeklagt, und zwar nicht wegen Grobem Unfug und Hütchenspielen, sondern wegen Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen.
Yo Sophistocat, Sie scheinen ja der richtige Experte zu sein. 2 Seiten habe ich mir ihr gesüize angetan und nix aber auch gar nix gefunden, was mich denn jetzt mal motiviert für Kony 2012 zu spenden. Selbst das 30 minütige Video, welches mir Spendengelder für ein (sicherlich) ökologisch wervolles T-Shirt und ein einwandfreies Armband aus den Rippen leiern will bleibt mir eine Strategie schuldig.... uuuppps.... das tut mir echt leid, dass ich eine gut gemeinte Aktion mal so eben kritisiere. Mal ehrlich, was passiert denn wenn er Typ gefangen wurde? Geht es den armen Kindern aufeinmal besser? Vielleicht wäre es einmal wert, sich die Berichterstattung auf foreignaffairs.com anzuschauen. Dann merkt man auch, dass hinter der Charity Kony2012 nur heisses Wasser steckt und US amerikanische Politiker bewusst manipulliert werden, um Soldaten nach Afrika zu schicken, aber ist ja ok, geht ja um eine gute Sache. Was wissen wir über Afrika und den Rest der Welt, nix... dennoch wollen wir immernoch eingreifen, sind immernoch der Meinung, dass wir alles besser wissen.... carry on sophistocat, Leute wie Sie werden uns noch weit bringen, Ansätze von Konzepten, die zumindest ein Grundwissen der soziologischen und geschichtlichen Hintergründe Afrikas vorweisen, sind nicht einfach zu erstellen, ich kann es nicht... aber es kritisiert sich ja so schön einfach, lasst uns darauf beschränken, wir in Deutschland wissen ja eh alles besser

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Agentsnake 01.05.2012, 05:07
61.

Krass hier gibts haufenweise Leute die der Meinung sind dieser Menschenschender sollte in ruhe gelassen werden ... Ich fass es echt nicht mehr was fuer Leute hier rum laufen kranker Abschaum.

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Agentsnake 01.05.2012, 05:07
62.

Krass hier gibts haufenweise Leute die der Meinung sind dieser Menschenschender sollte in ruhe gelassen werden ... Ich fass es echt nicht mehr was fuer Leute hier rum laufen kranker Abschaum.

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captain|baseballbatboy 01.05.2012, 09:35
63.

bayrischcreme: "Was war denn Ihrer Ansicht nach der Grund für den dritten Golfkrieg? Etwa Massenvernichtungswaffen oder internationaler Terrorismus? Würden Sie bestreiten, dass die Bushs und ihr Dunstkreis hierbei gut verdient haben? Denken Sie, die USA hätten den dritten Golfkrieg auch geführt wenn der Irak kein Öl gehabt hätte? Auf jeden Fall ist nicht alles nach Bushs/Cheyneys Plan verlaufen. Das heisst aber nicht, dass es initial nicht ums Öl ging."

Einer der Hauptgründe war des massive Popularitäts der Bushregierung in den Staaten. Es ist ein altbewährtes Konzept auspolitische Konflikte zu generieren um von Innenpolitischen Missständen abzulenken.

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Nickoteen 01.05.2012, 10:35
64.

Anfangs hielt ich diese Invisible Children Geschichte für eine gute Sache. Vor allem die riesige Unterstützung, die die Kampagne aus der ganzen Welt erhielt war ziemlich beeindruckend.

Leider muss man nun feststellen, das bestätigt auch der SPON-Artikel wieder mit seiner Aufmachung, dass diese Welle gegen Kony eins zu eins von der amerikanischen Regierung dazu genutzt wird den Einfluss in der Region massiv zu verstärken.
Und worum es hier dann wohl wieder geht, braucht keinem erklärt zu werden (siehe Irak).

Hier wird wieder ein Osama Bin Laden erschaffen, der jahrzehntelang mysteriöser Weise nicht aufzufinden ist. Auf dem Weg ihn ein für alle Mal zur Strecke zu bringen, finden sich allerlei tolle Ressourcen, welche Privatfirmen im Auftrag der USA und für die USA dann fördern dürfen.

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carahyba 01.05.2012, 10:45
65. Naja, ...

Zitat von tw1974
Naja, auch beim Irakkrieg kann man wohl kaum von "Rohstoff-Raub" sprechen. Vor dem Irakkrieg 2003 wurde ja unterstellt, die USA würden den Irak nur angreifen, um die Ölquellen unter Kontrolle zu bekommen und diese durch US-Unternehmen ausbeuten lassen zu können. Die Realität sieht anders aus: (1) Die US-Soldaten sind abgezogen, haben also keine Kontrolle mehr über die Ölquellen. (2) Die Lizenzen zur Ölförderung im Irak wurden vom irakischen Staat versteigert. Dabei ist bei keinem der maßgeblichen Ölfelder ein US-Unternehmen zum Zuge gekommen. Die Realität spricht also gegen den vermuteten "Rohstoff-Raub".
Zu (1):
Es sind noch einige Zehntausend Besatzungssoldaten im Irak stationiert, nur die Kampftruppen sind abgezogen worden.

Zu (2):
Die "westliche" Ölindustrie hatte kein Interesse an der Erschliessung der Erdölvorkommen im Irak, wegen des politisch unsicheren Umfeldes. Hatten Angst ihre hohen Investitionen zu verlieren, die sie hätten neu einsetzen müssen. Die Versicherungen waren zu hoch. Die Anteilseigner (share holder) sprachen über die Rating-Fuzzis Warnungen aus, der Aktienwert von BP, EXXON usw. würde erheblichen Schaden erleiden wegen der hohen Risiken.

Dies ist seit Jahren bekannt, Legendenbildungen passen besser ins Bild vom uneigennützigen Menschenrechtler.

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captain|baseballbatboy 01.05.2012, 11:16
66.

Im Endeffekt ist diese gesamte USA-Verschwörung-Ressourcen-Öl-Interessen-Diskussion Mumpitz!
Wie hier schon mehrfach gesagt wurde, gehen die Chinesen ganz konkret und rabiat in dieser Weise vor und die Soldaten der U.S. sind Elitesoldaten, keine Garnisions/Besatzer-Grünschnäbel, die grad von Daddy's Farm gekommen sind.
Die einzige Frage, die sich mir stellt ist, hätte es wirklich eine spürbare Wirkung für die Menschen der Region, machte man Kony dingfest?
Oder macht der nächste paramiltärische Misanthrop dann fließend weiter?

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munin 01.05.2012, 11:31
67.

"Die Geräte verhalten sich ganz anders als etwa in der Wüste"- für Amerikaner scheint das sehr verwunderlich!
Tatsache ist dass Joseph Koni militärisch ausgesprochen fit ist und auch über Informationsquellen verfügt die in höchste ugandische Regierungskreise hineinreichen. Ausserdem sind die Amerikaner keinesweg besonerds beliebt weder lokal im Kongo noch in Uganda. Der Hauptaufwand wird wohl auch für die Versorgung der "Berater" getrieben, die ohne eingeflogenes Cocke und fette Steaks, Bordelle und Muskelaufbaupräparate nirgendwo längere Zeit überdauern. Die eigentliche Frage ist aber, was steckt dahinter. Koni ist wohl nur ein Vorwand, den sich die amerikanische Bergbauindustrie einiges kosten lässt. In Afghanistan haben ja wohl die Russen das Rennen um die Bodenschätze gemacht, schon weil sie erheblich dezenter auftreten. Die Bevölkerung das Kongo wird ob mit oder ohne Koni und oder Amerikaner in keinem Fall davon provitieren. Koni steht mehr auf "Handarbeit" die Amerikaner lieben das Flächen- Bombardement. Hemmungslose Räuber sind sie alle.

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tw1974 01.05.2012, 12:18
68.

Zitat von carahyba
Zu (1): Es sind noch einige Zehntausend Besatzungssoldaten im Irak stationiert, nur die Kampftruppen sind abgezogen worden.
(1) Nach meinem Kenntnisstand sind inzwischen auch die "Nichtkampftruppen" weitestgehend abgezogen. Es verbleiben lediglich ein paar Wachleute und Elitesoldaten.

Abzug der Amerikaner: Letzte US-Truppen verlassen Irak - SPIEGEL ONLINE
Zitat von carahyba
Zu (2): Die "westliche" Ölindustrie hatte kein Interesse an der Erschliessung der Erdölvorkommen im Irak, wegen des politisch unsicheren Umfeldes. Hatten Angst ihre hohen Investitionen zu verlieren, die sie hätten neu einsetzen müssen. Die Versicherungen waren zu hoch. Die Anteilseigner (share holder) sprachen über die Rating-Fuzzis Warnungen aus, der Aktienwert von BP, EXXON usw. würde erheblichen Schaden erleiden wegen der hohen Risiken.
(2) So ganz stimmt das nicht. Westliche Unternehmen haben sich bei der Versteigerung der Öllizenzen beteiligt. Unternehmen aus UK und Niederlande sind zum Teil auch zum Zuge gekommen. US-Unternehmen haben aber nur in geringem Umfang Zuschläge erhalten, weil sie in den allermeisten Fällen schlicht überboten wurden.

Wenn man mal überlegt, wie ein "Ölkonzern"/Ölunternehmen Geld macht, ergibt sich folgendes:

Ein Ölförderer macht einen umso größeren Gewinn, je weniger er für seine Förderrechte zahlt und je mehr er für das geförderte Öl bekommt (Weltmarktpreis). Klar war bereits vor dem Irakkrieg, dass die Sanktionen gegen den Irak nach dem Krieg aufgehoben würden und der Irak mittelfristig (nach Beseitigung der Kriegsschäden und der Befriedung des Landes) mehr Öl exportieren würde als unter dem Sanktionsregime ("Öl für Lebensmittel). Das bedeutet für den Weltmarkt ein größeres Angebot und - nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage - sinkende Preise. Ölförderunternehmen hätten also einen wirtschaftlichen Nachteil durch den Irakkrieg, solange sie nicht in großem Umfang Ölförderlizenzen im Irak bekommen. Da das nicht geschehen ist, hat der Irakkrieg den "US-Ölkonzernen" mittel- und langfristig geschadet.

(3) Hä?? Seit wann sprechen die share holder Warnungen über Ratingagenturen aus?

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carahyba 01.05.2012, 14:42
69. So oder anders ...

Zitat von tw1974
(1) Nach meinem Kenntnisstand sind inzwischen auch die "Nichtkampftruppen" weitestgehend abgezogen. Es verbleiben lediglich ein paar Wachleute und Elitesoldaten. (2) So ganz stimmt das nicht. Westliche Unternehmen haben sich bei der Versteigerung der Öllizenzen beteiligt. Unternehmen aus UK und Niederlande sind zum Teil auch zum Zuge gekommen. US-Unternehmen haben aber nur in geringem Umfang Zuschläge erhalten, weil sie in den allermeisten Fällen schlicht überboten wurden. Wenn man mal überlegt, wie ein "Ölkonzern"/Ölunternehmen Geld macht, ergibt sich folgendes: Ein Ölförderer macht einen umso größeren Gewinn, je weniger er für seine Förderrechte zahlt und je mehr er für das geförderte Öl bekommt (Weltmarktpreis). Klar war bereits vor dem Irakkrieg, dass die Sanktionen gegen den Irak nach dem Krieg aufgehoben würden und der Irak mittelfristig (nach Beseitigung der Kriegsschäden und der Befriedung des Landes) mehr Öl exportieren würde als unter dem Sanktionsregime ("Öl für Lebensmittel). Das bedeutet für den Weltmarkt ein größeres Angebot und - nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage - sinkende Preise. Ölförderunternehmen hätten also einen wirtschaftlichen Nachteil durch den Irakkrieg, solange sie nicht in großem Umfang Ölförderlizenzen im Irak bekommen. Da das nicht geschehen ist, hat der Irakkrieg den "US-Ölkonzernen" mittel- und langfristig geschadet. (3) Hä?? Seit wann sprechen die share holder Warnungen über Ratingagenturen aus?
Zu (1):
In dem von Ihnen zitierten Artikel steht nichts über die Anzahl der verbliebenen Besatzungstruppen, es sollen mehrere Zehntausend sein.

Zu (2):
Die Überlegungen beziehen sich immer noch auf das Verhältnis von eingesetztem Kapital (Investitionen) zu den möglichen Renditen und einer Risikoabschätzung. Die Chinesen und Russen kalkulieren anders, der Hauptaspekt bei denen ist das Förderpotential über die nächsten Jahrzehnte. Bei BP, EXXON usw. zählen nur die kurzfristig erreichbaren Renditen und danach werden sie von ihren "share holdern" bewertet. Für die ist Erdöl eine knappe Ware um maximale Renditen zu erwirtschaften. Für andere ist Erdöl eine knappe Ressource um eine Wirtschaft in Gang zu halten.

Zu (3):
Die Banken als "share holder" holen regelmässig Ratings über die Konzerne ein die an der Börse gehandelt werden.

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