Forum: Politik
Jahresbilanz des russischen Präsidenten: Putin warnt vor wachsender Gefahr eines Atom
YURI KOCHETKOV/EPA-EFE/REX

Wladimir Putin, Präsident der Atommacht Russland, fordert eine Rüstungsbegrenzung. Weitere Themen seiner Jahresbilanz: der Zwischenfall in der Meerenge von Kertsch und der Abzug der US-Truppen aus Syrien.

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freekmason 20.12.2018, 17:03
60.

Zitat von Idinger
meine Erfahrung aus mehreren Jahren bei SPON ganz anders: Forenbeiträge, die die russische Politik positiv und/oder die amerikanische Politik negativ sehen, haben von der SPON-Zensur wenig zu befürchten; russlandkritische Beiträge dagegen (womöglich noch unter Erwähnung des Namens des Präsidenten, was wohl manchmal als Majestätsbeleidigung verstanden wird) bedürfen oft einer mehrmaligen "Entschärfung" vor einer Veröffentlichung.
meine erfahrung ist, dass besonders häufig und auffällig trump-, putin- und afd-freunde extreme probleme mit der lesekompetenz haben. das geht so weit, dass sie nicht nur den autoren der artikel widersprechen, sondern ihren mitstreitern.

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maynard_k. 20.12.2018, 17:03
61. Man sollte Putin auch einmal zuhören!

Anstatt immer direkt loszublöcken nach dem Motto: selbst schuld, hat es nicht anders gewollt, usw. Am Ende haben wir einen Atomkrieg und sind zufrieden weil wir überzeugt sind "nicht Schuld" zu sein.

Russland ist politisch mittlerweile deutlich konsistenter und berechenbarer als beispielsweise die USA. Dass sie grundsätzlich der Meinung sind was die USA dürfen, dürfen wir auch kann man ihnen schwerlich vorwerfen. Was wir brauchen sind klare UNO Regeln, demokratische UN Entscheidungen darüber wer diese verletzt und sofortige und harte Sanktionen gegen JEDEN der sie verletzt - kurz: eine starke UNO die über allem steht, von allen unterstützt wird und dadurch stärker ist als jeder einzelne Staat

So ohne Regeln wie es aktuell läuft kann es nur weiter in "whataboutism" von allen Seiten enden

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demokratie-troll 20.12.2018, 17:05
62. Die Strategie des Angriffskriegers

Putin hat genau zwei Trümpfe in Rückhand, die Atomwaffe und das Vetorecht im UNO-Sicherheitsrat. Rein rechtlich kann er damit jegliche Sanktionen gegen sein Land abschmettern, sogar bei einem Angriffskrieg auf Zentraleuropa, wie in der Ukraine geschehen. Mit der Atomwaffe, kann er das Schicksal eines Angriffskriegers abwenden, für einen verlorenen Angriffskrieg bezahlen zu müssen. Geht es ihn persönlich an den Kragen, droht er mit Atomkrieg, nach ein bis zwei atomar pulverisierten Städten wird dann ein Patt daraus und er kann seinen Kopf behalten.

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nach-mir-die-springflut 20.12.2018, 17:06
63. Ehrlos für Geld

Zitat von sufou
In den 60er bis 90er hatte lateinamerikanische Großgrundbesitzer also das Pardon der russische Oligarchie eigene "Todesschwadronen" unterhalten die auch nicht gegen das Gesetz im jeweiligen Land waren. - Wohin steuert die russische Republik bloß? Militär Junta?
Ein bisschen unreflektiert, Ihre Frage. Diese Kriege heute sind keine Länder-Kriege oder Bürgerkriege, sondern Söldner-Kriege. Für diese Söldnerkriege, die gerne als Länder- oder Bürgerkriege verkauft werden, ziehen die eigenen Ländersoldaten nicht gerne in den Krieg, und hier sind vor allem die Familien der Länder entscheidend, die ihre Söhne nicht getötet sehen wollen in diesen Kriegen der Oligarchen untereinander. Ob nun Wagner-Gruppe oder Blackwater, ist einerlei, der Staat, der diese Truppen anheuert, trennt die Kämpfer von der Sozialgemeinschaft, sie sind keine Gefallenen, keine Veteranen, ohne Ehrdarbietungen, Renten, Friedhöfe und Denkmäler. Dafür verdienen sie gut. Die Russen sind hier genau so empfindlich wie die Einwohner in anderen Ländern, wenn Putin also wirklich aggressiv Krieg führen würde, wie ihn manche Foristen gerne sehen, hätte er schnell mit einer Opposition im Land zu kämpfen, und seine Zustimmungswerte wären im Keller. Nicht anders als in den USA, die ja genau deshalb auch diese Söldner einsetzen, weil sie die Kriege ihrer eigenen Bevölkerung nicht mehr schmackhaft machen können, was Putin einmal kommentierte, dass die USA Russland in Sachen Söldner voraus sind.

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dr_gb 20.12.2018, 17:08
64. Einigermaßen verlässliche Daten ?

Nicht nur anglo-amerikanischen Quellen nach, kommandiert der Kremel u.a. mehr Man-Power im 'Soft-War-Sektor' (zB Des-Informations-/Infiltrations-/Spionage-/Wirtschafts-/Lobby-und IT- sowie IT-Troll-Agenturen) als im gesamten Militär-Bereich -- wenngleich häufig behauptet wird, die US-Regierung wäre Spitzenreiter.
Aus Diskussionen u.a im Londoner & OxBridge Kontext wird Pakistan als Spitzenreiter geführt : enorme Militär- und Service-, d.h. In- und Auslands-Geheimdienst-Ausgaben. Aber vor allem (in Korruption und) 'oldskool Tradecraft Man Power' fliesst in Pakastian der Großteil der Investitionen.
Prozentual sei Zar Vladi der Spitzenreiter. Der verlasse sich lieber, als auf schwieriger zu kontrollierende Militärs, auf seine IT-Mini-Jobber und all jene, die entweder schlicht entlassen werden können, oder 'ner Pension bzw Gehaltsaufbesserung zufrieden zu stellen sind.
In China werde noch, angeblich, etwas mehr in die Militär- und Hard-Warfare Strukturen, als in die Soft-Warfare Strukturen investiert. Vielleicht sind dort aber letztere schlicht nur weniger effizient einflussreich gewerkschaftlich organisiert bzw werden polizeilich und geheimdienstlich wohlgefällig effizienter unterdrückt ..

Dem 'Lupen-reinen' Demokraten Putin -- wer war das noch gleich, der Schröder-Gazprom-Hartz-Empfänger-Hansl, oder GWB's Jo-Blair, der Vladi so charakterisierte ? -- unterstelle ich durchaus die Cleverness, intelligenter zu investieren, als seine Kremel Vorgänger. Es lasse sich ohnehin unstrittig alles aus seiner Vita ablesen, seinem zielstrebig nach und nach verwirklichten Wunsch eine wiederbelebte russichen Großmacht so ganz allein auf das Siegertreppchen zu schubsen, behaupten Einige.
Und auch daran, wie eifrig sich auch hier Vladi's Trolle online so liebreizend um uns und unsere Meinungsbildung bemühen .. auch bei SPON.

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mostly_harmless 20.12.2018, 17:08
65.

Zitat von Holztransistor
@mostly_harmless Welche Mittelstreckenraketen sollen das denn sein? Die Iskander ist eine Kurzstreckenrakete (500 km Reichweite) und sie wurde in Kaliningrad als Antwort auf die Abschussrampen des amerikanischen Raketenschirms aufgestellt. Der übrigens basiert auf MK-41 Startern, die auch für Tomahawk verwendet werden können, ohne dass man sie modifizieren muss. Sollten da Tomahawk drin sein, brechen die USA den INF-Vertrag (landbasierte Systeme mit 500 bis 5500 km Reichweite). Das ist aber genauso unbewiesen wie die Behauptung die Russen würden den Vertrag brechen.
Die Iskander 9M729 hat nach Einschätzungen von Miliärexperten eine Reichweite von 2600 km. Das könnten Sie in wenigen Minuten selbst herausfinden. Genau wegen der Stationierung von Raketen dieses Typ wollen die USA aus dem INF aussteigen. Ob das "bewiesen" ist (scheinbar seit einigen Jahren die Lieblingsformulierung der russischen Agitprop. Zumindest bis die Beweise auf dem Tisch liegen), wissen weder Sie noch ich. Denn solche Beweise werden üblicherweise nicht der Öffentlichkeit präsentiert.
Und das ganze Geschwurbel über die Bedrohung Russlands durch den Raketenschild ist derart lächerlich, man kann nur Kopf schütteln. Selbst aussen vor gelassen, dass Russland eingeladen war, sich am Raketenschuld zu beteiligen (und das auch tun wollte, bis man erfuhr, dass die USA die Technologie nicht weitergeben wollten), auf die Idee, die NATO würde bei gegen Russland gerichteten Systemen diese so stationieren, dass sie in der Nähe russischer Artillerie stehen (es gibt bekanntlich russische Armeeeinheiten in Moldau), so dass die Systeme in Nullkommanichts von eben dieser Artillerie ausgeschaltet werden könnten, muss man erstmal kommen.
Achja, und was nun die Tomahawk angeht: die russische Agitprop muss sich schon entscheiden. Wenn da Tomahawk stationiert sind, gibts keinen Raketenschild. Und umgekehrt.

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gowanow 20.12.2018, 17:11
66. Einfach die Übertragung anschauen

Zitat von kolybri
würde mich interessieren, wie die kritischen Fragen aussehen und warum diese nicht bekannt bzw. veröffentlicht werden. Etwa, ob nicht Russland einen atomaren Krieg eher provoziert als der Westen? Das gleiche etwa für die angespannte Situation mit der Ukraine? Gibt es auch mal Selbstkritik? Wenn ja (echt?), welche? Fragen über Fragen, die nicht beantwortet werden, nur Selbstbeweihräucherung
Auf der Jahreskonferenz für die Presse hat Putin 3 Stunden und 43 Minuten 66 Fragen der Internationalen Pressevertreter (1702 Teilnehmer ) beantwortet. Kann man sich im Internet anschauen, sogar mit Deutscher Übersetzung. Leider waren Spiegel Moskau nur auf der Teilnehmerliste sichtbar. Andere Teilnehmer haben sich sehr kreativ um Aufmerksamkeit bemüht ,damit sie ihre Fragen anbringen konnten.

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msvanessacheng 20.12.2018, 17:17
67.

Gute Beobachtung! Zudem geht es bei der Kündigung des Vertrags weniger ums Raketenschild oder die Iskanders, sondern um China, Korea, Indien und Pakistan. Während sich Russen und Amerikaner in nuklearen Fragen seit Jahren gut koordinieren, weiss wahrscheinlich niemand wer in Pakistan am Knopf sitzt.

Während sich Putin und Trump einig sind, dass man nun auch diese Länder vertraglich verpflichten muss, gehen deren Vorstellungen auseinander wie man dies am besten erreicht. Trump meint offensichtlich, dass eine Aufkündigung des INF-Vertrags mit anschliessender Drohgebärde zu einer neuen umfassenderen Regelung führen wird. Könnte auch womöglich funktionieren ... Putin dagegen setzt wie immer auf Dialog ("Wer hindert uns daran mit anderen Ländern darüber zu reden?"). Diese Position könnte u.U. zu naiv sein, andererseits haben die Russen in Syrien durch Diplomatie so viel erreicht wie die Amerikaner in keinem ihrer Kriegseinsätze sonst.

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adal_ 20.12.2018, 17:20
68. Große Prosa

Zitat von maynard_k.
Russland ist politisch mittlerweile deutlich konsistenter und berechenbarer als beispielsweise die USA.
Genau. Russlands Friedenseinsätze in Syrien, in der Ostukraine, im Asowschen Meer und an der Nato-Außengrenze (neue Mittelstreckenraketen) sind an friedenssichernder Konsistenz nicht zu toppen.

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Holztransistor 20.12.2018, 17:25
69.

Zitat von tinnytim
Nun ist die neueste Version dieser Rakete, die Iskander-K, aber keine einfache Rakete mehr, sondern eine Trägerrakete, die in der Lage ist zwei Marschflugkörper zu transportieren. CIA und Nato sind sich einigermaßen sicher, dass der neueste Marschflugkörper 9M729 Novator im System eine deutlich größere Reichweite (bis 2000km) hat, als die vertraglich erlaubten 500km.
Zur 9M729 gibt es allenfalls Vermutungen. Auch die Amerikaner nennen keine Zahlen, aber "man ist sich sicher", dass Russland den INF-Vertrag verletzt. Dieses "man ist sich sicher" scheint für einige Scharfmacher schon genug zu sein, um damit hausieren zu gehen als wären es Fakten.

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