Forum: Politik
Jahresbilanz des russischen Präsidenten: Putin warnt vor wachsender Gefahr eines Atom
YURI KOCHETKOV/EPA-EFE/REX

Wladimir Putin, Präsident der Atommacht Russland, fordert eine Rüstungsbegrenzung. Weitere Themen seiner Jahresbilanz: der Zwischenfall in der Meerenge von Kertsch und der Abzug der US-Truppen aus Syrien.

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nach-mir-die-springflut 20.12.2018, 17:35
70. Die Hits der 70er, 80er, 90er - bis zum Tod (Neues dann im Jenseits)

Zitat von msvanessacheng
Trump meint offensichtlich, dass eine Aufkündigung des INF-Vertrags mit anschliessender Drohgebärde zu einer neuen umfassenderen Regelung führen wird. Könnte auch womöglich funktionieren ...
Ich denke, dass Trump in einem Dilemma sitzt. Er ist als Nicht-Politiker mit einer kindlichen Naivität ("Kindermund tut Wahrheit kund") ins Amt gewählt worden, hat aber mit der Wahl eine imperiale Agenda geerbt, die er bis zur Wahl nicht verstanden hat; und ab Wahl zu verstehen genötigt wurde. Trump daher plappert mal so, mal so, weil er zum einen den wahren Strippenziehern nach dem Mund reden muss, zum anderen seine kindliche Erfassung von Welt diese Strippenzieher und ihre Logik aber ablehnt. Trump also muss lernen, lernen, lernen, wie dieses diplomatische Spiel geht, während die US-Außenpolitik so sehr auf brachiale Machtdurchsetzung ausgerichtet ist, dass es entsprechend auch ruppig zugeht, wenn er sich diesen Doktrinen entzieht. Er spring wie ein Springteufel letztlich dann aus dem Kasten, wenn du denkst, du hast'n. Wer die tröstende Überfigur in ihm sucht, der wird natürlich bitter enttäuscht, weil dieses schelmische Spiel keinen Trost anbietet, als dass man sich blindlings einem Führer anvertrauen könnte. Im Grund knackt Trump die amerikanische Neurose auf - und damit auch die der westlichen Gesellschaften, die träge und denkfaul emotional schon lebendig begraben sind, denn bei seinen Sprüngen müssen alle - bis zur Erschöpfung - mitspringen. Lawrow und Putin sind viel zu gebildet und analytisch und schlau, als dass sie sich nicht in die andere Partei und ihre Nöte hineinversetzen könnten. Daher werden die beiden ihn nie brüskieren, wenn er wirklich lösungsorientiert ist. Putin muss die Expansion der NATO stoppen. Er hat aber nichts von unkontrollierbar trudelnden USA, weil die würden Mütterchen Russland nur selbst mit in den Strudel ziehen. Stichwort hier: multipolare Weltordnung.

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simonweber1 20.12.2018, 17:35
71. So

Zitat von Idinger
Gab es kritische Fragen aus dem reichlich vorhandenen Publikum? Was hat der Präsident darauf geantwortet? Wie informieren die unabhängigen Medien in Russland die Bevölkerung über die Jahrespressekonferenz?
weit man nachlesen konnte waren 1700 Journalisten aus allen Herren Länder anwesend. Diese Veranstaltung wird live übertragen und u.a.auch von westlichen TV Stationen. Die Menschen in Russland müssen lediglich Ihr Fernsehgerät einschalten und sind bestens informiert.

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etlamu 20.12.2018, 17:39
72.

Zitat von Vadomar
Es war klar, dass dieser Artikel Trolle und Putinversteher hervorlocken würde. Ähnliche Reaktionen sind auch in Großbritannien zu finden. Im Forum des Daily Express wird Putin von den Brexiteers (manche sind wohl russische Trolle) teilweise wie ein Messias und Friedensengel dargestellt. Bin gespannt, wann er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wird.
In diesem Forum sagt doch keiner, dass Putin ein Heilsbringer ist. Man versucht nur die Russen zu verstehen. Das ist doch eine Voraussetzung zum normalen handeln. Viele haben nun mal herausgefunden, dass auch der Westen nicht das gelbe vom Ei ist versuchen dies hier zu erwähnen.

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simonweber1 20.12.2018, 17:41
73. Das

Zitat von Southwest69
Nein, hab ich nicht vergessen. Die erste amerikanische Atombombe wurde der japanischen Regierung angekündigt, als Waffe mit unvorstellbarer Zerstörungskraft, von der die japanischen Geheimdienste wissen mussten, das es die Atombombe ist, die Deutschen wussten ja auch vom Manhattan Projekt. Japan hat auf die Drohung hin hat nicht kapituliert. Und nach dem Abwurf der ersten Bombe auch nicht. Erst nach dem die zweite Bombe gefallen war hat Japan kapituliert. Die japanische Regierung ist genau so schuldig wie die USA. Im Koreakrieg wurde keine amerikanische Atombombe eingesetzt, obwohl die Chinesen und Russen zu dieser Zeit nichts dagegen hätten tun können. Korea`s Spaltung hätte durch den Einsatz der Atombombe verhindert werden können. In Vietnam auch keine Atombombe. Nur Russland hat bisher die Welt dicht an einen Atomkrieg gebracht, wie gesagt 1983 durch Computerfehler.
was Sie da schreiben ist absoluter Unsinn und Sie wissen das selbst am besten. Nach Ihrer Auffassung sind die Japaner schuld, dass die USA Ihre Atombomben dort abgeworfen haben. Sie scheinen ein großer Fan von atomaren kriegen zu sein.

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maynard_k. 20.12.2018, 17:41
74. Genau das meine ich!

Zitat von adal_
Genau. Russlands Friedenseinsätze in Syrien, in der Ostukraine, im Asowschen Meer und an der Nato-Außengrenze (neue Mittelstreckenraketen) sind an friedenssichernder Konsistenz nicht zu toppen.
Die andere Seite reagiert auf so einen Einwurf hier jetzt regelmäßig mit der Aufzählung amerikanischer Vergehen, dann wird "whataboutism" gerufen und jeder ist sich sicher der andere hat Schuld. Sie und ihre russischen Gegenforisten bringen uns kein Stück vorwärts sondern haben nur im Sinn die Fronten weiter zu verhärten, anstatt aufeinander zuzugehen! Was ist denn ihr Lösungsansatz (und damit meine ich nicht: erst mal muss Russland alles anders machen)?

Im übrigen hat "konsistenter und berechenbarer" erst einmal überhaupt nichts mit Friedensicherung zu tun. Aber die US Politik ist nun einmal derart wechselhaft, dass man sich auf nichts mehr verlassen kann!

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msvanessacheng 20.12.2018, 17:54
75.

Zitat von nach-mir-die-springflut
Ich denke, dass Trump in einem Dilemma sitzt. Er ist als Nicht-Politiker mit einer kindlichen Naivität ("Kindermund tut Wahrheit kund") ins Amt gewählt worden, hat aber mit der Wahl eine imperiale Agenda geerbt, die er bis zur Wahl nicht verstanden hat; und ab Wahl zu verstehen genötigt wurde. Trump daher plappert mal so, mal so, weil er zum einen den wahren Strippenziehern nach dem Mund reden muss, zum anderen seine kindliche Erfassung von Welt diese Strippenzieher und ihre Logik aber ablehnt. Trump also muss lernen, lernen, lernen, wie dieses diplomatische Spiel geht, während die US-Außenpolitik so sehr auf brachiale Machtdurchsetzung ausgerichtet ist, dass es entsprechend auch ruppig zugeht, wenn er sich diesen Doktrinen entzieht. Er spring wie ein Springteufel letztlich dann aus dem Kasten, wenn du denkst, du hast'n. Wer die tröstende Überfigur in ihm sucht, der wird natürlich bitter enttäuscht, weil dieses schelmische Spiel keinen Trost anbietet, als dass man sich blindlings einem Führer anvertrauen könnte. Im Grund knackt Trump die amerikanische Neurose auf - und damit auch die der westlichen Gesellschaften, die träge und denkfaul emotional schon lebendig begraben sind, denn bei seinen Sprüngen müssen alle - bis zur Erschöpfung - mitspringen. Lawrow und Putin sind viel zu gebildet und analytisch und schlau, als dass sie sich nicht in die andere Partei und ihre Nöte hineinversetzen könnten. Daher werden die beiden ihn nie brüskieren, wenn er wirklich lösungsorientiert ist. Putin muss die Expansion der NATO stoppen. Er hat aber nichts von unkontrollierbar trudelnden USA, weil die würden Mütterchen Russland nur selbst mit in den Strudel ziehen. Stichwort hier: multipolare Weltordnung.
Ich denke, dass Putin und Trump im Kopf ganz anders ticken, sich jedoch gegenseitig respektieren und nachvollziehen können. Was Trump angeht, bei allen Pöbeleien ihm gegenüber, darf man nicht vergessen, dass er ein erfolgreicher Geschäftsmann ist. Und die Geschäftswelt ist halt anders orientiert als die Politik. Dort Zählen Resultate und als Beleg dafür dienen feste Zahlen. Er wird nie die Intrigen und Machenschaften der Politik verstehen und lernen. Und das ist gut so! Man sieht es ihm an wie er die glitschige Politclique hasst und ihre "Sandburgen" plattmachen will. Immerhin ist er der erste US-Präsident, den ich erlebt habe, der Truppen nach Hause holt, statt neue Kriege zu starten.

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adal_ 20.12.2018, 18:04
76. Wir brauchen mehr Lichterketten, besonders an Weihnachten

Zitat von maynard_k.
Sie und ihre russischen Gegenforisten bringen uns kein Stück vorwärts sondern haben nur im Sinn die Fronten weiter zu verhärten, anstatt aufeinander zuzugehen!
Dann bilde halt ne Lichterkette! Das hilft bestimmt weiter.

Ich bin hingegen der Meinung, dass Putin genau weiß, was er tut. Er testet Grenzen aus, und zwar die Grenzen, die man ihm lässt.
Seine chauvinistische außenpolitische Agenda hat im Grunde nur den Sinn, im Innern patriotischen Trotz zu bedienen, um die Russen von seiner desaströsen Wirtschaftspolitik und den Rentenkürzungen abzulenken.

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maynard_k. 20.12.2018, 18:38
77. @adal: Genau! Wir brauchen mehr Krieg!

Er weiß was er tut - er hat es nicht anders verdient. Das wir alle da mit bei drauf gehen. Geschenkt. Lösungen? Viel zu Öko!

Die wissen alle was sie tun und werden alle niemals klein bei geben. Entweder fahren beide Seiten bald wieder runter (auch die Scharfmacher hier im Forum die das hoffentlich aus Naivität und nicht für Geld tun) oder es wir in absehbarer Zeit eskalieren!

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adal_ 20.12.2018, 18:51
78.

Zitat von maynard_k.
Genau! Wir brauchen mehr Krieg!
Nö, brauchen wir nicht. Alter Appeaser-Irrglaube, einen Zündler dadurch vom Zündeln abhalten zu können, dass man ihn gewähren lässt.

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maynard_k. 20.12.2018, 19:22
79. @adal: wie stellen Sie sich das denn vor?

Gewähren lassen wir aktuell doch vor allem die USA. Im Gegensatz zu Russland werden diese bei Völkerrechtsverletzungen, privaten Söldnerarmeen usw. nicht kritisiert, sanktioniert. Was immer sie sich da en Top zu den Sanktionen vorstellen, so können Sie doch nicht ernsthaft glauben dass sich Russland dann anschließend den USA unterordnet? Wie gesagt: das ganze ist m.M.n. nur auf UNO Ebene zu lösen und dazu gehörten eigentlich zu aller erst sämtliche Vetorechte abgeschafft.

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