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Jair Bolsonaros Sieg: Brasilien flirtet mit der Diktatur
REUTERS

Ein Ex-Soldat, fasziniert vom Faschismus, ist neuer Präsident Brasiliens: Jair Bolsonaro. Die Geschichte zeigt: Davon profitieren in Lateinamerika Industrielle und Banken - und nicht das Volk, das die Demagogen wählt.

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korrekturen 29.10.2018, 19:34
90.

Zitat von bodobahia
(.......) was heißt das sie für ihre Verbrechen an das Brasilianische Volk vor Gericht gestellt werden können. Das gilt auch für den Kandidaten Hadaad der PT, dem 20 Prozesse anhängen. Auch die ehemalige Presidentin Dilma wird wohl Lula Gesellschaft leisten. Das Volk hat eine kriminelle Vereinigung abgewählt. Es wird auch nicht darüber berichtet, daß Die PT Milliardenprojekte in Länden wie Kuba, Venezuela und Nicaragua für Zinsen unter dem nationalen Discountsatz Finanziert hat, Kredite die vermutlich nie zurück bezahlt werden. Und das die Vizepräsidentin vom Kandidaten Hadaad die Vorsitzende der Kommunistischen Partei ist, spricht neben ihrem Regierungsprogramm sehr deutlich wohin es geht. (....)
Wer über Brasilien liest, sollte wissen, dass es dort eine wahre Fabrik von Fake News gibt, die haufenweise falsche Meldungen in Umlauf bringt. Alles, was man liest, kann falsch sein. Brasilien ist das erste Land der Welt, wo viele Leute ferngesteuert werden von einigen sozialen Medien. Die Web Seite "A Pública" kommentiert die Meldung, dass Haddad Angeklat ist in 22 Proßesse, um einen Betrag von einigen Miliarden Reais. Ihr Schluß ist: die Meldung stimmt überhaupt nicht (für Details die Webseite bitte suchen). Der andere Punkt habe ich vor einigen Tagen in einer Liste von Fake News von einer großen Zeitung des Landes gesehen. Weitere Kommentare von derselben Person, die ich oben zitiere, werde ich nicht mehr lesen.

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bralem 29.10.2018, 19:54
91. Venezuela / Demokratie

Der Vergleich von Bolsonaro mit Chávez ist interessant und kann zwischen seinem Gegenkandidaten Haddad und Maduro weitergeführt werden: Haddad hatte ja Ende September erklärt, dass er bei einem Wahlsieg die Initiative seiner kommunistischen Partnerpartei PCdoB zur Einberufung einer Nationalversammlung zur Modernisierung der brasilianischen Verfassung umsetzen möchte - womit er wie in Venezuela den eben noch demokratisch gewählten Nationalkongress ausgehebelt hätte.

Von daher kann ich das Analyseergebnis, dass die Arbeiterpartei PT "die demokratischen Spielregeln immer akzeptiert" hat, auch nicht nachvollziehen. Zumal es meinem Verständnis von Demokratie widerspricht, Abgeordnete anderer Parteien mit Korruptionszahlungen zu kaufen (siehe "Mensalão"-Skandal).

Zudem fehlt mir bei der Aussage, dass Unternehmer und Banken unter der Regierung der PT "kräftig verdient" haben, der Zusatz "zunächst". Wie ich selber seit 2012 vor Ort in Brasilien erlebe, war die Wirtschaftspolitik der Arbeiterpartei leider nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegt und hat das Land in eine seit Jahren andauernde extreme Wirtschaftskrise geführt.

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Pista 30.10.2018, 00:13
92. An der Realität vorbei geschrieben...

Es ist einfach seltsam zu lesen, weil das eigentliche Thema so verfehlt wurde. Es würde Brasilien gutgehen, die Wirtschaft funktioniere, das "Feindbild" existiere nur in der Fantasie der Bolsonaro-Anhänger... ist einfach Unsinn. Es liest sich wie von jemandem, der das Thema aus der Ferne und voreingenommen recherchiert, aber die Realität Brasiliens nicht persönlich zu kennen scheint. Brasilien ist in einer großen Krise, Korruption in allen Institutionen - steigende Kriminalität, steigende Lebensmittelpreise - und eine Partei (PT) die an Widersprüchen und Skandalen kaum zu überbieten ist. Dennoch konzentriert sich selbst hier der Journalismus darauf, Zitate Bolsonaros aus dem Zusammenhang zu ziehen und zu verdrehen, ignoriert aber die eigentlichen Probleme des Landes, die dazu führten, das er als President gewählt wurde.

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neonblitz 30.10.2018, 01:00
93. Der Spiegel spiegelt.

[...]
Es waere gerecht zu fragen, was Eure Standards zur Selbstkontrolle und Verifizierung der Prognosen sind, die ihr so reichhaltig und duester-gruselig in dem Artikel aufstellt:
Sollte Brasilien in 2 Jahren relativ stabil funktionieren, sollte unsere Wirtschaft leicht gestiegen und die Verbrechensrate leicht gesunken sein, sollten keinerlei diskriminierende Gesetzte eingefuehrt worden sein, sollten tatsaechlich keine Massaker an Minderheiten oder grossaeugigen Pelztieren veruebt worden sein, sollte es immer noch keine Konzentrationslager fuer LGBTQ+ geben, sollte der tropische Regenwald weder durch Napalm noch durch Beton vernichtet sein, wird der Spiegel das fantastische Katastrophieren in dem Artikel kritisch wiederaufnehmen und zurueckrudern?

Wird der Spiegel jemals zugeben, dass er zu weit geht?

Ich erwarte da nicht allzu viel aber was weiss ich schon, als Brasilianer hab ich dass doch alles schon bis zum naechsten Karneval vergessen, fragt den Autor: "Brasilianer sind leicht für Neues zu begeistern, die Vergangenheit wird schnell vergessen." Schickt uns einfach ein Paar Glasperlen.

Die Verachtung der linken Institutionen gegenueber Andersdenkenden ist unglaublich.

Voller Kommentar auf https://www.facebook.com/roman.schorscher/posts/1947111515335508

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