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Jair Bolsonaros Sieg: Brasilien flirtet mit der Diktatur
REUTERS

Ein Ex-Soldat, fasziniert vom Faschismus, ist neuer Präsident Brasiliens: Jair Bolsonaro. Die Geschichte zeigt: Davon profitieren in Lateinamerika Industrielle und Banken - und nicht das Volk, das die Demagogen wählt.

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bicyclerepairmen 29.10.2018, 12:25
10. Man ist halt versucht...

Zitat von Teodore
Da sitzt der ehemalige Präsident wegen Korruption im Gefängnis, unterstützt den PT-Kandidaten Haddad, dessen Partei für ein Jahrzehnt der Misswirtschaft steht und man liest in dem Artikel, die PT habe sich wenigstens immer an die demokratischen......
in typischen moralischen Schablonen zu agieren..
Links ist im Zweifel immer gut. Schulz besucht Lula im Knast etc. pp.
Der kann ja gar nicht und so...

Nur trifft das auf Brasilien leider nicht zu. Das ist hier Animalfarm letzte Seite...
Nochmal, das gesamte demokratische System in Brasilien ist verdorben, 2/3 aller Parlamentarier sind unter Verdacht korrupt zu sein, unterliegen juristischer Untersuchungen, liegen Haftbefehle vor, sind verurteilt worden und trotzdem in Macht und Würden. Und das bei der höchten Besoldung weltweit !

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icke_floripa 29.10.2018, 12:32
11. Wo bleibt die Wahlanalyse?

Mir fehlt hier ein bisschen die objektive Wahlanalyse, warum es wiedermal so weit kommen konnte. Bis jetzt sehe ich nur Empörung (das auch zu Recht bei einem solchen gewählten Präsidenten). Für alle die nicht in Brasilien leben und die täglichen Nachrichten von Gewalt und Korruption mitbekommen, ist es glaube ich sehr einfach das Problem auf den nun gewählten Präsidenten abzuwälzen. Wie groß war den das Interesse und das Verständnis der meisten für das Land vorher? Hier beim SPON recht klein. Das Meiste waren Kommentare vom PT- und Lula-Freund Herrn Glüsing. Objektiv waren die eher nie. Man muss schon sehr ignorant oder Betriebsblind sein, wenn man vorher nicht erkannt hat, dass Lula und Dilma absolut unbeliebt sind in der Bevölkerung, wie aber auch viele andere Politiker Brasiliens. Und da kommt nun die PT mit diesen extrem unbeliebten, größtenteils sogar verhassten, Politikern (und verhasst oft sogar von ihren früheren Befürwortern), welche in diverse Korruptionen und Machenschaften verwickelt waren und stellt diese für die Wahl als ihre Galionsfigur auf. Ein Mann der deswegen sowieso schon verurteilt wurde und gar keine Chance hatte rechtlich gewählt zu werden. Dies Partei welche immens Wahlpropaganda in den Social Medias und TV gemacht hat und kein bisschen Eigenartig übte, sondern noch im Gegenteil, den linken Kampf weiter ankündigte und das zusammen mit ihrer Vizepräsidentinskandidatin Manuela von der PCdoB (Kommunistische Partei Brasiliens), hat somit in und vor der wohl Wahl alles falsch gemacht. Es gab keine Distanzierung von Leuten oder Fehlern. Der Wahlkampf war durch und durch Ideologisch. Aber mit einer Ideologie mit der die Bevölkerung nicht mehr mit will. Bolsonaro kam erst später als Gegenpol zur Wahl hinzu, welcher durch seine Radikalität gegen die PT für viele scheinbar nur die einzige Chance zur Verhinderung der PT erschien. Ohne den neu gefunden Feind Bolsonaro wäre die PT wohl gerade mal an die 10% gekommen. Wer das nicht erkennt, erkennt genau so wenig die Geschichte. Es war leider immer so, dass ein Extrem ein anderes hervorruft. Was keine Rechtfertigung ist! Bolsonaro ist eine entsetzliche Figur. Aber nun muss Brasilien da durch. Nur hoffe ich, dass das Ergebnis endlich zu einem Umdenken in den Parteien und vor allem den Linken kommt. Einige gemäßigte linke Parteien mit teils gute Ideen haben gibt es ja schon. Es ist sehr grotesk was innerhalb von Parteien toleriert wird ohne sich über langfristige Schäden einen Kopf zu machen. In Deutschland wäre das Alles ein Unding.

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heino.dengel 29.10.2018, 12:35
12.

Die Sprüche von dem Typen sind widerlich.
Die Brasilianer müssen jetzt mal gut aufpassen. Wenn er alles ernstgemeint hat, war er gesagt hat, dann beginnen die dunklen Zeiten erst. Wer Folter und Mord gutheißt, sollte vielleicht auch etwas gefoltert werden, um seine Worte wirklich zu verstehen.
Eim korrupte Regierung, durch eine vielleicht faschistische zu ersetzen, ist auch keine Lösung.

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misterknowitall2 29.10.2018, 12:38
13. Spannend.

Zitat von larica
Ich lebe seit Anfang 2000 in Brasilien. Der Hauptgrund warum Jair Bolsonaro trotz seiner verbalen Ausfälle von der Mehrheit gewählt wurde liegt in der großen Ablehnung der PT, der Partei welche für die Politik der letzten 17 Jahre verantwortlich ist. Diese hat sehr wohl mit anderen Linksdiktaturen geflirtet und diese auch mit Milliarden unserer Steuergelder unterstützt während bei uns es an Allem fehlt. Die Menschen sind es leid, sie haben kein Vertrauen mehr in die Versprechungen eines Lulas oder einer Dilma. Die Institutionen......
Danke, dass sie sich äußern. Es ist für uns in Deutschland schwer nachzuvollziehen, warum man in Brasilien so wählt. Ich befürchte aber leider, dass sich die Brasilianer bald fragen werden, wie man so einen Mann an die Spitze des Landes setzen konnte. Nach den Aussagen und Auftritten Bolsonaro wird er keines der Probleme beseitigen, sondern nur neue schaffen. Glauben Sie wirklich so jemand geht gegen Korruption vor? Glauben Sie wirklich so jemand bremst die Gewalt ein? Es ist doch eher zu befürchten, dass sich nun Bolsonaro und Kumpanen die Taschen vollmachen. Der Gewalt wird sicher auch nicht abgeschworen, ist er doch Bewunderer der Diktatur. Zu all ihrem Leid wird man demnächst auch seine Meinung nicht mehr kundtun dürfen, ohne das man Angst haben muss, im Gefängnis zu verschwinden. Ihre Probleme liegen nicht in der Politik, sondern in ihrer Gesellschaft. Dafür muss man außerhalb der Politik Lösungen finden.

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dunnhaupt 29.10.2018, 12:56
14. Das warnende Beispiel Venezuela hat viel mit Brasiliens Wende zu tun

Massen von venezolanischen Flüchtlingen kommen täglich hilfesuchend über die Grenze des brasilianischen Nachbarlands und werden in Lagern untergebracht. Brasilien will kein zweites Venezuela werden.

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Sokrates II 29.10.2018, 12:58
15. Nur noch eine kleine Anmerkung zum Wahlergebnis

Bolsonaro erhielt ueber 55% der abgegebenen gueltigen Stimmen, was bereits eine satte Mehrheit fuer Ihn darstellt. Dazu kommen aber noch ca. 22% der Nichtwaehler (trotz Wahlpflicht) und ca. 3% von ungueltigen (weissen) Stimmen . Diesen Personenkreis kann man mit ruhigem Gewissen denjenigen zuordnen, welche auf keinem Fall eine erneute Regierungsverantwortung der PT mit ihrem Kandidaten Haddad und seinem Strippenzieher Lula wollten., was also rund 80% der Bevoelkerung ausmacht.
Zum Artikel von Herrn Gluesing ist nur zu bemerken, dass er es bei allen seinen Beitraegen vermieden hat, naeher auf den Kandidaten der PT (Haddd) , sein Profil und die Hintergruende seiner Nominierung einzugehen.
Somit ist alles was er schreibt einfach nur tendenzioes und weit von einem guten und ausgewogenen Journalismus entfernt.

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Reinhard Gehlen 29.10.2018, 13:03
16. Hallo

Zitat von brux
Auch wenn es linken Journalisten nicht passt: Faschismus kommt eigentlich immer ais dem Volk. Die Erzählung, dass die herrschenden Klassen Faschismus zur Unterdrückung des Volks brauchen, ist schlichtweg falsch. Kann man übrigens seit Jahrzehnten bei Robert Paxton nachlesen.
Ich kenne Robert Paxton überhaupt nicht. Aber wer behauptet das Faschismus aus dem Volke kommt der kennt Faschismus überhaupt nicht. Der behauptet wohl auch das Facebook, ( der hauptsächliche Grund von aufkommenden Faschismus) der Schwarminteligenz nutzt und auch vom Volke aus betrieben wird. Armer Mann der nicht die Zusammenhänge sehen möchte.

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demokratie-troll 29.10.2018, 13:04
17. Wars das mit der Demokratie in Brasilien?

Demokratie funktioniert durch Abwahl, nur in der Abwahl wird Demokratie sichtbar, alles andere ist Augenwischerei.
Bolsonaro. Dieser Typ ist ein Faschist und die einzige Frage wird sein, ob man den je wieder abwählen kann.
Die Herrschaft der PT konnte man übrigens abwählen und genau darum geht es in der Demokratie. Ich bin übrigens auch der Meinung, dass man Trump wird abwählen können, und ich habe immer befürchtet, dass man Merkel nie wird abwählen können.

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caipis 29.10.2018, 13:13
18. Mal wieder jede Menge Humbug vom Jens

Allein die Aussage "Die PT hat die demokratischen Spielregeln immer akzeptiert" zeigt doch nur, wie sehr der Autor der PT nahesteht. Da muss man schon eine sehr eigenwillige Brille aufhaben, um solch eine Aussage zu machen. Peinlich, peinlich . . .

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at.engel 29.10.2018, 13:14
19.

"Davon profitieren in Lateinamerika Industrielle und Banken - und nicht das Volk, das die Demagogen wählt"
Na ja, die jüngere Geschichte zeigt vor allem, dass von einer Regierung unter den "Linken" genau die gleichen profitieren - soweit man Leute wie Schröder oder Blair noch als "links" bezeichnen will.
Ich weiß nicht, wie ein Journalist heute, 2018, noch solche Sätze über die Lippen bringen kann. Das ging vor hundert Jahren noch... dem Zeitalter der "blühenden Landschaften" und dem "Ärmel Hochkrempeln". Willkommen im Land, wo man direkt vom Prekariat in die Altersarmut abdriftet... dank der traditionellen Volksparteien natürlich. Am BIP kann es ja wohl nicht liegen!

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