Forum: Politik
Jair Bolsonaros Sieg: Brasilien flirtet mit der Diktatur
REUTERS

Ein Ex-Soldat, fasziniert vom Faschismus, ist neuer Präsident Brasiliens: Jair Bolsonaro. Die Geschichte zeigt: Davon profitieren in Lateinamerika Industrielle und Banken - und nicht das Volk, das die Demagogen wählt.

Seite 8 von 10
ththt 29.10.2018, 15:50
70. Das schafft nur der Spiegel

Den rechtsextremen, frauenverachtenden, homophoben, rassistischen Faschisten Bolsonaro gleichzusetzen mit dem Indigenen Sozialisten Chavez: das schafft nur die westliche Presse. An Arroganz und Unwissen nicht mehr zu überbieten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Plasmabruzzler 29.10.2018, 15:52
71.

Zitat von isi-dor
Faschistische Diktatoren haben noch niemals in irgendein Land auf Erden Wohlstand und Frieden für das Volk gebracht. Vernichtung, Krieg und ewiger Hass sind eher deren Werk.
Gibt es auch ordinäre Diktatoren oder sind Diktatoren grundsätzlich faschistisch?
Mir war gar nicht bewusst, dass diese Faktoren auf Diktaturen wie in Ägypten, Thailand usw. zutreffend sind. Und auch in Libyen hat sich die Lage seit Gaddafi auch nicht drastisch verbessert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bicyclerepairmen 29.10.2018, 16:12
72. Sorry, das ist doch....

Zitat von Southwest69
Das Großkapital im Lande verhindert das schon seit Jahrzehnten erfolgreich und jetzt tun die Brasillianer so als hätten sie das Ei des Columbus gefunden. Religiösität, Fanatismus, Gier und Mordlust geben sich hier die Klinke in die Hand.
Lötzinn. Die Brasilianer hatten nichts weiter als die Auswahl zwischen einen der apokalyptischen Reiter, Pest oder Cholera. Die Oligarchen im Hintergrund haben Lula genauso geradegebogen wie Sie es beim nächsten tun werden. Und ich kann dieses Beweihräuchern der PT nicht mehr hören, die letzten 3-4 Jahre waren ein Abstieg sonder gleichen. Die Inflation ist rapide gestiegen, die Lebenshaltungskosten sind explodiert, die mobilen Teile des Mittelstandes suchen das Weite.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
favelado 29.10.2018, 16:14
73. Sprachlos

Herr Glüsing, sind Sie am Wochenende evt. etwas zu lange unter der prallen Sonne gewesen? Das hat ja mit einer Informationspflicht nichts zu tun, sondern ist reines Agendasetting.
Ich interpretiere mal diese “demokratischen Spielregeln”:

1) “Bolsonaro war in seinen jungen Jahren ein Fan von Chávez” – Bolsonaro ist jetzt fast Mitte 60. Was sind da denn genau “junge Jahre”, so vor ca. 20, 30 Jahren? Worauf ich eigentlich hinaus will: Wissen Sie eigentlich, liebe Spiegel-Leser, wer Venezuela AKTUELL noch ganz gut findet? Die PT, dort auf der Homepage war bis vor 3 1/2 Wochen ein Artikel veröffentlicht, der Venezuela – also dort, wo die Menschen aktuell Hunde fressen, um überhaupt noch etwas essen zu können – als “Beispiel der Demokratie” bezeichnet. Komischerweise wurde der Artikel vor der Stichwahl entfernt. Wer es nicht glaubt, kann gerne selbst googlen. Stichworte: PT Venezuela democracia

2) Wissen Sie, wer zu den größten Geldgebern der Machthaber in Venezuela gehört? Oder Cuba, Angola, Libyen unter Ghaddafi? Richtig, die brasilianische Entwicklungsbank (BNDES) während der gesamten Regierungszeit des PT. Dieses Geld ist für uns Brasilianer futsch, und ganz nebenbei, das ist nur das, was wir aktuell wissen! Sollte Bolsonaro also die Büchse der Pandora öffnen und sich mal die Buchhaltung in den letzten 15 Jahren beim BNDES genauer anschauen, ich befürchte, das wird richtig übel.

3) Eine Zeitung, welche bei der Meinungsmache gegen Bolsonaro ganz vorne dabei ist (Folha de Sao Paulo), hat während der Regierungszeit des PT Gelder in Höhe von R$ 220 Mio. erhalten. Wer es nicht glaubt, Onkel Google hilft. Stichwort: Folha de Sao Paulo verba PT. Die Daten sind über die FINEP einzusehen. Sind das demokratische Spielregeln, wenn ich mir eine wohlgesonnene Meinung finanziere? Das Gleiche gilt für die Gruppe Globo.

4) Zitat von Haddad: Wenn er die Wahl gewinnt, möchte er mit Lula am 01. Januar 2019 mit ihm zur Vereidigung die Rampe zum Hochpalast hochlaufen und einen Posten in seiner Regierung geben. Zur Erinnerung: Lula wurde bereits in zweiter Instanz für schuldig befunden. Das ist also Demokratie?

5) Lava Jato. Von dem, was man bisher weiß, der größte Korruptionsskandal, den die Menschheit bisher gesehen hat.

6) “Vertreter von sozialen Bewegungen”. Dazu zählen unter anderem auch CUT und MST, die die Arbeiterpartei unterstützen. Ich lade jeden dazu ein, sich mal Videos auf Youtube anzuschauen, wie so eine “Landnahme” durch die MST aussieht (MST invade fazenda oder propriedade). Diese Terroristen zerstören Existenzen, ganze Ernten werden zerstört und Nutzvieh umgebracht. Diese Bewegungen beruhen überwiegend darauf, das Eigentum von anderen Menschen zu zerstören.

7) Celso Daniel, Teori Zavascki, Eduardo Campos und beinahe Jair Bolsonaro. Ich bin kein Fan von Verschwörungstheorien, aber das sind mir dann doch ein paar Zufälle zuviel.

Ich könnte jetzt hier noch locker 10-15 weitere Punkte anbringen, dazu fehlt mir aber die Zeit und Lust. Ich wollte diesen absoluten Schund hier aber nicht ganz unkommentiert durchgehen lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tyler85 29.10.2018, 16:15
74. Hier wie dort

"Es ging den Eliten immer darum, ihre Privilegien zu bewahren."

Das ist sicherlich innerhalb der Politikerelite Deutschlands und der EU auch nicht anders!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pm22 29.10.2018, 16:19
75.

Folter und Abtreibungsverbote würden der brasilianischen Gesellschaft sehr schaden. Bezüglich der Kriminalität jedoch muss gehandelt werden. Hier werden leider nur noch drastische Massnahme helfen. Bisher haben sich die Maifiagangs jedes Jahr selbst dezimiert. Jetzt braucht es dafür neue Gefängnisse oder das philippinische Modell. Ansonsten drohen Verhältnisse wie in Mexico.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lopix 29.10.2018, 16:31
76.

Bolsonaro will die Minister nach Fähigkeiten statt Parteibuch benennen. Ich meine wenn die Minister wie P.Guedes nur Ansatzweise liberale Ideen umsetzen können und nicht von Bolsonaro, dem Kongress oder anderen gebremst werden, dann kann die brasilianische Wirtschaft endlich Fahrt aufnehmen- zum Wohl aller Brasilianer.
Besser als zu diskutieren wer was wann gesagt hat: Schauen wir uns, gemessen an konkreten Zahlen und Fakten (Steigerung des BIP, Sterblichkeitsrate, Mordrate, Pisa etc etc.) die Entwicklung Brasiliens in den nächsten Monaten und Jahren an, dann wird sich zeigen, ob die Brasilianer gestern die richtige Entscheidung getroffen haben. Die Börse und Devisenkurse von heute lassen ja hoffen, dass die Richtung stimmt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Vadomar 29.10.2018, 16:35
77.

Einige Foristen scheinen zu denken, dass man nur, weil man gegen Bolsonaro ist, automatisch für die bisher regierende PT sein muss.
Eine Entscheidung zwischen Maduro (oder meinetwegen Lula) und Bolsonaro ist wie eine Entscheidung zwischen Stalin und Hitler.
Zwei Seiten einer Medaille.
Ich empfehle jedem, der ein bisschen portugiesisch kann, sich mal ein paar Interviews von Bolsonaro anzuschauen. Mit Englisch hat es der gute Mann ja nicht so. Übersetzt man das Ganze ins Deutsche fühlt man sich 80 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
si-ar 29.10.2018, 16:38
78.

Zitat von bicyclerepairmen
Lötzinn. Die Brasilianer hatten nichts weiter als die Auswahl zwischen einen der apokalyptischen Reiter, Pest oder Cholera. Die Oligarchen im Hintergrund haben Lula genauso geradegebogen wie Sie es beim nächsten tun werden. Und ich kann dieses Beweihräuchern der PT nicht mehr hören, die letzten 3-4 Jahre waren ein Abstieg sonder gleichen. Die Inflation ist rapide gestiegen, die Lebenshaltungskosten sind explodiert, die mobilen Teile des Mittelstandes suchen das Weite.
Meinen Sie Menschen, die erst unter Lula in die Mittelschicht aufstiegen?
Sie werden in Kürze sehen, wie die Mittelschicht genau dorthin verschwinden wird, wo sie vorher herkam. Dieser Prozess wurde schon unter Temer eingeleitet.
Eins wird mit Sicherheit wachsen, die Masse an Menschen die in absolute Armut abrutschen werden, dafür werden die Finanzmärkte, dank der Privatisierungen, aus dem Feiern nicht mehr rauskommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KayYou 29.10.2018, 16:41
79. Als die PT vor zwei Jahren

Zitat von favelado
Herr Glüsing, sind Sie am Wochenende evt. etwas zu lange unter der prallen Sonne gewesen? Das hat ja mit einer Informationspflicht nichts zu tun, sondern ist reines Agendasetting. Ich interpretiere mal diese “demokratischen Spielregeln”:
gestürzt wurde, sollte doch schon mal alles besser werden. Stattdessen sind Korruption, Gewaltverbrechen, Armut noch einmal (von einem unerträglichen Niveau, keine Frage, die PT hat selbst an ihren Zielen gemessen versagt) noch einmal angestiegen.
Jetzt also noch einmal ein weiterer Rechtsruck. Und das soll besser werden, wenn die Anzahl der Eingesperrten die Zahl in China übersteigt, wenn mehr Waffen auf den Straßen sind und die Armen nicht mehr mit Sozialleistungen (oder Globo-Telenovelas) ruhiggestellt werden?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 10