Forum: Politik
Jan Böhmermann: Erziehungs-TV
DPA

Er wäre gerne der Martin Luther King des Internets, leider ist Jan Böhmermann nur der Reinhard Mey des ZDF. Das kommt davon, wenn man Humor und Pädagogik verwechselt.

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kestrel2 18.05.2018, 23:51
100. Der unvermeidliche Bierernst notorischer Oberlehrer

Genau. Pädagogik und Humor gehen nicht zusammen. Weiß man schon seit: Karl Valentin, Kurt Tucholsky, Voltaire und natürlich auch seit dem ollen Sokrates. Aber Jesus, Jesus, also der hat's voll drauf gehabt. Ich sag nur: Tempelaustreibung! Heiliger Zorn! Echte Ernsthaftigkeit, der es wirklich um was ging!

Wer sich nochmal live ansehen will, wie das mit Humor sowas von gar nicht geht, dem sei dies hier empfohlen:

https://provokativ.com/lehr-dvd/

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kaminister 18.05.2018, 23:52
101. Das erste Mal...

... seit langem, dass ich bei beim Lesen des Wortes Böhmermann wieder lachen musste. Dafür vielen Dank Herr Fleischhauer.

Broder ist wesentlich mutiger und witziger, ganz gewiss.

Man muss Böhmi eines zu Gute halten: Dieser "Erziehungshumor" ist der einzig erlaubte Humor im Deutschen Feuilleton und Öffentlich Rechtlichen. Gähnend langweilig.

Wenn man nur die Worte "Politisches Kabarett" hört, läuft einem schon der kalte Schauer über den Rücken. So auch beim Freitagabendprogramm des ZDF.

Und hier schlägt sich Böhmi immerhin so gut, dass überhaupt darüber berichtet wird und überhaupt junge Menschen noch mal den Fernseher einschalten. Die Heute Show, der andere "Leuchtturm" Deutschen Humors, ist auch nur eine billige Kopie des US-amerikanischen Privatfernsehens (Daily Show mit Jon Steward).

Insofern haucht Böhmi, dem Erziehungshumor noch ein paar Lebensjahre ein. Retten wird es ihn indes nicht.

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wombie 18.05.2018, 05:58
102.

Zitat von m.breitkopf
Wir werden ja nicht nur über Satiresendungen erzogen, sondern auch über die Nachrichten, die Talk-Shows (garantiert AfD-frei), Kindersendungen, politische Magazine und seit neuestem auch über Fernsehfilme wie z.B. dem 'Tatort'. Aber egal, die ganze Infiltration ist ja für einen guten Zweck.
Sie haben Recht, wenn Sie das Motto "schlechte Publicity ist besser als keine Publicity" anwenden und ihre gefühlte Realität nicht in den Medien abgebildet werden kann. Dafür gibt es ja Facebookgruppen, Twitter oder andere virtuelle Stammtische.
Gerade die AfD ist häufig in Talk Shows vertreten, da sie dort als Clown immer wieder für eine Realsatire gut ist. Man erinnere sich da z.B. an Marlies Weidels souveräner Realitätsflucht.

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kpkuenkele 18.05.2018, 06:10
103. Leider nicht das Original

Jan Böhmermann versucht sich offenbar gerade daran, den amerikanischen HBO Comedian John Oliver nachzuahmen, kommt aber bei Weitem nicht an dessen Genialität heran. Unvergesslich, als dieser die Kirche der „Jungfrau der ewigen Steuerbefreiung“ gegründet hat, um auf den Wahnsinn des amerikanischen Steuerrechts für evankelikale TV-Prediger himzuweisen. Während John Oliver also die Priviliegien der Mächtigen aufs Korn nimmt, versucht sich Jan Böhmermann lieber an der Unterdrückung der Meinungsfreiheit einfacher Bürger. Und ja, auch die Meinung, die ich selbst nicht teile, ist eine Meinung, die unter dieses Grundrecht fällt.

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im_ernst_56 18.05.2018, 06:18
104. Der Grimme-Preis

Zitat von pansenhans75
Der Neid trieft aus jedem Wort, wie oft war der Kolumnist schon für den Grimmepreis nominiert, Verafake, erfolgreich von Affen getexteter Deutschpop Song inclusive berechtikter Kritik an deutscher Popmusik , und jetzt die wichtige Aufdeckung der rechten Trolle im Netz mit angebotener Lösung..... ich bin froh das die sich intellektuell findenden Schreiberlinge hier immer weniger Gehör finden! Mir wird immer bewusster klar warum die Spiegelauflage nur einen Weg kennt, nach unten
ist ein Fernsehpreis, der nicht an schreibende Journalisten vergeben wird. Aus diesem Grund kann Herr Fleischhauer gar nicht für den Grimme-Preis nominiert werden. Ihre Behauptung, der Neid triefe aus jeder Zeile, liegt daher völlig neben der Sache. Im übrigen sagt der Umstand, dass Jan Böhmermann mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, mehr über den Grimme-Preis (wenn man sich dessen ursprünglichen Anspruch anschaut) als über Jan Böhmermann aus.

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wuehli 18.05.2018, 06:21
105. Wunderbar.

Herr Böhmermann gehört aus meiner Sicht zu den meistüberschätzten Kunst-Surrogaten der Neuzeit. Insofern von oben bis unten jede Zeile zutreffend. Eine der besten Kolumnen, die ich hier je gelesen habe von einem der wenigen Leute, wegen derer man das ehemalige Qualitätsblatt SPON noch lesen kann.

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cherrypicker 18.05.2018, 06:54
106. Böhmermann traut sich nix mehr

Die Aufregung um sein Schmähgedicht gegen Erdogan (das ich übrigens ziemlich harmlos fand) ist Böhmi offenbar ziemlich quer eingefahren. Seitdem traut er sich nichts wirklich Kontroverses mehr und die Show verkommt zum albernen Befindlichkeitsgehampel. Früher war Böhmermann das Fallbeil der deutschen Late-Nate-Comedy. Heute ist er nur noch ein Hipster im Anzug, der sich für witzig hält.

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genervterbuerger 18.05.2018, 07:39
107. Ein weiterer schlechter Artikel

Von Jan Fleischhauer. Ist es Ironie, Sarkasmus oder Mitleid, dass der Spiegel ihn für so etwas bezahlt? Die größten Plattitüden aneinanderzureihen, um einen ungeliebten Kollegen anzugehen, sich aber dem Morast, den er selbst sprachlich produziert, meilenweit erhaben zu fühlen: So arrogant, überheblich und gleichzeitig sachlich falsch und unkreativ — das kann wirklich nur Fleischhauer

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Pausen-Inkling 18.05.2018, 07:45
108. Lustig

Herr Fleischhauer erklärt, wie der Humor von Hr. Böhmermann funktioniert. Wenn er ihn allerdings tatsächlich verstünde, wäre er nicht so grandios peinlich in die Böhmermann-Falle getappt. Das ist wirklich lustig.

Viele Grüße,
Alexander Kolleth

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kajoter 18.05.2018, 08:05
109. Zustimmung

Es scheint an dem allgegenwärtigen Trash-TV zu liegen, dass viele Menschen dessen Anteil bei Böhmermann-Sendungen nicht mehr bemerken. Als ich mir eine davon tatsächlich einmal antat, dachte ich vor allem: Meine Güte, ein prolliger Wichtigtuer.
Aber das ist es nicht alleine. Hinzu kommt diese permanent wirksame, besserwisserische Ausstrahlung, die zugleich suggerieren soll, dass man es hier mit einer hochwertig-witzigen Person zu tun hat.
Ich kenne diesen Typus vor allem aus Schauspielerkreisen. Kleidung, Auftreten, Gestik und verbale Äußerungen sind derartig angelegt, dass sie den Eindruck einer Besonderheit, einer elitären Coolness, einer Überlegenheit verbreiten sollen. Man erinnert sich an die Schulzeit. Da gab es auch immer vergleichbare Typen, die häufig Klassen- oder Schulsprecher wurden und bei jeder Diskussion im Deutschunterricht per se eine größere Gewichtung ihrer Meinung - nebst längerer Redezeit - in Anspruch nahmen. Nicht verbal, aber vom Selbstverständnis her. Ein genauerer Blick hinter die Kulissen offenbarte aber meistens sehr viel heiße Luft.
Mit anderen Worten: Wenn die Selbstinszenierung wichtiger als Inhalte werden, dann hat der Typus Böhmermann Hochkonjunktur.
Daher verfolge ich ihn nicht und nehme grundsätzlich keine seiner publicitywirksamen Aktionen ernst, d.h. nein ..... in der Regel bekomme ich sie gar nicht mit und das ist gut so.

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