Forum: Politik
Jan Böhmermann: Erziehungs-TV
DPA

Er wäre gerne der Martin Luther King des Internets, leider ist Jan Böhmermann nur der Reinhard Mey des ZDF. Das kommt davon, wenn man Humor und Pädagogik verwechselt.

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CommentsofD 18.05.2018, 18:31
200. Dann lieber Böhmermann

Lieber sehe ich mir Böhmermann mit seinem zugegeben teilweise infantilen Humor, als selbstverliebte Gockel in den ach so wichtigen und intellektuellen Talkshows an. Denn immerhin schafft Böhmermann es, das auch junge Leute hinschauen, wenn manchmal sehr treffsicher die Schattenseite des Zeitgeistes (Gier und Kommerz) aufzeigt. Siehe Red Bull, Bento, uvm.

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fatalismo44 18.05.2018, 18:37
201. Nö,

Zitat von Werner Koben
Schade, daß Herr Böhmermann kein Gedicht über die Schrumpelklöten von Internettrollen geschrieben hat. So wäre immerhin noch drin gewesen, zum Heinz Erhardt des ZDF zu werden.
...das hätte er nicht gebracht. Der Heinz Ehrhardt meiner Erinnerung kam ganz und gar aus ohne Verunglimpfung anderer Menschen. Und Heinz Ehrhardt hat nie behauptet, ein Satiriker zu sein. Im Gegenteil - seine bisweilen saudummen Sprüche standen immer unter dem Primat seiner Selbsteinschätzung: Ich bin ein Spaßvogel.

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Igelnatz 18.05.2018, 18:59
202. Gefälligkeit

so ehrenwert! die Initiative von Jan Böhmermann ist, so habe ich doch auch das Gefühl, dass er es mehr aus Eitelkeit oder Gefälligkeit, denn aus Überzeugung tut. Es ist nur ein Gefühl, also vorsichtig, es könnte trügen. Den Polizei-Song von ihm finde ich wirklich witzig, kann mir bei ihm aber vorstellen, dass er z.B. als Nachbar einen wg. umgestutzten Hecken verklagt... Stelle ihn mir privat eher humorlos vor. Kann auch täuschen.

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jeanduchamp 18.05.2018, 19:11
203. Spoiler

Der lahmende Vergleich Böhmermann-Mey ist hier gefischt: Dieter Hildebrandt hat Reinhard Mey in den späten 70ern mal als den Heino fürs Dritte Programm geschmäht. Mey, der schlagersingende Chansonnier war damals am Boden beleidigt. Ich denke, dass Fleischhauer in frühester Jugend das Lied mit der Annabel stark verinnerlicht hat. Er paraphrasiert bis heute diesen Text in all seinen Kolumnen.

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Aberlour A ' Bunadh 18.05.2018, 20:56
204. Bis dahin werden seine Witze schal bleiben

Zitat von Sam Hawkens
In Wahrheit können nur Konservative echten Humor haben. Das entscheidende Kriterium für Humor ist: Man muß über sich selbst lachen können. Linke können das im allgemeinen nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel). Denn die große moralische Attitüde, mit der Linke daherkommen, das erhabene Gefühl, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen, lassen Humor nicht zu. Denn dann müßte man ja die Gültigkeit der ehernen Weltgesetze, an die man so fest glaubt, in Frage stellen. Das politische Kabarett in Deutschland ist fest in linker Hand. Es arbeitet sich grundsätzlich an den "Rechten" ab, was alle sind, die nicht links sind. Es kann daher einen gewissen Witz entfalten, wenn die "Rechten" herrschen, denn sich über die Herrschenden lustig zu machen, kommt beim Volk immer gut an. Was aber, wenn, wie in Deutschland, die Herrschenden links sind? Die Herrschenden, das ist nicht nur die Regierung, es ist auch die tonangebende linksgrüne Elite in den Medien und der sogenannten Zivilgesellschaft. Jetzt müßte das Kabarett sich über diese lustig machen: über ihre Umweltpolitik, ihre Migrationspolitik, ihre Klimapolitik, ihre Genderpolitik. Aber genau das hält ja das linke Kabarett im Prinzip alles für richtig. Also wird es darüber seinen Spott nicht ergießen, höchstens über Nebensächlichkeiten. Stattdessen beschäftigt sich das politische Kabarett im wesentlichen mit der FDP, der AfD und ein bißchen noch mit der CSU, dem Zwitter zwischen Regierung und Opposition. Und deswegen ist es nicht komisch. Es kritisiert nicht die Herrschenden, sondern ihre Gegner. Sollte in den nächsten zehn Jahren die AfD an die Regierung kommen und Herr Welke seine Pensionierung noch nicht erreicht haben, könnte es sich lohnen, dann wieder die heute-show anzusehen. Bis dahin werden seine Witze schal bleiben.
Jetzt haben Sie zwar viel geschrieben, aber wo bleibt der gute, von mir angemahnte konservative Kabarettist oder Komiker? Ich will Namen auf dem Tablett und keine Ausflüchte. Um gutes Kabarett präsentieren zu können oder ein guter Komiker zu sen, muss man vor allem GEISTREICH sein. Eine Eigenschaft, die Konservativen im Zusammenhang mit Witz und Humor Humor vollig abgeht. Und deswegen kann es auch kein konservatives Kabarett geben. Und wer zum Lachen in den Keller geht, hat natürlich auch Probleme witzig zu sein. Nehmen wir wie zur Bestätigung dieser These nur diese Fleischhauer-Kolumne: Er wollte witzig sein. Daher auch die Anspielung auf die Größe des Gemächts. Und was macht er anschließend nach dem Witzversuch? Es folgt allen Ernstes der Satz: "Okay, das war jetzt ein Scherz"!!!!!!!???? Witz komm raus, du bist umzingelt! Dagegen hat ein Witz von Fips Asmussen die Tiefe eines Haiku.

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spasssbremse 18.05.2018, 21:08
205. Ich war mal Fan

Aber so langsam finde ich JB nur noch langweilig!
Die Standups im Neo Magazin sind einfach nur schlecht, und das Aufdecken vermeintlicher Skandale (Max Gisinger, Bento) ist stinklangweilig.

Ich habe das Gefühl, dass da nicht mehr viel kommt! Leider...

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Sam Hawkens 18.05.2018, 22:14
206.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Nehmen wir wie zur Bestätigung dieser These nur diese Fleischhauer-Kolumne: Er wollte witzig sein. Daher auch die Anspielung auf die Größe des Gemächts. Und was macht er anschließend nach dem Witzversuch? Es folgt allen Ernstes der Satz: "Okay, das war jetzt ein Scherz"!!!!!!!???? Witz komm raus, du bist umzingelt! Dagegen hat ein Witz von Fips Asmussen die Tiefe eines Haiku.
(Lieber Herr Fleischhauer, es tut mir leid, daß ich jetzt als Oberlehrer tätig werden muß, indem ich als Ihr Interpret wirke. Das ist mir fast schon unangenehm. Aber wie Sie selbst sehen, haben viele Leute hier enorme Probleme, Ihren Text zu verstehen. Aber seien Sie versichert, es liegt nicht an Ihrem Text.)

Lieber Herr Aberlour A ' Bunadh,

Herr Fleischhauer kann, wenn er will, humorvoll, lustig, zynisch, satirisch, gemessen, ernst und vieles andere mehr sein. Aber bei der von Ihnen angesprochenen Stelle, ich will sie der Einfachheit halber "Schwanz-Satire" nennen, will er eines gewiß nicht: lustig sein. Ganz im Gegenteil. Indem er den Böhmermannschen "Humor" mit den paar Zeilen nachahmt, entlarvt er ihn als das, was er ist: eine niveaulose zotige Beleidigungsorgie, geschmacklos, ordinär und primitiv. Wenn es das Wort gäbe, würde man zusammenfassend sagen: unwitzig. Oder nehmen wir das Fachwort dafür: böhmermannsch. Der Satz "Okay, das war jetzt ein Scherz" und das Folgende gehört noch zur Böhmermann-Imitation dazu und ist keine Reflexion von Herrn Fleischhauer über das soeben Gesagte (vergleichen Sie das mit dem Böhmermann-Satz, das Schmähgedicht, das er jetzt vortragen werde, sei nicht mehr erlaubt). Die Reflexion beginnt erst im nächsten Absatz. Dort heißt es: "So funktioniert Böhmermann-Humor." Falls Sie es immer noch nicht verstanden haben, könnte ich versuchen, es Ihnen mit anderen Worten ein weiteres Mal zu erklären.

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wolf76 18.05.2018, 23:35
207. Hervorragend

Danke Herr Fleischhauer für diesen treffenden Kommentar. Ansonsten kann man es nur wie Brecht halten: „Unsichtbar macht sich die Dummheit, indem sie sehr große Ausmaße annimmt.“

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mustermann76 19.05.2018, 05:44
208. Reinhard Mey ist doch sehr symatisch?

Was hat Herr fleischhauer eigentlich gegen Reinhard Mey? Sonst liest sich der Artikel ein bisschen wie die derzeit so beliebte Kritik am Gutmenschen. Ist es wirklich so schlimm, dass Herr böhmermann sich nun politisch engagiert um sozusagen gutes zu bewirken (selbst wenn es vielleicht nicht perfekt klappt)? Sind Rechte trollseiten nun schützenswert? Herr fleischhauer könnte sich vielleicht Gedanken machen was er selbst sinnvolles machen könnte bevor er solche Kommentare schreibt...

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Aberlour A ' Bunadh 19.05.2018, 08:27
209. So funktioniert Böhmermann-Humor?

Zitat von Sam Hawkens
(Lieber Herr Fleischhauer, es tut mir leid, daß ich jetzt als Oberlehrer tätig werden muß, indem ich als Ihr Interpret wirke. Das ist mir fast schon unangenehm. Aber wie Sie selbst sehen, haben viele Leute hier enorme Probleme, Ihren Text zu verstehen. Aber seien Sie versichert, es liegt nicht an Ihrem Text.) Lieber Herr Aberlour A ' Bunadh, Herr Fleischhauer kann, wenn er will, humorvoll, lustig, zynisch, satirisch, gemessen, ernst und vieles andere mehr sein. Aber bei der von Ihnen angesprochenen Stelle, ich will sie der Einfachheit halber "Schwanz-Satire" nennen, will er eines gewiß nicht: lustig sein. Ganz im Gegenteil. Indem er den Böhmermannschen "Humor" mit den paar Zeilen nachahmt, entlarvt er ihn als das, was er ist: eine niveaulose zotige Beleidigungsorgie, geschmacklos, ordinär und primitiv. Wenn es das Wort gäbe, würde man zusammenfassend sagen: unwitzig. Oder nehmen wir das Fachwort dafür: böhmermannsch. Der Satz "Okay, das war jetzt ein Scherz" und das Folgende gehört noch zur Böhmermann-Imitation dazu und ist keine Reflexion von Herrn Fleischhauer über das soeben Gesagte (vergleichen Sie das mit dem Böhmermann-Satz, das Schmähgedicht, das er jetzt vortragen werde, sei nicht mehr erlaubt). Die Reflexion beginnt erst im nächsten Absatz. Dort heißt es: "So funktioniert Böhmermann-Humor." Falls Sie es immer noch nicht verstanden haben, könnte ich versuchen, es Ihnen mit anderen Worten ein weiteres Mal zu erklären.
Sie und Ihr Kompagnon Fleischhauer verstehen einfach den Böhmermannschen Humor nicht. Böhmermann ist bei Harald Schmidt in die Schule gegangen. Wer wollte das bestreiten. Im Grunde macht er das Gleiche, nur mit einem jüngeren Publikum im Blick. Dass dies, wie bei Harald Schmidt, nicht das klassische politische Kabarett eines Volker Pispers ist, dürfte jedem klar sein. Und schon der Schmidtsche Humor war nicht jedermanns oder jederfraus Sache. Sonst hätte Bettina Böttinger als Gast nicht mal eine Sendung von Harald Schmidt verlassen, mit dem deutlichen Hinweis, dass sie mit dieser Art von Humor nichts anfangen kann. Fleischhauer macht also bezüglich Böhmermann einen auf Bettina Böttinger. Das hat doch was. Zurück zu Böhmermann respektive Schmidt. Der Einstieg der letzten Sendung des Neo Magazin Royale über den Aufreger der Woche mit Gündi, Özi und Erdoğan war köstlich. "So funktioniert Böhmermann-Humor". Harald Schmidt hätte es nicht besser machen können.

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