Forum: Politik
Jerusalem-Konflikt: Herr Trump, Sie ruinieren Ihren "Deal des Jahrhunderts"!
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Mit der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt begeht Donald Trump einen historischen Fehler. Frieden im Nahen Osten schafft man nicht, indem eine Seite die Bedingungen diktiert.

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Plumbum 07.12.2017, 14:02
70.

Zitat von mohsensalakh
In Palästina leben auch viele so genannte Ur-Christen, die keine Interesse daran haben, dass Jerusalem zu der Hauptstadt eines neuen Staates namens Israel wird. Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich klar sagen, dass Sie überhaupt keine Ahnung haben! Die heutige Kämpfe in.....
Offensichtlich haben Sie nicht die geringste Ahnung.

1. Im Gaza-Streifen leben 0,7 Prozent Christen und im Westjordanland sind es 2,5 Prozent. Das ist alles andere als "viele".
2. Von den Christen, die in Israel leben bestehen gegen die Hauptstadt Jerusalem keine Einwendungen.
3. Die heutigen Kämpfe in Nahost, gehen eindeutig und unbezweifelbar auf Religion zurück.
4. Es ist eine falsche Behauptung, dass im osmanischen Reich Juden, Muslime und Christen friedlich zusammenlebten. Ganz davon abgesehen, bestand in Palästina eine weitgehende Autonomie.

5. Die Einwanderer aus Europa haben kein palästinensisches Gebiet gestohlen. Vielmehr wurden viele Quadratkilometer u. a. von den Rothschilds teuer gekauft.
6. Die Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels (was seit Jahrzenten Realität ist) hat absolut nichts mit dem Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat zu tun.

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marialeidenberg 07.12.2017, 14:15
71. Der israelische Nationalismus, aus dem Zionismus geboren,

dann mit Hilfe US-amerikanischer Zeloten zum Ziel 'Biblisches Groß-Israel' mutiert, ist die eine Hälfte des Problems, die Zerstrittenheit und Ineffizienz der Palästinenser im nation-building die andere. Beide Parteien sind nach anfänglicher Friedensunwilligkeit zur Friedensunfähigkeit gelangt. Ich denke, dass Israel könnte, wenn es wollte. Aber nun, da der große Tollpatsch gesprochen hat wird es weniger wollen als je zuvor. Ich stimme nicht ein in das Erfolgsgeheule; ich sage vielmehr: "Eine Nation, deren Verfassungsgericht Folter (aus Staatsschutzgründen) für zulässig hält, ist keine Kulturnation.

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tweidner 07.12.2017, 14:15
72. Einseitige Sicht der Realitäten

Lieber Herr Autor, Sie spiegeln in Ihrem Beitrag leider wieder nur die muslimische Sicht der Dinge wieder und differenzieren leider nicht. Ihr Beispiel des im Kreuzfeuer getöteten Jungen macht dies sehr deutlich: Bei einem Feuergefecht zwischen Israelis und Palästinensern sind die Israelis schuld. Hätten nicht ebenso gut die Palästinenser aufhören können zu schießen? Nein, in der Logik von Arabern und Muslimen kann im Tod des Jungen nur Israel Schuld sein.

Welchen Friedensprozess hat denn Hr. Trump behindert oder gar torpediert? Standen beide Seiten kurz vor der Unterschrift eines endgültigen Friedensvertrags mit der Gründung Palästinas? Seit mehr als 20 Jahren wird an einem Frieden herum gedoktert, den keiner der Beteiligten wirklich möchte: Die arabische Welt müsste die Existenz Israels anerkennen, die verschiedenen Palästinenserorganisationen hätten kein Feinbild mehr und könnten sich nicht mehr als Opfer darstellen, Israel müsste sein Staatswesen und Gesetzgebung umbauen und auch die Staaten die die beiden Seiten unterstützen müssten ihre Haltung überdenken. Der Einfluss Irans käme öffentlicher zur Sprache, Hilfsgelder flössen spärlicher und zielgerichteter in den Aufbau des neuen Staates, Russland, USA, EU, alle müssten ihre Positionen neu definieren.

Mit der aktuellen Lage haben sich Generationen von Politikern und Bürgern aller beteiligten Seiten bestens eingerichtet. Die USA haben einen Grund dort militärisch anwesend zu sein, die EU kann Hilfen an die Palästinenser senden und ihrer Interessenklientel entgegenkommen und die arabische Welt hält der Existenz der Flüchtlingslager und der prekären Verhältnisse der Menschen im Gazastreifen ihr Weltbild von den vom Westen und Israel unterdrückten Muslimen aufrecht. Die Palästinenserorganisationen und viele andere leben von der aktuellen Situation, haben Macht und Geld, warum also daran etwas ändern?

Was spräche denn nach mehr als 20 Jahren Friedensprozess ohne Ergebnisse für Jerusalem als Hauptstadt beider Staaten? Gäbe es hier einen Gesichtsverlust? Nein, besser ist es eine dritte Intifada auszurufen.
Hat nicht jede Regierung des Westens bisher unausgesprochen Jerusalem als Hauptstadt Israels akzeptiert, indem sie ihre politischen Counterparts dort besuchten und vor der Knesset sprachen. Hr. Trump ist nun der erste Politiker, der dies öffentlich kundtut und Realitäten akzeptiert und sich danach richtet.
Stünde es nicht auch der arabischen Welt gut zu Gesicht, sich den aktuellen Realitäten anzupassen und diese einfach hinzunehmen, anstatt einer Vision nachzuhängen, die absolut unrealistisch ist und sich bisher auch in mehr als 20 Jahren als unrealistisch erwiesen hat?
Im Sinne des palästinensischen Volkes ist das Vorgehen ihrer Anführer ganz sicher nicht, es wird nur zu neuem Leid und Elend führen aber Hauptsache Sie haben weiterhin einen Schuldigen für ihr Elend. Immer noch besser und einfacher als selbst gestaltend tätig zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Was ist denn mit all den Milliarden Dollar und Euro geschehen, die in die Gebiete geflossen sind?
In Summe wird sich für alle Beteiligten nichts ändern, weil niemand der Beteiligten etwas ändern will.

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thedoctor46 07.12.2017, 14:16
73.

Zitat von paulvernica
.... Trump gefährdet also gar keine ehrlichen Friedensverhandlungen, weil diesen Frieden dort gar keiner will. Und warum wollen die Muslime unbedingt auch noch Jerusalem haben, sie haben doch bereits Mekka und Medina ! Die Juden haben nur Jersusalem.
...darum geht es nicht. Trump hat mit diesem Schritt vor allem seine eigene Innenpolitik bzw. seine mächtigste Wählerklientel bedient - die rechten, fundamentalistischen, evangelikalen Christen in den USA.

Sie sind bibeltreu bis in die Haarspitzen - und für SIE ist Jerusalem das Zentrum ihres Glaubens.
Dann kommt noch die mächtige Klientel der fundamentalistischen, orthodoxen Juden in den USA dazu, die an einer Einigung mit der arabischen Welt und den Palästinensern nie ein Interesse haben. Auch das ist in den USA eine mächtige Wählergruppe. Möglich auch, daß sein Schwiegersohn, Jared Kushner - der auf Trump enorm viel Einfluß hat... Der falsche Mann für einen schwierigen Job
Dank des mächtigen Schwiegervaters darf Jared Kushner im Nahen Osten Politik machen. Auf sein Konto geht die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.
...hinter den Kulissen die Strippen gezogen hat.

Mehr über Kushner:
2009 heiratete Kushner Ivanka Trump, die vor ihrer Eheschließung zum Judentum konvertierte und den Namen Yael Kushner annahm.[10][11][12] Das orthodox-jüdisch lebende Paar wohnt in der Park Avenue an der Upper East Side in New York City, besucht die modern-orthodoxe Synagoge Kehilath Jeshurun und hält die jüdischen Speisegesetze sowie den Sabbat ein.[13] Sie haben drei Kinder: Arabella (* 2011), Joseph (* 2013) und Theodore (* 2016).[14][15][16] Eigenen Angaben zufolge beläuft sich das Vermögen der Eheleute Kushner auf etwa 740 Millionen US-Dollar.

Rudolf Dressler (SPD) und ehemaliger Nah-Ost-Beauftragter: "Wer glaubt, in dieser Region "Poker spielen zu können" - der reitet auf einer Rasierklinge..."

Das heißt soviel wie: Gleich, ob man mit rechtskonservativen Likud-Politikern - wie Nethanjahu - einen Deal macht oder mit der radikal-islamischen Hamas - wer - wie Trump - einer Seite einen auch nur schienbaren Vorteil verschafft, facht das Feuer des Unfriedens in dieser Region nur noch weiter an.

Aber woher sollte Trump das wissen. Er handelt ohnehin nicht aus der Vernunft, sondern aus dem Bauch heraus.

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denn76 07.12.2017, 14:19
74.

Zitat von Plumbum
Es wird in den meisten Diskussionen vergessen, dass es kein Einfall des Mr. Trump ist, die Botschaft der USA in Israel nach Jerusalem zu verlegen. Dies wurde bereits Ende 1995 vom ......
Es wird verschoben weil die Entscheidung, die Hauptstadt anzuerkennen und die Botschaft zu verlegen, an erfolgreiche Verhandlungen gebunden sind.
Trump poltert einfach nur vor und hilft damit den Busenfreund von seinem Schwiegersohn Kushner, und seinem Geldgebern. Politiker mit Verstand zündeln nicht so an einem Pulverfass rum.

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Faceoff 07.12.2017, 14:22
75. Polit-Amateur

Nach dieser Entscheidung erhält "America first" eine ganz neue Bedeutung. Sie sind die Ersten, die Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkennen und sie werden auch ein paar weitere Staaten mit Versprechungen und Druck zu solchen Aussagen locken/zwingen. Aber was wird damit erreicht?

Eine dauerhafte Lösung durch einseitigen Zwang ist eine völlig unrealistische Fiktion. Trump hat immer noch nicht verstanden, wie Politik funktioniert und wie man politische Ziele erreicht. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieser egomanische Polit-Amateur nicht ähnliche Entscheidungen z. B. im Hinblick auf Nordkorea trifft.

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hinschauen 07.12.2017, 14:32
76.

Zitat von ironbutt
als solche auch schon vor 20 (?) Jahren von den USA anerkannt. Meiner Kenntnis nach wird alle sechs Monate der Status Quo (Botschaft in Tel Aviv) per Ausnahmeregelung verlängert. Das Wort "Friedensprozess" kann ich nicht zuordnen - was genau tut denn die Hamas typischerweise und täglich für den Frieden? Und welche dieser Friedensbemühungen der Hamas gefähdet Trumps Proklamation. Ich bin sicher kein Freund des amtierenden US Präsidenten, aber hier finde ich sein handeln ... erstaunlich, aber nicht falsch.
Egal, wie wenig vom Friedensprozess derzeit zu sehen ist. Und egal, was die Hamas dafür tut oder nicht tut: Die Frage, zu welchem Staat (ganz) Jerusalem gehören würde, wenn es eine endgültige Regelung zwischen Israel und Palästinensern gäbe, wurde bei allen Verhandlungen der letzten Jahrzehnte immer ganz nach hinten gestellt. Weil man wusste, dass dahinter eine immense Symbolik steckt. Und nun geht ein Präsident der USA hin, nimmt den umstrittensten und heikelsten Punkt und erklärt den für beendet - OHNE dass es bei den anderen Punkten in den vergangenen Jahren Fortschritt gegeben hätte. Das ist einfach unfassbar dumm.

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korrekturen 07.12.2017, 14:35
77.

Zitat von Plumbum
Offensichtlich haben Sie nicht die geringste Ahnung. 1. Im Gaza-Streifen leben 0,7 Prozent Christen und im Westjordanland sind es 2,5 Prozent. Das ist alles andere als "viele". 2. Von den Christen, die in Israel leben bestehen gegen die Hauptstadt Jerusalem keine Einwendungen. 3. Die heutigen Kämpfe in Nahost, gehen eindeutig und unbezweifelbar auf Religion zurück. 4. Es ist eine falsche Behauptung, dass im osmanischen Reich Juden, Muslime und Christen friedlich zusammenlebten. Ganz davon abgesehen, bestand in Palästina eine weitgehende Autonomie. 5. Die Einwanderer aus Europa haben kein palästinensisches Gebiet gestohlen. Vielmehr wurden viele Quadratkilometer u. a. von den Rothschilds teuer gekauft. 6. Die Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels (was seit Jahrzenten Realität ist) hat absolut nichts mit dem Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat zu tun.
Was Sie schreiben hat wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Es gab schon Klage von Christen über Vandalismus gegen Kirchen, über agressive Haltung gegen Priester und so weiter. Wenn Sie wollen, liefere ich die Links. Ich zweifle, dass palästinensische Christen die Besatzung befürworten. Punkt 3 bedeutet nichts. Sie sagen nichts von welchen Kämpfen Sie sprechen. Auf jeden Fall, der Konflikt "zwischen" Israel und Palästina hat nichts mit Religion zu tun. Ihr Punkt 5 ist völlig falsch. Um es ganz einfach zu machen: Tatsache ist, dass das ganze Land von Palästinenser bewohnt war (wenige jüdische Palästinenser, mehrheitlich Christlich und Muslims). Benny Morris spricht in seinem Buch "Righteous Victims" über Bericht über die Vertreibung von Palästinenser im 19ten Jahrhundert aus den Ländern, wo sie immer gelebt hatten. Zur Zeit der Unabhängigkeit besassen die jüdischen Einwanderer lediglich 6 oder 7% der Länder in Palästina. Heute aber leben ein großer Teil der Palästinenser im Ausland oder in Palästina unter Besatzung und ohne Recht. Es gibt keinen palästinensischen Staat aber einen isralischen. In Israel haben die Palästinenser ganz wenig Land, ich glaube 2 oder 3%. Um zu wissen, wie das passiert ist, müßten Sie sich über die Geschichte der Region besser informieren.

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korrekturen 07.12.2017, 14:37
78.

Was Sie schreiben hat wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Es gab schon Klage von Christen über Vandalismus gegen Kirchen, über agressive Haltung gegen Priester und so weiter. Wenn Sie wollen, liefere ich die Links. Ich zweifle, dass palästinensische Christen die Besatzung befürworten. Punkt 3 bedeutet nichts. Sie sagen nichts von welchen Kämpfen Sie sprechen. Auf jeden Fall, der Konflikt "zwischen" Israel und Palästina hat nichts mit Religion zu tun. Ihr Punkt 5 ist völlig falsch. Um es ganz einfach zu machen: Tatsache ist, dass das ganze Land von Palästinenser bewohnt war (wenige jüdische Palästinenser, mehrheitlich Christlich und Muslims). Benny Morris spricht in seinem Buch "Righteous Victims" über Bericht über die Vertreibung von Palästinenser im 19ten Jahrhundert aus den Ländern, wo sie immer gelebt hatten. Zur Zeit der Unabhängigkeit besassen die jüdischen Einwanderer lediglich 6 oder 7% der Länder in Palästina. Heute aber leben ein großer Teil der Palästinenser im Ausland oder in Palästina unter Besatzung und ohne Recht. Es gibt keinen palästinensischen Staat aber einen isralischen. In Israel haben die Palästinenser ganz wenig Land, ich glaube 2 oder 3%. Um zu wissen, wie das passiert ist, müßten Sie sich über die Geschichte der Region besser informieren.

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adal_ 07.12.2017, 14:37
79. In Stein gemeißelte Überzeugungen und Sinnsprüche

sysop: Frieden im Nahen Osten schafft man nicht, indem eine Seite die Bedingungen diktiert.

Vielleicht ist es die einzige Lösung.

Und zwar schon deshalb, weil es es eine belastbare Verhandlungsposition der anderen, der palästinensischen, Seite in Wahrheit nie gegeben hat. Seinen sichtbarsten Ausdruck findet die heillose ideologische Zerrissenheit der Palästinenser in der politischen Spaltung zwischen Hamas und Fatah.

Unvergessen auch, wie Arafat im Jahr 2000 (damals hatte die Hamas noch nichts zu melden) überstürzt und kommentarlos Camp David verließ, weil eine Friedenslösung - auch nach Meinung der beteiligten ägyptischen Delegation - zum Greifen nahe war. (Erinnert mich ein bißchen an Jamaika, :-))

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