Forum: Politik
Johnson-Schwester: Gove als "Selbstmordattentäter von Westminster" tituliert
REUTERS

Bei den britischen Konservativen tobt der Machtkampf um den Parteivorsitz und Posten des Premiers. Vorne mit dabei Justizminister Gove. Die Schwester seines Ex-Rivalen Johnson rechnet nun mit ihm ab.

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markus.pfeiffer@gmx.com 03.07.2016, 15:12
1. Schuss im Wald nicht gehört

Die beiden aussichtsreichen Kandidaten bei den Torries - May und Gove - wollen beide erst Vorgespräche, bevor die Artikel 50 auslösen - genau das, was die 27 übrigen EU-Mitglieder einhellig abgelehnt haben. Aber die Briten haben den Schuss im Wald nicht gehört und werden die EU monatelang am Nasenring durch die Manege führen, denn nur sie können Artikel 50 auslösen. Das Thema wird jetzt locker ein Jahr lang vor sich hinköcheln und entsprechende Wahl-Auswirkungen u.a. in Frankreich und Deutschland haben. Front National und AfD reiben sich schonmal die Hände vor Freude.

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karend 03.07.2016, 15:17
2. .

"Ich würde dies erst nach ausführlichen Vorgesprächen tun - gehe also nicht davon aus, noch in diesem Kalenderjahr Artikel 50 auszulösen."

Hoffentlich läuft es mal korrekt: Erst den Austrittsantrag einreichen, dann Start der Verhandlungen. Dass Gove es gern anders hätte, überrascht allerdings nicht.

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sikasuu 03.07.2016, 15:20
3. Ich würde dies erst nach ausführlichen Vorgesprächen tun....

Ist der Mann nicht "lesefähig"?
.
Es gibt eindeutige Signale aus der EU= Erst §50 ziehen, sprich Austritt ankündigen, dann Verhandeln wie, was, usw.
.
Frei nach Obelix: Die spinnen die Torrys:-((
.
Selten so ein politischen Chaos in einem Land bei solch einer Existenzfrage gesehen wie in GB:-((

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rainer82 03.07.2016, 15:22
4. Über diesen Krieg der Knöpfe könnte man ja lachen,

aber der durch den unausgegorenen Brexit-Plan ausgelöste Schaden ist leider so gewaltig, dass er GB, aber auch ganz Europa in extreme Schwierigkeiten bringt. Das kommt davon, wenn man populistischen Schwätzern und Tagedieben auf den Leim geht.

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titzck 03.07.2016, 15:23
5. Politische Unkultur

Nun mischt sich die Queen doch in die Politik. Geduld solle man haben. Sich Zeit nehmen.

Doch wer die politische Entwicklung in Großbritannien verfolgt, der hält dies alles nicht mehr für möglich.

Erst scheidet Schottland fast aus dem Königreich aus, dann Brexit, jetzt die Zerfleischung von Regierung und Opposition. Ein politischer Mord geschieht. Ist das das Musterländle der Demokratie?

Der Weg von Frau Merkel ist der Richtige. Besonnenheit. Retten, was zu retten ist. An die Wurzeln der europäischen Idee erinnern.

Es ist eine Lehrstunde für die Demokratie. Wie Demagogen ein Volk verführen können. Die Briten. Die Wunden sind tief. Was ist aus Britania geworden?

Jetzt wollen die Briten wieder britischer werden. Die Einwanderung ist ihnen zu stark geworden. Sie machen die EU dafür verantwortlich. Doch ließen sie die Zuwanderung aus Osteuropa selbst viel früher zu als Deutschland.

Nun Ruhe, Ruhe. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. Hörer nicht auf die Demagogen. Vertraut auf die grossen Stärken britischer Tradition.

Wir brauchen das UK. Das UK braucht Europa.

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flytogether 03.07.2016, 15:27
6. Was für ein erbärmliches Niveau

Jeder der meint, er könne das Amt des Premiers übernehmen, soll sich der Wahl stellen. Wenn Johnson meint, er habe den intellektuellen Hintergrund dazu, dann wird er sich doch wohl nicht davon beeindrucken lassen, wer sonst noch kandidiert.
Und Dove hat das Recht, zu kandidieren wenn er meint, das nötige Rüstzeug als Premier zu haben. Und dass Politiker das Geschwätz von gestern bereits heute vergessen haben ist doch Allgemeinwissen. Wozu also diese Aufregung von Johnsons Schwester.
Aber wenn solche Knalltüten mitreden wollen in Europa dann kann man doch bloß froh sein, dass sie endlich die EU verlassen. Klar, es wird immer ein paar Nutznießer geben, die verhindern wollen dass GB geht, aber verantwortliche und faire Politik sieht nun mal anders aus. Und da wir bereits zuviele dieser Nieten in Brüssel haben muss man sich auch nicht ob der Politikverdrossenheit wundern.

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exil-teutone 03.07.2016, 15:29
7.

Das politische Establishment hier in England(!) macht gerade verstärkt den Eindruck, daß Volkes Mund ganz so falsch nicht gelegen hat.

Da ist eine ganz famose Implosion der politischen Klasse zu beobachten, die nicht nur im Referendum ihren Ursprung hat, sondern tief in der jüngeren Geschichte verwurzelt ist. Der größte Skandal, der dies offenbart hat, liegt nur etwa 1 Jahr zurück, als MPs im großen Stile Mißbrauch von Kostenpauschalen und Kostenabrechnungen nachgewiesen werden konnte (z.B. Abrechnung von kompletten Ententeichen) in einer Zeit, als Austerität schlimme Einschnitte gerade im Sozialen und Gesundheitssektor bedeuteten - drastische Einschnitte in die NHS, die Zuschüsse für Behinderte, tax credits (vergleichbar mit Kinderpauschbetrag), child benefits (Kindergeld) und vieles mehr.

Wenn das so weiter geht, werden sowohl Tories als auch Labour - die zerfleischen sich gerade selbst wegen dem Report, der Blair und Konsorten des Völkermords bezichtigen wird im Irakkrieg, der aufgrund falscher Tatsachen von Zaun gebrochen wurde - Corbyn soll abgesägt werden, weil er vorhat, die Blairites vor das Völkerrechtstribunal zu laden.

Spannende Zeiten. Die EU sollte abwarten und Tee trinken, und das Schauspiel genießen - ich denke, wenn sich die Rauchschwaden heben, wird nicht mehr viel von der gegenwärtigen englischen politischen Klasse übrig sein. Und dann kann vernünftig verhandelt werden.

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hmutt 03.07.2016, 15:34
8.

Zitat von markus.pfeiffer@gmx.com
Die beiden aussichtsreichen Kandidaten bei den Torries - May und Gove - wollen beide erst Vorgespräche, bevor die Artikel 50 auslösen - genau das, was die 27 übrigen EU-Mitglieder einhellig abgelehnt haben. Aber die Briten haben den Schuss im Wald nicht gehört und werden die EU monatelang am Nasenring durch die Manege führen, denn nur sie können Artikel 50 auslösen. Das Thema wird jetzt locker ein Jahr lang vor sich hinköcheln und entsprechende Wahl-Auswirkungen u.a. in Frankreich und Deutschland haben. Front National und AfD reiben sich schonmal die Hände vor Freude.
Nein, das verstehen Sie falsch. Es geht dabei um die Verhandlungen INNERHALB der Tories bzw. Brexiteers. Denn die haben ja bisher nicht einmal eine einheitliche Linie, was sie denn nun von dem Austritt erwarten, geschweige denn einen Plan, wie sich dieser vollziehen soll.

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Mann mit Gedächtnis 03.07.2016, 15:36
9. Bombe Brexit

Das Bild vom "Selbstmordattentäter von Westminster" scheint auf den Bruder aber auch zuzutreffen. Bei beiden stand wohl der Selbstmord nicht im Vordergrund. Man sprengte mit dem Brexit erst mal die Strukturen in die Luft - in der Hoffnung, aus den Trümmern werde man sich dann schon bedienen können. Johnson zumindest scheint zu dämmern, dass er nicht nur Das Land und andere, sondern auch sich gleich mit in die Luft gesprengt hat...

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