Forum: Politik
Journalist über Haft in Iran: "Die Schreie waren fürchterlich"

132 Tage saß er in Iran in Haft: Ein Jahr nach seiner Freilassung hat der deutsche Journalist Marcus Hellwig nun erstmals über seine Gefangenschaft gesprochen. Seine Zelle habe keine Fenster, kein Bett, keine Toilette gehabt, er habe die Schreie anderer Gefangener gehört und gedacht, sterben zu müssen.

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Testversion 05.02.2012, 17:11
80.

Zitat von vielosof
Komisch, dabei ist der Islam doch so lieb und kuschelig und jeder der ihn Kritisiert ist ein Nazi. Den Islam für "friedlich" befinden kann eben nur, wer noch nie mit ihm zu tun hatte. Auch sind die Muslime in Deutschland und deren Verhalten kein geeigneter Maßstab, sondern das Verhalten der Muslime in Ländern, wo sie in der Mehrheit sind. Sind Muslime in der Mehrheit, verbieten sie umgehend die freie Religionsausübung anderer Religionen, ja sogar den Besitz von Bibeln. Rechtssicherheit für Nichtmuslime gibt es dann auch nicht mehr, sondern diese werden von einer höchst parteiischen islamischen Rechtssprechung nach und nach enteignet. Am Ende dürfen die Nichtmuslime dann den Dreck aus den Müllkippen kratzen, wie die Kopten in Ägypten, denen man alles gestohlen hat. Das alles ist absolut normale islamische Rechtssprechung die ganz selbstverständlich zwischen Muslimen und Nichtmuslimen unterscheidet.

Ich würde auch gerne in ihrer Welt leben. Noch einfacher geht es wohl nicht.

Moslem - böse
Christ - nicht böse

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Strandhaus 05.02.2012, 17:15
81.

Zitat von timbe
Wenn ich diese ganzen "Ihr seid doch selber schuld, wenn ihr illegal in so ein Land einreist"-Argumentationen lese, frage ich mich, ob ihr die Bedeutung von unabhängigen Medien vergessen habt. Hat Hannah Arendt gesagt und wird immer richtig bleiben: "Macht beginnt da, wo Öffentlichkeit aufhört". Ich persönlich finde es sehr wichtig, dass es Journalisten gibt, die trotz Verboten aus Diktaturen berichten - meistens übrigens einheimische Journalisten, über deren Schicksal man hier im Westen nichts liest, deren Arbeit aber oft die Voraussetzung für die westliche Berichterstattung ist. Wie schwer es ist, unabhängig aus Iran zu berichten, könnt ihr hier nachlesen: Im Merkblatt wird ziemlich detailliert beschrieben, was alles nötig ist, um ein offizielles Pressevisum für 7 (!) Tage zu erhalten. Von den 7 Tagen gehen 2 Tage für Behördengänge drauf, bleiben noch 5 für ein Thema, das vorher mit dem iranischen Kulturministerium abgesprochen werden muss. Wie groß die Erfolgschancen für die beiden BILD-Reporter gewesen wären, bei dem Thema Aschtiani eine Erlaubnis zu erhalten, könnt ihr euch selbst ausmalen. Die Alternative zur Einreise mit einem Touristenvisum ist es daher oft, gar nicht einzureisen. Das wiederum halte ich für sehr schädlich, da wir dann gar keine verlässlichen Neuigkeiten aus diesen Ländern erhalten - siehe momentan Syrien.
Danke für diesen klugen, gelassenen Beitrag!

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slider 05.02.2012, 17:18
82. Die Schreie aus den Zellen der anderen

Die Schreie waren fürchterlich, weil die Mitgefangenen tagtäglich die BILD lesen mussten.

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tailspin 05.02.2012, 17:21
83. Nuke 'em

Zitat von chagall1985
Aber die eigentliche Peinlichkeit ist wohl, dass iranische Gefangene Humaner behanldelt werden als die Insassen dieses Knastes. Denn schreie zu hören und einige Schläge sind im Vergleich zu den Haftbedinungen bei den Amerikanern ein Musterbeispiel. grins
BS. Wuerden Sie schreien beim Waterboarden? Wohl kaum.

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genervtneu 05.02.2012, 17:30
84. Neu ist das alles ja nicht...

es kommt auf die Sicht an. Mir sind jetzt nachdem der Mord an Benno Ohnesorg im Spiegel aufgearbeitet worden ist auch wieder die sogenannten "Prügelperser", angebliche persische Studenten in Berlin die Schahanhänger waren in den Sinn gekommen. Ich gehe mal davon aus, dass auch einige davon für den Geheimdinst des Schah, den SAVAK gearbeitet haben.
Was ist mit dem Geheimdienst geschehen ? Sind die 1979 alle verschwunden ?
Tatsächlich ist es wie mit den Geheimdiensten der Nazis gewesen, da wurden ein paar Spitzenkräfte und Folterknechte abgesetzt oder hingerichtet und das handwerklich erfahrene Fussvolk hat dann bei dem neuen Verein mitgemacht.
Von "fremde Heere Ost" zur Organaisation Gehlen, vom SAVAK zum VEVAK.
Die sind erst grundböse und dann ganz lieb, oder umgekehrt.
Eine gewisse Brisanz hat dabei auch, dass es sich ja um sogenannte "Bild-Reporter" handelt, denn Bild hat ja schon immer eindeutig Stellung bezogen. Wenn "Prügelperser" deutsche Studenten verhauen und sich dabei fotografieren lassen ist das gut, wenn ein sogenannter "Bild-Reporter", der zumindest unter falschem Vorwand eingereist ist verhaftet wird, ist das böse und dass wird dann holzschnittartig auf das gesamte Regime übertragen.

Dass das Regime solche Aktionen propagandistisch ausschlachtet und gerade auch bei Exiliranern mit ausländischen Pässen drakonische Strafen verhängt sollte mittlerweile bekannt sein. Wenn es wie beim Fall Berger um persönlich private Dinge geht, kann man das schlecht ausschlachten, da konnte man mit einem nicht ganz so gefährlichen Gefängnis rechnen, aber bei allem was in die Politik reinspielt ist das unkalkulierbar.
So grausam die Haft auch war und dass ich sowas weder einem Iraner noch einem sogenannten "Bild-Reporter" wünsche, man hätte das ahnen müssen !

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limrz 05.02.2012, 17:34
85.

Vielleicht haben die anderen Gefangenen geschriien, weil sie die Bildzeitung lesen mussten.

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angela_merkel 05.02.2012, 17:35
86. Die Schreie waren fürchterlich

Zitat von sysop
132 Tage saß er in Iran in Haft: Ein Jahr nach seiner Freilassung hat der deutsche Journalist Marcus Hellwig nun erstmals über seine Gefangenschaft gesprochen. Seine Zelle habe keine Fenster, kein Bett, keine Toilette gehabt, er habe die Schreie anderer Gefangener gehört und gedacht, sterben zu müssen.
Wohl noch nie ein deutsches Gefängnis von innen gesehen ? Anscheinend nicht.
Wer so etwas nicht erwartet und aushält, der sollte wohl auch nicht im Ausland herumspionieren. Weder in Pakistan noch im Iran, noch in Syrien. Wie wäre es mit einer Stelle in der Bild-Lokalredaktion Osnabrück ? Auch da gibt's Dinge zu recherchieren.

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genervtneu 05.02.2012, 17:43
87. Zauberlehrlinge

Zitat von bambusfaust
.... Wer weiß, erst wenn Nägel mit Köpfen gemacht werden kommt das apathisch und unterdrückte Volk wieder zu sich, und wagt einen weiteren Aufstand der verherrender und stärker sein wird als der letzte.
1979 haben die reichen Basarhändler Khomeni ins Land geholt, die wollten wieder Zucht und Ordnung, das war so ähnlich wie mit den ostelbischen Rittergutsbesitzern und Hitler, die Zauberlehrlinge wurden die Geister nicht mehr los.
2009 war mehr ein Aufstand der gelangweileten und verwöhnten Jugend in Teheran, es waren zu wenige ernsthaft demokratisch Interessierte dabei.
Verheerend ist die soziale Lage der Armen, dass ist bald so elend wie bei Schah.
Mir graut davor, welcher Zauberlehrling welche Geister rufen könnte.............

Zitat von bambusfaust
Man blicke nur auf Griechenland, der Wiege der Demokratie und Wurzel europäischer Kultur.
Hüstel..., dass war jetzt Spass oder ?
Glauben Sie die alten Schulbuchgeschichten ?
Diese sogenannte Demokratie bezog sich auf die männliche nicht versklavte Bevölkerung einer einzelnen Stadt...
Da waren die alten Friesen schon Lichtjahre voraus, da wurden sogar schon Frauen aufgrund ihrer Eignung zu Häuptlingen gewählt....

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bayrischcreme 05.02.2012, 17:44
88.

Zitat von narmak
Wenn man jemanden foltert und ihn dabei am Leben hält, kann das schon schlimmer sein, als zu Tode gefoltert zu werden. Außerdem wurde und wird Waterboarding von den Amerikanern auch sehr gerne eingesetzt, um an Informationen zu kommen
Nun, das ist vermutlich Ansichtssache, aber ich würde mich jedenfalls lieber "waterborden" lassen als zu Tode gefoltert zu werden.

Zitat von narmak
Ob ich jetzt öffentlich jemand steinige oder anders hinrichte, macht für mich nicht mehr den Unterschied, oder?
Stimmt.
Den Untrschied macht der Grund für die Todesstrafe.
Also auf der einen Seite wäre da:
- Schwulsein,
- Ehebruch
- Abfall vom Islam
- Kleinere Drogenvergehen

Auf der anderen Seite:
- im wesentlichen mehrfacher Mord

Macht das in Ihren Augen keinen Unterschied?


Zitat von narmak
Worauf ich einfach nur hinauswollte war, dass man in dem Artikel den Iran jetzt wieder also durch und durch böse darstellt, dabei gibt es so viele Länder in denen ähnliche (oder schlimmere) Praktiken an der Tagesordnung stehen, aber da der Iran gerade zum Feind gemacht werden muss, kommt so ein Artikel natürlich sehr gelegen. Und diese anderen Länder sind zum Teil auch die, die sich sonst als Weltpolizei aufspielen
Aha.
Ihr Fazit: Lieber nicht den Iran kritisieren, weil es gibt ja auch andere Länder in denen vieles nicht in Ordnung ist..

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agent-provocateur 05.02.2012, 17:47
89. Üble Propaganda

Zitat von sysop
132 Tage saß er in Iran in Haft: Ein Jahr nach seiner Freilassung hat der deutsche Journalist Marcus Hellwig nun erstmals über seine Gefangenschaft gesprochen. Seine Zelle habe keine Fenster, kein Bett, keine Toilette gehabt, er habe die Schreie anderer Gefangener gehört und gedacht, sterben zu müssen.

Mich wundert es kein bisschen, dass die Kriegstreiber der Alliierten und ihre Schreiberlinge ein paar Wochen vor dem Krieg gegen den Iran noch mal so richtig Propaganda machen.
Schließlich will das Volk noch etwas auf Linie gebracht werden, damit die Proteste nicht so stark ausfallen.

Wen wundert es, dass bei dieser Propagandashow auf der Sicherheitskonferenz in München nur "Regimegegner" zu Wort kommen. Da wird natürlich im Fall von Syrien auch das Veto der Russen und der Chinesen gegen eine UN-Resolution scharf kritisiert.

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