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Jubiläums-Krisenjahr: 1914, 2014 - und weiter?
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Hundert Jahre, die nicht vergehen wollen: Mit dem Ersten Weltkrieg begann unsere Gegenwart. Doch wie geht es weiter? Angela Merkels Europa-Politik und Chinas Vorgehen im Pazifik lassen ahnen, dass sich jede Geschichte wiederholen kann - auch die schrecklichste.

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agua 30.12.2013, 18:00
180. An #167 afa 81

Ich weiß nicht, woher Sie das mit der medizinischen Versorgung, Sozialleistung und den gleichen Löhnen haben.Das stimmt aber nicht.
Sie sind nicht der Einzige, der in dieser Form argumentiert, ohne zu wissen, wie es diesbezüglich in den Krisenländern aussieht.
Schon vor den "Reformen" war einiges im argen.Dank der "Reformen" und "Sparmaßnahmen"(beides mit freundlicher Unterstützung von Frau Merkel und Herrn Schäuble), sieht es noch schlimmer aus.
Ich weiß, dass z.B. aus Portugal kaum berichtet wird.Und vor nicht so langer Zeit lud die portugiesische Regierung deutsche Journalisten ein, die mit Bussen an die richtigen Stellen gekarrt wurden.......

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Urbis 30.12.2013, 18:02
181.

Das Argument Wirtschaftsverflechtung als Punkt gegen einen neuen Krieg kann man nicht gelten lassen. Klar mag das unvorstellbar klingen. Aber vor dem Ersten Weltkrieg war die Wirtschaft globalisierter als die meisten Leute heutzutage denken. Auch damals war es die vorherrschende Meinung, dass die Großmächte nach ein paar Monaten im Krieg zusammenbrechen müssten durch die Ungleichgewichte in der Wirtschaft. Wie wir wissen waren es dann doch 4 Jahre.

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prefec2 30.12.2013, 18:09
182. Die europäische Idee

Zitat von dynamohelge
Frau Merkel zersetzt also die Europäische Idee. Wie lautet diese ? Südeuropa lebt, Deutschland arbeitet ?
Die europäische Idee ist der Gedanke, dass wir bei all unseren Unterschieden ein Kulturraum sind und nur gemeinsam und in frieden überleben können. Daraus ergibt sich das Gebot der Kooperation. Leider werden die Staaten der EU immer egoistischer. Das war schon immer so bei den Briten, ist aber bei uns nicht anders.

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agua 30.12.2013, 18:11
183.

Zitat von zikky
das wir in der nächsten Zeit mit einem Krieg überzogen werden glaube ich nun nicht unbedingt. Aber beliebt machen wir uns im Moment nicht gerade, ein Bekannter war dieses Jahr in Griechenland im Urlaub und er meinte, das er als deutscher dieses Land erstmal meiden werde. So schön es da auch sein mag.
Auch in Portugal gibt es viele deutsche Touristen, die sagen, dass sie das Land erstmal nicht mehr besuchen wollen. Bei einigen liegt es daran, dass es so teuer geworden ist.Bei anderen, weil sie es nicht ertragen, zu beobachten, was die Sparpolitik aus Land und Leuten macht.
Bei niemandem ist diese Entscheidung darin begründet, dass ihm als Deutscher Feindseligkeit entgegenschlägt.
Der Widerstand und die Kritik richtet sich gegen die Politik und gegen die, die sie forcieren, nicht gegen die deutsche Bevölkerung.

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ak-73 30.12.2013, 18:11
184. Geschichts-Instrumentalisierung

Da kann Herr Augstein Parallelen ziehen wie er will, ich bleibe trotzdem bei der Ablehnung der Idee eines europäischen Bundesstaats. Ich und andere Bürger glauben, dass befreundete Demokratien friedlich nebeneinander leben können - auch ohne Zwangsheirat.

Alex

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Jasro 30.12.2013, 18:13
185. Könnte man es nicht auch umgekehrt sehen?

Der erste Weltkrieg brach doch auch deshalb aus, gerade weil sich Völker in zwei damals mächtigen Vielvölkerstaaten eingezwängt sahen: dem Habsburger Reich und dem Osmanischen Reich. Und diese Völker, egal ob nun z.B. Serben oder Ungarn im Habsburger Reich oder Araber oder Griechen im osmanischen Reich, aus dieser Einengung des jeweils künstlich erzwungenen Vielvölkerstaat ausbrechen wollten - so, wie ja dem teils blutigen Zerfall der UdSSR und dem Bürgerkrieg in Jugoslawien ja jeweils ebenfalls künstlich erzwungene Vielvölkerstaaten vorausgingen.

Und das soll jetzt beim Vielvölkerstaat EU anders sein?

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voidx 30.12.2013, 18:14
186.

Sie, CharliesPaps, schreiben: "Doch wir sind doch nur von Freunden umgeben."
Welche Freunde meinen Sie?
Frankreich? Holland ist unfähig; und seine Bevölkerung hat eingesehen, dass zu starker Sozialismus nicht funktioniert. Deshalb rennt man jetzt gegen die Wand in der anderen Richtung.
Italien? Pleite, keine funktionierende Regierung. Kein Interesse, was für Europa zu tun; sondern nur Interesse sich finanzieren zu lassen.
Spanien, Portugal: ebenfalls pleite.
Aber Deutschland soll zahlen.
Mutti macht mit und beansprucht die Führungsrolle. Warum? Was verspricht sie sich davon? Den Hass der anderen Europäer werden wir sicher haben, wenn es so weiter geht.
Die Idee Europas ist, zusammen zu arbeiten; zusammen zu leben.
Aber nicht so, wie sich Deutschland das vorstellt. Alle müssen die gleichen Rechte haben, alle - auch die kleinen Staaten - müssen in Entscheidungen als gleichberechtigte Partner mit einebzogen werden.
Sonst ist keiner zufrieden und die EU fällt nach und nach auseinander.

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tjivi 30.12.2013, 18:16
187. Krieg zwischen Großmächten?

Ich hoffe, jede Regierung weiß, dass es nur Verlierer geben kann. Einen Atomkrieg wird sich niemand wünschen, und dazu würde es zwangsläufig kommen. Eher befürchte ich Konflikte und, auch bewaffnete,zwischen den europäischen Bürgern, wenn alle bis auf wenige Eliten immer ärmer werden. Die Menschen Europas müssen sich gemeinsam gegen unermesslichen Reichtum weniger und zunehmender Armut der breiten Bevölkerung solidarisieren. Dank der digitalen Medien habe ich gerade in die jüngeren Leute Hoffnung, sich nicht blenden zu lassen.

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Afa81 30.12.2013, 18:18
188.

Zitat von agua
Ich weiß nicht, woher Sie das mit der medizinischen Versorgung, Sozialleistung und den gleichen Löhnen haben.Das stimmt aber nicht. Sie sind nicht der Einzige, der in dieser Form argumentiert, ohne zu wissen, wie es diesbezüglich in den Krisenländern aussieht.
Tatsächlich bezog ich mich eher auf Griechenland, das war missverständlich. Und tatsächlich bezog ich mich auf den Zustand vor der Krise, das war damit noch missverständlicher.

Aber ich kenne die Zahlen der Lohnstückkosten, die (auch in Portugal, Spanien etc.) stark gestiegen waren.
In Griechenland forderte Tsipras damals das Arbeitslosengeld wieder auf 461 Euro anzuheben, nachdem die griechische Regierung es auf Druck der Troika auf 360 Euro absenkte.
Und das Gesundheitssystem kollabierte in Griechenland erst nach der Krise, als das alles nicht mehr bezahlt werden konnte... wieso denn, wenn das System doch auf einer so stabilen Wirtschaft basierte?

In Portugal war ich kürzlich. Was ich da an Verschwendung gesehen habe, tat wirklich weh. Straßen, die schon mit verschiedenfarbigen Pflastersteinen zu Verzierungen versehen waren und ins Nichts geführt haben.
LED Verkehrsschilder für Fußgängerüberwege.

Ich werde mich nicht auf das Niveau herablassen, dass der gemeine Portugiese dafür verantwortlich ist... nein, wir können auch nicht beeinflussen, welche Straßenschilder bei uns aufgestellt werden. Aber politisch ist da viel Schief gelaufen.
In Spanien handelt es sich meines Wissens (ebenso wie in Portugal) auch um eine Immobilienblase. In Porto und Umgebung ist ja jedes zweite Haus zu verkaufen...

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katzenheld1 30.12.2013, 18:18
189. Ach, Herr Augstein

Zitat von sysop
Hundert Jahre, die nicht vergehen wollen: Mit dem Ersten Weltkrieg begann unsere Gegenwart. Doch wie geht es weiter? Angela Merkels Europa-Politik und Chinas Vorgehen im Pazifik lassen ahnen, dass sich jede Geschichte wiederholen kann - auch die schrecklichste.
Jetzt haben Sie es doch noch geschafft, mich mit einer Ihrer Kolumnen zum Lachen zu bringen, das erste Mal in 2013. Es lässt mich hoffen, denn bisher konnte ich meistens nur müde lächeln. Sie sind aber auch zu einer Höchstform aufgelaufen: „Und in Europa beweisen diese Deutschen, dass sie noch immer nicht begriffen haben: der Kontinent lässt sich nicht ungestraft dominieren. Weder von ihren Waffen noch von ihrer Wirtschaft“. Sie kleiner Satiriker, Sie – oder meinte ich jetzt Satyr? Ist ja auch egal. Auf jeden Fall finde ich es klassisch-griechisch, Frau Merkel sozusagen als Domina darzustellen, die „die Deutschen“ mit der Peitsche in einen Kriegsrausch versetzt. Das ist fast „Malen mit Worten“, also ganz hohe Schreibkunst!

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