Forum: Politik
Judenfeindlichkeit in Berlin: Antisemiten werden dreister und brutaler
DPA

Antisemitismus in Berlin nimmt zu - und die Täter wenden öfter Gewalt an. Erfasst hat die Zahlen die Informationsstelle Rias. Schuld an der Verrohung sei niederschwelliger Judenfeindlichkeit im Alltag.

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felimd 17.04.2019, 12:22
40.

Merkwürdig, da habe ich eine ganz andere Wahrnehmung. Hier sind es mehrheitlich Leute aus dem rechten Spektrum, die sich derart aufführen, gröhlend durch die Straßen ziehen und alles anpöbeln, was keinen korrekten Seitenscheitel trägt. und versuchen sie mal, den Bedrängten dann zur Seite zu stehen. Da bekommen sie dann selbst als deutsche Frau diverse Titel und gerne auch mal den ein oder anderen Tritt verpasst.

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Ein_denkender_Querulant 17.04.2019, 12:23
41. Woran erkennt man Juden?

Ein Schulfreund von mir erwähnte beiläufig nach vierzig Jahren Freundschafft, dass er jüdischen Glaubens ist. Woran hätte ich das vorher erkennen sollen? Vermutlich geht es darum, dass Menschen, die öffentlich eine Kippa tragen, angegriffen werden? Das sind aber keineswegs immer nur Juden.

Desweiteren ist die Frage, warum Menschen das machen. Ist es reiner ausgrenzende Antimemitismus, weil durchgeknallte fundamentalistische Anhänger von Folgereligionen immer noch über den Tod eines Widerstandskämpfers vor zweitausernd Jahren "sauer"sind, oder sind es ganz andere Gründe? Wenn z.B. Palästinenser, deren Familien durch israelische Politik gemeuchelt wurden, etwas gegen Israelis haben, dann ist es ebenso verwerflich, wenn pauschal Israelis angegriffen werd´n, das ist für mich aber kein religiös motivierter Antisemitismus. Da sollte man schon differenzieren.

Ich schmeiße z.B. auch aktuell Amerikaner aus meinem Freundeskreis. Entweder sollen sie aktiv Widerstand gegen den Faschismus in den USA betreiben oder ihren Pass abgeben. Sie sind hier willkommen. Das System Trump zu decken belege ich mit Hausverbot. Und das ist natürlich kein Antiamerikanismus, weil es um konkrete Taten gegen die Menschlichkeit geht, wie Drohnenkrieg, Folter oder die Todesstrafe. Darum sollte man differenzieren.

Natürlich müssen diese pauschalen Angriffe verfolgt und bestraft werden, die Hintergründe zu recherchieren wäre aber ebenso wichtig. Die Karte "Antisemitismus" wird mir persönlich zu oft ausgespielt, auch dann, wenn es z.B. nur gegen bestimmte Art der Politik geht, wie z.B. den Siedlungsbau oder das Abdrehen des Wasserhahns. Es ist kein Antisemitismus, diese Auswüchse der aktuellen Politik zu kritisieren. Gewalt gegen Mitmenschen rechtfertig diese Kritik natürlich nie.

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P-Schrauber 17.04.2019, 12:24
42.

Zitat von berlinerr
Mit keinem Wort wird erwähnt, durch wen wir einen Anstieg von Antisemitismus haben. Es sind größtenteils Jugendliche mit muslimischem Hintergrund. Wenn die Wahrheit nicht in die eigene Ideologie passt, kommt so ein unseriöser Artikel raus.
Da stimme ich Ihnen voll umfänglich zu und erweitere den Kreis der Täter auf den insgesamt größeren Anteile an Muslime überhaupt, vor allem die aus den arabischen Raum neu eingewanderten bringen den Antisemitismus mit.

Es sei und muss daran erinnert werden, dass in den 2000'er und zu Anfang der 2010 Jahren Antisemitismus in Deutschland fast vollkommen verschwunden war, wir müssen dahin wieder zurück und das geht nur wenn die Ursachen benannt werden.

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spon-tan 2012 17.04.2019, 12:25
43. Kultureller Hintergrund

Bei Menschen mit christlichen Hintergrund (deutsche u. andere Europäer) hat der Judenhass m.E. in den letzten 20 Jahre abgenommen, zumal man sich auf gemeinsame kulturelle und ethische Traditionen besinnt und Juden verstärkt als Teil des "alten" Europas wahrnimmt. Bei muslimischen Zuwanderern ist das logischerweise nicht der Fall. Menschen aus dem Nahen Osten haben eine andere Wahrnehmung von Israel als der Westen und damit auch eine andere Sicht auf Bevölkerung jüdischen Glaubens. Diese Erkenntnis mag nicht jeden passen, dürfte aber der Realität entsprechen. Demzufolge korreliert die erhöhte Zuwanderung von Muslimen mit dem Anstieg von antisemitischen Taten. Wer das nicht wahrhaben will, ist ideologisch verbohrt.

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bedireel 17.04.2019, 12:26
44.

Zwar betonte die Kanzlerin, dass „wir“ „null Toleranz gegen Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit, Hass und Rassenwahn zeigen“. Die Maßnahmen, die sie als Beleg dafür anführt, nehmen sich jedoch reichlich spärlich aus: „einen Beauftragten für die Fragen des jüdischen Lebens in Deutschland und für den Kampf gegen den Antisemitismus“, „eine Meldestelle, wo antisemitische Vorfälle gesammelt werden“ sowie „Strategien“ und „Programme“.
Dass der Gründer des Islams, der ja laut Merkel zu Deutschland gehört, seinen Anhängern diesen Hadith (Ausspruch) hinterlassen hat, hat sie leider ebenso wenig erwähnt wie die Maßnahmen der Bundesregierung gegen diese noch heute bindende Anweisung des „Gesandten Allahs“: „Ihr werdet die Juden bekämpfen, bis einer von ihnen Zuflucht hinter einem Stein sucht. Und dieser Stein wird rufen: ‚Komm herbei! Dieser Jude hat sich hinter mir versteckt! Töte ihn!'“ Madame vergißt so Einiges, bspw. : ““Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft
erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.”Zum Schluß sollte man nicht unerwähnt lassen, daß Merkel ihre angebliche Verbundenheit zu Israel durch ihr Abstimmungsverhalten in der UN ad absurdum führt. Soviel ich weiß, ist Hinterfotzigkeit keine Tugend.
M.f.G.

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knarl.frogfart 17.04.2019, 12:27
45. Ein grober, wenn auch gern gemachter Fehler...

... ist es, Antisemitismus mit Judenfeindlichkeit gleichzusetzen. Tatsächlich gründet der Begriff auf der semitischen Sprachfamilie, zu der die hebräische Sprache gehört. Aber auch - Überraschung - die arabische Sprache. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass arabisch sprechende Menschen (gerne auch mal als "die Muslime" tituliert) ebensowenig wie Israelis Antisemiten sein können.

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Jane10072 17.04.2019, 12:27
46. Sprache schafft Reaität

Wenn im Jahr 2019 von Politikern Sätze, wie "Der Holocaust sei nur ein Vogelschiss deutscher Geschichte" salonfähig gemacht werden, dann sinkt auch die Hemmung auf der Straße Unsagbares sagbar zu machen. Verschieben wir aber so die Grenzen der Sprachen, werden auch Grenzen im Handeln folgen.

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io_gbg 17.04.2019, 12:28
47.

Zitat von berlinerr
Mit keinem Wort wird erwähnt, durch wen wir einen Anstieg von Antisemitismus haben. Es sind größtenteils Jugendliche mit muslimischem Hintergrund. Wenn die Wahrheit nicht in die eigene Ideologie passt, kommt so ein unseriöser Artikel raus.
Warum lesen Sie nicht erst den Bericht der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS), den SpOn verlinkt hat?
Da steht
Das politische Spektrum, dem die meisten Vorfälle zugeordnet werden konnten, war 2018 der Rechtsextremismus (18%), gefolgt vom israelfeindlichen Aktivismus (9%). Dem islamistischen Spektrum ordnet RIAS Berlin mit 19 Vorfällen 2 % der Vorfälle insgesamt zu. Allerdings waren sieben dieser 19 Vorfälle Bedrohungen – das zeigt, welches Gefahrenpotential auch von diesem Spektrum ausgeht. Der politische Hintergrund eines Vorfalls konnte nur in der Hälfte der Fälle eindeutig zugeordnet werden – in 49 % der Fälle war er unbekannt.

[...]
Zudem erfasste RIAS Berlin 2018 46 antisemitische Bedrohungen – ein Anstieg von 77% gegenüber dem Vorjahr. Das politische Spektrum, dem die meisten antisemitischen Bedrohun- gen zugeordnet werden konnten, ist der Rechtsextremismus: Von Täter_innen mit rechtsex- tremen Hintergrund gingen 2018 17 der 46 Bedrohungen aus (37%). Sehr häufig waren Bedrohungen mit einem islamistischen Hintergrund: 15% der Bedrohungen sind diesem Spektrum zuzuordnen. Auffällig ist, dass im Vergleich zu anderen Vorfallsarten überproportional viele Bedrohungen im Bezirk Neukölln stattfanden (8, hiervon drei links-antiimperialistisch und zwei rechtsextrem motiviert).
[...]
So ist die Gruppe, der die meisten antisemitischen Vorfälle eindeutig zugeordnet werden konnten, zwar der Rechtsextremismus (193 Vorfälle), aber die Abgrenzung zu den 56 Vorfällen mit rechtspopulistischem Hintergrund (5% der Vorfälle 2018) ist nicht immer eindeutig. Vorfälle, die dem israelfeindlichen Aktivismus zuzuordnen sind, stellen mit 9% (101 Vorfälle) 2018 die zweitgrößte klassifizierbare Gruppe dar. Im Vergleich zur Gesamtzahl antisemitischer Vorfälle spielen solche, die der politischen Mitte (77 oder 7%), dem verschwörungsideologischen (62 oder 6%) oder dem links-antiimperialistischen Milieu (44 oder 4%) zugeordnet werden können, eine relativ kleine Rolle. Dem islamistischen Spektrum rechnet RIAS Berlin mit 19 Vorfällen – 2% der Vorfälle 2018 – insgesamt am wenigsten antisemitische Vorfälle zu.

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spon-1262956449612 17.04.2019, 12:28
48. Sagen was ist

Kommen die Täter vom Mars, so wie 1933? Oder kann nicht sein, was nicht sein darf.

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dr_gb 17.04.2019, 12:28
49. nicht nur in Berlin !

Zitat von berlinerr
[..] Antisemitismus [..] Es sind größtenteils Jugendliche mit muslimischem Hintergrund.
muss ich bestätigen.

Alltagserfahrung.

Auch und gerade besonders kontrastierend auffällig im universitären Kontext, wiewohl ich da selbst, aus eigner Erfahrung -- nicht von physischer -- wohl aber von verbaler Gewalt sprechen kann und muss.

Erschreckend in alltäglichen Situationen (wie zB U-Bahn, Altstadt, Gastro-Rheinufer, etc) ist, dass widerlich pöblend Jüngeren sogut wie kein Widerspruch á la Zivili Courage entegengestellt wird.

Erschreckend auch, für mich persönlich, wie aggressiv Schul-Girls und Studentinnen auftraten und Hass-Parolen allzu geschmeidig selbstverständlich raus gerotzt wurden, laut und ohne Hemmungen.
---
Im Übrigen sehr gut, dass es überhaupt die Option zum Artiekl gibt, zu diskutierend beizutragen udn zu ergänzen.
Respekt !
Wird redaktionell moderierende Arbeit sein, muss ich wohl unterstellen.

Wir brauchen mehr solcher Beiträge, vor allem Diskussionen !

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