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Jugend und Politik: Warum Parteien die Generation Y brauchen
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Jugendliche engagieren sich für sozial Schwache, für die Digitalisierung und gute Arbeitsbedingungen - aber nicht in den Parteien. Deren Mitglieder sind im Durchschnitt 60 Jahre alt. Das muss sich schnell ändern.

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ironbutt 04.01.2017, 10:13
1. Es geht doch auch nur um die Alten

Lehrermangel bei Rentenerhöhung - das sagt doch ALLES über die Prioritäten der Politik. Junge Menschen hätten andere Ziele, und sind deshalb überhaupt nicht gewünscht im Parteiengefüge.

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Paul Panda 04.01.2017, 10:14
2. Sprachverschandelung

Kann mir bitte jemand erklären, was der Ausdruck "Generation Y" Bedeutet? Generation Young? Warum schreibt man dann nicht einfach: Die junge Generation? Immer diese Anglizismen und Abkürzungen!

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ruhepuls 04.01.2017, 10:17
3. Logisch...

Wenn man jung ist, will man alles - und zwar sofort. (Partei-)Politik ist aber oft das langsame Bohren dicker Bretter. Am Ende kommt dann oft ein schaler Kompromiss heraus. So etwas interessiert junge Menschen aber nicht. Vor allem aber wollen jungen Menschen (und nicht nur sie) merken, dass sich für sie und die Dinge, die ihnen wichtig sind, direkt etwas tut. Politik setzt aber oft auf "große Systeme", bei denen der einzelne kaum eine Rolle spielt. Ist in einer so großen und komplexen Gesellschaft auch kaum anders möglich, was aber nicht gerade eine angenehme Erkenntnis ist. Wer sieht sich und die seinen schon gerne als Ameisen in einem Ameisenstaat? Vielleicht es aber gerade deshalb wichtig, dass sich junge Leute direkt in Projekte involvieren oder selbst solche starten. Projekte, deren Ergebnisse sie dann auch sehen können. Und wenn sie das mit "Handarbeit" tun und nicht nur mit "Likes", dann wird sich damit vermutlich auch etwas bewegen lassen. Die ständigen "Online-Petitionen" laufen sich früher oder später genauso tot, wie früher die üblichen Ketten-Email-Aufrufe, die irgendwann keinen mehr interessieren.

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d.michaels 04.01.2017, 10:23
4.

Ein toller Beitrag! Ich selber bin gerade 20 Jahre alt und sehe es bei mir. Ich blicke auf die kommenden Bundestagswahlen mit einer zunehmenden Angst. Ich befürchte, dass die Menschen auf Grund eines präsenten Angstgefühls zu den Wahlurnen gehen. Oder im Fall meiner Altersgenossen der Gedanke "Es wird schon eh alles gut gehen." oder "Die gewinnen eh nicht, also muss ich nicht unbedingt wählen."
Bitte, bitte, geht wählen. Informiert euch. Redet mit Anderen. Diskutiert.

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DougStamper 04.01.2017, 10:27
5. So wahr

"Die alt gewordenen Mitglieder und die Funktionäre haben sich arrangiert, da könnten junge Leute nur stören." Dieser Satz fasst den älteren Mitbürger, egal ob Wähler oder Parteifunktionär perfekt zusammen. Wir hatten hier in der Region einen 27 jährigem Bürgermeisterkandidaten. Seine Wahlziele waren vollkommen uninteressant. Ebenso sein bisheriger Lebenslauf. Wörtlich hieß es: "da soll ich mich wohl von so einem Jungspund regieren lassen". Lebenserfahrung ist in Ämtern definitiv wichtig, mir kommt es jedoch so vor als wächst im gleichen Maße ebenso die Verbohrtheit.

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mazzmazz 04.01.2017, 10:33
6. Was für eine Frage!

Warum werben die Parteien nicht um junge Mitglieder, wird gefragt. Und die Antwort liefert der Autor indirekt mit: weil die Wähler mehrheitlich älter sind. Wer gewählt werden will, kümmert sich nicht primär um Steuersenkungen für junge Familien, sondern um Rentenerhöhungen.
Ein paar Placebos lässt man dann nette Menschen wie Frau Schwesig präsentieren, um noch ein paar jüngere Leute abzufischen. Ansonsten wird Politik für die Alten gemacht. Pensionen, Renten, 30er-Zonen, Fahrradwege und Steuersubventionen für Krankenkassen sind erfolgversprechender, als ein Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und eine Steuerpolitik, die das Anwerben von Unternehmen ermöglicht, so dass Deutschland für junge Leute attraktiver würde.
Nun bin ich mit mitte 40 irgendwo dazwischen, plädiere aber stark für mehr Fokus auf die Zukunft. Rente/Pension mit 70, Einheitsrente-/Pension, Beschränkung der Einspruchsmöglichkeiten bei großen öffentlichen Bauvorhaben, Krankenkassenpflicht für alle mit der Möglichkeit der privaten Zusatzversicherung würden Freiraum schaffen für Steuersenkungen, um Unternehmen und fähige Arbeitnehmer aus dem Ausland anzuwerben.
Solange diese aber den deutschen Pensionisten ihr Luxuseinkommen bezahlen sollen, werden sie woanders hingehen.
Wir schaffen uns langsam ab. Damit müssen die jungen Leute heute leben. Und das tun sie. Entweder indem sie jammern, weiterhin mit 32 noch Praktika absolvieren und weiterhin die Altparteien wählen, oder indem sie das Land gleich verlassen, wenn sie etwas können.
In diesem Zusammenhang eine kleine private Statistik aus dem Bekanntenkreis: 8 Kinder über 26. 6 davon mit Studienabschluss. 3 davon mit internationalem Abschluß von einer ausländischen Uni. 5 arbeiten nun im Ausland. Einer von den beiden ohne Studienabschluss macht gerade seine Meisterprüfung als Schreiner und hat eine Jobzusage aus Neuseeland. Die anderen beiden arbeiten in Großunternehmen in D und könnten sich auch das Arbeiten im Ausland vorstellen.
Weshalb sollten diese Leute sich in einer der deutschen Altparteien noch engagieren?
Dort finden sie unter den jungen Leuten ein paar Anwälte und Soz-Päds, die uns hier sicher nicht weiterbringen.

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Olaf 04.01.2017, 10:34
7.

Quoten für Kandidaten unter 30 bei Aufstellung der Listen gibt es schon, zumindest bei Kommunalwahlen und irgendwo muss man ja mit der Politik anfangen.

Ein Punkt fehlt aber noch in der Betrachtung: Der enorme Aufwand an Zeit, den ein Engagement in der Politik erfordert. Dies dann noch in der "Rush Hour" des Lebens, wo man mit Karriere, Familie und Haus oder Wohnung schon viel um die Ohren hat.

Dies führt dazu, dass sich viele erst im fortgeschritteneren Alter, wenn sich alles ein wenig gesetzt hat, sich in der Politik engagieren.

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olicrom 04.01.2017, 10:35
8. Da haben Sie zwar den Knall gehört, ihn aber falsch verstanden

Da wird bis ins kleinste Detail beschreiben, wie und warum die junge Generation die institutionalisierte politische Arbeit ablehnt, gleichwohl sie sich politisch engagieren will. Der absurde Schluss des Herrn Hurrlemann ist nun aber, dass die die Institution mehr Mühe geben muss, die Kinderchen in ihr Haus zu holen. Was zuerst und vor allem einmal den Willen der Jugendlichen komplett ignoriert bzw. negiert. Anstatt: "Weg mit dem Parteinfilz" ruft Hurrelmann "Weg mit den kindischen Ideen, rein damit in den Parteienfilz".
Hallo? Klar ist es komplizierter darüber nachzudenken, wie eine Demokratie ohne die Parteienkraken aussehen könnte. Aber dafür müsste man natürlich wissen, welche Möglichkeiten einem die heutige Zeit dafür liefert. Aber die Konsequenz aus dem Artikel muss doch sein: Recht habe Sie, die Jungen. Und Demokratie hat nur langfrisitig eine Chance wenn wir ihren Weg gehen. Ohne Parteien.

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joergaac 04.01.2017, 10:36
9. Glaubwürdigkeit

Ich gehöre der Definition im Artikel nach, wohl auch noch knapp zu dieser Generation Y. Ich habe zwar wann immer ich konnte und werde auch weiterhin wählen, aber mein Problem mit den Parteien ist, dass man ihnen sowieso nichts glauben kann. Stichwort Merkel: "Mit mir wird es keine PKW-Maut geben" und doch basteln sie gerade genau daran - um nur ein Beispiel zu nennen. Wenn ich also ohnehin nicht damit rechnen kann, dass die Politiker, die ich wähle, tun, was sie vor der Wahl sagen, warum sollte ich meine Zeit dann damit verschwenden mich belügen zu lassen? Da kann ich dann in der Zeit auch was sinnvolles machen und dann die wählen, die in der letzten Legislaturperiode meinem Gefühl nach am wenigsten Mist gebaut haben. Aber politische Diskussionen? Nein danke!

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