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Juso-Chef Kühnert über Klimapolitik: "Was für eine Partei wollen in Zukunft eigentlic
Kay Nietfeld/ DPA

Juso-Chef Kevin Kühnert warnt die SPD, sich nach den verheerenden Wahlniederlagen nur mit Personalfragen zu beschäftigen. Die Partei müsse endlich klare Antworten geben - vor allem in der Klimapolitik.

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John.Moredread 28.05.2019, 05:24
110.

Zitat von Tom77
Wenn die SPD mal wieder einen Stich machen möchte, sollte erst einmal Kevin Kühnert rausgeworfen werden. Der ewig gestrige Meckerer mit politischen Ansichten aus der Mottenkiste kommt nach jeder Wahl mit derselben inhaltslosen Forderung daher: Raus aus der GroKo! Der Typ schreckt jeden Wähler der bürgerlichen Mitte ab.
Alle SPD-Wähler, die ich kenne, haben nicht die SPD gewählt. Einige finden Kühnert gut, andere hadern. Allen gemein ist ihnen aber, das sie die SPD unter Kühnert vermutlich wählen würden. Denn bei ihm gibt es einen Diskurs; er bringt wichtige und aktuelle Punkte.

Und was das "ewig gestrige" angeht: Meinen Sie die Idee mit der Verstaatlichung? Die Idee, die den Grünen Wahnsinnsgewinne einbrachte? Oder meinen Sie nicht die GroKo, die ja schließlich in dieser Wahl abgestraft wurde?

In 5 - 10 Jahren dürfte die Wahlbasis der CDU massiv geschrumpft sein; um das zu verstehen muss man nur schauen, welche Altersgruppe diese Parteien wählt. Ich fürchte, das wird dann ein böses Erwachen für sie.

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John.Moredread 28.05.2019, 05:56
111.

Zitat von Ruth aus der Kurpfalz
"Die Partei müsse endlich klare Antworten geben - vor allem in der Klimapolitik." Das muss die SPD überhaupt nicht. Dafür sind nämlich schon die Grünen da. Das ist deren Alleinstellungsmerkmal, und wer auf diesen Zug mit aufspringt, stärkt nur die Grünen, weil die Leute sagen: "Wieso soll ich die SPD wegen der Klimapolitik wählen? Das gehört doch gar nicht zur Domaine der SPD. Die Grünen können das besser. Aber wenn die SPD das so hoch hängt, müssen die Grünen ja recht haben, also wähle ich die." Wenn man anderen nachplappert, sie nachmacht und die Themen anderer zu den eigenen macht, bewirkt das nur, dass die Leute das "Original" statt der schlechteren Kopie wählen.
Also ich fasse mal zusammen: Die SPD sollte den Klimawandel leugnen, dann läuft es besser. Im Ernst? Die SPD hat die Positionen der CDU einfach nur abgenickt; auch beim versaubeuteln des Klimas. Eben das war der einer der Gründe für die Watsche. Der SPD ist das Klima aktuell nämlich scheissegal.

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John.Moredread 28.05.2019, 06:11
112.

Zitat von interessierter Laie
Obendrein bezieht Deutschland seinen Wohlstand aus der Industrie. Das alles geht rein physikalisch nicht ohne Energie. Und Deutschland ist zu klein und zu dicht besiedelt, um es ausschließlich regenerativ zu versorgen. Zumindest ist es enorm aufwändig und damit teuer.
Völliger Unsinn. Selbstverständlich lässt Deutschland sich vollständig mit regenerativen Energien versorgen; und zwar mit Anlagen nur auf Deutschem Boden. Das ist keine Frage ihres Bauchgefühls, sondern schlichter Mathematik. Und teurer? Auf lange Sicht wird das billiger. Fossile und nukleare Brennstoffe sind nur begrenzt vorhanden; von der Sauerei beim Abbau und beim Verbrauch ganz zu schweigen. Die Hauptenergiequellen des Planeten - Sonne und Gravitation - sind über Milliarden von Jahren zugänglich, ganz egal, wieviel man davon benötigt.

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Jörg-Detlef 28.05.2019, 07:46
113.

Zitat von s.l.bln
75. Die SPD bräuchte keinen... Zitat von Jörg-Detlef "Eine Parteiführung kann dem Parteivolk nur in begrenztem Umfang politische Ziele setzen, denn die Meinungsbildung sollte aus Demokratiegründen von unten nach oben erfolgen. Aber gerade da sieht's bei der SPD mies aus. Die Mitgliedschaft ist für Neues wenig aufgeschlossen, die ausgedienten SPD-Klassiker beherrschen noch immer die Szene. Da hätte es auch ein Parteivorschwitzender Kühnert schwer, die Genossen auf - neuen - Kurs zu bringen." ...neuen Kurs, sondern den alten....neuen Kurs, sondern den alten. Die SPD hatte mal eine wichtige Funktion in der Gesellschaft, die seit längerem unbesetzt ist: sie waren der Schutzpatron des "kleinen Mannes" und wichtiger Motor für die Modernisierung der Gesellschaft. Ganz gleich, ob es um den Kampf für Arbeitnehmer-Mieter und Verbraucherrechte ging, Gleichberechtigung, den Schutz von Minderheiten vor Diskriminierung oder das Zurückdrängen tradierter Rollenbilder, ohne die SPD wären wir nicht da, wo wir heute sind. Leider hat Schröder mit seiner Agenda 2010 all das so tief in die Tonne getreten, dass nicht mal die SPD sich noch daran zu erinnern scheint. Es reicht nicht, "das soziale Profil zu schärfen" wie es im nervigen Sprech moderner Berufspolitiker a la Nahles heißt. Die SPD muss wieder die Auseinandersetzung mit den Konservativen suchen, und zwar nicht zum Selbstzweck, oder um irgendein Profil zu schärfen (würg), sondern um das Land voran zu bringen, wie früher mal. Wenn die mal aufhören zu schwafeln und sich ihrer Aufgabe erinnern, wählt man sie vermutlich wieder, denn gebraucht werden sie dringend. CDU,FDP und die Grünen haben allesamt kein echtes soziales Gewissen. Die Grünen tun gerne so, wären mit der Agenda aber noch weiter gegangen als Schröder. Zudem sind sie Menschen gegenüber komplett ignorant, die an anderes Weltbild kultiviert haben als sie. Über die neoliberalen, rechten Hetzer von der AFD braucht man an der Stelle nicht reden und die Linken haben den dogmatischen Teil ihrer Wurzeln nie abgeworfen. Vielleicht in 20 Jahren mal. Die SPD hat eine Riesenlücke hinterlassen, die niemand schließt. Viel von der Unzufriedenheit in der Gesellschaft hat dort ihre Ursache.
Alles richtig! Ich war seit meinem 21. Lebensjahr SPD-Mitglied und habe es bis zum Ortsvereins-Vorsitzenden gebracht, für all das, was Sie anführen, selbst mitgekämpft. Mich hat nicht erst Schröders Agenda von der SPD abgebracht, ich bin schon wegen Helmut Schmidt aus der Partei ausgetreten. Mit den "ausgedienten SPD-Klassikern" meinte ich das SPD-Glaubensbekenntnis, wonach alles aus der Sicht der lohnabhängig arbeitenden Bevölkerung zu beurteilen ist, Seit an Seit mit den Gewerkschaften. Das ist nicht nur ein Klotz am Bein, wenn es um Umweltpolitik geht. Die SPD-Aktivisten, auf welcher Parteiebene auch immer, berauben sich so der Möglichkeit, die Welt neu zu denken, Gerechtigkeit umfassender zu definieren, als das zu Adenauers Zeiten den damaligen Umständen geschuldet war. Das sage ich heute im Alter von mittlerweile 75 Jahren.

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Drscgk 28.05.2019, 08:12
114. Niemand sagt klar und deutlich, in welcher Krise wir eigentlich sind.

Wir alle sind in der immerwährenden Krise der Marktwirtschaft. Und solange wir Marktwirtschaft wollen, wollen wir unumstößlich auch, dass die Erde, alle Menschen, alle Tiere und Pflanzen, alles Land und alle Meere, die Luft und das Wasser, das Geld und die realen Werte und alles, was auf dieser Erde ist und sein wird, alles marktkonform zu machen ist. Marktkonform ist das brutale Gegenteil von menschenkonform. Das und nur das ist der ganze und grundlegende Widerspruch, auf den wir eine Antwort brauchen. Dazu muss jeder Mensch, jede Partei, jede Regierung, jede Wissenschaft, die richtige klare Antwort geben. Sonst bleiben wir in der Krise der Marktwirtschaft und wirtschaften diese ganze Erde weiter in Grund und Boden, wie bislang gehabt.

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Aberlour A ' Bunadh 28.05.2019, 09:18
115. Man sollte ihn tatsächlich häufiger zu Wort kommen lassen

Zitat von Be0rn
Mich würde mal interessieren wie er denn die ungleichen Vermögensverhältnisse lösen möchte... indem er den einen mehr wegnimmt und den anderen mehr gibt? Verlangt er dann mit demselben Recht auch dass der eine mehr arbeitet oder dass die Arbeitsproduktivität angeglichen wird? Und die Verteilung von Profiten ist Sache der Eigentümer des Unternehmens, welches sie erwirtschaftet, von wem denn sonst? Will Herr Kühnert etwa demokratisch darüber abstimmen lassen wer wieviel Kohle bekommt oder soll die Bezahlung generell nur noch nach Bedürfnissen erfolgen? Und was versteht er eigentlich genau unter unverhandelbarem Gemeinwohl einer gerechten Gesellschaft? Man sollte ihn tatsächlich häufiger zu Wort kommen lassen, damit man mal erfährt was sich hinter diesen Wünschen und Worthülsen so alles an konkreten Maßnahmen verbirgt...
Auch für Sie der Hinweis: Lesen Sie doch mal das Godesberger Programm der SPD. Insbesondere den Unterpunkt Wirtschaft und Macht. Natürlich wird eine ungleiche Vermögensverteilung dadurch gelöst, dass man "den einen mehr wegnimmt und den anderen mehr gibt". Das war ja sogar den Vätern der Sozialen Marktwirtschaft klar - die keine SPD-Anhänger waren - dass NACHDEM die Marktergebnisse erwirtschaftet worden sind, im Sinne des sozialen Zusammenhalts der Gesellschaft umverteilt werden muss. Man lese hier z.B. Müller-Armack (den Erfinder des Begriffs). "Und die Verteilung von Profiten ist Sache der Eigentümer des Unternehmens, welches sie erwirtschaftet, von wem denn sonst?" Und genau hier ist natürlich die Machtfrage direkt angesprochen. Und Godesberg will das Problem bekanntlich durch eine Förderung der Gemeinwirtschaft als "Gegengift" lösen und durch öffentliche Unternehmen, soweit natürliche Monopole involviert sind. Genau hier hat sich Kevin Kühnert bedient. Dass es dafür von Scholz nur höhnisches Grinsen gab und aus Seeheim Andeutungen über ungewisse Stoffe, die er angeblich "geraucht hat", beweist nur, wie weit sich die SPD von ihren Roots entfernt hat.

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taglöhner 28.05.2019, 09:33
116.

Zitat von John.Moredread
Völliger Unsinn. Selbstverständlich lässt Deutschland sich vollständig mit regenerativen Energien versorgen; und zwar mit Anlagen nur auf Deutschem Boden. Das ist keine Frage ihres Bauchgefühls, sondern schlichter Mathematik. Und teurer? Auf lange Sicht wird das billiger. Fossile und nukleare Brennstoffe sind nur begrenzt vorhanden; von der Sauerei beim Abbau und beim Verbrauch ganz zu schweigen. Die Hauptenergiequellen des Planeten - Sonne und Gravitation - sind über Milliarden von Jahren zugänglich, ganz egal, wieviel man davon benötigt.
Die Endlichkeit der Fossilen ist natürlich gegeben, aber schon bei den derzeit Erschlossenen ziemlich fern. Könnte man sie zur Gänze verbrauchen, wäre der Sauerstoff weg aus der Atmosphäre, so viel zur Größenordnung.
Was mit 100% Regenerativen bei uns nicht möglich ist, ist meines Wissens die Gewährleistung von Netzsstabilität.

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caesar15 03.06.2019, 12:27
117. Endlich !!!

Endlich ein Politiker mit Zukunftsvision, mit Ideen und Handlungsplan. Seit Jahren warte ich darauf, dass die Bevölkerung die Inkompetenz der CDU/SPD bestraft. Mit Kevin Kühnert an der Spitze werde meine Kinder und Enkelkinder eine reale Zukunftschance haben. Dann wähle ich wieder SPD.

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