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Juso-Chef Kühnert über Klimapolitik: "Was für eine Partei wollen in Zukunft eigentlic
Kay Nietfeld/ DPA

Juso-Chef Kevin Kühnert warnt die SPD, sich nach den verheerenden Wahlniederlagen nur mit Personalfragen zu beschäftigen. Die Partei müsse endlich klare Antworten geben - vor allem in der Klimapolitik.

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m.w.r. 27.05.2019, 18:56
50.

Was sagt er, der Amthor der SPD:" Antworten geben" .Ja, Antworten auf Fragen die der SPD schon lange keiner mehr stellt.

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kakophoniephobie 27.05.2019, 18:57
51. Zur falschen Zeit die falschen Fragen?

Kevin Kühnert legt seine Finger in die offenen Wunden seiner Partei. Das kommt weder bei den Seeheimern noch den Schröderianern gut an. Er stellt seine Partei in Frage, der er vorwirft, keinen klaren Kurs zu haben und viele Themen dem politischen Gegner zu überlassen. Und er entfacht brisante gesellschaftspolitische Debatten. Aus dem Nichts sozusagen. Muss das sein? fragen die einen; immer zur Unzeit! sagen andere. Fakt ist: Kühnert eckt an, provoziert mit seinen Ideen, findet aber auch Anklang, insbesondere bei der jüngeren Generation. Fakt ist auch, dass er erkannt hat, wie wichtig den Deutschen das Thema Natur- und Umweltschutz ist. Und diesbezüglich ist es in diesen wirtschaftlich florierenden Zeiten sehr schwer, gegen die Grünen anzukommen, über die die SPON-Kolumnisten Jan Fleischhauer und Jakob Augstein nach den Landtagswahlen in Bayern und Hessen sinngemäß schrieben, Grün sei "in", man müsse es sich aber auch leisten können. Wehe aber, es drohen infolge einer Weltwirtschaftskrise massiver Arbeitsplatz- und Wohlstandsverlust und soziale Unruhen! Dann nämlich oder endlich könnte die Stunde der Genossen schlagen - oder doch wieder die Stunde der Union (unter AKK oder Armin Laschet oder auch meinem persönlichen Geheimfavoriten Ralph Brinkhaus) mitsamt den Liberalen (unter Lindner - wem sonst?). Oder doch eher die Stunde der Union in einer Koalition mit den Grünen (unter den Sympathieträgern Annalena Baerbock und Robert Habeck)? Arme SPD!

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antelatis 27.05.2019, 19:02
52. Klimaschutz = Kapitalismusdebatte

Zitat von Mirko_K
Wenn er selbst sagt, dass Klima wichtig ist, warum führt er selbst dann eine Kapitalismusdebatte?
Na ja, das Klima retten heißt gleichzeitig halt auch, den Kapitalismus zu überwinden, anders geht es einfach nicht. Dieses System aus Gier, Ausbeutung und Konsum ohne Ende wird die Welt ruinieren, wenn man es nicht ganz schnell ganz stark reguliert. Ohne eine gehörige Portion Sozialismus, kann das nicht geschehen, oder wer sonst soll das bezahlen, wenn nicht die Leute, die das ganze Geld haben?

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kirschlorber 27.05.2019, 19:04
53. SPON: Was für sinnlose Fragen

Was soll dieses Interview? Nur artige Fragen. Wie steht er zu den von SPD durchgesetzten Rentenkürzungen und Rentenbesteuerung? Wie zu Zweiklassenmedizin? Wie zu Niedriglohn? Wären Fragen gewesen.

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Haarfoen 27.05.2019, 19:05
54.

Zitat von ach-nur-so
Hm. Bernd Riexinger sagte heute in einem Interview in etwa, die LINKE sei die einzige Partei, die ein Konzept hätte, das Ökologie (und Wirtschaft) und Soziales zusammenbrächte. Kevin Kühnert sagt/ wünscht sich hier Ähnliches. Aber so ganz habe ich, Elektroniker von Beruf, noch nicht verstanden, wie wir die Klimawende ohne konsumtiven Verzicht jedes und jeder Einzelnen von uns schaffen wollen. Neue Technologien, also Weiterwachstum, aber diesmal klimafreundlich, das ist ja auch das, was die FDP ständig fabuliert. Als ob morgen eine Maschine vom Himmel fiel, die die Energieerhaltungssätze außer Kraft setzte. Das wird nicht geschehen. Und der ganze Umtausch noch funktionstüchtiger Dinge (Auto, Kühlschrank, etc.) gegen neue, sparsamere, ist in der Klimabilanz so un- bis kontraproduktiv wie Häusledämmung. Streichung klimaschädlicher Subventionen und CO2-Steuer, das bringt was. Aber die Hinterfragung der Produktionsweise funktioniert z.B. nicht, wenn der billige Konsumschrott, sorry, weiterhin aus Fernost geschippert kommt. Ohne den Rückbau liebgewonnener Standards (z.B. mal eben irgendwo hinfliegen) und erheblichem Konsumverzicht (150 neue Kleidungsstücke pro Jahr pro Kopf in D aktuell, was für ein Wahnsinn) wird es meiner bescheidenen Meinung nach nicht laufen. Kurz: Gesundschrumpfen wäre das Stichwort. Aber die Partei, die das kommuniziert, landet nicht bei 15 sondern bei minus 15 Prozent. Das ist das traurige an der Demokratie. Deshalb schaffen wir das nicht. Ich wünschte, ich hätte es anders, aber Optimismus um des Optimismus' Willen ist nicht meine Sache.
Ein schöner Beitrag, danke. Es fehlt an einer Darstellung, wie genau unser Leben in der Zukunft aussehen kann oder wird. Wir leben in einer Gesellschaft, die durch Materialismus und Besitz geprägt ist. Inhaltslose Statussymbole sind Trumpf, dazu gehören auch die Flugreisen.
Tatsächlich werden die wenigsten Menschen durch diesen Materialismus befriedigt, die kapitalistische "Marke" hat nur eine kurze Lebensdauer. Deshalb müssen wir in Sachen Konsum intelligent schrumpfen und in Sachen Sozialgemeinschaft erheblich wachsen. 150 neue Kleidungsstücke sind der völlige Wahnsinn, verwahrloste alte Menschen oder Kinder ebenfalls. Menschen können immer durch ein "gemeinsames Projekt" motiviert werden, dazu muss aber auch die soziale Ungerechtigkeit bereinigt werden. Bereicherung und persönliches Eigentum müssen in Grenzen limitiert werden. Mobilität und Kommunikation müssen anders gestaltet, aber dürfen nicht eingeschränkt werden. Ich denke schon, dass viele Menschen und Wähler mitmachen würden, nur bietet eben keine Partei ein solches Programm, eine solche Beschreibung unserer künftigen Lebensform an. Die meisten Menschen sind damit beschäftigt, dem enormen Existenzkampf Parole zu bieten, die Mieten zu zahlen, eine Altersvorsorge aufzubauen oder schlicht dem anstrengenden Berufsleben gerecht zu werden. Sie haben resigniert, aufgegeben und konzentrieren sich auf ihr Privatleben.

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doktordoktormueller 27.05.2019, 19:07
55. SPD will die Arbeiter schröpfen.

Die sollen am besten am Ende ein Rente kriegen, die 10 Euro höher ist, als die eines Teilzeit-Jobbers.
diese ganze Idiotie von wegeen Lebensleistungsrente, die Teilzeitkräfte beschenkt und andere ausbeutet... so eine typsiche Aktion, die hinten und vorne nicht durchdacht ist. Die SPD fischt nur billig an den Rändern, verliert aber die REalität aus den Augen. Da hat Lindner schon Recht.

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Linus Haagedam 27.05.2019, 19:07
56. over and out

Due SPD muss begreifen, dass ihre Zeit vorbei ist. Sie wird den Weg anderer sozialdemokratischer Parteien in Europa gehen. Mittelfristig eher bei 10 oder 12 Prozent luegen und langfristig von einer anderen sozialistischen/ sozialdemokratischen Partei abgelöst werden. Sie hat jede Verbindung zur Jugend verloren, bietet keine Verlässlichkeit und kein Thama, dass bicht andere besser und/oder kompetenter vertreten.
Natürlich kann sie sich deshalb nicht auflösen, da sie erst in den nächsten Jahren langsam austrudeln wird. Die letzte Bastion bleibt Bremen. Denn klar ist: Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Niedersachsen und vermutlich auch Hamburg gehen in den nächsten Jahren verloren. Bremen erst, wenn der kommende rot-rot-grüne Senat abgewirtschaftet hat.
Das ist ein notwendiger Prozess um die Demokratiemüdigkeit zu überwinden, die aus dem Verschleiß des Systems resultiert. Dieser wiederum gründet auf dem erschöpften Vertrauen darin, dass aus dem seriellen Machtwechsels zwischen den immer gleichen (Volks)Parteien noch echte Erneuerungskraft entspringen kann.
Mal erwischt es zunächst die linkere Volkspartei (wie in Griechenland und Deutschland), mal die rechtere (wie in Italien, vielleicht in Spanien) oder gleich beide (wie in Frankreich und England).
Such is life.

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tpro 27.05.2019, 19:12
57.

Vorhin hat es ein Politikwissenschaftler im Fernsehen so ausgedrückt: "Die SPD lauscht Sonntags, was das Volk möchte, und hängt dann die Woche darauf die Fahne in den Wind. Egal um was es geht. Heute ist Klimaschutz aktuell, nächste Woche wird etwas Anderes als Programm verkauft".

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affenstrasse44 27.05.2019, 19:14
58. Die richtigen Fragen stellen...

Ich kann Herrn Kühnert nur zustimmen... will man die echten Probleme glaubhaft angehen oder zieht man weiter nur so eine scheinheilige Persiflage ab und doktert mit den CDU am Status Quo herum (alles soll gefälligst beim Alten bleiben... also quasi sehenden Auges bei klarem Himmel Fahrt mit der Titanic aufnehmen, um den Berg auch so richtig zu erwischen!).

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mariuscaesar 27.05.2019, 19:14
59. @ Alle Foristen

Wenn dieser Herr gegen den Kapitalismus ist dann ist soll er die Partei wechseln, so einfach ist das! Es gibt Die Linke und wir wissen auch das kaum einer deren Programm will. Das ist also nicht das Problem der SPD. Reden wir über Gerechtigkeit? Okay, warum haben wir dann die zweit höchste Steuer- und Abgabenlast aller Industriestaaten? Ist das gerecht? Die SPD müsste die erste Partei sein die Steuern und Abgaben auf Einkommen zu senken anstatt ständig neue Leistungen zu versprechen! Es gibt kein Zurück vor Hartz IV!

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