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Kämpfe in der Ostukraine: Putin lobt Erfolge der Separatisten
REUTERS

Russlands Präsident Putin hat sich zum ersten Mal direkt an die Separatisten in der Ostukraine gewendet - und ihren Einsatz ausdrücklich gelobt. Er fordert sie auf, einen Fluchtkorridor für ukrainische Regierungstruppen einzurichten.

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tsaag 29.08.2014, 11:00
170. Umgekehrt wird ein Schuh daraus

Zitat von Wsus
dass alle ukrainer die prowestlich sind als faschisten bezeichnet werden. der faschismus ist ziemlich populär als gegner geworden, vorallem wenn man selbst mit faschistischen mitteln agiert. war die bezeichnung für die mauer in der ddr nicht rein zufällig "anti faschistischen schutzwall"?? war der bau der mauer also auch ligitim? wieso wird die meinung der ukrainer nicht beachtet? selbst im süden der ukraine ist man mehrheitlich pro europäisch (ca. 60-70 %). es ist also in ordnung wenn eine minderheit über die mehrheit herrscht? ich wäre froh wenn der westen wenigstens mal waffen an die ukrainer liefern würde (panzerabwehrraketen wär doch ein anfang zB die javelin fgm-148). in russischen medien wird ja das baltikum auch als teil russlands betrachtet. da weiss man dann schon in welche richtung sich russlands expansionspolitik bewegt
wer etwas kritisch die russischen und wirklich gleichgeschalteten Medien anschaut wird, sofern er nicht völlig verblendet ist, objektiv feststellen, dass die wahren Faschisten im Kreml und der Duma sitzen, da werden nationalistische Reden gehalten, die eines Parlaments nach westlichen Maßstäben nicht würdig sind, aber das sind eben westliche Maßstäbe.

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duk2500 29.08.2014, 11:02
171. Auslöser dieser Eskalation

Spätestens jetzt muss man fragen, warum dieser Konflikt soweit eskaliert ist, dass sich die beiden Staaten Ukraine und Russland in beinahe offenem Krieg gegenüberstehen.

Aus der zum Bürgerkrieg eskalierten Machtübernahme des Maidan ist ein Stellvertreterkrieg geworden. Der Westen unterstützt offen und verdeckt die ukrainische Regierung, Russland steht hinter den prorussischen Kämpfern im Osten.

Das alles einschließlich des Blutverhgiessens von Kombattanten und Zivilbevölkerung wäre vermeidbar gewesen, hätten westliche Ländre und NGO nicht versucht, die Ukraine aus dem russischen Einflu0bereich heraus und in EU sowie NATO herüberzuziehen.

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Deep Thought 29.08.2014, 11:08
172. Putin ist weitsichtig - der Westen oberflächlich und kurzsichtig

Zunächst einmal haben die Abschüsse von Militärflugzeugen in den letzten 2-3 Wochen dafür gesorgt, dass der Terror aus der Luft gegen die Zivilbevölkerung seitens Kiew geringer wurde. Die ethnische Säuberung, die bereits seit langem von Timoshenko und den anderen ultranationalistischen Kräften sogar mit Atomwaffen propagiert wurde, ist nun bald gestoppt.
Die schwere Artillerie und die Raketenwerfer , die hemmungslos gegen Städte eingesetzt wurden, in denen die Bevölkerung Tag und Nacht ohne Licht, Strom, Wasser in den Kellern um ihr Leben fürchten muss, hoffentlich ebenfalls bald.

Laut UNO sind bereits über eine Million Ostukrainer geflüchtet - fast 100% nach Russland! Immer noch sind das über 1000 pro Tag, die Flüchten!

Die eingekreisten ukrainische Einheiten sind die rechten Schlägertrupps vom Maidan, zum grössten Teil die Bataillone Asow, Donbass, rechter Sektor sowie die neonazis-Schlägertrupps , welche in die "Nationalgarde" integriert wurden sowie junge Zwangsrekrutierte Ukrainer.

Poroshenko wollte sich der rechten entledigen, denn die opponieren zunehmend in Kiew, wie letzte Woche.
Also wurden sie von Poroshenko mit nur leichter bewaffnung an die Front geschickt - aus zwei Gründen:

1) würden sie rasch dort von den kampferprobten Ostukrainern dezimiert und würden keine Gefahr für die "Regierung" in Kiew darstellen
2) könnte man sie als (tote, also ungefährliche) "Helden" darstellen, welche gegen die "bösen" Separatisten gefallen wären, evtl. hätte man sicherlich noch propagandistisch von "Massakern" an ihnen phantasiert.

Da Putin und die Separatisten aber klug sind, werden diese Nazis geschont: sie werden gedemütigt, indem man sie "zu ihren Müttern zurückschickt" - und in Kiew hat man sie so weiter politisch am Hals. Zudem die ultrarechten sich allmählich darüber im Klaren wurden, dass sie von Poroshenko zur schlachtbank geführt wurden.

Poroshenko hat nun ein grosses Problem mehr als zuvor.

Und die inzwischen über 2.500 toten Zivilisten können bald wieder Wasser trinken und aus den kellern heraus.





Das sagt alles darüber, welches Regime von den Zivilisten als gefährlicher angesehen wird.

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mattotaupa 29.08.2014, 11:09
173. klar

Es gibt offensichtlich ebensowenig eine russische Invasion in der Ostukraine, wie es dort eine französische oder polnische Invasion gibt. Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass auf Seiten des Kiewer Regimes ebenso "Freiwillige" aus Polen, Schweden und französische Rechte mitkämpfen. Dennoch kann man wohl kaum seriös von einer polnischen oder französischen Kriegsbeteiligung reden.

Dass russische "Freiwillige" auf Seite der Separatisten kämpfen ist seit Monaten bekannt. Das dies nun im Vorfeld des NATO-Treffens zur Invasion aufgebauscht wird, wundert kaum. Nachdem es militärisch nicht läuft, und man auch propagandistisch schlecht dasteht, soll nun längst Bekanntes für eine neue mediale Offensive herhalten.

Erstaunlich ist das Verhalten Putins, der seine Reflexe anscheinend im Griff hat. Anstatt auf die eingeschlossenen ukrainischen Truppen drauf zu dreschen, fordert er auf, ihnen einen Fluchtweg zu bieten! Wenn das tatsächlich seine Intention ist, demonstriert er wieder mal mehr Verantwortungsgefühl für die Menschen in der Ukraine, zu denen er demonstrativ auch die ukrainischen Streitkräfte zählt, als die Friedensnobelspreisträger EU und Obama, von denen bisher weder eine Friedensinitiative ausging, noch tätige Hilfe für die vom Krieg entwurzelten Menschen kommt.

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leif_tristan_laumann 29.08.2014, 11:10
174. Das hat...

Zitat von eberhard.fischer.2111
Viele Grüße an die ganzen Putin-Versteher: jetzt hat dieser endlich seine wahre Fratze gezeigt und allen zu verstehen gegeben, was er wirklich plant. Ein Großrussland - zu Lasten aller Nachbarländer - und darüber hinaus. Wann wird die schlaffe EU das endlich kapieren? Und konsequent sanktionieren???
mit Putin-Verstehen recht wenig zu tun (ein völlig unpassender Ausdruck, der auf Höhe des Zwerchfells angesiedelt ist). Sondern eher mit Geopolitik und Geschichte - Beispiel Byzanz und das persische Sassanidenreich...Armenien war damals der neutrale Pufferstaat/Zankapfel, der wenn eine Fraktion dort zu byzanz- oder persienfreundlich war, unweigerlich Gegenintervention hin bis zum offenen Krieg nach sich gezogen hat.

Wir erinnern uns - auf einmal tauchte z.B. der Klitschko mit Leuten und Geld auf und will Politik in der Ukraine machen (und die Ukrainer denken sich: Who the f*§= is Klitschko?). Letztlich hat es nur zum Bürgermeister von Kiew gereicht...was haben Karzai und Maliki doch gleich gemacht, bevor sie auf die glorreiche Idee gekommen sind, als totale Exilianten nach dem höchsten Staatsamt in ihrer vermeintlichen Heimat zu streben? Klar, da ist ja jeder Expat ein natürlicher Kandidat für...

Die Russen vor Ihrer eigenen Haustür herauszufordern - was Gutes sollte das bringen? Und aus welcher Notwendigkeit heraus?

Eine rote Linie ist sicher, wenn Nato Territorium verletzt wird. Wenn so ein Pufferstaat aufgelöst werden soll, dann wird eben ein neuer geschaffen...oder eben soviel herausgerissen, wie eben geht. So weit so wenig überraschend. Ich bin gerne bereit, den Leuten, die Putin aggressiven, bedrohlichen Imperialismus vorwerfen, demütig Recht zu geben, wenn die Russen die Nato z.B. Norwegen, Lettland oder Polen angreifen.

Aber bis es soweit ist, reihe ich die Ukraine in die Serie der "Turnover-Erfolge" westlicher Politik der letzen Dekade ein: Afghanistan, Irak, Tunesien, Ägypten, Syrien und jetzt eben die Ukraine...


Grüße retour ;-)

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rosskal 29.08.2014, 11:10
175. Ursachen und Wirkung

Zitat von Cheffsessel
Wären die sogenannten Separatisten von Anfang an in Verhandlungen eingetreten, hätten sich die ukrainischen Einheiten gar nicht auf den Weg in die Ostukraine machen müssen. Stattdessen wurden Behörden mit Waffengewalt eingenommen, die pro-ukrainischen Demonstranten brutal niedergeschlagen, Kasernen und Munitionslager geplündert, "Verteidigungstellungen" aufgebaut, ein Pseudoreferendum unter bewaffneter Beaufsichtigung durchgeführt usw. Nimmt Ihresgleichen eigentlich war, das die Bevölkerung im Donbass mehrheitlich ukrainisch-stämmig ist? Attackiert wurden im übrigen Stellungen der Separatisten, die sich leider auch in Wohngebieten verschanzt haben. Wenn tatsächlich die Bevölkerung ohne Rücksicht bombardiert worden wäre, gebe es noch wesentlich mehr getötete Zivilpersonen. Im übrigen sind die kosakischen Freiwilligen noch wesentlich rücksichtsloser und nationalistischer geprägt als Teile der ukrainischen Freiwilligen-Einheiten.
Unbestritten gibt es auch auf Seiten der Separatisten nationalistische und recht windige Typen, gleichwohl entstand der Kampf um Separierung erst infolge des Widerstandes gegen das geplante Verbot der russischen Sprache und als die Bilder veröffentlicht wurden, wie die Faschisten in Kiew, Odessa und anderen Städten wüteten (Zerstörung, Plünderung und brutale Morde). Erst zu diesem Zeitpunkt verhärteten sich die Positionen der Separatisten im Donbass. Einer von diesen Verbrechern gestützten Regierung wollten sie sich verständlicherweise nicht unterordnen.
Der von Ihnen verwendete Begriff "Ihresgleichen" liegt übrigens fern jeglicher sachlichen Diskussion.

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Wsus 29.08.2014, 11:11
176. Nun

kaum gab Poroschenko die Auflösung des ukr. Parlaments bekannt, gewinnen die "Separatisten" an Boden? Warum wohl? naja putin weiss das sich die mehrheit der ukrainer in den nicht besetzen gebieten eher dem westen zuwenden will. das will er verhindern. wenn wir nicht handeln erleben wir den nächsten genozid. und zwar an den ukrainern. weil was wird putin machen wenn er in andere gebiete der ukraine einmarschiert und sich die menschen gegen ihn erheben? es gibt dann einen partisanenkrieg. und andersdenkende werden weggesperrt. kolyma lässt grüssen.

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wl61 29.08.2014, 11:12
177. Da gibt es NOCH einen Kommentar...

Zitat von Mali
raus mit den Russen aus der Ukraine! Die haben dort nichts verloren. Ich möchte mal sehen wie Putin reagieren würde wenn Angehörige von Truppen der NATO in der Ukraine einmarschieren würden um Kiew zu unterstützen. Diesem völkerrechtwidrigen Treiben Russlands muss sofort Einhalt geboten werden und das mit allen Mitteln!
...Und was haben in die Ukraine auch die Deutsche, Amerikaner, Italiener, Polen, Schweden usw verloren? Antworten Sie bitte, wie viel leben in Ukraine Deutschen, Amerikaner und wie viel russen?)

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10prozentfett 29.08.2014, 11:12
178.

Zitat von obertroll
aber wenn es die anderen machen ist es böse und bedarf Sanktionen. Nicht jeder möchte mit den westlichen Werten a la IWF, EU, etc beglückt werden. Und das sollte man berücksichtigen, wenn man die Ostukrainer als Terroristen abstempelt.
Dafür haben wir hier im Westen die (freie) WAHLEN ... und diese Ergebnisse müssen dann von ALLEN respektiert werden.

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blaustift 29.08.2014, 11:12
179. In guter alter deutscher

Tradition der Nachkriegsgeneration habe ich zuerst die Verantwortung in unseren Kreisen (Westen) gesucht - und einiges gefunden. Aber ich bin nicht mehr bereit, Russland hier zu verteidigen. Es geht um Macht, nicht um zivile Prinzipien. Mit dem Putsch in Kiew und dem Geballere der Armee im Osten war ich nicht einverstanden, aber die Ukraine gehoert den Ukrainern, nicht Russland.
Als Realpolitiker muesste man Russlands Ansprueche wahrnehmen und damit Arbeiten. Als Nicht-Realpolitiker muss man diese heftig kritisieren! Es reicht!

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