Forum: Politik
Kämpfe in Libyen: Aufstand gegen das Kartell von Tripolis
REUTERS

Libyens Hauptstadt Tripolis erlebt die schwersten Gefechte seit Jahren. Kämpfer aus dem Umland wollen die herrschenden Milizen stürzen. Die international anerkannte Regierung wackelt.

Seite 1 von 8
troka 03.09.2018, 17:24
1. Tja....

Tja, sowas kommt von sowas. Dan kann man sehr anschaulich sehen, mit welchen "fortschrittlichen revolutionären" Kräften der Westen und hier speziell die NATO eine legitime Regierung unter Gaddhafi und ein funktionierendes Staatenbildend in finsterste Kolonialzeiten zurückgebombt hat und sich einen eigenen Umschlagplatz für Flüchtlinge, Drogen, Öl und IS Nachschub aufgebaut hat. So sieht der Feldzug des Westens für Demokratisierung und Freiheit in der arabischen Welt aus. Glückwunsch!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Benjowi 03.09.2018, 17:32
2. Chaotische Folgen einer fehlgeleiteten westlichen Kriegspolitik!

Und das sind also die realen Auswirkungen des "arabischen Frühlings", den die westlichen Staaten unter der Anführerschaft Frankreichs herbeigebombt haben. Ganz offensichtlich waren das Ghaddafi-Regime ähnlich wie im Irak das Saddam-Regime immer noch die besseren Lösungen. Man muss sich nachträglich noch bei den damaligen deutschen Politikern bedanken, dass unser Land zumindest aus diesen beiden schmutzigen Auseinandersetzungen weitgehend herausgehalten wurde. Außerdem sollte das eine Lehre sein, von sowas in Zukunft verstärkt die Finger weg zu halten. Also nix Militärintervention auf der halben Welt-China macht gerade in Afrika vor, wie vieles sehr viel eleganter geht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kajosch55 03.09.2018, 17:40
3. Ein weiterer grandioser Sieg der Nato!

Unter der ruhmreichen Führung des beinahe Mutterlandes des Kapitalismus hat es der Westen geschafft einen bösen Diktator in die Gosse zu bomben und einem System lupenreiner Demokraten den Weg zu bereiten.
Ganz wie es für Syrien geplant ist. Es geht voran, Geschichte wird gemacht! Vorwärts immer - rückwärts nimmer!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
latrodectus67 03.09.2018, 17:46
4. Hexenkessel

Und dahin wollen manche Leute die Mittelmeer-boatpeople zurückschicken? Ich warte auf den ersten Politiker der vorschlägt Libyien zum "sicheren Herkunftsland" zu erklären. Aber so verrückt ist es gar nicht, hat man in Afghanistan ja schon gemacht.
Und nicht vergessen, der Artikel geht um die 4 Milizen von Tripolis. Da sind noch nicht die Milizen und Clans und Lords und andere einbezogen. Und die letzten Wahlen auf die sich diese "international anerkannte Regierung" beruft hatten 18% Wahlbeteiligung.
Das einzige was die internationale Öffentlichkeit in Libyien um keinen Preis und niemals zugeben will, ist dass der "humanitäre und alternativlose" Regimechange ein völliger Fehlschlag war und das heute in Libyen mehr gefoltert und gemordet wird als unter dem Dikatator zuvor. Und das man sich bloss nicht die sauberen demokratischen Finger schmutzig machen will.
Seit 1945 hat es nicht einen langfristig "erfolgreichen" Regimechange durch Bomben gegeben.
Aber wir haben die Welt gerettet als wie Ghadaffis Armee zerbombten damit die Rebellen siegten, die nun das Land und seine Bürger zerfleischen. Und die Menschen zahlen dafür . Indem sie ggf auf der Flucht im Mittelmeer ersaufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kroenc 03.09.2018, 17:48
5. Auffanglager für Flüchtlinge

Und Frau Merkel und andere Politiker sind nach wie vor der Meinung, daß man dort Auffanglager einrichten kann und dorthin auch Flüchtlinge zurückschicken kann. Aus den Augen, aus dem Sinn. Was sind das für Menschen, die ernsthaft solche Pläne haben? Und gerade Frau Merkel sprach mal davon, daß das nicht mehr ihr Land sei, wenn man Menschen in Not nicht helfen würde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sven2016 03.09.2018, 17:56
6.

Ob es für die Libyer wirklich das größte Problem darstellt, wie ihre Hauptstadtregierung von der EU wahrgenommen wird?

Das Öl kaufen vor allem die Italiener dem ab, der es liefern kann. Waffen und Ausrüstung bekommt jeder, der vorgibt, für Stabilität zu sorgen.

Und die andere Regierung im Osten wird von Russland und Israel ausgerüstet.

Der Konflikt wird dauerhaft bleiben, weil mal wieder jeder eigene Interessen exportiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
willibaldus 03.09.2018, 18:02
7.

Damit ist die Wahl zum Jahresende wohl abgeblasen. Die 4 Milizen von Tripolis zwei davon Mafiosi oder die aus dem Umland werden sich gegen Veränderungen wehren. Die Regierung kann ihre Entscheidungen nicht über staatliche Exekutive durchsetzen, wie Polizei und Militär. Die Milizen haben der Regierung zwar Gefolgschaft geschworen, aber was ist das wert, wenn die sich gegenseitig nicht grün sind oder kriminell sind?
Im Osten ist es nicht wirklich besser. Ein grosser Zampano im fortgeschrittenen Alter hält den Haufen zusammen. Sollte er den Löffel abgeben, bricht wieder Chaos aus.
Das hätten die Franzosen sich wohl nicht gedacht, als sie sich zur Luftwaffe der Gegenregierung zu Gaddafi gemacht hatten. Die Briten und Amis haben sie auch noch mit hineingezogen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SanchosPanza 03.09.2018, 18:03
8. Wer hat Libyen zerstört?

Leider wurde die staatliche Ordnung in Libyen mutwillig zerstört, ohne eine sinnvolle Alternative aufzubauen. Das hat in diesem Land mit früher hohem Lebensstandard und weltlicher, areligiöser Ausrichtung großes Unheil verursacht. Der durch Libyen in Richtung Europa strömenden Flüchtlinge sind nur ein kleiner Teil von diesem, durch die USA, Frankreich und England dort angerichteten Elend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
willibaldus 03.09.2018, 18:04
9.

Nicht das Gaddafi irgendein Vorbild für irgendwas gewesen ist. Ein Polizei und Geheimdienststaat zum Nutzen einer kleinen kleptokratischen Clique. WEnn der plötzlich umgefallen wäre, hätte es vielleicht auch einen Umsturz gegeben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 8