Forum: Politik
Kämpfer in der Ost-Ukraine: Die Geister des Donbass
Till Mayer

Noch immer hocken Männer in Schützengräben, noch immer knattern die Gewehre - der Konflikt im Donbass ist fast vergessen, aber längst nicht vorbei. Besuch bei Kämpfern an der Front.

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mundi 10.12.2017, 12:16
1. Ein Kunstaat ist nich überlebensfähig

Der Kunststaat Ukraine, wie früher Jugoslawien, wird nicht zur Ruhe kommen, wenn nicht bald eine Föderatin entsteht, wo die in den Regionen lebenden Völker bald weitgehende Autonomie bekommen.

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pavel1100 10.12.2017, 12:51
2. Was ist ein Kunststaat?

Zitat von mundi
Der Kunststaat Ukraine, wie früher Jugoslawien, wird nicht zur Ruhe kommen, wenn nicht bald eine Föderatin entsteht, wo die in den Regionen lebenden Völker bald weitgehende Autonomie bekommen.
Wie definieren sie Kunststaat? Die Grenzen der Ukraine waren vor dem russischen Überfall doch auch von Russland anerkannt. Die Ukraine wird sicher erst zur Ruhe kommen wenn Putin diesen Staat nicht mehr als sein Einflussgebiet ansieht. Eine Föderation in der einige Föderationselemente sich als russische Vasallen sehen wird wohl auch nicht funktionieren. Wie wird Putin reagieren, wenn sich auch die Weißrussen nicht mehr von Moskau bevormunden lassen wollen. Wieder Panzer?

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Emderfriese 10.12.2017, 13:09
3. Wer und warum

Wofür kämpfen diese Soldaten eigentlich? Aus dem Bericht wird nur ersichtlich, dass sie als gelernte Soldaten ihren "Beruf" ausüben. Kämpfen sie für die Ukraine, für Poroschenko? Wer Poroschenko ist, weiß man inzwischen, aber was genau für "die Ukraine" steht, weiß wohl selbst im eigenen Land niemand mehr. Wohl deshalb beklagt der Soldat Sergiy mangelnde Freiwillige.
Nebenbei - genauso hätte der Text in irgendeinem "Landser"-Roman auftauchen können. Oder waren es sogar rechtsradikale Einheiten, die da beobachtet wurden? Nur der Autor wird es wissen...

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MtSchiara 10.12.2017, 13:20
4. Rußland betrachtet die Ex-Sowjetunion nachwievor als Herrschaftsgebiet

Zitat von pavel1100
Wie wird Putin reagieren, wenn sich auch die Weißrussen nicht mehr von Moskau bevormunden lassen wollen. Wieder Panzer?
In der Tat betrachtet Putin das gesamte Gebiet der ehemaligen Sowjetunion als Gebiet der russischen Vorherrschaft, das es zur Not auch mit dem Panzer zu verteidigen gilt. Deswegen führt Rußland zur Zeit Kriege in Georgien, Transnistrien und der Ostukraine, und hält die Krim okkupiert. Und zur Wiedererrichtung der Sowjetunion hat Rußland die Eurorasische Union mit Moskau als Machtzentrum gegründet. Wären Weißrußland oder Kasachstan nicht in diese Union eingetreten, dann hätte Putin auch dort die Panzer rollen lassen.

Frieden wird in dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion erst dann eintreten, wenn Rußland seinen Anspruch auf Vorherrschaft aufgibt und die Unabhängigkeit dieser Völker akzeptiert. Dazu daß dies geschehen kann, bedarf es einer tiefgreifenden Demokratisierung Rußlands. Die russische Kultur muß sich dahingehend verändern, daß sie ihr Selbstbewußtsein nicht mehr aus einer militärischen Vorherrschaft in der Region und aus einem Ost-West-Säbelrasselkonflikt zieht, sondern indem sie ihr kulturelles Erbe einbringt für einen konstruktiven Beitrag zur Lösung der wichtigsten Probleme dieser Welt.

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neue_mitte 10.12.2017, 13:20
5.

Zitat von Ossifriese
Wofür kämpfen diese Soldaten eigentlich? Aus dem Bericht wird nur ersichtlich, dass sie als gelernte Soldaten ihren "Beruf" ausüben. [...]
Der Sinn der aktuellen Scharmützel erschließt sich mir auch nicht ganz. Der (pro)russische Vorstoß ist komplett zum Erliegen gekommen. Die Landverbindung zur Krim wird es wohl auch nicht mehr geben. Mariupol konnte nicht eingenommen werden.

Genosse Wladimir Wladimirowitsch hat sich einfach verschätzt. Die Einnahme der Krim war ein Kinderspiel, die der Ostukraine nicht. Hat er wohl seine Zustimmungsraten und die Wechselwilligkeit überschätzt. Um den Donbass und die Landverbindung zur Krim auch wirklich einzunehmen, müsste er die Truppen massiv aufstocken. Dazu ist es aber zu spät. Die Weltöffentlichkeit schaut zu genau hin, der Westen hat sich nicht entzweit. Und sogar seine Hoffnung Donnie T. im Weißen Haus ist nicht bedingungslos für ihn.

Die Ukraine hat offenbar auch kein Interesse daran, die Truppen aufzustocken um den Donbass zu räumen. Das würde dann evtl. auch doch wieder mehr (pro)russische Truppen bedeuten. Also lässt man es einfach von beiden Seiten auf niedriger Flamme dahinköcheln.

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tomtor 10.12.2017, 13:33
6. Der Agressor Russland

führt nach wie vor einen Krieg gegen seinen Nachbarn Ukraine und Georgien, das lässt sich nunmal nicht wegreden. Deshalb müssen alle Embargos aufrechterhalten werden und die angegriffenen weiter unterstützt werden!

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Emderfriese 10.12.2017, 13:34
7. Umgekehrt

Zitat von MtSchiara
In der Tat betrachtet Putin das gesamte Gebiet der ehemaligen Sowjetunion als Gebiet der russischen Vorherrschaft, das es zur Not auch mit dem Panzer zu verteidigen gilt. Deswegen führt Rußland zur Zeit Kriege in Georgien, Transnistrien und der Ostukraine, und hält die Krim okkupiert. Und zur Wiedererrichtung der Sowjetunion hat Rußland die Eurorasische Union mit Moskau als Machtzentrum gegründet. Wären Weißrußland oder Kasachstan nicht in diese Union eingetreten, dann hätte Putin auch dort die Panzer rollen lassen. Frieden wird in dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion erst dann eintreten, wenn Rußland seinen Anspruch auf Vorherrschaft aufgibt und die Unabhängigkeit dieser Völker akzeptiert. Dazu daß dies geschehen kann, bedarf es einer tiefgreifenden Demokratisierung Rußlands. Die russische Kultur muß sich dahingehend verändern, daß sie ihr Selbstbewußtsein nicht mehr aus einer militärischen Vorherrschaft in der Region und aus einem Ost-West-Säbelrasselkonflikt zieht, sondern indem sie ihr kulturelles Erbe einbringt für einen konstruktiven Beitrag zur Lösung der wichtigsten Probleme dieser Welt.
"...Frieden wird in dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion erst dann eintreten, wenn Rußland seinen Anspruch auf Vorherrschaft aufgibt und die Unabhängigkeit dieser Völker akzeptiert. ..."

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Frieden wird es erst geben, wenn der "Westen", die USA und die NATO, ihre Versuche aufgeben, Russland über Nachbarländer zu destabilisieren. Alles andere ist schlichtweg entweder Verdrehung von Tatsachen oder Beschwichtigung eigener Fehler.
Geschrieben von einem deutschen Mitbürger aus Ostfriesland - bevor wieder Trollmeldungen und russische Absender vermutet werden.

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miram-m 10.12.2017, 13:56
8.

Krieg als bewusst eingesetztes Mittel der (russischen) Politik. Unmittelbar betroffene Soldaten und ihre Familien, Menschen aus Donbass, zufällige Opfer (durch unkontrolliert. Waffenumgang in der Ukraine und in Russland). Und kein Ende in Sicht, dieser "Konflikt" ist langfristig eingefroren, beide Seiten werden nicht nachgeben und die 10 000 Opferzahl wird steigen. Wie schrecklich und bedrohlich. Danke für die Berichterstattung!

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pavel1100 10.12.2017, 13:59
9. Destabilisieren

Zitat von Ossifriese
"...Frieden wird in dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion erst dann eintreten, wenn Rußland seinen Anspruch auf Vorherrschaft aufgibt und die Unabhängigkeit dieser Völker akzeptiert. ..." Umgekehrt wird ein Schuh draus: Frieden wird es erst geben, wenn der "Westen", die USA und die NATO, ihre Versuche aufgeben, Russland über Nachbarländer zu destabilisieren. Alles andere ist schlichtweg entweder Verdrehung von Tatsachen oder Beschwichtigung eigener Fehler. Geschrieben von einem deutschen Mitbürger aus Ostfriesland - bevor wieder Trollmeldungen und russische Absender vermutet werden.
Wie genau sollte der Westen Russland über seine Nachbarländer destabilisieren? Es ist nicht Schuld des Westens, dass sich diese Nachbarländer von Russland aufgrund historischer und aktueller Erfahrungen abwenden. Gute Freunde hat man, wenn man selber einer ist.

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