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Kairos neue Außenpolitik: Ägyptens Militär wendet sich vom Westen ab
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Mit dem harten Kurs gegen die Muslimbrüder verärgert Ägyptens neue Führung ihre internationalen Partner. Die Armee isoliert das Land stärker, als es die Muslimbrüder je vermochten. Bei der Anhängerschaft der Generäle kommt der Kurs gegen Amerika und Europa gut an.

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Whitejack 17.08.2013, 18:06
1.

Zitat von sysop
"Erstens: Die Ablehnung von Hilfe von den Vereinigten Staaten an Ägypten in all ihren Formen. Zweitens: Die Aufkündigung des Friedensvertrags zwischen Ägypten und dem israelischen Gebilde."
Ich denke nicht, dass man sich das leisten wird. Markige Sprüche dieser Art dienen der Demonstration der eigenen Stärke, aber einen Krieg mit Israel kann die ägyptische Armee sicher nicht wollen. Und das Geld wird eigentlich erfahrungsgemäß auch immer genommen, egal wer an der Macht ist. Mursi hat die Hand genauso aufgehalten wie Mubarak vorher und Sisi jetzt. Dass man aus Prinzip Milliardenbeträge ausschlägt, wäre in der Weltpolitik ein absolutes Novum.

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seine-et-marnais 17.08.2013, 18:12
2. Kein Wunder

Zitat von sysop
Mit dem harten Kurs gegen die Muslimbrüder verärgert Ägyptens neue Führung ihre internationalen Partner. Die Armee isoliert das Land stärker, als es die Muslimbrüder je vermochten. Bei der Anhängerschaft der Generäle kommt der Kurs gegen Amerika und Europa gut an.
Die EU und die USA verteidigen ständig die Moslembrüder. Bei dem was auch in den Nachbarländern Libyen und Syrien geschah und geschieht, wundert es mich nicht dass man da in Ägypten auf Abstand geht.
Die Gefahr, innen- und aussenpolitisch, für die EU besteht darin dass sie zur Zeit den Eindruck macht als sei die Staatsraison der EU der Schutz der islamistischen Moslembrüder statt Schutz der Demokratie und der bürgerlichen Freiheiten innerhalb und ausserhalb der Grenzen der EU.

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lupenrein 17.08.2013, 18:17
3. ............

Zitat von Whitejack
Ich denke nicht, dass man sich das leisten wird. Markige Sprüche dieser Art dienen der Demonstration der eigenen Stärke, aber einen Krieg mit Israel kann die ägyptische Armee sicher nicht wollen. Und das Geld wird eigentlich erfahrungsgemäß auch immer genommen, egal wer an der Macht ist. Mursi hat die Hand genauso aufgehalten wie Mubarak vorher und Sisi jetzt. Dass man aus Prinzip Milliardenbeträge ausschlägt, wäre in der Weltpolitik ein absolutes Novum.
Eine propagandistische Meisterleistung
des ägyptischen Militärs, wenn es dem tumben Volk weismachen will, es sei gegen die Milliarden der USA und der EU. Genau das Gegenteil ust der Fall. Der Westen war noch nie so wichtig für das ägyptische Nilitär wie heute. Ohne die Hilfe des Westens könnte weder das Militär noch
Ägyptens Wirtschaft überleben....

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herrdainersinne 17.08.2013, 18:33
4. Was wir nicht wahr haben wollen....

Es gibt grundliegende Fragen über die kann man nicht debatieren.
Das läßt sich nicht in einer Plauderstunde in der UNO lösen.

Ägypten ist am Scheideweg.
Soll es ein muslimisch regiertes Land werden, oder ein Regierungsform erhalten in der nicht der Koran und die Scharia das Gesetz bilden.
Das kann sowohl ein Militärrat als auch ein vom Militärunterstützter Regierungsrat sein.
Wer sagt denn, dass eine kapitalistische Demokratie das beste für alle ist ?
Wer hat das zu entscheiden ?
Wir hatten Hitler, aber das interessiert den rest der Welt nicht besonders bei deren Wahl Ihrer Regierungsform.

Ägypten wird für sich zu klären haben wie es weitergehen soll.
Diese Frage wird nicht nur, aber eben auch mit dem Gewehr geklärt werden, was uns ziemlich befremdlich erscheint, dort aber üblich ist.

Es ist nicht unsere Kultur, wir haben weder das recht darüber zu urteilen, noch etwas vorzuschreiben.
Letztlich sind wir das angepassteste Volk welches unser Land je hatte. Aber im fordern und vorschreiben, da sind wir richtig gut.

Ägypten wird den Weg bestimmen, den Ägypten gehen wird.
Den Rest der Welt geht das nichts an.

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Rainer_H 17.08.2013, 18:35
5. Neue Verbündete für Syrien

Zitat von seine-et-marnais
Die EU und die USA verteidigen ständig die Moslembrüder. Bei dem was auch in den Nachbarländern Libyen und Syrien geschah und geschieht, wundert es mich nicht dass man da in Ägypten auf Abstand geht. Die Gefahr, innen- und aussenpolitisch, für die EU besteht darin dass sie zur Zeit den Eindruck macht als sei die Staatsraison der EU der Schutz der islamistischen Moslembrüder statt Schutz der Demokratie und der bürgerlichen Freiheiten innerhalb und ausserhalb der Grenzen der EU.
Wenn es so weiter geht, bekommt Assads Syrien und auch Russland neue Verbündete: Ägypten und die Golfstaaten noch dazu, abgesehen von dem US-hörigen Katar.

Danach könnte man sich dann wieder Libyen zuwenden, falls dort das Volk aufwacht.

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mat_yes 17.08.2013, 18:39
6. Logische Konsequenz...

Zitat von sysop
Mit dem harten Kurs gegen die Muslimbrüder verärgert Ägyptens neue Führung ihre internationalen Partner. Die Armee isoliert das Land stärker, als es die Muslimbrüder je vermochten. Bei der Anhängerschaft der Generäle kommt der Kurs gegen Amerika und Europa gut an.
Die USA erkennen jede Regierung an, die ihren Interessen genehm ist. Gleiches gilt für die Vasallenstaaten der USA, zu denen auch Deutschland und weite Teile er EU gehören.
Gerade die Dominanz und Kontrolle durch die USA haben in weiten Teilen der Welt, insbesondere in Islamischen Ländern, die Ablehnung dieser Bevormundung, auch durch die amerikanische Wirtschaft, die der wirkliche Antreiber ist, in den letzten 20 Jahren verstärkt.
Die USA sind für 3. Weltländer kein Partner sondern nur ein Neo-Imperialistischer Ausbeuter.
Wie war das mit der Rekrutierung von afghanischen Islamschülern, in den Flüchtlingscamps in Pakistan?
So wurdne die Taliban gemacht und geschult..durch die CIA!!
Sie sollten den Russen paroli bieten.
Die Konsequenzen baden wir heute noch aus!
Wie war das mit der Alternative zur Babie-Puppe? Bereits in den 90er Jahren hielt eine Ägyptische Alternative Einzug im arabischen Raum. Die Suleika aus Ägypten!
Der Westen, und allen voran die USA, gehen ungehobelt ohne Rücksicht auf die kulturelle Identität anderer Länder vor.
Wen wundert es, dass es zu immer mehr Auflehnung dageben gibt.
Auch die Solidarität über alle Ursprungsdiskussionen im islamischen Lager hinweg ist hier zu sehen.
Der Westen und die USA dürfen sich nicht wundern, wenn sie jetzt die Rote Karte erhalten. Ich befürchte, dass dieses sich noch weiter ausbreiten könnte, wenn Ägypten wirklich ernst macht.
Irgendwo wünsche ich dem Ägyptischen Volk, dass sie das durchziehen und Erfolg haben. Es muss Schluss sein mit der elitär-überheblichen Hegemonialstellung des Westen. Entweder sind wir eine Welt und achten jeder jeden oder die, die die anderen nicht für voll nehmen bekommen die Quittung!

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du_darfst 17.08.2013, 18:41
7. Ich kann die Abwendung verstehen

Eigentlich würde ich mir vom Westen mehr Unterstützung erwarten. Die jetzige Regierung sowie das Militär verhindern doch lediglich, dass sich Ägypten zu einem islamistischen Gottestaat wird. Natürlich ist es ganz fürchterlich, dass so viele Menschen dabei umkommen. Aber die Entwicklung die Ägyten unter der vormals regierenden Muslimbruderschaft genommen hat, war doch völlig inakzeptabel und eine massive Bedrohung westlicher Werte.

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filder 17.08.2013, 18:42
8. Gelesen?

Zitat von lupenrein
Der Westen war noch nie so wichtig für das ägyptische Nilitär wie heute. Ohne die Hilfe des Westens könnte weder das Militär noch Ägyptens Wirtschaft überleben....
Haben Sie den Artikel nicht ganz gelesen?

"Die Golfstaaten haben Kairo nach dem Putsch bereits Zahlungen in Höhe von zwölf Milliarden US-Dollar versprochen."

Ägyptens neue Führung unter General Sisi verärgert USA und Europa - SPIEGEL ONLINE - vorletzter Absatz.

Mal sehen, wie die ganzen Fans der Militärs jetzt gucken ... Eben noch die Massaker bejubelt und die Freundschaft zu den Tätern bekundet und nun?

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tenorsound1 17.08.2013, 18:43
9.

Die Europäische Union und auch die USA plädieren für Verhandlungen. Doch in der Zeit als Mursi an der Macht war, lief doch alles auf eine islamische Dikatur und der Regie der Scharia raus. Also Verhandlungen sah dieses Konzept doch gar nicht vor. Und unter diesem Eindruck haben doch auch Millionen gegen diese religiöse Diktatur protestiert - ist das schon vergessen? Ein runder Tisch - Herr Westerwelle - sieht der Koran nicht vor! Vor allem eines macht sich der Westen: Illussionen, man könne mit den Muslimbrüdern oder den Salafisten irgendwelche demokratischen Kompromisse schließen!

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