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Kairos neue Außenpolitik: Ägyptens Militär wendet sich vom Westen ab
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Mit dem harten Kurs gegen die Muslimbrüder verärgert Ägyptens neue Führung ihre internationalen Partner. Die Armee isoliert das Land stärker, als es die Muslimbrüder je vermochten. Bei der Anhängerschaft der Generäle kommt der Kurs gegen Amerika und Europa gut an.

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danubius 17.08.2013, 19:06
20. Bange Zeiten für Nahost?

Gelingt es den Militärs unter ihrem Chef al-Sissi, die Muslimbrüderschaft in Ägypten zu entmachten und sich dies auf die eigenen Fahnen zu schreiben, so werden die westlichen Staaten nach einer gewissen Zeit der scheinheiligen Empörung wieder die Nähe Ägyptens suchen - zu sehr ist dieser Markt in Mittelost als wirtschaftliche Drehscheibe - auch nach Israel - angesehen.

Darüber hinaus werden die USA nicht zulassen, dass dadurch Camp David 1 von Ägypten einseitig außer Kraft gesetzt wird. Es stünde dabei nicht nur die Existenz Israels auf dem Spiel (das u.a. in Camp David ausdrücklich von Ägypten als souveräner Staat anerkannt wurde) sondern auch der Frieden in ganz Nah- und Mittelost.
Und um diesen zu erhalten zahlen USA an Ägypten seit den Achtzigern eine Militärhilfe in Cash und in Waffen ...
Ein Frieden, wenn er auch auf Geld aufgebaut ist, ist immerhin ein Frieden ...

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iman.kant 17.08.2013, 19:06
21. Kurzfristiges Denken

Es verwundert mich immer wieder aufs Neue welche Schlussfolgerungen mit einem so kurzfristigen Horizont getroffen werden. Dem Leser werden pure Vermutungen als der Status Quo verkauft

Ägypten kann ohne Tourismus, d.h. nur mit dem Westen existieren. Es wird eine Lösung geben!

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metafa 17.08.2013, 19:09
22.

Oh ja ein Militaerbuendniss mit den Russen. Gute Idee, vorallem fuer die Buerger, die ja in Russland selbst auch so respektvoll behandelt werden. Einfach genial was manche sich so ausdenken.

Wenn ich einige Kommentare hier lese dann bin ich sicher, dass sich einige Poster ueber alles ueber den Militaerputsch in Aegypten freuen und sich wuenschen wuerden General Sisi wuerde auch die Regierung Merkel mal eben austauschen... vielleicht einfach mit nem "prakmatischen Ideologen" der ... sagen wir ... ein Militaerbuendniss mit Russland anstrebt?

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audio2000 17.08.2013, 19:11
23. Muslimbrüder sind Islamo-Faschisten

Ich habe für das Verhalten des ägyptischen Militärs vollstes Verständnis.Die Muslimbrüder sind nun mal eine faschistoide Terrororganisation. Auch wenn im Artikel die Terroristen in "" gesetzt wurden. Die Muslimbrüder kennen nur das eine: Blut und Mord. Je mehr, desto besser. Als Dank dafür, dass sie Kirchen abfackeln, fordert der Westen die Beteiligung der Muslimbrüder an der Regierung. Ohne Worte.

Wenn "Experten" wie Westerwelle, Obama oder die Mursi-Freundin Catherine Ashton sich auf die Seite der Muslimbrüder schlagen, dann muss sich das Militär eben neue Partner suchen.

Die Saudis z.B. bewahren Ägypten mit ihren Krediten vor dem Staatsbankrott, Ägypten ist dadurch nur noch eine Kolonie von Saudi-Arabien. Was Obama sagt oder wünscht ist für das Militär völlig irrelevant. Ferner bieten sich Rußland und China als mögliche neue Partner für Ägypten an.

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echo0815 17.08.2013, 19:17
24. Vorsicht und Zurückhaltung

in der Bewertung der Vorgänge sind angebracht, speziell seitens der EU und Deutschlands, aber auch hier seitens der Medien. Die oft abstrusen Demokratievorstellungen des Westens sind auf die islamischen Staaten nicht übertragbar. Und ein politischer Ausgleich zwischen den Lagern in Ägypten völliges Wunschdenken und daher illusionär. Es hat noch nie genützt, wenn man als erster die Türen zuschlägt, indem man Hilfen und dergleichen einfriert.

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rabenkrähe 17.08.2013, 19:17
25. nene

Zitat von sysop
Mit dem harten Kurs gegen die Muslimbrüder verärgert Ägyptens neue Führung ihre internationalen Partner. Die Armee isoliert das Land stärker, als es die Muslimbrüder je vermochten. Bei der Anhängerschaft der Generäle kommt der Kurs gegen Amerika und Europa gut an.
............

In Ägypten wird nichts geschehen, was die USA nicht halbwegs abnicken, dazu ist das dortige Militär viel zu sehr von den USA abhängig. Und auf den Muslimbrüdern runzuhacken (und schlimmeres) das kommt gerade in den USA gut an!
rabenkrähe

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Inselbewohner 17.08.2013, 19:19
26. Meine Meinung

So wie ich das sehe steuert Ägypten auf einen wenn nicht Bürger so doch einen Guerilliakrieg zu. Die istlamistischen Radikalen werden so einfach nicht aufgeben denn sie haben aus ihrer Sicht den Propheten mit sich und alle werden Märtyrer incl. den weiblichen Annehmlichkeiten. So schwer es dem westlichen Betrachter es auch fällt, er muss einsehen, dass mit religiösen Fanatikern nicht zu verhandeln ist. Ja von denen auch gar nicht gewollt da jede Abweichung vom Koran Gotteslästerung ist mit den entsprechenden Folgen. Steinigung ist eine unangenehme Sache und der Gesundheit abträglich.
Egal wie sich diese Fanatiker auch nennen, in diesem Fall Muslimbrüder, sie haben nur ein Ziel: Die totale religiöse Unterwerfung des Volkes.
Dass sich das Militär vom Westen abwendet gerade explizit von den USA halte ich für eine logische Sache. Klar würde ich mir diese westlichen Geheimdienste und die Untergrundmitarbeiter großer Konzerne vom Leib halten wollen. Dazu haben ja alle den Muslimbrüdern nachgetrauert und was von freien Wahlen gefaselt. Die Bundesrepublik spielt ihre Trauerrolle sehr gut, man könnte fast meinen Herr Westerwelle ist sehr betroffen darüber, dass nun doch keine religiösen Fanatiker am Ruder in Ägypten bleiben.

In der heutigen Zeit kann sich eine Diktatur ob religiös oder militärisch nicht mehr ohne die Mehrheit des Volkes halten. Das werden die Leute vom Militär auch wissen und werden die Grundlagen schaffen um Ägypten nach und nach in eine Demokratie zu verwandeln. Alles andere wäre politischer Selbstmord und würde unweigerlich zu Bürgerkrieg führen. Dann das Volk gegen das Militär.
Gruß HP

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tigerlilie1984 17.08.2013, 19:20
27. Faktenverdrehung im Artikel

Leider ist dieser Artikel nicht korrekt.
1.: Nicht das Militär lehnt jegliche Verhandlung mit der Bruderschaft ab, sondern die Bruderschaft mit dem Militär. Darauf wies bereits jemand hin.
2.: Die Medien sind nicht gleichgeschaltet. Es gibt nach wie vor staatliche und private sowie ausländische Sender, sowohl pro- als auch anti-Militär. Was es nicht mehr gibt, sind die radikal-islamischen Sender, die - man beachte - wegen Volksverhetzung abgestellt wurden, da man dort zum Mord an säkularen Politikern, Militär und Christen (die ja an allem wie immer schuld sind) aufrief. Das hätte man in Deutschland nicht anders gemacht.
3.: Die Muslimbrüder sind keine "friedlichen Demonstranten", die mit unverdienter Härte niedergemäht werden. Über 70 Kirchen sind in Ägypten angezündet worden, mehr als 15 Polizeistationen, es gab mehr als 80 Tote bei Polizei und Militär. Die Anhänger Mursis sind bewaffnet, und sie kennen nichts. Auf den Plätzen in Kairo machen sie Terror, aber das ist nichts im Vergleich zu den Aktionen in den Provinzen Assiut und Minya - dort sind sie mit Kalaschnikovs unterwegs und schießen herum. Man lese mal Le Monde oder den Blog The Lede bei der New York Times, da sieht man die Gewaltausbrüche.
4.: Bevor man sich wieder wundert, dass die Muslimbrüder als "Terroristen" bezeichnet werden, hier mal ein Zitat von ihrer eigenen Webseite über sich selbst: „Gott ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unsere Verfassung. Der Dschihad ist unser Weg. Der Tod für Gott ist unser nobelster Wunsch.“
Noch Fragen?

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schoene neue welt 17.08.2013, 19:25
28. er Westen muss Bestürzung über die Gewalt heucheln

Zitat von keinuntertan
Was die Regierungen sagen und propagieren und was sie hinter verschlossenen Türen planen sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Keine Regierung im Westen ist so doof, dass sie einen fudamentalistischen Muslimstaat in Ägypten will. Alle wollen lieber eine westliche Militärdiktatur, die berechenbar ist, die den Frieden mit Israel einhält. Doch der Westen muss Bestürzung über die Gewalt heucheln, die ägyptischen Militärs müssen so tun, als seien sie Antiamerikanisch.
Endlich jemand, der das Kind beim Namen nennt. Sie haben verstanden, worum es geht.
Wir sitzen in der Klemme: Die Islamisten werden Terroranschlaege planen, wenn wir nicht so tun, als ob wir hinter Ihnen stehen und das Militaer muss irgendwie das Volk hinter sich bringen - mit Anti-Westen-Parolen. Hier sowie in Syrien sehen ich keine Loesung. Es wird nicht gut enden, weil die Islamisten nicht aufgeben werden. Bitte bedenken Sie, dass diese Bewegung in den 20iger ( ! ) in Aegypten angefagen hat ( also als selbstaendige Bewegung, nicht als anti-amerikanische, wie viele denken! ) und dass sie durch den Iran einen ungeheueren Aufschwung erlebt haben.

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impisports 17.08.2013, 19:28
29. Teilweise verständlich

Die Abwendung von den USA und Europa ist insofern verständlich, wenn man die feife und dumme Haltung der USA und Europas sieht.
Anstatt froh zu sein, daß in Ägypten endlich gegen die islamischen Terroristen vorgegangen wird, fällt man der ägyptischen Regierung bei diesem harten Kampf in den Rücken.

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